Pressespiegel 24.05.2026
Film – Formate & Formen
Von Filmfestivals bis zu neuen Produktionen: Der Blick auf aktuelle Entwicklungen in Kino und Film, von innovativen Formaten bis zu etablierten Genrekonventionen.
Guy Ritchies neuer Action-Thriller „In the Grey" mit Jake Gyllenhaal und Henry Cavill zeigt eine Bankerin, die zwischen krimineller Unterwelt und legalem Geschäft operiert – bleibt aber hinter Ritchies stärkstem Werken zurück.
Cristian Mungiu gewinnt mit seinem Drama „Fjord" bei den 79. Filmfestspielen in Cannes zum zweiten Mal die Goldene Palme; die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach erhält den Jurypreis für „Das geträumte Abenteuer".
Die ARD-Mediathek zeigt „Stardust Hotel", eine SciFi-Serienkomödie über ein marodes Weltraumhotel, die trotz schwankender Schauspielleistungen durch aufwendige Retrofuturismus-Ausstattung, skurrile Kostüme und dezente Sozialkritik überzeugt.
Cristian Mungius „Fjord" gewann die Goldene Palme des 79. Filmfestivals in Cannes; deutsche Produktionen wurden gleich mehrfach ausgezeichnet, darunter Valeska Grisebacks „Das geträumte Abenteuer" und Sandra Wollners „Everytime".
Julia Roberts übernimmt die Hauptrolle in der Verfilmung des noch unveröffentlichten Romans „Home Economics" von Katy Hays und produziert das Projekt über ihre Firma Red Om Films selbst.
Musik – Formate & Ensembles
Legenden der Popmusik im Fokus: Würdigungen für verstorbene Musiker wie Rob Base und Dick Parry treffen auf Jubiläen und Neuentdeckungen von Künstlern wie Bob Dylan und Paul McCartney. Daneben zeigt sich auch das klassische Cello in Dresden von seiner glänzendsten Seite.
US-Rapper Rob Base, bekannt durch den 1988er Hit „It Takes Two" mit DJ EZ Rock, ist im Alter von 59 Jahren an Krebs gestorben.
Bob Dylan wird 85 Jahre alt: Der Musiker aus Minnesota prägte mit Folk, Rock, Country und Gospel die Musikgeschichte und erhielt 2016 den Literaturnobelpreis – obwohl er die Ikonen-Rolle stets ablehnte.
Die Dresdner Musikfestspiele präsentieren zu Pfingsten zum dritten Mal die „Cellomania" mit rund 30 Cellisten aus aller Welt, darunter Sheku Kanneh-Mason, Mischa Maisky und Jan Vogler.
Dick Parry, Saxophonist auf Pink-Floyd-Klassikern wie „Money" und „Shine On You Crazy Diamond", ist im Alter von 83 Jahren gestorben. David Gilmour bestätigte den Tod seines langjährigen Freundes und Musikers in den sozialen Medien.
Paul McCartneys neues Soloalbum „The Boys of Dungeon Lane" ist ein nostalgisches Spätwerk, auf dem der 83-Jährige fast alle Instrumente selbst einspielt und musikalisch auf seine Liverpooler Jugend und ein gelebtes Leben zurückblickt.
Theater – Formen & Rollen
Vielfältige Theatertraditionen prägen die aktuelle Szene: Von experimentellen Reinszenierungen klassischer Stoffe bis zu modernen Stückentwicklungen entstehen unkonventionelle Bühnenerfahrungen. Regiekonzepte und künstlerische Perspektiven zeigen dabei, wie zeitgenössisches Theater seine Formen und Rollen neu definiert.
Die Naturbühne Trebgast zeigt mit „Casanova" eine nicht-historische Verwirrkomödie im venezianischen Setting, die mit Musik, Tanz und einer Liebesgeschichte als zweite Produktion des diesjährigen Theatersommers Premiere feierte.
Vor 100 Jahren wurde Peter Zadek geboren, der als Regisseur mit provokanten Shakespeare-Inszenierungen in Bochum, Hamburg und Wien das deutsche Theater grundlegend erneuerte und dabei volle Häuser mit hohem künstlerischen Anspruch verband.
Simone Saftig erhält den mit 15.000 Euro dotierten Kinderstücke-Preis der 51. Mülheimer Theatertage für ihr Stück „herzkopfüber", das eine Krebserkrankung einer Mutter aus Kinderperspektive behandelt.
Sandra Hüller spielt an den Bühnen Halle Nassim Soleimanpours Stück „Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen" prima vista – ohne Vorbereitung und mit unbekanntem Text. Die unerwartete Anwesenheit des Autors schwächt dabei die zentrale Idee seiner symbolischen Abwesenheit.
