Pressespiegel 23.06.2026
Medienwandel & Kulturjournalismus
Produzenten und Künstler suchen nach neuen Wegen, ihre Werke unabhängig von etablierten Plattformen sichtbar zu machen. Ob als eigenes Streaming-Angebot oder durch die Verweigerung von Lizenzen – die Kontrolle über die Verbreitung wird zur strategischen Frage.
Die Weydemann Bros. gründen mit "Directors Collection" ein AVoD- und FAST-Streaming-Angebot für Arthouse- und Independentfilme, kuratiert von Ex-Paramount-Manager Steffen Kottkamp, das ab Herbst mit mehreren hundert Titeln auf YouTube starten soll.
Der Artikel listet 18 empfehlenswerte Alben, die trotz großer Bibliothek bei Spotify fehlen, darunter Werke von Kraftwerk, Frank Ocean und Joanna Newsom – oft wegen ungeklärter Samples oder fehlender Label-Einigungen.
Bildende Kunst
Licht als künstlerisches Gestaltungsmittel steht im Fokus dieser Woche. Die Ausstellung "Light Dialogues" widmet sich dem Medium in seiner ganzen Vielfalt, während Karin Betz mit ihrer neuen Schau explorative Perspektiven auf Raum und Bedeutung eröffnet.
Die Chinesisch-Übersetzerin Karin Betz reflektiert in der neuen Kolumne „Mind the Gap" über KI-generierte Fehlinformationen zu ihrer Person und erklärt, warum literarisches Übersetzen – am Beispiel von Yang Shuang-zis „Taiwan Travelogue" – nicht durch KI ersetzbar ist.
Die Ausstellung „Light Dialogues" in Unna zeigt bis Januar 2027, wie Künstlerinnen und Künstler Licht als gestalterisches Medium einsetzen, um Atmosphäre und Bedeutung zu erzeugen.
Film & Fotografie
Das Filmfest München eröffnet mit prominenter Besetzung, während neue Projekte von Kino bis TikTok zeigen, wie vielfältig Film und Serie heute entstehen. Dokumentationen und Animationsfilme runden das aktuelle Angebot ab.
Behandelt in 2 Quellen
Das Filmfest München ist gestartet: Mit 130 Filmen aus 56 Ländern präsentiert es ein breites internationales Programm. Sandra Hüller eröffnet das Festival, David Duchovny erhält den CineMerit Award.
- Filmfest München startetansehen ↗Antenne Bayern23.06.2026
Das Filmfest München eröffnet mit 130 Filmen aus 56 Ländern; Eröffnungsfilm ist „Vaterland" mit Sandra Hüller. David Duchovny erhält den CineMerit Award und zeigt seine neue Tragikomödie in der Weltpremiere.
- Filmfest München an der Isar eröffnet mit Sandra Hüller – Duchovny erhält CineMeritansehen ↗DieBayern.de23.06.2026
Das Filmfest München eröffnet mit dem Cannes-Film „Vaterland" und Sandra Hüller; David Duchovny erhält den CineMerit Award und zeigt seine neue Tragikomödie. Insgesamt werden 130 Filme aus 56 Ländern gezeigt.
Die ARD-Vertical-Serie "Between The Beats" von Radio Bremen und dem Saarländischen Rundfunk erscheint ab 25. Juni auf TikTok. Die 26 Kurzfolgen des K-Pop-Coming-of-Age-Dramas sind auch auf einer Radio-Bremen-Landingpage abrufbar.
Die Dokumentarfilmerin Regina Schilling zeigt Ingeborg Bachmann in „Jemand, der einmal ich war“ mal nicht als Opfer. Ein Gespräch mit der Regisseurin in Bachmanns Lieblingscafé über das Frausein.
Timothée Chalamet und Selena Gomez übernehmen die Hauptrollen im Illumination-Animationsfilm "Not Alone", der am 16. April 2027 in den US-Kinos startet. Für Chalamet ist es der erste große Kinoanimationsfilm.
