Pressespiegel 28.06.2026
Erinnerungskultur
Kulturinstitutionen und Kirchen ringen mit ihrer Vergangenheit. Aktuelle Fälle zeigen unterschiedliche Herangehensweisen bei der Aufarbeitung von NS-Verstrickungen.
Der Streit um die Aus- und Wiedereinladung von Michel Friedman bei den Bayreuther Festspielen löst eine Debatte über Defizite bei der Aufarbeitung von Antisemitismus und NS-Vergangenheit aus – Experten kritisieren Stadt und Festspielleitung gleichermaßen.
Pfarrer und Historiker Björn Mensing verabschiedet sich nach über zwei Jahrzehnten von der Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau; sein Nachfolger wird Michael Lorenz. Mensing prägte die evangelische Erinnerungsarbeit durch intensive Zeitzeugenarbeit und biografische Recherchen zu NS-Verfolgten.
Film & Fotografie
Das Filmfest München zeigt Neuproduktionen jenseits des Mainstreams: eine erste Tatort-Folge mit dem neuen München-Team sowie einen Dokumentarfilm über die queere Ballroom-Szene.
Das Filmfest München zeigt ein halbes Jahr vor TV-Ausstrahlung die erste Folge des neuen Münchner „Tatort" mit Carlo Ljubek und Ferdinand Hofer als Nachfolger des Ermittlerduos Batic und Leitmayr.
Der Dokumentarfilm „The Beauty of Ballroom" von Chang Sze-Wei feiert beim Filmfest München seine Europapremiere und begleitet drei queere Performancekünstler aus Südostasien, die Voguing als Schutzraum gegen gesellschaftliche Diskriminierung leben.
Musik
Konzerte, Chöre und Opern prägen das kulturelle Leben: von Jubiläumsfeiern klassischer Ensembles über Operninszenierungen bis hin zu spektakulären Popshows und Festspielberichten.
Die Deutsche Oper Berlin zeigt Lortzings „Zar und Zimmermann" in einer Inszenierung von Martin G. Berger, die das historische Sujet in eine zeitgenössische Diktatorensatire verlegt, dabei aber durch thematische Überfrachtung, mangelnde Konzentration und unterprobt wirkende Szene hinter ihren Möglichkeiten bleibt.
Amihai Grosz, erster Solobratscher der Berliner Philharmoniker, spielt die MacDonald-Viola von Stradivari – das wertvollste Instrument der Welt, für über 23 Millionen Dollar erworben. Im Interview beschreibt er den einzigartigen Klang und seinen Umgang mit der Verantwortung.
Das Festival Zeitklang im Münster St. Zeno in Bad Reichenhall endete mit Mozarts c-moll-Messe als Abschlusskonzert, aufgeführt vom Vokalensemble „Designing Voices" und dem Orchester Alpenbaroque unter Leitung von Prof. Jörn Andresen.
Bruno Mars begeistert mit seiner „The Romantic"-Tour im ausverkauften Münchner Olympiastadion und feiert damit ein erfolgreiches Comeback nach zehn Jahren ohne Studioalbum.
Tanz
Zeitgenössischer Tanz erforscht das menschliche Miteinander: Von Glück und Unglück bis zu Gewalt, Identität und Humor entfalten sich auf der Bühne vielfältige emotionale Landschaften.
Die Gauthier Dance Company zeigt am Theaterhaus Stuttgart den Doppelabend „LUCK / UNLUCK" mit Choreografien von Aszure Barton und Hofesh Shechter, die Glück und Unglück als körperliche Zustände erfahrbar machen – mit starkem Ensemble und Standing Ovations.
Beim Nachwuchschoreografie-Festival PTAH VI des Aalto-Balletts Essen präsentierten acht Choreograf*innen Arbeiten zu Themen wie häusliche Gewalt, Krieg, Identität und Miteinander – von neoklassisch bis humorvoll.
Die Dresden Frankfurt Dance Company zeigt einen Doppelabend: Thomas Bradleys konzeptuelles Stück „Several Rhythms Sort Thoughtfully" erkundet Alltagsmuster durch reduzierte Bewegung, während Ioannis Mandafounis' „This Beautiful Messy Thing" das Ensemble in energiegeladenen Chaos-Nonsens entfesselt.
