Pressespiegel 17.06.2026
Institutionelle Kulturorte
Augsburgs Perlachturm wird derzeit grundlegend saniert. Bis zur Wiedereröffnung im Jahr 2027 bleibt das Wahrzeichen für Besucher geschlossen.
Der Augsburger Perlachturm wird bis Herbst 2027 für rund neun Millionen Euro saniert; die Innentreppe wurde entfernt, sodass der 70 Meter hohe Turm aktuell komplett leer steht.
Erinnerungskultur
Kulturelle und religiöse Orte bewahren das Gedächtnis von Gesellschaften, während Persönlichkeiten durch ihre Werke und ihren Einsatz weiterwirken. Diese Artikel beleuchten Bedrohungen, Veränderungen und Würdigungen im Feld der Erinnerungskultur.
Ein russischer Angriff auf das Kiewer Höhlenkloster zerstört nicht nur ein Weltkulturerbe, sondern trifft einen historisch zentralen Ort ukrainischer Identität und Staatlichkeit – für viele Ukrainer ein gezieltes Signal im Propagandakrieg.
Bischof Dominicus Meier verteidigt Kirchenschließungen im Bistum Osnabrück mit sinkenden Mitgliederzahlen und weniger Personal. Gemeinden sollen selbst über ihre Gebäude entscheiden; Meier setzt auf Gemeinschaftserlebnisse statt Immobilien.
KI & Kultur
Künstliche Intelligenz spaltet die Kulturbranche: Während Schulen und Verlage sich gegen KI-Missbrauch wehren, entdecken etablierte Künstler die Technologie für sich selbst. Die vier Artikel zeigen Konflikte zwischen Kontrolle, Authentizität und wirtschaftlichen Interessen.
Behandelt in 2 Quellen
Das bayerische Kultusministerium hat den Einsatz von Störsendern in Schulen als rechtswidrig eingestuft. Diskutiert wird dies im Kontext zunehmender Nutzung von KI-Tools beim Schummeln in Prüfungen.
- Bayerisches Kultusministerium weist Forderung nach Datenblockade gegen KI-Betrug zurückansehen ↗DieBayern.de16.06.2026
Das bayerische Kultusministerium lehnt den Einsatz von Störsendern in Schulen als rechtswidrig und gefährlich ab, obwohl der BLLV technische Maßnahmen gegen KI-gestützten Prüfungsbetrug fordert.
- Kultusministerium: Keine Störsender gegen KI-Schummeleiansehen ↗Antenne Bayern16.06.2026
Das bayerische Kultusministerium lehnt den Einsatz von Störsendern gegen KI-gestütztes Schummeln bei Schulprüfungen ab, da diese laut Telekommunikationsgesetz illegal und gesundheitsgefährdend sind. Der BLLV fordert dennoch technische Lösungen zur Blockade des Datenverkehrs.
Die Jüdische Allgemeine depubliziert zwei Gastbeiträge von Tagesspiegel-Editor Stephan-Andreas Casdorff, nachdem der Tagesspiegel bekannt gab, dass Casdorff Meinungstexte mit KI verfasst hatte. Chefredakteur Philipp Peyman Engel kündigte strengere KI-Prüfregeln an.
Der KI-Künstler Nimi veröffentlichte gemeinsam mit Manuellsen den ersten deutschen KI-Rap-Track „Wieso sagt ChatGPT?", der nach über 193.000 Spotify-Streams gesperrt wurde – die Gründe sind unklar, Urheberrechtsprobleme gelten als mögliche Ursache.
Boy George und Culture Club haben „Karma Chameleon" mithilfe von KI neu eingespielt, um die Kontrolle über ihre Musik zurückzugewinnen und höhere Einnahmen zu erzielen, da sie die Master-Rechte am Original nie besaßen.
Bildende Kunst
Künstlerische Werke vom Atelier bis zur Institution: Drei Ausstellungen zeigen Karikaturen, skulpturale Assemblagen und grafische Arbeiten. Humorvolle Zeichnungen prägen dabei das aktuelle Ausstellungsgeschehen in Süddeutschland.
Timothy Lee Standring zeigt in Basel skulpturale Assemblagen aus recycelten Materialien, die mit Tapeten und Stoffen verkleidet sind und kulturelle Implikationen von Geschmack und Klassenzugehörigkeit untersuchen.
Der Münchner Karikaturist und satirische Zeichner Bernhard Prinz erhält im Deutschen Theater München eine Dauerausstellung seiner Werke.
