Pressespiegel 07.07.2026
Institutionelle Kulturorte
Historische Bauwerke benötigen Rettungsmassnahmen. Eine Institution in Mittelfranken steht heute im Fokus.
Die Pegnitzer Zaußenmühle leidet unter Wassermangel durch anhaltende Trockenheit. Die SPD-Fraktion hat im Stadtrat einen Antrag eingebracht, um das Kulturdenkmal zu erhalten.
Erinnerungskultur
Über 600 NS-Dokumente von Opfern des Holocaust wurden nach Protesten gegen eine geplante Auktion an Gedenkstätten und Archive übergeben. Gleichzeitig setzt sich die Politik für ein Handelsverbot solcher persönlicher Zeitzeugnisse ein.
Mehr als 600 persönliche Dokumente von Holocaust-Opfern, deren geplante Versteigerung internationale Proteste ausgelöst hatte, wurden im NRW-Landtag an zehn deutsche Gedenkstätten und Archive übergeben. Der Bundesrat beschloss zudem eine Gesetzesinitiative zum Verbot des kommerziellen Handels mit NS-Opferdokumenten.
Die Bundesregierung hat eine Aufarbeitungskommission für das nach 1945 in Deutschland an Sinti und Roma begangene Unrecht eingesetzt. Antiziganismus-Beauftragter Michael Brand ernennt die Mitglieder; die Kommission soll Unrecht in BRD und DDR wissenschaftlich untersuchen und Empfehlungen formulieren.
Kulturelle Teilhabe
Stadtfeste und Volksfeste prägen das kulturelle Leben in der Region. Von Bürgerfesten bis zu traditionellen Marktveranstaltungen entstehen Räume für Begegnung und gemeinsame Erlebnisse.
Das Bayreuther Bürgerfest 2026 zieht ein positives Fazit: BMTG-Geschäftsführer Manuel Becher lobt Stimmung und Wetter und bezeichnet die Veranstaltung als eine der besten Ausgaben überhaupt.
Die Augsburger Herbstdult 2026 (Michaelidult) findet vom 3. bis 11. Oktober entlang der historischen Stadtmauer zwischen Jakobertor und Vogeltor statt. An rund 130 Ständen bietet sie täglich regionale Spezialitäten, Haushaltswaren und Kunsthandwerk.
Zivilgesellschaft & Ehrenamt
Von der Neuwahl in jüdischen Gemeinden bis zu Protestaktionen gegen Rechtsextremismus: Die Zivilgesellschaft mobilisiert für ihre Anliegen. Ein Überblick über Engagement und Ehrenamt in dieser Woche.
Die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern hat einen neuen 15-köpfigen Vorstand gewählt. Charlotte Knobloch erhielt die meisten Stimmen; wer das Präsidium übernimmt, entscheidet die konstituierende Sitzung am 6. Juli.
Beim AfD-Bundesparteitag in Erfurt spielten Clueso und Bosse auf einer Protestkundgebung des Bündnisses Zusammenstehen, bevor Clueso anschließend vor 15.000 Zuschauern auf dem Domplatz auftrat.
Kulturvermittlung
Museen und Universitäten laden Kinder zu interaktiven Veranstaltungen ein: vom spielerischen Hausputz-Abenteuer bis zum Vortrag über wirtschaftliche Zusammenhänge. Vermittlung von Wissen und Kulturverständnis steht dabei im Mittelpunkt.
Professor Hartmut Egger spricht am 8. Juli bei der Bayreuther Kinderuni im Audimax über Welthandel und die wirtschaftlichen Folgen von Piraterie – der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht nötig.
Das Lübbenauer Spreewaldmuseum bietet ab 8. Juli 2026 eine Erlebnisführung durch die Sonderausstellung „Das Kinderzimmer in der DDR" an, bei der Besucher DDR-Kindheitsalltag von Spielzeug bis Kinderbuch erkunden.
Film & Fotografie
Würdigungen und Neuerscheinungen prägen die Filmwelt dieser Woche: Neben Ehren für Lebenswerk und Vermächtnis werden ambitionierte Projekte rund um klassische Werke und Serien lanciert.
George Clooney erhält bei den 83. Internationalen Filmfestspielen von Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk, wie die Biennale di Venezia bekanntgab. Der 65-jährige Schauspieler und Regisseur ist dem Festival seit seinem Auftritt 1998 eng verbunden.