Der Film „Resurrection" zeigt einen namenlosen Protagonisten, der in einer traumlosen Zukunft durch Raum und Zeit reist, um die letzten Träume vor dem Vergessen zu bewahren – ab 25. Juni in deutschen und österreichischen Kinos.
Der 14. Oberstdorfer Fotogipfel endete am 21. Juni 2026 nach fünf Tagen mit mehreren tausend Besuchern, über 300 Exponaten in 14 Ausstellungen und rund 700 Workshop-Teilnehmenden zum Thema „Abenteuer".
Literatur
Drei Autor:innen blicken in ihren Werken auf belastende Lebensgeschichten und Flucht zurück. Gleichzeitig werden zwei zeitgenössische Exilschriftstellerinnen sowie eine neue Perspektive auf Ingeborg Bachmanns Biografie vorgestellt.
Zum 100. Geburtstag Ingeborg Bachmanns zeigt Nicola Bardolas Buch „Ingeborg Bachmanns München", dass die Stadt entgegen ihrem Ruf eine positive, kreativ fruchtbare Phase für die Dichterin war. Dieter Burdorfs Biografie „Dieses unruhige Ich" nähert sich Bachmann über Briefwechsel und Beziehungen als widersprüchliche, spirituell suchende Persönlichkeit.
Barbara Krohn präsentierte in der Buchhandlung Dombrowsky Regensburg im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Leben im Exil – Schreiben im Exil" die belarussische Dichterin Taciana Niadbaj und die südsudanesische Erzählerin Stella Gaitano aus dem Writers-in-Exile-Programm des PEN Deutschland.
Ein SWR-Dokumentarfilm porträtiert die Kaiserslauterer Autoren Tijan Sila, Christian Baron und Arno Frank, die in ihren Büchern Kindheitstraumata wie Krieg, Armut und Entführung verarbeiten und erläutern, wie das Schreiben ihnen dabei half.
Musik
Bandbesuche und Festival-Auftritte, Interviews und Porträts: Diese Woche führt quer durch die Musiklandschaft von Pop und Punk bis Jazz und experimentellem Theater. Dabei kommen etablierte Acts und vielversprechende Newcomer zu Wort.
Das Theater Hof zeigt einen Doppelabend mit Gavin Bryars' „Marylin Forever" und Mark-Anthony Turnages „Twice Through the Heart" in der Regie von Florian Hackspiel, wobei Turnages kompakte Monologoper mit Stephanie Rhaue in der Hauptrolle deutlich überzeugender wirkt.
blink-182 spielen am 8. Juni 2027 ein Open-Air-Konzert auf der Berliner Waldbühne, mit Billy Talent als Special Guest. Die Band tritt außerdem als Headliner bei Rock am Ring und Rock im Park auf.
Der ARD-Podcast „ARD Jazz. Spotlight" beleuchtet monatlich nationale und internationale Jazzszene mit Künstlerporträts, Hintergrundgeschichten und Konzertaufnahmen, abwechselnd produziert von den ARD-Landesrundfunkanstalten.
Die Harfenistin Anne-Sophie Bertrand widmet ihr neues Solo-Album „Amalie's Cosmos" der Berliner Salonnière Amalie Beer (1767–1854) und vereint darauf Werke von Paganini, Liszt, Meyerbeer und anderen Komponisten aus ihrem Netzwerk.
Der Hamburger Indie-Newcomer Baumgart tritt am 21. Juni beim Preis für Popkultur im Berliner Zeiss-Großplanetarium auf und spielt dort seinen Song „Junge im Mond" – nach erst vier veröffentlichten Songs ein surrealer Moment für den 22-Jährigen.
Tanz
Alexei Ratmansky inszeniert mit dem Hamburg Ballett eine Tanzrevue zu Lewis Carrolls „Wunderland" – zwischen visueller Fülle und künstlerischer Tiefendimension.