Das Schaezlerpalais in Augsburg zeigt vom 16. Juli bis 8. November 2026 Karikaturen des Kammerschauspielers und Zeichners Klaus Müller, der seit 2016 regelmäßig für die „Augsburger Allgemeine Zeitung" das Augsburger Alltagsleben satirisch illustriert.
Paul McCartney würdigt seinen verstorbenen Freund David Hockney, der am 11. Juni im Alter von 88 Jahren starb, als „unglaublichen Künstler" mit trockenem Humor und unermüdlicher Neugier auf neue Ausdrucksformen.
Film & Fotografie
Vom Festivaltipp bis zur Künstlerporträtausstellung: Diese Woche dreht sich vieles um Fotografie und ihre vielfältigen Erscheinungsformen. Dazu kommen aktuelle Nachrichten aus Film und Fernsehen.
Die 9. Triennale der Photographie zeigt unter dem Motto „Alliance, Infinity, Love" internationale Fotokunst in mehreren Ausstellungen in Hamburg, noch bis 22. September 2026.
Das Stabi Kulturwerk in Berlin zeigt mit „Im Rhythmus der Großstadt" eine Gruppenausstellung zur Berliner Pressefotografie, die 100 Jahre Stadtgeschichte von der Weimarer Republik bis zur geteilten Stadt dokumentiert – mit Werken von vier Fotografen bis 20. Dezember 2026.
Der Fotograf Daniel Biskup zeigt im Augsburger Schaezlerpalais von Juli bis Oktober 2026 erstmals Künstlerporträts, darunter Aufnahmen von Ai Weiwei, Georg Baselitz und Gilbert & George, entstanden ab 1989.
Makkabi-Deutschland-Präsident Alon Meyer erhält das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, Hape Kerkeling wird mit einem Zivilcourage-Sonderpreis ausgezeichnet, und Gwyneth Paltrow sieht sich nach einer Israel-Werbekampagne mit Hasskommentaren konfrontiert.
Steven Spielbergs neuer Film „Disclosure Day" hat am Startwochenende weltweit 93 Millionen US-Dollar eingespielt – deutlich mehr als die erwarteten 35 Millionen – und damit seinen besten Kinostart seit „Ready Player One" (2018) erzielt.
Musik
Von Indie-Folk bis A-cappella, Jazz bis Soul und Latin-Trap: aktuelle Musiktipps, Konzert-Highlights und Veranstaltungen mit Stars und neuen Künstlerinnen und Künstlern.
Anne-Sophie Mutter spielte beim Kissinger Sommer Werke von Previn, Mozart und der iranisch-niederländischen Komponistin Aftab Darvishi, deren Solostück „Likoo" sie als musikalisches Gedenken an Opfer von Unterdrückung und Gewalt im Iran widmete.
Die 55. Internationale Jazzwoche Burghausen präsentierte Künstler wie Mike Stern, Robben Ford, Theo Croker und Amy Gadiaga; Konzert-Highlights sind im Stream abrufbar.
Der australische Soul-Musiker Don West gastiert am 15. Juli 2026 in der Münchner Muffathalle; IN München verlost 3 x 2 Tickets für das Konzert, bei dem er sein Debütalbum „Give Me All Your Love" präsentiert.
Das Musikfestival „Shalom-Musik.Koeln" findet vom 1. bis 10. September an über 25 Spielorten statt und präsentiert jüdische Musik in vielfältigen Genres, darunter der Schofar-Virtuose Bar Zemach, der mit seinem Instrument eine Friedensbotschaft verbindet.
Die irische Indie-Folk-Sängerin behandelt auf ihrem Album „I Can See Your House From Here" Themen wie Liebe, Trauer und Krieg mit hoffnungsvollem Ton und geht im Sommer auf Tour durch Deutschland und Österreich.
Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern haben ihre Sommersaison in Neubrandenburg eröffnet und planen bis September rund 120 Veranstaltungen an über 90 Spielorten. Intendantin Ursula Haselböck strebt 70.000 verkaufte Tickets an, da Sponsorengelder und öffentliche Förderung schwieriger zu gewinnen sind.
Die Dresdner Musikfestspiele beenden ihre 49. Ausgabe mit Rekordwerten: 96 Prozent Auslastung, über 2,2 Millionen Euro Ticketeinnahmen und rund 68.000 Gäste machen sie laut Intendant Jan Vogler zum besten Jahrgang ihrer Geschichte.
Theater & Darstellende Kunst
Zwischen experimentellen Performances und klassischen Stoffen neu interpretiert: Aktuelle Positionen aus deutschen Theatern und internationale Highlights vom Festival Theater der Welt in Chemnitz.