Moritz de Hadeln war über zwanzig wilde Jahre Chef der Berlinale, leitete außerdem die Filmfestivals in Locarno und Venedig. Jetzt ist er im Alter von 85 Jahren gestorben.
Der SWR veröffentlicht passend zur finalen Staffel von „Babylon Berlin" das kostenfreie narrative Rollenspiel „Eine Nacht im Moka Efti", das Spielende in die Welt der Weimarer Republik eintauchen lässt. Voranmeldungen sind bereits auf Steam möglich.
Peter Beards Fotobuch „The End of the Game", das das Massensterben ostafrikanischer Wildtiere dokumentiert, erscheint in einer Neuauflage. Die Collage aus Fotografien, Tagebucheinträgen und historischen Dokumenten zeigt, wie menschliche Eingriffe – darunter gut gemeinte Schutzmaßnahmen – das Artensterben beschleunigten.
Fujifilm veranstaltet am 10. und 11. Oktober 2026 das Fotofestival Fujikina in der Kölner Festhalle Gürzenich mit Live-Shootings, Workshops, Photo Walks und Auftritten bekannter Fotografinnen und Fotografen.
Literatur
Zwischen literarischer Performance und Buchkritik: aktuelle Positionen aus Belletristik und Essays. Ein Debütroman zur Gegenwart und Dystopien, die unsere Wirklichkeit befragen.
Fatima Khan liest am 16. Juli 2026 an der Universität Bielefeld aus ihrem Debütroman „Madonna in den Trümmern" und spricht im Anschluss über Nachkriegsgeschichte, Architektur und Identität. Der Eintritt ist frei.
Drei Musikbücher im Vergleich: Hendrik Otrembas dystopischer Roman „Der Gräber" überzeugt, Birgit Fuß komprimiert ihre U2-Expertise auf 100 Seiten, während Stefan Sommers Rave-Dystopie „Partypeople" mit Klischees scheitert.
Musik
Von klassischen Chorkonzerten über Festival-Highlights bis zu Rocklegenden im Finale ihrer Karriere: Die Musikwelt zeigt sich diese Woche in großer Bandbreite. Liveauftritte und künstlerische Meilensteine prägen das aktuelle Geschehen.
Simon Rattle dirigiert Carl Orffs „Carmina Burana" im Circus Krone München, gemeinsam mit einem Dutzend bayerischer Laienchöre und dem BR-Symphonieorchester.
Popstar Nina Chuba kritisiert in ihrem Podcast das Stuttgarter Publikum als „lameste Crowd in Deutschland" und rätselt, ob die Kessellage oder Maultaschen die gedämpfte Stimmung erklären – im Gegensatz zu ihren Erfahrungen in München.
Eine dreiteilige Dokumentation des rbb begleitet die Solo-Karriere von Kraftklub-Frontmann Felix Kummer, der 2019 das Album „Kiox" veröffentlichte und sein Soloprojekt 2022 mit zwei Konzerten in der Berliner Wuhlheide beendete.
Die schwedische Rockband Royal Republic eröffnet das Plassenburg-Open-Air am 14. Juli. Die Gruppe aus Malmö verbindet Garage-Rock, Pop und Rock'n'Roll mit Funk- und Disco-Elementen.
Der Komponist Lothar Voigtländer (1943–2026), Mitbegründer der Gesellschaft für elektroakustische Musik und Honorarprofessor an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, ist am 4. Juli 2026 in Berlin gestorben.
Deutschsprachige Rapper wie Amewu, Megaloh und Toni-L berichten, wie Rap als Sprachrohr von Einwandererkindern entstand und sich zur postmigrantischen Bewegung entwickelt hat, die gesellschaftliche Missstände thematisiert.
Theater & Darstellende Kunst
Theaterszene zwischen Kabarett und Klassiker: Neue Inszenierungen, Festivaluraufführungen und Jugendtheater zeigen die Vielfalt der deutschsprachigen Bühnen. Von Mannheim bis Aix-en-Provence erproben sich Spielstätten in unterschiedlichen Genres und Themen.
Michael Hatzius präsentiert sein neues Programm „Echsklusiv" im Lustspielhaus München, das laut Rezension sowohl starke als auch problematische Momente bietet und insgesamt einen faden Beigeschmack hinterlässt.
