Pressespiegel 27.06.2026
Kulturpolitik & politische Debatten
Bürokratieabbau, staatliche Förderpolitik und Ideologiedebatten prägen aktuelle Diskussionen um die Zukunft des Kulturbetriebs. Politiker debattieren darüber, wie der Staat Kultureinrichtungen unterstützen und regulieren soll.
Der Deutsche Kulturrat fordert vom Bund umfangreichen Bürokratieabbau in der Kulturförderung, darunter Festbetragsfinanzierung, vereinfachte Verwendungsnachweise und aktualisierte Reisekostensätze, um finanzielle und personelle Ressourcen für Kunst und Kultur freizusetzen.
Die AfD Sachsen-Anhalt scheitert im Landtag mit dem Antrag, Kulturförderung an ein Bekenntnis zur deutschen Kultur zu knüpfen. CDU und FDP wiesen die Forderung als verfassungswidrig und kunstfreiheitsfeindlich zurück.
Der Deutsche Kulturrat fordert in seiner Stellungnahme zum EU-Kommissions-Call for Evidence stärkere Urheberrechte bei KI-Nutzung, verpflichtende Lizenzen mit angemessener Vergütung sowie besseren Schutz vor Online-Piraterie und KI-generierten Persönlichkeitsimitationen.
EU- & Bundesförderung
Der Deutsche Kulturrat fordert die Bundesregierung auf, das Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" in einer neuen Phase fortzusetzen und damit die Kulturelle Teilhabe von Kindern und Jugendlichen zu sichern.
Der Deutsche Kulturrat fordert die Bundesregierung und den Bundestag auf, das Bundesprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" durch ausreichende Haushaltsmittel ab 2027 fortzuführen und eine neue Förderperiode zeitnah auszuschreiben.
Erinnerungskultur
Geschichtliche Aufarbeitung und Gedenken prägen die aktuelle Erinnerungskultur. Von der Aufklärung historischer Verbrechen über Zeitzeugnisse bis zur Würdigung reformatorischer Traditionen zeigen sich vielfältige Wege des Erinnerns.
Die fast 96-jährige Holocaustüberlebende Eva Erben reiste aus Israel in ihre alte Heimat Prag, wo sie bei der Verlegung von Stolpersteinen für ihre 1945 ermordeten Eltern Marta und Jindřich Löwidt vor deren ehemaligem Wohnhaus dabei war.
Die bayerische evangelische Landeskirche hat Maral Zahed und Hanns Hoerschelmann als Beauftragte für das Jubiläum „500 Jahre Confessio Augustana" eingesetzt, das 2030 weltweit und mit einer Lutherischen Weltbund-Vollversammlung in Augsburg begangen wird.
Kulturvermittlung
Kulturelle Angebote und Vermittlungsprogramme bereichern das städtische Leben: Von Sprachkursen für Kinder bis zu Führungen und Fachstellen, die Kultur und Bildung zusammenbringen.
Der Landesmusikrat Nordrhein-Westfalen e.V. sucht zum 1. November 2026 eine Referent*in für Amateurmusik, Förderung und Projekte in Vollzeit und unbefristet; Bewerbungen sind bis zum 15. August 2026 möglich.
Stadtführerin Ulrike Rapold-Kern führte Teilnehmer durch Bad Reichenhall und erläuterte die jahrhundertelange Bedeutung der Salzgewinnung für die Stadtentwicklung sowie die religiöse, wirtschaftliche und kunsthistorische Geschichte des Klosters St. Zeno.
Die Kulturakademie KuKu der Synagogen-Gemeinde Köln bietet Russischkurse für Kita- und Grundschulkinder an, um die russische Muttersprache in jüdischen Familien mit Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion spielerisch zu erhalten und zu fördern.
Bildende Kunst
Ausstellungen und Künstlerporträts aus verschiedenen Epochen und Regionen: Von zeitgenössischen Sammlungen bis zu barocken Meistern spannt sich der Bogen der aktuellen Kunstszene. Aktuelle Tipps für Kunstsommer und regionale Ausstellungstermine runden das Angebot ab.
Das Haus der Kunst zeigt eine neue Ausstellung mit Tao Schirrmachers Sammlung „Eisbach Treasures" sowie Schriftbildern und Wand-Plastiken von Maria VMier.
Die Künstlerin Susan Hefuna zeigt im Bündner Kunstmuseum Chur eine Einzelausstellung, die anhand von Videos, Zeichnungen und Installationen kulturelle Kreuzungspunkte zwischen Ägypten, Europa und der islamischen Architekturtradition verbindet.
Ein Überblick über die wichtigsten Kunstveranstaltungen in München im Sommer 2026, darunter die Wiedereröffnung der Villa Stuck, Ausstellungen im Haus der Kunst und Lenbachhaus sowie Projekte in Galerien und im öffentlichen Raum.
Annerose Kopp und Diana Handler zeigen ab 11. Juli unter dem Titel „Natur Pur – Malerei" gemeinsam Werke im Haus des Gastes in Gstadt, die von gegenständlichen Naturmotiven bis zur abstrakten Darstellung reichen.
