Pressespiegel 14.06.2026
Kulturpolitik & politische Debatten
Ob Senderausfall, Denkmalumbenennung oder Änderungen bei Rundfunkstrukturen – die Debatten offenbaren Konflikte zwischen Sparmaßnahmen, kultureller Vielfalt und demokratischen Entscheidungsprozessen.
Der Newsletter des Deutschen Kulturrates thematisiert die kulturpolitische Bedeutung des Radios angesichts der Fußball-WM und bündelt weitere Themen wie die documenta 2027, das Bundesprogramm „Demokratie leben!" sowie das Jubiläum des Netzwerks FREO.
Eine Online-Petition mit über 100.000 Unterzeichnern, darunter Herbert Grönemeyer und Peter Fox, sowie der Deutsche Musikrat fordern den Erhalt des WDR-Senders Cosmo, dessen Einstellung der WDR-Rundfunkrat für April 2027 beschlossen hat.
Die langjährige Koordinatorin der Rundfunkkommission Heike Raab kritisiert im SZ-Interview das Einstimmigkeitsprinzip der Bundesländer, das Beitragserhöhungen und ARD-Reformen blockiert habe, und bezeichnet MDR-Programmkürzungen als „großen Fehler".
Der Vorstand des Kennedy-Centers beantragt die Aussetzung eines Gerichtsurteils, das die Entfernung von Trumps Namen von der Fassade des Washingtoner Kulturzentrums anordnet, nachdem ein Bundesrichter die Umbenennung als rechtswidrig eingestuft hatte.
Nordrhein-Westfalen übernimmt ab 1. Juli 2025 per Pauschalvertrag mit der Gema die Musikgebühren für rund 33.500 gemeinnützige Vereine und Organisationen bei bis zu vier Veranstaltungen jährlich – das Land stellt dafür drei Millionen Euro bereit.
Erinnerungskultur
Denkmäler, Gedenkstätten und Regelungen: Diese Artikel dokumentieren unterschiedliche Formen, wie Gesellschaft Geschichte bewahrt, würdigt und schützt. Von Königsdenkmälern bis zur Regulierung des Handels mit historischen Dokumenten reichen die Perspektiven auf Erinnerung.
Behandelt in 2 Quellen
Zum 140. Todestag von König Ludwig II. finden in Bayern verschiedene Gedenkveranstaltungen statt, darunter die Enthüllung einer neuen Skulptur in München und ein Gottesdienst am Starnberger See.
- Neues Denkmal und Gottesdienst für Bayerns «Märchenkönig»ansehen ↗Antenne Bayern13.06.2026
Bayern gedenkt 140 Jahre nach dem Tod von König Ludwig II. mit der Enthüllung eines neuen Denkmals in München, einem Gottesdienst in Berg am Starnberger See sowie einer neuen Dauerausstellung im Museum Starnberg.
- Bayern gedenkt König Ludwig II.: Skulptur in München, Gottesdienst am Starnberger Seeansehen ↗DieBayern.de13.06.2026
Zum 140. Todestag von König Ludwig II. erinnert Bayern mit der Enthüllung einer neuen Skulptur in München und einem Gedenkgottesdienst in Berg am Starnberger See an den „Märchenkönig".
Das Deutsche Historische Museum gibt ein Bronzerelief des Bildhauers Frans Huygelen von 1927 an die belgische Stadt Dinant zurück, das deutsche Soldaten 1942 aus Belgien entfernt hatten.
Der Bundesrat hat einstimmig einen Gesetzentwurf beschlossen, der den kommerziellen Handel mit persönlichen Dokumenten und Gegenständen von NS-Opfern verbietet. Der Bundestag muss dem Entwurf noch zustimmen; Verstöße sollen mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden.
Bildende Kunst
Künstlerporträts, Werkbetrachtungen und Nachrichten aus der internationalen Kunstwelt: diese Sektion vereint Einblicke in bildende Kunst zwischen klassischer Moderne und zeitgenössischen Positionen.