Die Landshuter Hochzeit 2027 (25.6.–18.7.2027) feiert das 125-jährige Jubiläum des Vereins „Die Förderer" und präsentiert ein neues Plakatmotiv, zusätzliche Programmpunkte sowie eine neue Vereins-App namens „LaHo 1475".
Schauspieler Sandro Šutalo verkörpert am Nationaltheater Mannheim in dem autobiografischen Stück „Miss Sara Jevo" seine Dragqueen-Persona und thematisiert queer-migrantische Identität zwischen jugoslawischer Herkunft, Flucht und Selbstermächtigung durch Drag.
Beim Festival Aix-en-Provence feierte Francesco Filideis Kammeroper „Accabadora" über Sterbehilfe in Sardinien ihre Uraufführung, gefolgt von der Rückkehr von Romeo Castelluccis szenischer Inszenierung von Mozarts Requiem mit Raphaël Pichons Orchester Pygmalion.
Die Jugend-Theatergruppe Schleching feierte mit dem bayerischen Schwank „Je älter – je dümmer" ihre Premiere vor vollem Pfarrsaal und erhielt langanhaltenden Applaus für ihre Leistung.
Lassen sich antike Dramen mit aktuellen Umweltdebatten verbinden? In Mülheim wagt Regisseur Philipp Preuss den Versuch mit „Circus Oresteia“, einem Stück von Thomas Köck.
Carolina Bianchi zeigt beim Festival d'Avignon mit „Uma Luz Cordial" den Abschluss ihrer Trilogie „Cadela Força" – eine poetologische Inszenierung über Schreiben, Gewalt und weibliche Stimmen, die das Publikum mit schockierenden Momenten und bleibenden Fragen konfrontiert.
Sonstiges
Nils Weinberg analysiert in Politik & Kultur, wie frei öffentlich geförderte Kunst ist, und argumentiert, dass Kunstfreiheit und Antisemitismusbekämpfung keinen grundsätzlichen Widerspruch bilden, öffentliche Kulturinstitutionen ihre verfassungsrechtlich gesicherte Kunstfreiheit jedoch kaum eingefordert haben.
Ganz wunderbar normal: Der Architekt Heinz Hilmer war der Mann, der den Aufgeregtheiten unserer Zeit den Westfälischen Frieden schenkte. Nun ist er im Alter von 90 Jahren gestorben.
MDR Media übernimmt 51 Prozent an der Produktionsfirma Saxonia Media, nachdem Bavaria Film seine Mehrheitsbeteiligung abgibt. Der Schritt sorgt für Kritik, da der MDR zeitgleich unabhängigen Produktionsfirmen Aufträge streicht.
Passauer Fürstbischof Wolfger von Erla war um 1200 einer der einflussreichsten Männer Mitteleuropas: Er verhandelte die Freilassung Richards Löwenherz, förderte Walther von der Vogelweide und gilt als wahrscheinlicher Auftraggeber des Nibelungenlieds.
Die Blaskapelle Übersee-Feldwies reiste zum Standkonzert an der Feldwieser Bucht am Chiemsee erstmals per Elektroboot an und spielte vor zahlreichen Zuhörern am Ufer und auf dem Wasser ein Programm aus Märschen, Polkas und Mitsing-Melodien.
Die Jugendblaskapelle Prien feierte ihr 30-jähriges Bestehen mit einem Jungmusifest, bei dem rund 80 junge Musikerinnen und Musiker aus mehreren regionalen Jugendkapellen gemeinsam auftraten.
„The Mahler Competition“ in Bamberg gilt als der wichtigste Dirigierwettbewerb der Welt. Im Finale traten die besten drei von 270 Kandidaten an. Worauf kommt es neben Technik an?
Vom 24. bis 26. Juli 2026 findet in der Rosenheimer Innenstadt zum vierten Mal das SPEKTAKEL Rosenheim statt: 26 Künstlerinnen und Künstler aus 11 Nationen präsentieren bei freiem Eintritt Akrobatik, Jonglage, Comedy und Straßentheater an sieben Spielorten.
Beim Jubiläum der Wagner-Festspiele bleibt die Bahnstrecke Nürnberg–Bayreuth gesperrt. Besucher aus aller Welt? Dürfen auf den Ersatzverkehr umsteigen.
