Pressespiegel 04.06.2026
Kulturpolitik
Öffentlich-rechtliche Rundfunksender bauen ihre Radiolandschaft um: Der WDR plant die Einstellung von Cosmo, während der BR zwei weitere Sender einstellt. Die Sparmaßnahmen und ihre Neugewichtung treffen vor allem junge Zielgruppen und spezialisierte Programme.
Der WDR-Rundfunkrat diskutiert die Einstellung des multikulturellen Senders Cosmo, der ab 2027 durch neue 1Live-Ableger ersetzt werden soll. Prominente, Politiker und Fans kritisieren dies als „Mogelpackung" und sehen den gesetzlichen Auftrag des WDR gefährdet.
Der Bayerische Rundfunk stellt am 16. Juni die Hörfunkprogramme BR24 live und BR Verkehr ein – früher als ursprünglich geplant, bedingt durch den Redaktionsumzug auf den neuen BR-Campus Freimann und den ARD-Reformstaatsvertrag zur Senderreduzierung.
Film – Formate & Formen
Ein Sozialdrama über Arbeit am Limit, Reflektionen auf Filmklassiker und Porträts von Anthony Quinn und neue Produktionsformen wie Vertical Drama – diese Woche werden unterschiedlichste filmische Erzählweisen und Formate beleuchtet.
Das Sozialdrama „Ich verstehe Ihren Unmut" zeigt eine Objektleiterin einer Reinigungskolonne, die in einer von Personalmangel, Zeitdruck und Überforderung geprägten Arbeitswelt kämpft – aktuell in deutschen und österreichischen Kinos.
Kilian Armando Friedrichs Debütfilm „Ich verstehe Ihren Unmut" zeigt als rohes Sozialdrama die Ausbeutung und den moralischen Verfall im Niedriglohnsektor.
Zum 25. Todestag erinnert ein Beitrag an Hollywood-Schauspieler Anthony Quinn, der ab Ende der 1930er-Jahre mit Rollen wie Alexis Sorbas, Quasimodo und dem Papst Filmgeschichte schrieb.
Nina und Sebastian Weiland haben im Schwarzwald die Black Forest Studios aufgebaut und produzieren dort Vertical-Drama-Serien wie „Path of the Lost" – mit eigener App-Plattform in Entwicklung und Ambitionen für internationale Distribution.
Die 20. Ausgabe der Sony World Photography Awards ist ab 1. Juni 2026 kostenlos für Einreichungen geöffnet, mit neuen Wettbewerbskategorien „Series" und „Single Image" statt der bisherigen Rubriken „Professional" und „Open".
Das M94.5-Filmformat Filmfabrik diskutiert die aktuelle Hollywood-Sequel-Welle mit Titeln wie „Der Teufel trägt Prada 2" und „Toy Story 5", bespricht Anne Hathaways Film „Mother Mary" sowie den Dokumentarfilm „Girls Don't Cry".
Musik – Formate & Ensembles
Festivals und Live-Auftritte prägen die Musiklandschaft – vom etablierten Künstler bis zum vielversprechenden Nachwuchs. Diese Woche beleuchten wir aktuelle Konzerte, Wettbewerbe und Künstlerporträts, die die Vielfalt zeitgenössischer und klassischer Musik abbilden.
Die sechste Woche des Liveprogramms der Bayerischen Landesausstellung „Musik in Bayern" in Freyung bietet von 5. bis 11. Juni 2026 Konzerte mit Klezmer, Blasmusik, Chansons, Orgelmusik und Vokalharmonie, viele davon kostenfrei.
Violet Grohl, Tochter von Foo-Fighters-Gründer Dave Grohl, veröffentlicht ihr Debütalbum „Be Sweet to Me" und spielt im August 2025 zwei Konzerte in Deutschland – am 19. August in Berlin und am 20. August in Köln.
Der 63. Bundeswettbewerb Jugend musiziert endete am 31. Mai in Regensburg; erstmals fungierten München und Regensburg gemeinsam als Gastgeber. 1.805 Teilnehmende traten in 923 Wertungsspielen an, die Bundesjury vergab insgesamt 1.590 Bundespreise.
Sarah Engels spricht im Interview über Deutschlands letzten Platz beim ESC in Wien, den Chart-Erfolg von „Fire" trotz null Publikumspunkten sowie eine Feminismus-Kontroverse, in der sie einräumt, den Begriff zunächst falsch verstanden zu haben.