Choreografin Doris Uhlich zeigt mit dem Ensemble der Münchner Kammerspiele in „Glitsch" eine Körper- und Schleim-Choreografie, in der sechs Performer nackt miteinander interagieren und sich von Schleim, Wasser und Technomusik bewegen lassen.
Brandenburgs Theater erhöhen wegen steigender Kosten und unzureichender öffentlicher Förderung die Eintrittspreise zur Spielzeit 2026/2027: Das Hans Otto Theater Potsdam hebt Abo-Preise um bis zu 16 Prozent an, das Staatstheater Cottbus um zehn Prozent, das Kleist Forum um bis zu 20 Prozent.
Das WDR Funkhausorchester unter Gordon Hamilton präsentiert mit Martina Hill die Robin-Hood-Geschichte als Live-Mitmach-Hörspiel mit Filmmusik von Michael Kamen, Erich Wolfgang Korngold, Ralph Vaughan Williams und Mary Alwyn.
Philipp Löhle und Regisseurin Yvonne Kespohl verwandeln Mary Shelleys „Frankenstein" bei den Heidelberger Schlossfestspielen in eine spritzige Komödie, die zwischen moderner und historischer Erzählebene wechselt und vom engagierten Ensemble überzeugend getragen wird.
Das Festival «Theater der Welt» findet vom 18. Juni bis 5. Juli in Chemnitz statt und zeigt über 30 internationale Produktionen – von indigenem Musiktheater über Pop-Oper bis zu virtuellen Welten.
Georg Schütky inszeniert Verdis „La Traviata" am Theater Münster als Rückblick aus einem Kolumbarium mit teils rätselhaften Bildern – von der Zahnarztpraxis bis zum Waldidyll – und erntet bei der Premiere neben Jubel auch rekordverdächtige Buhs.
Sonstiges
Maria Revas Debütroman „Königreich für eine Schnecke" verbindet eine Schneckenforscherin, zwei Feministinnen und 13 Heiratstouristen in einem abgründig-komischen Road-Movie vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine.
Das Water & Sound Festival 2026 findet ab 24. Juli in Augsburg statt und verbindet unter dem Motto „Waterways – Canals, Sea Routes, Empire" globale Musik, Kunst und Panels mit dem UNESCO-Welterbe der Stadt.
Curtis Harding spielt am 9. Juli 2026 in der Münchner Muffathalle und präsentiert dabei sein viertes Album „Departures & Arrivals: Adventures of Captain Curt" mit einem Mix aus Soul, R&B, Funk und Punk.
Das Landgericht Hamburg hat eine einstweilige Verfügung gegen die Axel Springer Deutschland GmbH erlassen, weil Welt-Kommentator Andreas Rosenfelder fälschlich behauptete, CORRECTIV habe eine Recherche mit Bundesregierung und Verfassungsschutz abgestimmt.
Tocotronic-Bassist Jan Müller blickt in seiner Kolumne auf seine Raucherzeit in der Hamburger Musikszene der 90er-Jahre zurück und beschreibt, wie Zigarettenkultur und Sucht seinen Alltag prägten, bevor er nach zehn Jahren aufhörte.
Ein neu aufgelegter Bildband von Dian Hanson zeichnet Arnold Schwarzeneggers Lebensweg vom steirischen Bodybuilder über die Hollywood-Karriere bis zum Gouverneur von Kalifornien nach, begleitet von Aufnahmen bekannter Fotografen wie Annie Leibovitz und Richard Avedon.
The Cure feierten 2018 im Londoner Hyde Park ihr 40. Bühnenjubiläum mit einem Konzert, das Regisseur Tim Pope in 4K mit 5.1-Audiomix als Zeitdokument durch vier Jahrzehnte Bandgeschichte festhielt.
Jan Delay feierte 2024 sein 25-jähriges Solokarriere-Jubiläum mit einer Tour zum Best-Of-Album „Forever Jan" und spielte dabei ein Heimspiel auf der Hamburger Trabrennbahn, das der Rockpalast für den WDR aufzeichnete.
Die Sportfreunde Stiller feierten ihr 30-jähriges Bandjubiläum mit einer Geburtstagstour; der WDR Rockpalast zeichnete ihr Konzert vom 11. Mai im Kölner Palladium auf.
Die Komische Oper Berlin zeigt mit „Mokka-Hits und Milchbarträume" eine Revue über 40 Jahre DDR, inszeniert von Axel Ranisch, die populäre Schlager und kritische Lieder zwischen Aufbauoptimismus und Mauerfall kontrastiert.