Grausam gestorben, bestens gekleidet: Francisco de Zurbarán war der Maler der Märtyrer – und zugleich Textilhändler. Jetzt wird der barocke Spanier mit einer grandiosen Schau in London gefeiert
Pablo Picasso begann seine Karriere als armer, unbekannter Künstler mit seiner ersten Ausstellung in Paris, bevor er als Erfinder des Kubismus und bedeutendster Wegbereiter der Avantgarde weltberühmt wurde.
Film & Fotografie
Film- und Fotografie-Meldungen aus Kino, Festivals und Ausstellungen. Von Animationsfilmen über Festivalhighlights bis zu preisgekrönten Fotografien.
Das Filmfest München startet mit 130 Filmen aus 56 Ländern; zur Eröffnung wird Sandra Hüller erwartet, David Duchovny erhält den CineMerit Award und zeigt seinen neuen Film „See You When I See You" in internationaler Premiere.
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Der Bezirk Schwaben hat den Fotopreis 2026 unter dem Motto „Sound of Schwaben" verliehen: Peter Hildebrand aus Pfronten gewann mit einem Alphorn-Foto den ersten Platz. Rund 70 Aufnahmen sind bis Februar 2027 im Museum KulturLand Ries in Maihingen ausgestellt.
Regisseur Adolfo J. Kolmerer übernimmt bei vier neuen Fiction-Projekten der Bavaria-Film-Tochter Saxonia Media die Rolle des Showrunners, darunter Stoffe aus den Genres Crime & Mystery und Science-Fiction für den nationalen und internationalen Markt.
Die Berliner Filmstudenten Julius und Moritz entdecken, dass ihr Animationsfilm „Butty" von einem US-Amerikaner gestohlen und unter falschem Namen auf Festivals eingereicht wurde. Die ARD-Dokumentation verfolgt ihre Spurensuche und gewann den Grimme-Preis Spezial 2026.
Literatur
Künstliche Intelligenz als literarisches Sujet, eine tasmanische Großkatze auf Jagd und die Frage nach den richtigen Themen bei Literaturwettbewerben: drei aktuelle Perspektiven auf die zeitgenössische Literaturszene.
Horror-Autor Paul Tremblay erklärt im Interview, dass sein neuer Roman „Dead But Dreaming of Electric Sheep" ein explizit anti-KI-Buch ist, das seine Erfahrungen aus einer Sammelklage gegen OpenAI verarbeitet und Fragen zu Bewusstsein, Kontrolle und menschlicher Natur aufwirft.
Ist es sinnvoll, wenn Schriftsteller über Geld statt über Literatur sprechen? Beim Bachmann-Wettbewerb findet ein angekündigter Skandal zu diesem Thema nicht statt – man schaut lieber auf mögliche Gewinner.
In Robbie Arnotts Roman „Dusk" jagen die mittellosen Zwillinge Iris und Floyd einen gefährlichen Puma durch das tasmanische Hochland, während ihre von Traumata geprägte Geschwisterbeziehung zunehmend in den Mittelpunkt rückt.
Musik
Spektakuläre Open-Air-Konzerte unter extremer Hitze, Inszenierungen von Wagner und Mozart sowie Chorfeste prägen die aktuelle Musiklandschaft. Von großen Arenakonzerten bis zu lokalen Musikfestlichkeiten spannt sich der Bogen zwischen populärer Unterhaltung und klassischen Traditionen.
Tobias Kratzer inszeniert Richard Wagners „Die Walküre" bei den Münchner Opernfestspielen mit einem spektakulären Videowalkürenritt durch die Stadt als zentralem Höhepunkt. Dirigent Vladimir Jurowski und ein überzeugendes Ensemble, darunter Nicolas Brownlee als Wotan, runden den Abend ab.
Die Berliner Staatsoper überträgt Mozarts „Die Entführung aus dem Serail" am 8. Juli live auf Bild+ für Abonnenten. Comedian Bülent Ceylan übernimmt darin die Sprechrolle des Bassa Selim in einer Inszenierung von Regisseurin Andrea Moses.
The Weeknd begeisterte bei tropischer Hitze mit einer zweistündigen, 40 Songs umfassenden Pyro-Show in der Münchner Allianz Arena und deutete mit einer kryptischen Textzeile ein mögliches Ende seines Künstlernamens an.
Roland Kaiser (74) tritt trotz extremer Hitze und Unwetterwarnungen beim Open-Air-Konzert auf dem Coburger Schlossplatz auf, das lediglich auf 20.30 Uhr verschoben wird.
Theater & Darstellende Kunst
Spektakuläre Produktionen und personelle Umbrüche prägen die aktuelle Szene. Ein Zirkusensemble verbindet jiddische Kultur mit moderner Akrobatik, während neue künstlerische Leitung bei den Bregenzer Festspielen Neuausrichtungen ankündigt.
