Pressespiegel 11.07.2026
Kulturverwaltung & Behörden
Infrastruktur-Investitionen und Personalwechsel prägen die aktuelle Kulturverwaltung. Während Bayern in die Sanierung seiner Hochschulen investiert, richtet sich der öffentliche Rundfunk personell neu aus.
Bayern investiert eine Milliarde Euro in die Sanierung von mehr als 120 Hochschulgebäuden, davon 340 Millionen Euro für konkrete Maßnahmen wie Dach-, Fassaden- und Fenstersanierungen an rund 30 bzw. 15 Standorten.
Timo Conraths, derzeit Hauptgeschäftsführer des DJV, übernimmt zum 1. Oktober die Leitung der RBB-Intendanz und folgt damit auf die kommissarische Leiterin Verena Keysers.
Institutionelle Kulturorte
Kultureinrichtungen wie Theater und Museen prägen das kulturelle Leben ihrer Regionen. Von logistischen Herausforderungen bis zu innovativen Ausstellungskonzepten: Ein Blick auf Institutionen, die ihre Besucher und die Gesellschaft formen.
Das Alpenstadtmuseum in Sonthofen zeigt die Allgäuer Geschichte von Tourismus bis Landwirtschaft und verbindet Tradition mit modernen Ausstellungen.
Nach einem Fahrzeugbrand im Parkhaus am Staatstheater Nürnberg bleibt die Tiefgarage auf unbestimmte Zeit gesperrt, da Hitze den Beton beschädigt und stellenweise die Stahlbewehrung freigelegt hat. Die Brandursache ist noch unklar.
Erinnerungskultur
Gedenkveranstaltungen, historische Publikationen und die Frage, wie Erinnerung lebendig bleibt: Diese Sektion widmet sich verschiedenen Formen der Auseinandersetzung mit Geschichte und deren Vermittlung in der Gegenwart.
Das Heilig-Blut-Fest in Burgwindheim wurde am 9. Juli 2026 offiziell in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Das auf das Jahr 1465 zurückgehende Fest ist eine von 19 Neuaufnahmen, die das Verzeichnis auf 103 Einträge erweitern.
Eine Studienreise des Evangelischen Bildungswerks Oberfranken-Mitte in die Niederlande zeigt, wie über 900 Kirchengebäude dort bereits zu Hotels, Supermärkten oder Kreativzentren umgenutzt wurden – ein mögliches Modell angesichts drohender Kirchenschließungen in Bayern bis 2035.
Thomas Spindler stellt am 13. Juli 2026 in Bamberg das 1912 erschienene deutsch-jüdische Liederbuch vor, das nach über 110 Jahren in der Israelischen Nationalbibliothek wiederentdeckt wurde. Die Veranstaltung organisieren DIG Bamberg und Capella Antiqua Bambergensis gemeinsam.
Polen hat mit einem Gedenkgottesdienst in Jedwabne an den Massenmord vom 10. Juli 1941 erinnert, bei dem rund 40 polnische Täter etwa 340 jüdische Nachbarn ermordeten. Gleichzeitig demonstrierten Rechtsextremisten am Rande der Veranstaltung.
Zum 80. Jubiläum der Frankfurter Hefte erinnert ein Beitrag an die Gründung der Zeitschrift durch Walter Dirks und Eugen Kogon im April 1946, die im Nachkriegsdeutschland Grundlagen für einen demokratischen Rechtsstaat diskutierten.
Zivilgesellschaft & Ehrenamt
Engagement und Spiritualität prägen das religiöse Leben in der Region: Das Erzbistum bildet erstmals Ehrenamtliche zu Begräbnisleitern aus, während die Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft zu Pilgerwanderungen auf den Jakobswegen einlädt.
Der Förderverein der VHS Bamberg Stadt überreicht der KulturTafel Bamberg Gutscheine im Wert von 6.000 Euro für VHS-Kurse, die Menschen mit geringem Einkommen Bildung und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Seit 2020 hat der Verein damit insgesamt 20.000 Euro gespendet.
Die Fränkische St. Jakobus-Gesellschaft lädt ab 18. Juli zu einer einwöchigen Sternwanderung auf mittelfränkischen Jakobswegen ein, die von Rothenburg ob der Tauber, Schwandorf und Kalchreuth zur St. Jakobs-Kirche in Nürnberg führt.
Das Erzbistum Bamberg hat erstmals acht Ehrenamtliche zu Begräbnisleitungen ausgebildet und von Erzbischof Herwig Gössl beauftragt, um angesichts sinkender Seelsorgerzahlen und steigender Bestattungsfälle die Pastoralteams zu entlasten.