Der britische Maler David Hockney ist kurz vor seinem 89. Geburtstag gestorben. Er galt als einer der einflussreichsten Künstler Europas und wurde vor allem durch seine farbintensiven Swimming-Pool-Gemälde bekannt.
Die 1991 in Seoul geborene Künstlerin Ju Young Kim verarbeitet in skulpturalen Installationen wie „Aeroplastics" ihre Erfahrungen als Transkontinentalreisende und gewann 2025 den Bayerischen Kunstförderpreis.
Der Herder-Verlag hat 2024 „Manga Messias" veröffentlicht, das die Lebensgeschichte Jesu Christi im japanischen Manga-Stil erzählt und sich laut Verlag vor allem an Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 12 Jahren richtet.
Lenz Mosbacher zeichnet in seinem Comic „Beuys" ein vielschichtiges Porträt des Künstlers zwischen Mythos und Realität und verbindet dabei Kunst, Politik und Beuys' Ideen in erzählerischen Episoden.
Film & Fotografie
Serien und Streaming-Plattformen dominieren diese Woche das Filmgeschehen: Von der britischen Royals-Serie bis zur Auseinandersetzung großer Studios um Produktionsrechte und Sendeplätze.
Die Serie „Queen Silvia" mit Alicia von Rittberg und Edvin Endre über die Liebesgeschichte von Silvia Sommerlath und Carl Gustaf erscheint ab Frühjahr 2027 auf Prime Video – das reale Königspaar lehnt das Projekt öffentlich ab.
Veröffentlicht bei
Die Kulturzeit vom 12. Juni 2026 zeigt Francis Fukuyama im Gespräch über sein neues Buch, in dem er seine These vom „Ende der Geschichte" revidiert und mit den USA abrechnet. Weitere Themen sind der Tod David Hockneys sowie die Schweizer Volksinitiative zur Begrenzung der Einwohnerzahl.
Paramount wirft Netflix vor, den geplanten Zusammenschluss mit Warner Bros. durch eine Hinterkampagne zu sabotieren. Die BBC schreibt die Produktion von „Doctor Who" neu aus, nachdem Showrunner Russell T Davies und Bad Wolf das Projekt verlassen haben.
Frank Plasberg legt nach rund zwei Jahrzehnten den Jury-Vorsitz und die Moderation des Bremer Fernseh- und Digitalpreises nieder, um sich neuen Projekten zu widmen. Eine Nachfolge wird später bekanntgegeben.
Der ORF-Stiftungsrat wählt APA-Chef Clemens Pig zum neuen Generaldirektor, die ARD veröffentlicht ein Strategiepapier bis 2030, und YouTube überholt Netflix bei der täglichen Nutzungszeit – besonders auf dem Fernseher.
Literatur
Rina Schmellers Roman "Co" erforscht Co-Abhängigkeit, während vier weitere Neuerscheinungen Macht, Geschichte und Angst verhandeln. Literarische Arbeiten, die psychologische und politische Verflechtungen sichtbar machen.
Die Juni-Ausgabe von Literaturen stellt vier Bücher vor, die sich mit Macht, Geschichte und Angst befassen: darunter Werke zur Amerikanischen Revolution, zur deutschen Atombombe, zu Kapitalismuskritik und ein irischer Krimi.
Rina Schmeller spricht über ihren autofiktionalen Roman, in dem eine Frau sich in einen alkoholabhängigen Mann verliebt und selbst in seine Sucht verstrickt wird.
Musik
Ob internationale Megastars, etablierte Klassik-Institutionen oder regionale Musiktraditionen – es gibt für jeden Geschmack etwas zu entdecken.
Der Kissinger Sommer feiert sein 40-jähriges Bestehen und startet am 12. Juni 2026 in Bad Kissingen mit weltbekannten Orchestern, kostenlosen Freiluftkonzerten und einem vielfältigen Programm über viereinhalb Wochen.
Manuel Schmitts Inszenierung von Rossinis „Tancredi" an der Oper Frankfurt verlegt das Werk in ein heruntergekommenes Vereinsheim, wo rivalisierende Dorfgruppen kollektive Gewalt und Extremismus verkörpern – musikalisch überzeugend umgesetzt vom Gesangsensemble unter Dirigent Giuliano Carella.
