Pressespiegel 12.06.2026
Institutionelle Kulturorte
Kirchen und Klöster stehen im Fokus: Eine Ausstellung wirft Blick auf das aktuelle Leben in Ordensgemeinschaften, während eine Jesuitenkirche nach umfangreicher Renovierung ihre Wiedereröffnung feiert.
Die Jesuitenkirche Sankt Ignatius in Landshut wird am 16. Juni nach 18 Jahren Renovierung mit einem Festgottesdienst durch Kardinal Reinhard Marx wiedereröffnet; Fundament, Dachstuhl, Gewölbe und Innenraum wurden für insgesamt rund 11,5 Millionen Euro saniert.
Die Ausstellung „Zurückgezogen zugewandt. Klosterfrauen heute" zeigt bis 4. Oktober in St. Gallen das Leben heutiger Ordensfrauen zwischen Rückzug, Gemeinschaft und gesellschaftlichem Engagement.
Erinnerungskultur
Ausstellungen und Diskurse über Vergangenheit und Gegenwart: Von rechtem Terror über monastische Traditionen bis zu Sachbeschädigungen in historischen Kirchen
Die Wanderausstellung „Rechtsterrorismus. Verschwörung und Selbstermächtigung 1945 bis heute" des Memorium Nürnberger Prozesse ist ab 12. Juni in der Dokumentation Obersalzberg zu sehen und beleuchtet Geschichte, Ideologie und Opferperspektiven rechtsterroristischer Gewalt in Deutschland.
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Ein unbekannter Täter hat in der Würzburger Augustinerkirche eine Goldwand mit Herzen und Liebesschriftzügen beschmiert und damit einen Sachschaden von rund 2.000 Euro verursacht. Die Polizei sucht Zeugen.
Nach dem Tod von Rektor Pater Rudolf Welscher steht das Oblatenkloster Kronach vor einer ungewissen Zukunft: Der einzig verbliebene Ordensvertreter Pater Alfons Schüling ist 88 Jahre alt, Nachwuchs fehlt.
Kulturvermittlung
Die drei heute vorgestellten Formate setzen auf unterschiedliche Vermittlungswege: von der intellektuellen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Begriffen bis zur handwerklichen Ausbildung von Faktencheckern und zur sinnlichen Erfahrung als Lernraum.
Die Jugendredaktion Salon5 von CORRECTIV bildet 16- bis 19-Jährige zu FaktenCheckern aus, die auf TikTok und Instagram KI-Fakes und Desinformation aufdecken und Gleichaltrige per Video und Kommentar über Falschbehauptungen aufklären.
Die Philosophin Maria-Sibylla Lotter analysiert in „Opfer", wie sich der Opferbegriff vom Schutzkonzept für Schwache zu einer strategischen Selbstzuschreibung gewandelt hat. Konrad Paul Liessmann bespricht das Buch.
Das Format „Tasting Geographies" verbindet im Rahmen des Water & Sound Festival Tee-Workshops und Verkostungen mit Gesprächen über koloniale Handelswege, Plantagenökonomien und kulturelle Bedeutungen von Tee aus China, Darjeeling, Tunesien und der Sahara.
Bildende Kunst
Zeitgenössische Malerei und raumgreifende Kunstinstallationen stehen im Fokus dieser Übersicht. Zwei unterschiedliche künstlerische Positionen zeigen aktuelle Arbeiten zwischen Leinwand und begehbaren Environments.
Marius Steiger (*1999) überführt selbst entwickelte 3D-Renderings in objekthafte Gemälde, die zwischen Figuration und Abstraktion oszillieren und Fragen nach Authentizität, digitaler Bildproduktion und kultureller Erinnerung verhandeln.
Rafram Chaddad, Amelie Seeger und Sebastian Giussani zeigen ab 23. Juli 2026 in der Augsburger Dominikanerkirche St. Magdalena die begehbare Installation „The Tea Chariot", die Tee als Schlüsselpflanze kolonialer Handelswege und globaler Verflechtung thematisiert.
Film & Fotografie
Film und Fotografie in den Medien: Von kritischen Dokumentationen über Jugendliche und Pornografie bis zu Ehrungen für Filmlegenden und Produzenten. Dazu Tipps für das aktuelle Kinoprogramm.
Michael Souvignier, Gründer von Zeitsprung Pictures, erhält den Carl Laemmle Produzentenpreis für über 40 Jahre filmisches Schaffen mit Werken wie „Lieber Thomas", „Contergan" und der Netflix-Serie „Kleo". Die Verleihung findet am 18. September in Laupheim statt.
Die Academy verleiht Glenn Close und Ridley Scott einen Ehrenoscar: Close hält mit acht Nominierungen ohne Sieg einen traurigen Rekord, Scott wurde viermal nominiert, gewann jedoch nie.
Die Kultursendung vom 10. Juni 2026 behandelt den Film „Truly Naked" über Jugendliche und Pornografie, die Kiew Biennale in Berlin, den Tod des Soziologen Jean Ziegler, Regisseurin Sabine Boss sowie die Einweihung von Gaudís Sagrada Família.
Musik
Opernschauplätze, Dirigentenwechsel und Singer-Songwriter: Diese Woche dreht sich vieles um aktuelle Entwicklungen und Porträts aus der Musikszene.
Der tschechische Dirigent Petr Popelka wird ab Herbst 2029 Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper und folgt damit auf Vladimir Jurowski. Das Bayerische Staatsorchester hatte ihn als seinen Wunschkandidaten bezeichnet.