Kulturvermittlung
Die Fachstelle Pop schafft neue Formate der kulturellen Vermittlung: Ein ThemenGeschichtsPfad lädt Besucherinnen und Besucher des Feierwerks zu einer interaktiven Entdeckungsreise ein.
Der 8. Band des ThemenGeschichtsPfad zur Münchner Popmusikgeschichte ist kostenlos im Feierwerk erhältlich und präsentiert 43 Stationen auf vier Routen; zur Langen Nacht der Musik am 9. Mai 2026 gibt es einen geführten Rundgang.
Das Bauernmuseum Bamberger Land bietet in den Sommerferien ein Ferienprogramm für Kinder von 6 bis 14 Jahren an, mit Angeboten wie Brotbacken, Filzen, Schnitzen und Songwriting. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung erfolgt online.
Bildende Kunst
Ausstellungen laden zu unerwarteten Begegnungen ein: Sei es mit echten menschlichen Körpern, künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum oder historischen Textilwerken von internationaler Bedeutung.
Die Ausstellung „KÖRPERWELTEN & Der Zyklus des Lebens" gastiert seit dem 10. Juli 2026 erstmals im Allgäu in der bigBOX Kempten und zeigt plastinierte menschliche Körper freiwilliger Spender bis zum 11. Oktober 2026.
Der über 950 Jahre alte Teppich von Bayeux ist erstmals seit seiner Entstehung wieder in England und wird von September 2026 bis Juli 2027 im Londoner British Museum ausgestellt.
Der Kunstverein Hannover zeigt mit „Under The Milky Way" eine Gruppenausstellung über urbane Kunstpraktiken im öffentlichen Raum, an der 18 Künstler und Kollektive Phänomene städtischer Infrastruktur und sozialer Realitäten künstlerisch untersuchen.
Das Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam hat 390 Kilogramm Erdnussbutter auf einem 25 Quadratmeter großen Boden verteilt, um den verstorbenen niederländischen Konzeptkünstler Wim T. Schippers mit seinem legendären Werk „Pindakaasvloer" zu ehren.
Film & Fotografie
Neue internationale Koproduktion in der Schweiz gestartet, ambitionierte Serien konkurrieren um Auszeichnungen. Bewegungen im Film- und Fernsehgeschäft zwischen Produktion und Prämierung.
Eine internationale Jury hat zwölf Finalisten des Leica Oskar Barnack Award (LOBA) ausgewählt; die Gewinner werden am 8. Oktober 2026 bekanntgegeben. Erstmals wird auch der neue LOBA Women Grant vergeben, dotiert mit Preisgeld und Leica-Ausrüstung.
Die ARD produziert gemeinsam mit RTS, France Télévision, Radio-Canada und TFO den sechsteiligen Coming-of-Age-Mystery-Thriller „Part Of Me", dessen Dreharbeiten in der Schweiz und Frankreich bis Ende August laufen.
Literatur
Porträts von Schriftstellerinnen und Schriftstellern, Gespräche über das Schreiben und Lesen, sowie Empfehlungen für die Sommerlektüre — ein Überblick über aktuelle Literatur im deutschsprachigen Raum.
Olivier Guez zeichnet in seinem Roman „Die Welt in ihren Händen" das Leben von Gertrude Bell nach: Die britische Archäologin und Geheimdienstmitarbeiterin prägte als Mit-Gründerin des modernen Irak und Beraterin König Faisals I. die Geschichte des Nahen Ostens.
Christine Wunnicke, Georg-Büchner-Preisträgerin 2026, beschreibt Schreiben als Erweiterung ihres Alltagslebens, das sie in ihren Romanen in fremde Länder und Zeiten führt – obwohl sie privat nicht gerne reist.
Die Bildungs- und Tagungshäuser Vierzehnheiligen starten gemeinsam mit der Ökumenischen Kur- und Urlauberseelsorge Bad Staffelstein die Veranstaltungsreihe „Im Schatten der Basilika", die Kultur, Spiritualität und Lebensfragen verbindet. Den Auftakt gestaltete Benediktinerpater Zacharias Heyes mit einem Bericht über sein Klosterleben in der Abtei Münsterschwarzach.
Kulturmanagerin Lavinia Frey erläutert im Interview, wie sie das Internationale Literaturfestival Berlin mit weltweiter zeitgenössischer Literatur, mehrsprachigen Lesungen und einem jährlich wechselnden Curator in Residence als Plattform für globalen literarischen Austausch gestaltet.
Ob unter dem Hitzedom, wenn ein Gewitter niedergeht oder in einer sternklaren Nacht: Am besten verbringt man den Sommer mit einem Buch. Oder mehreren! Empfehlungen aus der SZ-Redaktion für die heißeste Lesezeit des Jahres.
Musik
Von Wagners Ring bis K-Pop-Konzert: Diese Woche prägen Festivals und Großveranstaltungen die deutsche Musiklandschaft – zwischen Festival-Newcomern, Fanprojekten und historischen Schauplätzen.