Linkin Park spielen ihr zweites Konzert im Hamburger Volksparkstadion, wobei Besucher im Innenraum mit hoher Regenwahrscheinlichkeit rechnen müssen. Resttickets sind über Ticketmaster erhältlich, die Anfahrt wird per S-Bahn empfohlen.
Curtis Mayfields Solodebüt „Curtis" verband als Pionier des Autoren-Soul gesellschaftskritische Botschaften mit eindringlicher Intimität und beeinflusste mit seiner sanften, aber kraftvollen Stimme die Bürgerrechtsbewegung sowie spätere Künstler wie Chuck D von Public Enemy.
Bildende Kunst – Formen & Orte
Liebesbriefe in einer Vaduz-Ausstellung zeigen, wie sich Gefühle über Epochen wandeln. Zeichnungen, Installationen und künstlerische Arbeiten dokumentieren dabei auch intensiv die Gegenwart – Werke, die zwischen Kunstwerk und Zeitzeugnis oszillieren.
Das Liechtensteinische PostMuseum in Vaduz zeigt bis 18. Oktober Liebesbriefe vom 19. Jahrhundert bis heute und veranschaulicht den Wandel von Gefühlen und Kommunikation.
Der Berliner Maler, Zeichner und Autor Pavel Feinstein, 1960 in Moskau geboren und Meisterschüler an der Hochschule der Künste Berlin, ist am 17. Mai nach kurzer schwerer Krankheit gestorben und auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee beigesetzt worden.
Der isländische Künstler Ragnar Kjartansson, bekannt für Videoinstallationen wie „The Visitors", arbeitet in einem bescheidenen Studio am alten Hafen von Reykjavík und zeigt ab Mai eine Ausstellung in der Kunsthalle Recklinghausen.
JRs aufblasbare Höhleninstallation „La Caverne du Pont Neuf" an der Pariser Pont Neuf wurde kurz vor der geplanten Eröffnung am 6. Juni beschädigt; die Öffnung verschiebt sich auf einen unbestimmten Zeitpunkt.
Erinnerungskultur
Zwei Meldungen über den Umgang mit kulturellem Erbe und wertvollen Kulturgütern: Während ein Museum zu Oskar Schindlers Fabrik in Tschechien von Politikern Unterstützung erhält, wurde eine Werkstatt für Geigenbau in Flensburg Opfer eines Diebstahls.
Das vor einem Jahr eröffnete Museum auf dem Gelände von Oskar Schindlers ehemaliger Fabrik im tschechischen Brnenec erhält künftig Unterstützung regionaler Politiker, die finanzielle Hilfe und ein gemeinsames Informationszentrum in Aussicht stellen.
Unbekannte stahlen bei einem Einbruch in eine Flensburger Geigenbau-Werkstatt rund 60 Geigen und zwei Celli im Wert von etwa 100.000 Euro. Die Polizei sucht Zeugen.
Literatur – Formen & Formate
Zwei Autoren nutzen autobiografische Elemente, um Gegenwartserfahrungen literarisch zu reflektieren: Miriam Davoudvandi in ihrem Essay über Armut, Alison Bechdel in ihrer Graphic Novel, die Leben und Fiktion verweben.
Journalistin und Podcasterin Miriam Davoudvandi schildert in ihrem autobiografischen Buch „Das können wir uns nicht leisten" ihre Kindheit in Armut und spricht darüber im Interview.
Alison Bechdels neue Graphic Novel "Kaputt" verbindet biografische und fiktive Elemente zu einer Bestandsaufnahme linken Lebens in den USA.
Sonstiges
Rock im Park startet ab Freitag mit täglich 80.000 Besuchern auf einem 200-Hektar-Gelände in Nürnberg; das Festival ist ausverkauft. Wochenendtickets kosten rund 300 Euro, hinzu kommen gestiegene Kosten für Anreise und Verpflegung.
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Aschaffenburgs neuer OB Markus Schlemmer (CSU) hisst zum CSD keine Regenbogenflagge am Rathaus, sondern als Kompromiss an zwei anderen städtischen Standorten – anders als sein SPD-Vorgänger Jürgen Herzing, der die Flagge am Rathaus gezeigt hatte.
Israels Botschafter Ron Prosor hat in Berlin vier Projekte des Wettbewerbs „Building Bridges" ausgezeichnet, die mit insgesamt 30.000 Euro die zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel fördern sollen.
Laut einer staatlichen russischen Umfrage ist Putins Zustimmungsrate von über 70 auf 29 Prozent gefallen; gleichzeitig häufen sich ungewöhnlich offene Kritikwellen im Netz, was Beobachter als Zeichen einer Schwächung des Regimes deuten.