Das Programm „Lady Magnesia / Zweimal Alexander" vereint zwei Kammeropern, die humorvoll Identität, Macht und Selbsttäuschung thematisieren, und ist bis 19. Juni in Wien zu sehen.
Der Coburger Medizinstudent Leon Günther tritt als Singer-Songwriter Avellion beim Coburger Weinfest auf und blickt dabei auf Straßenmusik-Touren durch Europa sowie einen Auftritt vor der DSDS-Jury um Dieter Bohlen zurück.
Die Münchnerin Sophia Zoe, seit zehn Jahren in der Musikszene aktiv, gibt kurz vor ihrem Auftritt auf dem StuStaCulum 2026 ein Interview über ihre Inspirationsquellen, ihre Liebe zum Klavier und ihre souligen Popsongs.
Sonstiges
In München-Haidhausen hat Architekt Clemens Hoyer ein kostenloses Gemeinschaftshaus namens ZuHaus über Fahrradständern errichtet, das Nachbarn für Treffen, Workshops oder Veranstaltungen buchen können und als Pilotprojekt für dauerhafte Quartiers-Zimmer erprobt wird.
Die Dokumentation „Ensemble Modern – Why We Play" begleitet das Ensemble für zeitgenössische Musik bei Proben und Aufführungen und zeigt Musik als kollektiven Prozess. Ab 11. Juni im deutschen Kino.
Das Münchner Projekt „DreiMahl" bringt ab Juli 2026 Menschen bei einem interreligiösen Running Dinner an muslimischen, jüdischen und christlichen Orten zusammen, um Vorurteile abzubauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.
Beim KURIER SPEAK OUT Festival im Wiener MuseumsQuartier diskutierten über 30 Expertinnen und Experten zu Nachhaltigkeit, Energie-Souveränität und Mobilität; den ClimateLaunchpad-Wettbewerb gewann das Wiener Designstudio Joyh mit 3D-gedruckten Gebäudefassaden.
Geddy Lee und Alex Lifeson spielten bei ihrer Fifty-Something-Tour im Kia Forum in Los Angeles das komplette 20-minütige Album-Stück „2112" von 1976 – erstmals seit 1997 in voller Länge.
Die oberbayerische Band Dreiviertelblut und die Münchner Symphoniker feiern in der ausverkauften Isarphilharmonie das zehnjährige Jubiläum ihrer genreübergreifenden Zusammenarbeit mit einem gemeinsamen Konzert.
Das amerikanische HipHop-Duo Party of Two spricht im Interview über ihre Europatour, ihre Freundschaft seit Kindheitstagen, den kreativen Prozess hinter ihrem Album „America's Next Top Party" und die Bedeutung ihrer Fanbase.
Das russische Elektro-Duo IC3PEAK spielte am 23. April 2026 im Münchner Backstage-Club ein intensives Konzert ihrer „Coming Home Tour" – trotz Nastyas Erkrankung riss die Band das überwiegend russischsprachige Publikum mit düsterem Gothic-Electro und politisch aufgeladenem Sound mit.
Mr. Rap listet in einem Video zwölf Rapper, die Bushido Ghostwriting-Vorwürfe gemacht haben, darunter Eko Fresh, Kay One und Shindy. Aussagen von Ali Bumaye und Bass Sultan Hengzt heizen die seit zwei Jahrzehnten anhaltende Debatte erneut an.
Die Bruno-Frey-Musikschule Biberach an der Riß sucht ab September 2026 eine Fachbereichsleitung für Streich- und Zupfinstrumente sowie eine Violinlehrkraft, unbefristet nach TVöD bis Entgeltgruppe 10.
Sharon Osbourne weist Vorwürfe zurück, der geplante KI-Avatar von Ozzy Osbourne sei ein Abzockprojekt, und betont, das Vorhaben entspreche Ozzys eigenem Wunsch, nicht vergessen zu werden.
Die Dresdner Kapellknaben kombinieren Bachs Johannespassion mit Originaltexten aus dem Volksgerichtshof-Prozess gegen die Widerstandskämpfer Alfred Delp und Helmuth James Graf von Moltke und zeigen Parallelen zwischen Jesu Leidensgeschichte und dem NS-Widerstand 1945.
Die Kulturwissenschaftlerin Evelyn Annuß analysiert, wie die Einladung des Techmilliardärs Peter Thiel zu den Wiener Festwochen 2026 aufmerksamkeitsökonomische PR-Logiken in den Kulturbetrieb überträgt und erklärt, warum sie ihre Festivalteilnahme zurückgezogen hat.
Beim Seriencamp in Köln diskutierten Regisseur Arne Feldhusen, Autor David Schalko und Produzentin Jule Everts in entspannter Runde über die Grundlagen deutschsprachigen Humors und stellten dabei neue Projekte wie „Das Manko" und die „Braunschlag"-Fortsetzung vor.
Edvin Revazovs Choreografie „5 Seasons" feierte mit dem Hamburger Kammerballett und Gastsolist*innen zu Live-Musik von Leon Gurvitch in der Elbphilharmonie Premiere und füllte beide ausverkauften Vorstellungen mit je 2.100 Zuschauern.
Die Berliner Produktionsfirma Hinterhof Film gründet das Label Hinterhof Verticals für vertikale Kurzserien fürs Smartphone und nutzt dabei Erfahrungen aus Koproduktionen mit südkoreanischen Partnern für den europäischen Markt.
Auf dem Kölner Seriencamp diskutierten Branchenvertreter, wie Serien als Marken (IP) kreativ und kommerziell erfolgreich werden – zentrales Fazit: Wer Communitys aufbaut und bestehende Fanbasen respektiert, hat die besten Chancen.