Das Hamburg Ballett zeigt mit der Uraufführung „Wunderland" von Alexei Ratmansky an der Staatsoper Hamburg einen fantasiereichen, humorvollen Bilderbogen nach Lewis Carroll, dem jedoch eine tiefergehende psychologische Deutung fehlt.
Das Lugano Dance Project fand zum dritten und letzten Mal statt und widmete sich Tanz als kulturellem Erbe, mit Aufführungen von Meryl Tankard, Omar Rajeh und der Weltpremiere „White Space" von Kyle Abraham.
Olivia Court Mesas Stück „Naked Men" gewinnt den Berner Tanzpreis 2026 sowie den Publikumspreis; die Jury lobt die Reduktion auf das Wesentliche. Der Preis ermöglicht Mesa ein eigenes Stück für Bern Ballett in der Spielzeit 2026/27.
Theater & Darstellende Kunst
Autorenstücke in Berlin, eine Neuinterpretation von Goethes Faust und das Festival Theaterformen unter neuer Leitung: Deutschlands Bühnen zeigen derzeit vielfältige Formen zeitgenössischen Theaters von der Werkstatt bis zu unkonventionellen Spielorten.
Die Faust-Festspiele Schüttersmühle haben ihre Spielzeit 2026 mit Goethes „Faust I" eröffnet und dabei erneut ein zufriedenes Publikum begeistert.
Bei der „Langen Nacht der Autor:innen" am Deutschen Theater Berlin präsentieren drei Atelier-Autor:innen Kurzkomödien, wobei Simone Saftigs „Jo schmeißt hin" über eine Soap-Figur mit Hamlet-Ambitionen als stärkstes Stück des Abends gilt.
Anna Mülter verlässt nach sechs Jahren die künstlerische Leitung des Festivals Theaterformen und bespielt in ihrer letzten Ausgabe in Braunschweig die ehemalige Justizvollzugsanstalt Rennelberg als ungewöhnlichen Spielort. Ab 2028 leitet sie das Theaterfestival in Basel.
Sonstiges
Die Stiftung Kulturzukunft Bayern hat im Juni 2026 den Kulturatlas Bayern gestartet, eine kostenfreie digitale Plattform zur Vernetzung bayerischer Kulturschaffender mit Funktionen wie Förder-Kompass, Know-How-Pool und interaktiver Kartenansicht.
Der US-Amerikaner hat Stars wie Bruce Springsteen, Billy Joel und Whitney Houston zu Mega-Karrieren verholfen. Jetzt ist Davis im Alter von 94 Jahren gestorben.
Die Formation BEAT eröffnete das Tollwood-Sommerfestival 2026 in München mit einem Konzert der zweiten King-Crimson-Besetzung, bei dem Originalmitglieder Adrian Belew und Tony Levin sowie Gitarrist Steve Vai und Schlagzeuger Danny Carey auftraten.
Das Filmfestival Venedig hat die Jury seiner 83. Ausgabe bekanntgegeben: Unter Jurychefin Maggie Gyllenhaal entscheiden Kaouther Ben Hania, Johnnie To, Xavier Giannoli, Shahrbanoo Sadat, Daniel Blumberg und Francesco Casetti über den Goldenen Löwen.
Der ehemalige Pächter will Maschinen, die dort schon unter den Nazis im Einsatz waren, offenbar nicht abgeben und bringt einen Verkauf ins Spiel.
Ende April gab Haftbefehl noch einen kurzen Auftritt am Ballermann, jetzt sagt der Rapper alle Shows ab: „Der ganze Rummel“ nach der Netflix-Doku habe seine Probleme verstärkt.
Landrat Bernd Stapfner und Bürgermeister aus Kaufbeuren, Marktoberdorf und Füssen beteiligen sich am bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit" und fordern von Bund und Ländern eine bessere Finanzausstattung sowie strukturelle Entlastung der Kommunen.