Ein maskierter Mann hat das Hauptquartier von Kanal 12 News in Tel Aviv mit einem Backstein angegriffen. Der Sender und israelische Journalistenverbände verurteilten die Attacke und warnten vor zunehmendem Hass gegen Medien, den sie der Regierungsrhetorik zuschreiben.
Sieben bekannte Popsongs basieren auf realen Ereignissen: von Tic Tac Toe über den Drogentod einer Freundin bis zu Eric Claptons Trauer um seinen Sohn und dem Amoklauf, der „I Don't Like Mondays" inspirierte.
Beim Tillfest vor dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig schoss Till Lindemann Fische per Kanone ins Publikum; ein Fan übergoss sich entblößt mit roter Flüssigkeit. Die Stadt Leipzig will künftig keine Konzerte mehr am Denkmal genehmigen.
Das Rap-Duo Bob Vylan kündigt eine Verleumdungsklage gegen die BBC an, nachdem der Sender ihren Glastonbury-Auftritt 2025 nicht auf Abruf bereitstellte und das Duo nach propalästinensischen Sprechchören mit nicht zutreffenden Etiketten versehen habe.
Das Elbjazz-Festival kehrt nach einer Pause am 10. und 11. Juli 2025 in den Hamburger Hafen zurück und besinnt sich unter neuer Trägerschaft auf Jazz und verwandte Genres, mit Headlinern wie Tom Jones, Jamie Cullum und Snarky Puppy.
Vibraphonist Wolfgang Lackerschmid spricht anlässlich seines Auftritts beim 34. Augsburger Jazzsommer über Improvisation als spirituellen Akt, seine Zusammenarbeit mit Chet Baker und die verbindende Kraft des Jazz als gemeinsame Weltsprache.
Das Rudolstadt-Festival 2026 zog knapp 90.000 Besucher an, mit Künstlern aus 40 Ländern und einem neuen Bühnenkonzept wegen Bauarbeiten. Den Weltmusikpreis „Ruth" erhielt Songschreiberin Dota Kehr für ihre Vertonungen von Mascha Kalékos Gedichten.
Beim Bayreuther Kunstwettbewerb „Die Welt der Leuchtkäfer" der Initiative Love Nature Arts wurden die Preise verliehen: Den Hauptpreis gewann Susanne Scharff, den Wirkungspreis Volker Bauer, den Zukunftspreis Lars Beygang. 206 Künstler hatten Werke zum Thema Artenschutz eingereicht.
Der dänische Tänzer Egon Madsen war als Solist ein prägender Star der John-Cranko-Ära am Stuttgarter Ballett und tritt auch mit 80 Jahren noch auf der Bühne auf, aktuell mit der Gauthier-Dance-Company in Stuttgart.
Die zweiteilige Dokumentation zeigt in Interviews mit Bands wie Iron Maiden, Judas Priest und Faith No More sowie persönlichen Geschichten von Fans, wie Heavy Metal Menschen durch Krisen wie Sucht, Ausgrenzung oder Gewalt geholfen hat.
Amazon hat den Film „Deadly Patient – Tödlicher Patient" nach öffentlichem Spott in sozialen Medien von Prime Video entfernt, weil seine deutsche Synchronisation offensichtlich mit mangelhafter KI-Technologie erstellt worden war.
Isi Glück, bürgerlich Isabel Gülck, kämpfte sich ab 2017 durch Widerstände zur erfolgreichsten Partyschlager-Künstlerin am Ballermann vor und erzielt heute fünfstellige Gagen pro Auftritt.
Das Festival „Theater der Welt" verzeichnete in Chemnitz über 17.000 Besucher und eine Auslastung von 92 Prozent. 33 internationale Produktionen aus über 15 Ländern thematisierten politische und gesellschaftliche Fragen von Marginalisierung bis Gentechnik.
Nikolaus Habjan inszeniert Gottfried von Einems Dürrenmatt-Oper „Der Besuch der alten Dame" am Gärtnerplatztheater im Stil des Retro-Expressionismus mit Puppen und überzeugt durch herausragende Sängerleistungen, besonders von Sophie Rennert und Ludwig Mittelhammer.
Rainhard Fendrich begeistert beim Tollwood-Festival München mit einem ausverkauften, energiegeladenen Konzert und setzt mit seiner inoffiziellen österreichischen Hymne „I am from Austria" ein klares Zeichen gegen rechte Vereinnahmung des Songs.