Michael Diamond alias Mike D, ehemaliges Mitglied der Beastie Boys, absolvierte im Berliner Säälchen am Holzmarkt sein erstes Solokonzert und präsentierte dabei Material seines angekündigten Debütalbums Thank You neben vereinzelten Beastie-Boys-Klassikern.
Ein Berliner Gassenhauer von 1899, der Finsterwalde als Provinzspott nutzte, wurde von der Stadt zur eigenen Hymne umgedeutet und begründete eine Gesangstradition, die heute als Unesco-immaterielles Kulturerbe anerkannt ist.
Das Renaissance-Ensemble Capella de la Torre beleuchtet am 28. Juni in der Villa Elisabeth Berlin mit Musik aus Ungarn und Europa das Leben von Erzsébet Báthory-Nádasdy – zwischen historischer Grausamkeit und politischer Verschwörung.
Das Bundeskartellamt genehmigt die Fusion von Bertelsmanns Musiktochter BMG mit dem US-Unternehmen Concord, wodurch eines der größten Musikunternehmen der Welt entsteht. Weitere Wettbewerbsbehörden müssen noch zustimmen.
Tanz
Tanzformate in Bewegung: Ein etabliertes RTL-Format bekommt neue Hände, während Nachwuchs-Ballette in Deutschland Auftrieb erhalten.
Das NRW Juniorballett und die Gauthier Juniors brillieren unter erstklassigen Choreograf*innen. Juniorballette sind in Deutschland im Trend.
Die erste Tanztriennale Hamburg startet am 14. Juni unter dem Motto „Brave Moves. Courageous Joy." mit Parade, Uraufführungen, Residenzprogramm und Diskursformat und verbindet acht Tage lang professionellen und partizipativen Tanz aus regionalen und internationalen Szenen.
Sasha Waltz' Tanzstück „Travelogue I - Twenty to eight" von 1993 eröffnet die SOMMERSZENE 2026 in Salzburg und thematisiert in einer WG-Küche Interkulturalität, Solidarität und Identitätsfragen der deutschen Nachwendezeit.
Vincent Wodrich und Leander Veizi erarbeiteten erstmals gemeinsam die Choreografie „Gestures of Forgetting – Forgetting of Gestures" für das „Dance Lab 4.0" am Theater Regensburg – ein vielschichtiger Tanzabend über Erinnern und Vergessen, der beim Publikum großen Anklang fand.
BBC Studios Germany übernimmt die Produktion von „Let's Dance" ab 2028 selbst und beendet damit die fast 20-jährige Zusammenarbeit mit Seapoint Productions und Produzentin Nina Klink nach der Jubiläumsstaffel 2027.
Theater & Darstellende Kunst
Spielzeitplanungen und Neuinszenierungen prägen die aktuelle Theaterszene: Von Premieren an Staatstheatern über internationale Festwochen-Produktionen bis hin zu Musiktheaterprojekten mit Kindern und Jugendlichen zeigt sich ein vielfältiges Programm europäischer Bühnen.
Jochen Busse muss sich einer Hüftoperation unterziehen und fällt deshalb für die geplante Wiederaufnahme des Stücks „Weiße Turnschuhe" ab dem 16. Juli in der Komödie im Bayerischen Hof aus.
Klexs Theater und Augsburg München Schauspiel zeigen am 12. Juli 2026 in Nordendorf die Inszenierung „Die blaue Blume" – eine Verbindung aus Tanz, Live-Musik und Gesang, inspiriert vom Romantik-Symbol des Novalis.
Der Bayreuther Kinder- und Spatzenchor bringt am 20. Juni 2026 das Musical „Fritzi war dabei" zur Uraufführung, das rund 60 Kinder und Jugendliche gemeinsam mit Profis über die Wendezeit von 1989 entwickelt und teilweise selbst komponiert haben.