Das Cullberg Ballett zeigte im Ludwigshafener Pfalzbau Alexandra Bachzetsis' Tanzstück „Exposure", das Sexualisierung in Sport, Popkultur und Bühnentanz mit neun Tänzer*innen, Nacktheit und Live-Projektionen thematisiert — vor ausverkauftem Haus.
Theater & Darstellende Kunst
Inszenierungen zwischen epischer Breite und anarchischem Spektakel: Vom Roman auf die Bühne, vom Mythos zur Farce, vom Stadtspiel bis zur experimentellen Ensemble-Performance – aktuelle Theaterproduktionen erproben verschiedenste Formen der Erzählung und des spielerischen Handelns.
Christian Stückl inszeniert Daniel Kehlmanns Roman „Tyll" mit rund 60 Laiendarstellenden im Passionstheater Oberammergau als chronologisches Schauspiel-Spektakel, das atmosphärisch überzeugt, durch episodische Brüche jedoch den Erzählfaden verliert.
Das Historische Stadtspiel des Theater Rosenheim feierte Premiere auf dem Ludwigsplatz und erzählt die Geschichte der geheimen „Rosenheimer Akademie" von 1787, die für Aufruhr im kurfürstlichen Markt Rosenheim sorgt.
Leon Englers Farce „Wo die Götter kauern wie Hunde" über Unsterblichkeit und Menschheitsträume feiert ihre Uraufführung am Theater Heilbronn im Science Dome der Experimenta, inszeniert von Janis Knorr als gag-reiches Wechselspiel aus Horror und Humor.
Sonstiges
Mariana Castillo Deball zeigt im Neuen Museum Nürnberg eine Soloausstellung mit Werken aus 15 Jahren, die koloniale Deutungsgeschichten verfolgt – von der ersten europäischen Karte Tenochtitlans bis zur Nahua-Gottheit Coatlicue.
Der neue Direktor des Leo Baeck Instituts Jerusalem, Dubrau, erläutert die Arbeit des Instituts zur deutsch-jüdischen Geschichte: Forschung, Digitalisierung von Archivbeständen und Öffentlichkeitsprojekte wie die „Library of Lost Books" sollen das Erbe für junge Generationen lebendig halten.
Roger Schawinski plädiert in seinem Buch „Hallo Boomer, so genießt du deine BONUS-JAHRE" dafür, das Älterwerden als aktive Lebensphase zu begreifen, und behandelt dabei tabuisierte Themen wie Demenz, Sex und assistierten Suizid.
Rund 230.000 Menschen haben beim Christopher Street Day in München gefeiert, darunter 30.000 Teilnehmende im Umzug mit mehr als 200 Gruppen. Trotz Hitze blieb die Veranstaltung unter dem Motto „Unsere Vielfalt. Unsere Stärke" störungsfrei.
Der 13-jährige Münchner Pianist Emanuel de la Torre Quiroz hat beim Grand Competition International de Piano de Paris zwei Preise gewonnen und debütierte bereits in der Carnegie Hall in New York.
Das Schülerorchester unter Daniela Küfner und die Blaskapelle Übersee-Feldwies unter Lothar Beyschlag gestalteten ein Standkonzert der Reihe „Klingendes Übersee" bei der Taverne Lindos in Übersee am Chiemsee vor zahlreichen Besuchern.
Millie Bobby Brown und David Harbour drehen nach „Stranger Things" erneut gemeinsam eine Serie: Netflix hat einen noch titellosen Spionage-Thriller des Studios A24 geordert, in dem die beiden wieder Vater und Tochter spielen.
Der Hessische Rundfunk beauftragt das Leibniz-Institut für Medienforschung damit, seine Frühgeschichte von 1949 bis 1962 wissenschaftlich aufzuarbeiten, inklusive des Umgangs mit NS-Vergangenheit und Holocaust. Die Ergebnisse sollen zum 80. Jubiläum 2029 veröffentlicht werden.
Das indische Ensemble aRANYA THEATRE feiert mit „JO DOOBA SO PAAR" beim Festival Theater der Welt in Chemnitz Europapremiere: Das Stück beleuchtet das Leben des Dichters Amir Khusrau in der traditionellen Urdu-Erzählkunst Dastangoi, mit Musik, Gesang und politischen Gegenwartsverweisen.
Fünf Reiseziele, die weltberühmte Komponisten inspirierten, werden vorgestellt: Chopin auf Mallorca, Respighi in Rom, Mendelssohn in Schottland, Gershwin in Paris und Mahler am Wörthersee.