Pressespiegel
Tägliche Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus
Thema: Erinnerungskultur
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Der Historische Verein Bamberg veranstaltet am 26. September 2026 eine Studienfahrt zum neu eröffneten Deutsch-Deutschen Museum in Mödlareuth, das die Geschichte der innerdeutschen Teilung anhand erhaltener Grenzbauwerke und einer modernen Dauerausstellung dokumentiert.
Karoline von Baden brachte als Ehefrau von Kurfürst Max Joseph den Protestantismus nach München, indem ihr Ehevertrag die freie Religionsausübung garantierte. Die evangelische Kirche München feiert ihren 250. Geburtstag am 13. Juli 2026 mit Vortrag und Gottesdienst.
Eine Studienreise des Evangelischen Bildungswerks Oberfranken-Mitte in die Niederlande zeigt, wie über 900 Kirchengebäude dort bereits zu Hotels, Supermärkten oder Kreativzentren umgenutzt wurden – ein mögliches Modell angesichts drohender Kirchenschließungen in Bayern bis 2035.
Zum 80. Jubiläum der Frankfurter Hefte erinnert ein Beitrag an die Gründung der Zeitschrift durch Walter Dirks und Eugen Kogon im April 1946, die im Nachkriegsdeutschland Grundlagen für einen demokratischen Rechtsstaat diskutierten.
Thomas Spindler stellt am 13. Juli 2026 in Bamberg das 1912 erschienene deutsch-jüdische Liederbuch vor, das nach über 110 Jahren in der Israelischen Nationalbibliothek wiederentdeckt wurde. Die Veranstaltung organisieren DIG Bamberg und Capella Antiqua Bambergensis gemeinsam.
Ein neues Buch zeigt die Metamorphose des SS-Hauptsturmführers Hans Ernst Schneider, der als Hans Schwerte zum Uni-Rektor und Vorzeigedemokraten konvertierte. Es schildert, wie Karrieren belasteter Nationalsozialisten verlaufen konnten.
Das Kloster Scheyern und die Gemeinde Bayrischzell feierten gemeinsam das 950-jährige Bestehen. Die Veranstaltungen waren ausnehmend gut besucht.
Polen hat mit einem Gedenkgottesdienst in Jedwabne an den Massenmord vom 10. Juli 1941 erinnert, bei dem rund 40 polnische Täter etwa 340 jüdische Nachbarn ermordeten. Gleichzeitig demonstrierten Rechtsextremisten am Rande der Veranstaltung.
Das Heilig-Blut-Fest in Burgwindheim wurde am 9. Juli 2026 offiziell in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Das auf das Jahr 1465 zurückgehende Fest ist eine von 19 Neuaufnahmen, die das Verzeichnis auf 103 Einträge erweitern.
Zehn Jahre nach dem OEZ-Anschlag in München kämpfen die Eltern des getöteten Can Leyla weiterhin um vollständige Aufklärung, offizielle Anerkennung als rechten Terror und ein würdigeres Gedenkmal für die neun Opfer.
Zehn Jahre nach dem rassistischen OEZ-Anschlag in München fühlen sich Hinterbliebene weiterhin unsicher; sie kritisieren politische Hetze und die anfängliche Verharmlosung der Tat als Amoklauf. Am 22. Juli findet eine Gedenkfeier mit Bundespräsident Steinmeier statt.
Nach dem Wirbel um die kurzfristige Ausladung des jüdischen Publizisten Michel Friedman steht das Programm der Gedenkveranstaltung zum 150. Jubiläum der Bayreuther Festspiele fest: Friedman hält einen Vortrag, Semyon Bychkov dirigiert Werke von Wagner und Mahler.
Der Leiter des Staatsarchivs München erklärt, was die Unterlagen verraten, warum sie mit Vorsicht zu lesen sind und wie man sie anfordert.
Björn Mensing, Pfarrer der Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau, wird am 12. Juli in den Ruhestand verabschiedet. Zu dem Gottesdienst haben sich u. a. Charlotte Knobloch, Ernst Grube und Bodo Ramelow angekündigt.
Herzogsägmühle zeigt eine Wanderausstellung über den Filmemacher Willy Zielke, der nach einem Konflikt mit Leni Riefenstahl 1937 zwangssterilisiert wurde und mehrere Jahre im NS-Zwangsfürsorgesystem verbrachte.
Der jüdische Künstler Alon Ishay markierte das Wiener Karl-Lueger-Denkmal mit Stickern und Sprühkreide, woraufhin die Polizei einschritt und ein Passant antisemitische Parolen rief. Der Autor fordert die Entfernung des Denkmals aus dem öffentlichen Raum.
Ministerpräsident Markus Söder hat die Bayernausstellung 2026 „Brennpunkt Bayern. Hitler und der Kampf um die Demokratie" im Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg eröffnet, die bis August 2027 Bayerns Rolle beim Aufstieg des Nationalsozialismus in den 1920er Jahren beleuchtet.
Erst soll er zum Schein erhängt werden, dann wird er nach Buchenwald deportiert und ermordet: die Geschichte von Hausmeister Leopold Goldlust aus der Münchner Herzog-Max-Straße.
Die Monacensia zeigt bis 2028 das Archiv von Rachel Salamander, Gründerin der Münchner Literaturhandlung, in der Ausstellung „Literatur & Haltung". Im Interview reflektiert Salamander über 40 Jahre jüdisches Kulturleben, wachsenden Antisemitismus und ihre Rolle als Pionierin.
Mehr als 600 NS-zeitliche Dokumente, die aus einer abgesagten Auktion in Neuss stammen, wurden zehn deutschen Gedenkstätten übergeben, darunter Dachau, Buchenwald und Bergen Belsen. Den Ankauf ermöglichten Spendengelder; treuhänderisch hatte die Stiftung Auschwitz-Birkenau die Objekte verwahrt.
Mehr als 600 persönliche Dokumente von Holocaust-Opfern, deren geplante Versteigerung internationale Proteste ausgelöst hatte, wurden im NRW-Landtag an zehn deutsche Gedenkstätten und Archive übergeben. Der Bundesrat beschloss zudem eine Gesetzesinitiative zum Verbot des kommerziellen Handels mit NS-Opferdokumenten.
Die Bundesregierung hat eine Aufarbeitungskommission für das nach 1945 in Deutschland an Sinti und Roma begangene Unrecht eingesetzt. Antiziganismus-Beauftragter Michael Brand ernennt die Mitglieder; die Kommission soll Unrecht in BRD und DDR wissenschaftlich untersuchen und Empfehlungen formulieren.
Über 600 Holocaust-Dokumente aus einer abgesagten Neusser Auktion wurden im NRW-Landtag an zehn Gedenkstätten und Archive übergeben. Der Bundesrat hat zudem eine Gesetzesinitiative zum Verbot des kommerziellen Handels mit NS-Opferdokumenten beschlossen.
In Berlin sollen die letzten Reste der Luftschutzkeller unter Hitlers Neuer Reichskanzlei einem Wohnbau weichen. Dagegen regt sich nun Widerstand – aus ein paar nachvollziehbaren Gründen.