Pat Metheny eröffnet das SommerKulturFestival 2026 im Nürnberger Serenadenhof, einem Open-Air-Veranstaltungsort im Innenhof der ehemaligen NS-Kongresshalle. Das Programm umfasst bis September Konzerte verschiedener Genres mit Künstlern wie Gerhard Polt, Schiller und Pippo Pollina.
Die Dresdner Stadtteiloper «Plattenspieler:innen» feierte in Prohlis eine umjubelte Premiere: Rund 300 Kinder und Jugendliche des Sozialprojekts «Musaik» verbinden darin die Geschichte des Prohliser Astronomen Johann Georg Palitzsch mit dem Halley'schen Kometen.
Das Berliner ICC, ein seit 2014 leerstehendes Kongresszentrum am Funkturm, soll laut einem abgeschlossenen Konzeptverfahren zu einem Standort für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft werden; als Betreiber gilt die Spinnerei Leipzig mit der MIB AG als koordinierender Partner.
Die „Rigoletto"-Premiere am Staatstheater Regensburg scheiterte laut Kritik vor allem an fehlendem Rhythmusgefühl des Philharmonischen Orchesters unter Tom Woods sowie an mangelnder Innenspannung in Carlos Wagners Inszenierung; lediglich Seymur Karimov als Rigoletto überzeugte durchgehend.
Die UNESCO hat 2026 zum Gedenkjahr für Joseph von Fraunhofer ausgerufen, der als Glasersohn aus Straubing zum Begründer der wissenschaftlichen Optik wurde und mit der Entdeckung der nach ihm benannten Spektrallinien Grundlagen der modernen Physik legte.
Julian Hetzels Kunstprojekt „Stop Being Poor" am Theater Rampe Stuttgart ließ 84 Bewerber um 15.000 Euro Grundeinkommen konkurrieren, wobei eine Jury aus obdachlosen Männern die Gewinnerin bestimmte.
Die tägliche Buchkritik-Übersicht bündelt Rezensionen aus mehreren Medien, darunter Besprechungen zu Monika Marons Tagebüchern, drei Ingeborg-Bachmann-Büchern, Tanja Sljivars Serbien-Roman sowie Ewald Arenz' neuem Roman.
Die tägliche Buchkritik-Übersicht bespricht unter anderem Mikhail Zygars Werk über den Sowjetunion-Zerfall, Daniela Dröschers Jugendroman über zwei Freundinnen sowie Elsemarie Maletzkes Roman über eine Gärtnerin mit Gefängnisvergangenheit.
Die Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel zeigen Dan Browns Thriller „Der Da Vinci Code – Sakrileg" als 140-minütige Bühneninszenierung. Chefin Birgit Simmler verdichtet den 600-Seiten-Bestseller mit Kirchenkritik und Verschwörungsplot packend für die Waldbühne.
Eine Dokumentation beleuchtet Leben und Werk Erich Kästners, der mit Romanen wie „Emil und die Detektive" die deutsche Kinderliteratur prägte, und fragt nach dem Menschen hinter der heiteren Fassade des unantastbaren Autors.
Ein Podcast-Projekt von Radio Bremen beleuchtet die Entstehungsgeschichten der Figuren Frankenstein, Dracula und Sherlock Holmes und geht der Frage nach, wie diese literarischen Mythen bis heute die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit verwischen.
Der NDR-Podcast „eat.READ.sleep" mit Katharina Mahrenholtz, Daniel Kaiser und Jan Ehlert bespricht Lieblingsbücher, Neuerscheinungen und Bestseller – aktuell mit einer Folge zu Sports Romance und der Erfolgsserie „Off Campus".
Die sechsteilige belgisch-deutsche Krimiserie „This is not a Murder Mystery" startet ab 31. Juli im ZDF-Streaming-Portal: Der Maler René Magritte ermittelt darin 1936 auf einem englischen Landsitz, wo Künstler nach surrealen Vorlagen ermordet werden.