Die Bregenzer Festspiele verpflichten Bühnenbildnerin Es Devlin für Wagners „Der fliegende Holländer", der 2028 und 2029 auf der Seebühne aufgeführt wird. Devlin hatte bereits 2017/18 das Bühnenbild für die Bregenzer „Carmen"-Produktion gestaltet.
Das Ensemble Tsirk Dobranotch zeigt am 22. und 23. August im Zirkus Zarakali Frankfurt die Produktion „Tshemodan", die Akrobatik, Klezmermusik und jiddisches Theater zu einer Geschichte über Migration und Exil verbindet.
Sonstiges
Beim Münchner Christopher Street Day ziehen unter dem Motto „Unsere Vielfalt. Unsere Stärke" über 200 Gruppen durch die Innenstadt; die Veranstalter erwarten mehr als 300.000 Besucher, trotz starker Hitze.
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Der Deutsche Kulturrat fordert die verlässliche Finanzierung nachlassbewahrender Institutionen sowie die dauerhafte Sicherung künstlerischer Vor- und Nachlässe als gesamtgesellschaftliche Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen.
Der Deutsche Kulturrat fordert von der Bundesregierung einen Fonds „Kulturmilliarde" in Höhe von einer Milliarde Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur, um den Sanierungsstau bei kommunalen Kulturbauten zu beheben.
Männer sind machtgeile Egoisten und die Welt kann nur von Frauen gerettet werden: Tobias Kratzer inszeniert Richard Wagners Oper „Die Walküre“ bei den Münchner Opernfestspielen neu.
Die Hermann-Levi-Akademie des Staatstheaters am Gärtnerplatz präsentierte in der Villa Sawallisch ein Kammermusikkonzert mit vielfältigen Instrumentenkombinationen, von Posaune-Tuba-Duetten über Streichquartett bis zu Harfensolo und Piazzolla-Quintett.
Das Bayerische Staatsballett hat erstmals den Aurora Prize vergeben: Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für Nachwuchstalente ging an Frederick Stuckwisch und Phoebe Schembri und soll künftig jährlich vergeben werden.
Google investiert 75 Millionen US-Dollar in das Indie-Studio A24 und vereinbart mit KI-Tochter DeepMind eine Partnerschaft zur Entwicklung von Produktionswerkzeugen für Filmschaffende – das erste direkte Hollywood-Investment des Konzerns.
Der finnische Film *Tell Everyone* von Regisseurin Alli Haapsalo zeigt eine Frau im Jahr 1898, die wegen einer Menstruationserkrankung in eine Irrenanstalt eingewiesen wird, und thematisiert weibliche Solidarität sowie das Unverständnis gegenüber Frauenkrankheiten.
Das kostenfreie Onlinespiel „ShoutOut", entwickelt von der Universität Duisburg-Essen, hilft Schülerinnen und Schülern, antisemitische Inhalte und Holocaust-Verzerrung in sozialen Medien zu erkennen und richtet sich an Lehrkräfte weiterführender Schulen.
Die Berliner Ausstellung „Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus" in der Alten Nationalgalerie würdigt zum 100. Todestag den Kunsthändler Paul Cassirer, der um 1900 maßgeblich den Impressionismus in Deutschland etablierte.
Das Steirische Volksliedwerk bietet im Sommer und Herbst 2026 mehrere Volksmusik-Veranstaltungen an, darunter Jodel-Kurse, Musizierseminare, einen Hackbrett-Workshop sowie das 25-jährige Jubiläum des Aufsteirern-Festivals in Graz.
Sebastian Knauer präsentierte beim Mozartfest Würzburg mit dem Bayerischen Kammerorchester Bad Brückenau im Kaisersaal der Residenz Filmmusik-Arrangements, darunter Werke von Gershwin, Williams und Barber, als Kammerorchestrierungen mit teils uraufgeführten Fassungen.
Die bayerische Landeskirche muss bis 2035 die Hälfte ihrer Immobilien aufgeben. Die TV-Sendung „Lebensformen" zeigt, wie kirchliche Gebäude in Beratzhausen, Kelheim und Nürnberg neue Nutzungen gefunden haben.
Der geniale, unverschämte, großartige Komiker Mel Brooks wird 100 Jahre alt. Aber statt sich zur Ruhe zu setzen, hat er einen neuen Film gedreht, der nächstes Jahr ins Kino kommt: „Spaceballs: The New One“.
Bryce Dessner gilt vielen als Inbegriff des Indie-Musikers. Seit einiger Zeit beschäftigt den „The National“-Gitarrist aber vor allem klassische Musik. Treffen mit einem Mann, der die Grenzen des Spielbaren austestet.
Monika Nebl startet nach ihren Wasserburg-Krimis eine neue Reihe mit der Privatdetektivin Hannah Krügers, die im ersten Band am Chiemsee in einen Mordfall verwickelt wird.
Die Wahlkommission des HR-Rundfunkrats hat Florian Hager als einzigen Kandidaten für die Intendantenwahl am 14. August nominiert, bei der er höchstwahrscheinlich eine zweite Amtszeit ab März 2027 erhält.