Marco Ferreris italienische Farce „Carne" (1991) über einen Barpianisten, der in sexuellen Wahn verfällt, nutzt Queens „Innuendo" als musikalischen Kommentar – und gilt damit als ungewöhnlichster Film, in dem je ein Queen-Song zu hören war.
Der Zentralrat der Juden fordert eine strafrechtliche Prüfung, nachdem ein Hotel in Lam einem israelischen Gast schrieb, Juden seien nicht erlaubt. Zentralratspräsident Josef Schuster bezeichnete den Vorfall als schockierend, auch nach der Entschuldigung des Hotels.
Evangelische Kirchen ermöglichen gleichgeschlechtlichen Paaren Trauung und Segnung weitgehend selbstverständlich, während die katholische Kirche trotz vorsichtiger Öffnung im Ton an ihrer traditionellen Sexuallehre festhält. Der Synodale Weg in Deutschland drängt auf Reformen gegen den Widerstand des Vatikans.
Der Kulturschlüssel Augsburg veranstaltet am 24. Juli 2026 das BRK-Sommerfestival auf dem Rathausplatz Gersthofen mit Livemusik, Mitmachaktionen und Familienangeboten; alle Einnahmen fließen in das Inklusionsprojekt, das kulturelle Teilhabe für Menschen mit Behinderung fördert.
Grafikdesigner Florian Huber aus Kranzberg gewinnt den Wettbewerb für das offizielle Oktoberfestplakat 2026. Vorwürfe, er habe KI-Bildgeneratoren eingesetzt, wies die Stadt München nach einer Prüfung zurück.
Zur Fußball-WM 2026 erlaubt eine Sonderverordnung des Bundeskabinetts Public Viewing nach 22 Uhr, während Konzerte im Freien weiterhin dem Bundes-Immissionsschutzgesetz unterliegen und ab 22 Uhr die Lautstärke reduzieren müssen.
Die Dokumentation „Frampton" von Regisseur Rob Arthur erzählt Peter Framptons Karriere vom Rekorderfolg mit „Frampton Comes Alive!" 1976 bis zum Absturz und Comeback und feiert am 4. Juni beim Tribeca Festival Premiere.
Die Jury des OPUS KLASSIK hat nach Rekord-680 Einreichungen die Shortlists für 2026 veröffentlicht; die Preisverleihung in 30 Kategorien findet am 10./11. Oktober 2026 in Berlin statt, erstmals auch mit der Sonderkategorie Musiklehrer*in des Jahres.
Das Schauspielhaus Wien zeigt in Koproduktion mit den Wiener Festwochen den vierteiligen Theaterabend „9/11 Frames per Second", der sich mit den Anschlägen vom 11. September 2001 und ihren Folgen befasst – mit Texten von Claudia Rankine, Sivan Ben Yishai, Ozan Zakariya Keskinkılıç und Myassa Kraitt.
Die 10. Berlin Design Week vereinte unter dem Motto „Design real" Teilnehmende aus 20 Ländern an 90 Standorten stadtübergreifend. Festivalzentrum war die Macherei in Kreuzberg mit Ausstellungen, Talks und einem Design-Markt.
Ulrich Herbert, FDP-Urgestein und Rechtsanwalt in Coburg, fordert ein schnelleres Vorankommen bei der Sanierung des Landestheaters und äußert sich kritisch zum Globe als Ersatzspielstätte.
Der Gesangverein Waldeslust-Spittelstein feiert sein 125-jähriges Bestehen mit einem Liederabend, bei dem langjährige Mitglieder geehrt wurden. Der Verein trägt bereits die „Zelter Plakette", die höchste Auszeichnung für verdiente Laienchöre.
PETA fordert ein Verbot von Ponykarussells auf dem Ingolstädter Pfingstvolksfest und wendet sich per Brief an Oberbürgermeister Kern, da das stundenlange Kreisengehen die Tiere psychisch belaste. München hat Ponykarussells auf Volksfesten bereits verboten.
Die Eyes & Ears Awards finden am 20. Oktober 2026 erstmals als Auftaktveranstaltung der Medientage München statt – es ist die 28. Ausgabe des Wettbewerbs für Design- und Markenkommunikation der Medienbranche.
Die Netflix-Dokumentation „Poldi" begleitet Lukas Podolski über zwei Jahre und bietet unterhaltsamen Einblick in sein Leben, verzichtet aber auf tiefere Charakteranalyse – was laut Rezension gut zum unkomplizierten Naturell des Ex-Nationalspielers passt.