Angélica Liddell zeigt mit „Seppuku" bei den Wiener Festwochen eine Performance-Hommage an den japanischen Schriftsteller Yukio Mishima, in der sie ihre eigene Faszination für den rituellen Suizid in Tableaus, Monologen und Körperkunst verarbeitet.
Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin plant für die kommende Spielzeit 32 Premieren unter dem Motto „Was auf dem Spiel steht", mit Joanna Lewicka als neuer Schauspieldirektorin und einem Jubiläumsprogramm zum 100. Geburtstag der Fritz-Reuter-Bühne.
Sonstiges
Der Tagesspiegel beendet die Zusammenarbeit mit Ex-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff, nachdem dieser Meinungstexte von einer KI verfassen ließ und damit gegen redaktionelle Richtlinien verstieß. Die betroffenen Texte wurden offline genommen.
Deepfakes mit ZDF-Moderator Christian Sievers verbreiten auf Tiktok eine erfundene Geschichte über einen ukrainischen Geflüchteten. Nach Hinweisen von CORRECTIV wurden einzelne Profile gelöscht, doch die Fakes kursieren weiterhin auf mindestens fünf anderen Profilen.
Morrissey kündigt rechtliche Schritte gegen neun Personen an, die ihn online imitieren und laut Web Sheriff im Auftrag politischer Gruppen agieren sollen, räumt jedoch ein, dass die Anwaltskosten seine finanziellen Möglichkeiten übersteigen.
Der BR24-Podcast „Ruhm und Risse" beleuchtet in drei Folgen den politischen Wandel Gloria von Thurn und Taxis zur extrem rechten Netzwerkerin. Zudem ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft gegen AfD-Bundestagsabgeordneten Erhard Brucker wegen rassistischer Beleidigung und Drohungen gegenüber einem Bundeswehr-Offizier.
Ariana Grande fordert die Trump-Regierung auf, ihr Lied „Bye" nicht mehr für ein TikTok-Video des Weißen Hauses zur Einwanderungspolitik zu nutzen. Auch Sabrina Carpenter und die Band Alphaville wehrten sich zuvor gegen die unerlaubte Verwendung ihrer Musik durch die Trump-Administration.
Anette Stings hat ein Erinnerungsbuch über Monika-Maria Krauß-Saez verfasst, die als Erste Solistin an den Bühnen Nürnberg-Fürth und langjährige Tanzdozentin in Cannes wirkte und 2021 verstarb.
Die Evangelische Hochschule Nürnberg hat sich öffentlich von Professor Ralf Frisch distanziert, nachdem er in einem epd-Interview kirchenkritische Positionen geäußert hatte. Der Vorfall löst eine Debatte über theologische Vielfalt und akademische Freiheit in der evangelischen Kirche aus.
Die Veste Coburg zeigt bis 20. September die Jubiläumsausstellung „Coburg I Gotha I 1826. Ein Herzog. Zwei Residenzen", die Herzog Ernst I. als Gründer des Doppelherzogtums Sachsen-Coburg und Gotha mit über 200 Objekten porträtiert.
Die Bibliotheken des Sankt Michaelsbundes verzeichnen 2025 über 5,42 Millionen Besuche – ein Zuwachs von fünf Prozent – sowie 14,8 Millionen Entleihungen und rund 28.000 Veranstaltungen, getragen von mehr als 11.600 Ehrenamtlichen.
Katharina Grochs Stück „I wanna contact the living" nach Oscar Wilde hat zwar starke Momente, leidet aber an zu gedehnter Dramaturgie, die Spannung verhindert.
Sechs Männer des Oberen Gärtnervereins Bamberg tragen seit Generationen das 300 Kilogramm schwere „Masterbild" – eine Heiligenfigur von 1705 – durch die Stadt, eingebettet in eine familienübergreifende Fronleichnamstradition.
Der Comic „Wind in meinem Kopftuch" begleitet Roya, die zwischen deutscher und iranischer Kultur aufwächst, auf einer Reise in den Iran, die zur Suche nach Identität und Freiheit wird.