Adrian Figueroa inszeniert Maria Lazars „Der blinde Passagier" im Münchner Volkstheater und erzählt darin von einem Flüchtling, der das Gefüge einer Schiffsfamilie erschüttert – die Inszenierung sorgt für gespaltene Kritikermeinungen.
Roy Chens Stück „Zirkus Kafka", uraufgeführt am Schauspiel Frankfurt unter der Regie von Dor Aloni, lässt Kafkas Figuren ihre eigene Verbrennung fordern und dreht sich in einer meta-theatralen Wendung vom Kafka-Deutungszirkus hin zur Kritik an der Interpretationssucht des Kulturbetriebs.
Veranstaltungen
Festivals, Straßenfeste und Musik-Events prägen das Wochenende in Deutschlands Regionen. Die Lust am Feiern im Freien treibt Menschen an, während Künstler vermehrt auf Live-Auftritte setzen.
Auf einen Blick die Veranstaltungen und Highlights dieses Wochenendes in der Region.
Bayreuth feiert mit einem großen Richard-Wagner-Straßenfest in der Innenstadt, bei dem Menschenmassen rund um das Haus Wahnfried zusammenkommen – mit Originalkostümen, Verpflegung und Aktionen im Rahmen des Festivals 150.
Der Karneval der Kulturen in Berlin hat mit einem Straßenfest in Kreuzberg begonnen; Höhepunkt ist der Pfingstsonntags-Umzug durch Friedrichshain, bei dem über 60 internationale Gruppen auftreten und Zehntausende Besucher erwartet werden.
Trotz gestiegener Ticketpreise boomt die Festivallandschaft in Deutschland mit über 1.800 Veranstaltungen, rund 20 Prozent mehr als vor der Pandemie. Für Künstler machen Live-Events etwa die Hälfte ihrer Einnahmen aus, da Streaming nur rund fünf Prozent beisteuert.
Literatur – Formen & Formate
Zwei unterschiedliche Zeiten, ein gemeinsames Thema: Wie lässt sich in schwierigen Momenten innere Kraft bewahren? Der Barockdichter Paul Gerhardt und der zeitgenössische Schriftsteller Tilmann Haberer geben darauf in ihren jeweiligen Werken Antwort.
Vor 350 Jahren starb Paul Gerhardt, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Kirchenlieddichter des Barock, dessen persönliche und eindringliche Sprache gläubige wie suchende Menschen bis heute bewegt.
Tilmann Haberer verarbeitet in seinem Buch „Die Kraft des Trotzdem" eine eigene Krebsdiagnose und verbindet persönliche Krisenerfahrung mit theologischen, psychologischen und philosophischen Reflexionen über Resilienz und Hoffnung.
Sonstiges
Rund 1.300 Deutsche und Tschechen gedachten beim Versöhnungsmarsch von Pohorelice nach Brünn den Opfern des „Brünner Todesmarsches" von 1945. Bundesinnenminister Dobrindt sprach am Massengrab; der erstmals in Tschechien stattfindende Sudetendeutsche Tag verlief begleitet von Gegenprotesten.
Das Staatstheater am Gärtnerplatz zeigt Verdis „La Traviata" in einer Inszenierung mit feministischem Ansatz, die stilistische Mittel wie phantastischen Realismus und Symbolik einsetzt, diese jedoch laut Kritik nicht konsequent genug ausschöpft.
Die Kulturrundschau bündelt Kritiken zu Cannes (KI-Debatte, Umbrüche der Filmindustrie), einer Londoner Zurbarán-Ausstellung, Kästners „Fabian" am Hamburger Schauspielhaus sowie dem Musikgenre Phonk als modulare digitale Reizeinheit.
Die tägliche Bücherschau bündelt Kritiken u.a. zu Kiran Desais Roman über indische Geschwister zwischen Tradition und Freiheit, Michal Hvoreckys Appell gegen den Rechtsruck sowie Karine Tuils Satire auf die Pariser Oberschicht.
Das 50. Brückenfest in Lorenzreuth startete mit vollem Zelt und ausgelassener Stimmung; Oberbürgermeister Oliver Weigel zapfte das erste Fass an, die Band Radspitz sorgte für Stimmung.
Ein BR-Filmteam der Serie „Landgasthäuser" begleitet Küchenchef Theodor W. Rupprecht im Gasthaus „Egertal" in Bad Weißenstadt und dokumentiert die Zubereitung eines besonderen Menüs mit Label Rouge Lachs.
Der Karneval der Kulturen in Berlin hat mit einem Straßenfest in Kreuzberg begonnen. Höhepunkt der viertägigen Veranstaltung ist der Umzug am Pfingstsonntag, bei dem über 60 internationale Gruppen auftreten und Zehntausende Besucher erwartet werden.
„Anthems“ von Gauthier Dance im Theaterhaus Stuttgart: Zwei Stücke des amerikanisch-israelischen Choreografen Barak Marshall werden vorgestellt.