Pressespiegel
Tägliche Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus
Thema: Tanz
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Edvin Revazov hat Samuel Becketts „Warten auf Godot" für das Hamburger Kammerballett choreografiert und dabei alle vier ausverkauften Vorstellungen im Ernst-Deutsch-Theater gefeiert. Die schlichte, auf Gesten fokussierte Inszenierung gilt als kongeniale Tanzumsetzung des Theaterstoffs.
Ballettdirektor Goyo Montero verabschiedet sich nach 17 Jahren vom Staatstheater Nürnberg mit einer Tanzfilm-Adaption von Hermann Hesses „Der Steppenwolf", die immersive Videotechnik und eine Neukomposition von Owen Belton verbindet.
Das queere Kollektiv Riess Neustadt präsentierte beim Münchner Tanz-Sommer 2026 im Schwere Reiter das choreografische Konzert „This Tomorrow", ein organisches Gesamtkunstwerk aus Musik, Tanz und Licht, das Gemeinschaft und Zukunftsfähigkeit thematisiert.
Fünf Autorinnen berichten vom THINK BIG! Festival in München – einem internationalen Tanz-, Musiktheater- und Performance-Festival für junges Publikum, bei dem sie unter anderem die partizipative Performance „Posto" von Zinola Kühn Productions erleben.
Ricardo Fernando kreiert ein neues Ballett nach dem Cinderella-Stoff, das zu Prokofjews Musik eine moderne und zeitlose Geschichte über Humanität erzählt; Premiere ist am 31. Oktober 2026 in der brechtbühne im Gaswerk in Augsburg.
Die Ballett-Gala in Dortmund vereinte internationale Tanzstars aus Miami, Rom, Amsterdam und Berlin mit dem Ballett Dortmund, das mit der Uraufführung von Guillem Rojo i Gallegos „The Blood of a Poet" klassischen Tanz und digitale Technik verband.
Yeliz Pazar zeigt mit „Point of no Return" im Berliner Dock 11 das erste in Deutschland produzierte Waacking-Bühnenstück, in dem fünf Performer*innen mittels des Tanzstils einen emotionalen Läuterungsprozess von innerem Schmerz zu Frieden durchlaufen.
Der dänische Tänzer Egon Madsen war als Solist ein prägender Star der John-Cranko-Ära am Stuttgarter Ballett und tritt auch mit 80 Jahren noch auf der Bühne auf, aktuell mit der Gauthier-Dance-Company in Stuttgart.
Die Junior Company Bonn zeigt mit „InterSomnia" ein selbst entwickeltes Tanzstück über Schlaf- und Traumzustände, kämpft jedoch seit Jahren mit prekärer Förderung, während Leiterin Rafaële Giovanola ihre Rolle ehrenamtlich ausübt.
Choreograf Hervé Koubi gastierte mit seiner nordafrikanischen Kompanie bei den 51. Balletttagen des Hamburg Ballett und zeigte zwei Stücke, in denen 14 Straßentänzer Hiphop, Streetdance und Sufi-Elemente mit klassischer Musik verbinden.
Beim Tanzabend 2026 der Folkwang Universität der Künste präsentierten Studierende des Instituts für Zeitgenössischen Tanz drei Choreografien von Stephanie Miracle, dem Duo Miller de Nobili und Rainer Behr.
Die Riva & Repele Company zeigt beim Festival DanceFirst in Fürstenfeldbruck zwei Tanztheaterstücke: „Horizons" über Beziehungsdynamiken zwischen Nähe und Distanz sowie „Dear Son" über den Verlust eines Sohnes im Krieg.
Die cie. toula limnaios zeigt im Rahmen ihres Jubiläumsprogramms eine Wiederaufnahme des frühen Stücks „le temps d'après" mit den Tänzerinnen Amandine Lamouroux und Francesca Bedin, das beim Publikum großen Anklang findet.
Gauthier Dance zeigt mit „Luck/Unluck" einen Tanz-Doppelabend, choreografiert von Aszure Barton und Hofesh Shechter, der Glück und Unglück in kraftvollen Szenen gegenüberstellt – bis 18. Oktober in Stuttgart.
Choreograf Nikolaus Adler verbindet in „Pale Blue" 100 tänzerische Artefakte, erarbeitet von fünf Tänzer:innen, zu einem 70-minütigen Stück, das ausgehend von den Golden Records der Voyager-Sonde die Frage stellt, was es wert ist, bewahrt zu werden.
Choreograf Wim Vandekeybus inszeniert mit Opera Ballet Vlaanderen im Brügger Concertgebouw eine „Carmen", in der er Tänzer und Chor organisch verflechtet und Bizets Oper psychologisch als Befreiung des Bösen deutet.
Alessandra Ferri beendete ihre erste Spielzeit als Direktorin des Wiener Staatsballetts mit einer Frederick-Ashton-Gala, die ihr persönliches tänzerisches Erbe widerspiegelt, jedoch Lücken bei zeitgenössischer Choreografie und in der Dramaturgie-Besetzung offenbart.
Die Tänzerin und Choreografin Erica D'Amico begegnet in „Eclissi 143" ihrem seit zwölf Jahren blinden Vater Giacomo auf der Bühne des schwere reiter neu; das Stück berührt das Publikum emotional, bleibt tänzerisch jedoch hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Das internationale Tanz-, Musiktheater- und Performance-Festival Think Big! findet vom 9. bis 19. Juli in München statt und präsentiert in seiner elften Ausgabe Mitmach-Formate zu gesellschaftlichen Themen an mehreren Spielorten.
Die Tanzsparten an deutschen Theatern sind sehr international und divers. Sollte die AfD die Wahl in Sachsen-Anhalt gewinnen, könnte das Folgen für die Szene haben.
Die Tanzwerkstatt Europa findet vom 4. bis 14. August in München statt und bietet Workshops sowie Performances für Tanzprofis und Amateure; zur Eröffnung zeigt die belgische Kompagnie Rosas Anne Teresa De Keersmaekers „Rosas danst Rosas".
Zum 30-jährigen Jubiläum der Compagnie Toula Limnaios tanzen Alessio Scandale und Leonardo d'Aquino das Stück „Isson" erneut – ein 2003 uraufgeführtes und 2016 umbesetztes Werk, das beim Publikum begeisterten Applaus auslöst.
Boris Charmatz' Tanzstück „10000 Gesten" mit 16 Tänzerinnen und Tänzern, in dem sich keine Bewegung wiederholen darf, war beim Festival „Mannheimer Sommer" zu erleben und löste dort echte Festivalstimmung aus.
Gauthier Dance präsentiert zwei Uraufführungen im Stuttgarter Theaterhaus: Hofesh Shechter choreografiert „Unluck" über das Unglück als Gemeinschaftserfahrung, Aszure Barton „Luck" über die Ambivalenz des Glücks – beide verbunden durch starke Ensembleleistung.