Pressespiegel 26.05.2026
Veranstaltungen
Das moers festival zog Rekordpublikum an, während die Erlanger Bergkirchweih mit neuen Musikrichtlinien Aufmerksamkeit auf sich zog. Zwei größere Veranstaltungen mit unterschiedlichen Perspektiven auf ihre aktuelle Bilanz.
Das 55. moers festival verzeichnete mit bis zu 20.000 täglichen Besuchern ein Rekordpublikum und zog eine positive Bilanz: Rund 200 Künstlerinnen und Künstler aus 20 Nationen präsentierten in nahezu 100 Konzerten improvisierte und zeitgenössische Musik unter dem Motto „…wie im Märchen".
Die Stadt Erlangen hat den Wirten und Bands der Bergkirchweih empfohlen, zwölf als sexistisch eingestufte Lieder – darunter „Skandal im Sperrbezirk" und „Layla" – nicht zu spielen, was unter Besuchern und Medien kontroverse Reaktionen auslöst.
Musik – Formate & Ensembles
Von internationalen Musikfestivals bis zu legendären Konzertmomenten: Diese Sektion beleuchtet unterschiedliche Formate und Ensembles, die Musikgeschichte geprägt haben – von historischen Meilensteinen bis zu aktuellen Künstlerupdates.
1956 findet in Lugano der erste Grand Prix Eurovision de la Chanson statt; die Schweizer Sängerin Lys Assia gewinnt mit dem Chanson „Refrain". Der Wettbewerb existiert bis heute als Eurovision Song Contest.
Paul McCartney und Schauspieler Paul Mescal, der McCartney in den kommenden Beatles-Filmen darstellt, sprechen in einem Amazon-Kurzfilm über McCartheys neues Album „The Boys of Dungeon Lane", seinen Songwriting-Prozess und seine Beziehung zu John Lennon.
Depeche Mode füllten am 18. Juni 1988 beim 101. Konzert ihrer „Music For The Masses"-Tournee das Rose Bowl-Stadion in Kalifornien mit über 60.000 Zuschauern – ein Meilenstein, der Dark-Room-Klassiker in Massenerfahrungen verwandelte.
Sandy Mölling erholt sich von ihrer Erkrankung, die im Mai drei No-Angels-Konzerte zur Folge hatte, und kündigt an, im Juni wieder mit der Band aufzutreten.
Teilhabe & Repräsentation
Kulturinstitutionen und Künstler setzen sich mit Fragen von Vielfalt und Sichtbarkeit auseinander. Vom Umgang mit sexistischen Inhalten bei Volksfesten bis zur Sichtbarmachung von LGBTQ+-Identitäten in der Musikindustrie entstehen neue Debatten.
Beartooth-Frontmann Caleb Shomo hat sich in den sozialen Medien als schwuler Mann geoutet und erklärt, Abstinenz vom Alkohol habe ihn zur Auseinandersetzung mit seiner Sexualität geführt. Seine Ehefrau Fleur Shomo bestätigte das Ende ihrer 14-jährigen Ehe.
Die Stadt Erlangen empfahl Wirten der Bergkirchweih, zwölf sexistische Lieder nicht zu spielen, darunter „Skandal im Sperrbezirk" und „Layla". Besucher reagieren geteilt, viele singen die Songs aus Trotz besonders laut mit.
Film – Formate & Formen
Von Klassikern der Achtziger bis zu aktuellen Blockbuster-Reboots: Wie Filme zwischen Musik, Genre und Franchise-Erwartungen entstehen und scheitern. Die Sektion beleuchtet unterschiedliche Formate und Erzählweisen im Kino.
Der Podcast-Beitrag analysiert, wie der 1986 erschienene Fantasy-Film „Highlander" trotz unwahrscheinlicher Voraussetzungen – darunter ein englischsprachig unbewanderter Hauptdarsteller und ein totgesagtes Genre – zum Kulterfolg wurde, maßgeblich getragen vom Queen-Soundtrack und Regisseur Russell Mulcahys MTV-geprägtem Bildstil.
Der Kinofilm „The Mandalorian and Grogu" enttäuscht mit schwachem Drehbuch und träger Erzählweise und lässt das Star-Wars-Franchise laut Kritik kreativ erschöpft wirken, obwohl er an den Kinokassen solide abschneidet.
„The Mandalorian and Grogu" startete mit 33 Millionen Dollar am Eröffnungstag schwach in nordamerikanischen Kinos, überzeugte aber mit einem Publikumsscore von 89 Prozent auf Rotten Tomatoes – dem besten Wert im gesamten Star-Wars-Franchise.
Bildende Kunst – Formen & Orte
Die Künstler Arno Mohr und Karl Reidel prägen mit ihren Werken zwei unterschiedliche Epochen und Gattungen. Während Mohr als DDR-Grafiker die Reduktion meisterte, schuf Reidel mit seinem Skulpturengarten einen eigenen künstlerischen Ort.
Arno Mohr, Maler, Plakatkünstler und Hochschullehrer an der Kunsthochschule Weißensee, zählte zu den bedeutendsten Grafikern der DDR und war bekannt für reduzierte Darstellungen Berliner Alltagsszenen. Vor 25 Jahren ist er gestorben.
Der Bildhauer Karl Reidel hat in Obergangkofen einen Skulpturengarten angelegt, der als persönliches Freiluftmuseum dient und seine zahlreichen, auf Motive wie Paare oder Gemeinschaft ausgerichteten Werke in die Natur einbettet.
Sonstiges
Ein Kommentar hinterfragt die Ungleichheit bei Musikpreisen: Während der Gambist und Dirigent Jordi Savall 250.000 Euro erhält, bekommt der Pop-Nachwuchs lediglich einen Gutschein.
Architekt Stephan Braunfels, bekannt für die Pinakothek der Moderne, schlägt vor, den geplanten Münchner Konzertsaal nicht im Werksviertel, sondern in der Innenstadt hinter dem Marstall zu errichten.
Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann erscheint die Biografie „Zwei Menschen sind in mir" von Andrea Stoll, die sich mit der inneren Zerrissenheit der österreichischen Schriftstellerin befasst.
Angesichts sinkender Kulturetats entwickeln deutsche Theater neue Strategien gegen die Finanzkrise – etwa das Theater Magdeburg, das verstärkt auf Laiendarsteller setzt, während das Theater Osnabrück trotz der Lage steigende Besucherzahlen verzeichnet.
3sat erreichte an Pfingstsonntag mit einem Tagesmarktanteil von 3,0 Prozent den bisher besten Tag des Jahres, indem der Sender ganztägig Abenteuerklassiker aus den 1960ern wie „Die Schatzinsel" zeigte.