Das Feierwerk München kämpft seit den 1980er Jahren für Proberäume und hat nach jahrzehntelangem Engagement mit dem AMP ein modernes, bezahlbares Proberaumzentrum für Musiker*innen realisiert.
Am 5. August wird in der Halberstädter Burchardi-Kirche eine achte Orgelpfeife in John Cages Organ²/ASLSP eingesetzt, das dort seit 2001 über 639 Jahre gespielt wird.
Beim Samba-Festival in Coburg feiern bis Sonntag mehr als 2500 Musiker und Tänzer lateinamerikanische Kultur in der gesamten Innenstadt.
Zum BTS-Konzert am 11. und 12. Juli 2026 in der Münchner Allianz Arena organisiert die Fanbase „GerARMY" mit 14 Kernmitgliedern und über 100 Helfern eine Aktion mit 30.000 selbst gebastelten Papier-Walen.
Nach einem Großbrand nahe dem Nürnberger Max-Morlock-Stadion ermittelt die Kripo zur Brandursache. Rund 300 Einsatzkräfte bekämpften das Feuer, ein Open-Air-Konzert wurde abgebrochen und ein Campingplatz geräumt.
Eine Dokumentation beleuchtet die Geschichte des Festspielhauses Bayreuth, das Richard Wagner vor 150 Jahren für die Uraufführung seines „Ring des Nibelungen" schuf, und porträtiert namhafte Regisseure sowie die Widersprüche der Wagner-Familie.
Beim Splash!-Festival in Ferropolis stellten fünf Newcomer im Rahmen von „THE SESSIONS" (ARD Kultur und Deutschrap ideal) Songs in einem Writing Camp fertig und performten diese anschließend live auf der großen Bühne.
Millionen Tonträger hat sie in ihrer langen Karriere verkauft, wurde zum Member of the Order of the British Empire ernannt – doch rauschhaft leicht war Bonnie Tylers Erfolg nie. Nachruf auf eine, die nicht aufgehört hat zu schuften.
Beim «Classic Open Air» am Berliner Gendarmenmarkt eröffnete das Konzerthausorchester unter Joana Mallwitz die Veranstaltungsreihe mit Werken von Gershwin und Weill; bis 14. Juli folgen unter anderem Auftritte von David Garrett und Alphaville.
Das Festival «Liederlauschen am Rand» in Zollbrücke im Oderbruch bringt deutsche und polnische Künstler mit Electropop, Funk und Rock zusammen und umfasst Workshops sowie ein bilinguales Theaterstück auf der Oder.
Theater & Darstellende Kunst
Das Theater verhandelt große menschliche Fragen: Wie gehen wir mit Irrationalität um, wer sind wir selbst, und welche dunklen Abgründe offenbaren sich in der Kunst? Aktuelle Inszenierungen und Personalien aus Deutschland und Frankreich zeigen die Vielfalt der Bühne.
Die Tragödie „Bakchen" von Euripides wird im Innenhof der Glyptothek aufgeführt und fragt nach der Rolle von Rausch und Irrationalität in der aufgeklärten Welt.
Der Jugendclub des Coburger Landestheaters zeigt in der Reithalle eine Inszenierung von „Alice im Wunderland", in der Alice den inneren Kampf gegen selbstzweifelnde Stimmen und gesellschaftliche Erwartungen auf dem Weg zur eigenen Identität durchlebt.
Julien Chavaz, aktuell Generalintendant des Theaters Magdeburg, wird ab Sommer 2028 neuer Opernintendant im Essener Aalto-Theater und Chef der Essener Philharmoniker – zunächst bis 2033.
Jedes Jahr im Juli fallen die Schauspieler in Avignon ein und verwandeln die Stadt in eine riesige Bühne. Dieses Jahr untersucht das Festival faszinierend den engen Zusammenhang zwischen der Kunst und dem Bösen.
Münchner Feuilleton-Herausgeberin Christiane Pfau fordert in einem Leserbrief die Verlängerung von Barbara Mundels Intendanz an den Münchner Kammerspielen und kritisiert den würdelosen Umgang der Stadtpolitik mit der erfolgreichen Theaterleiterin.
Sonstiges
Die Fachstelle Pop der Feierwerk listet aktuelle Förderungen für Musiker*innen, Bands und Veranstaltende in Bayern und bundesweit, darunter Programme von Initiative Musik, dem Kulturreferat München und dem Verband für Popkultur in Bayern.
Die Zahl der Zehn- bis 15-Jährigen, die Bücher kaufen oder geschenkt bekommen, ist dramatisch eingebrochen. Wie kann das sein? Und was muss jetzt getan werden? Ein Gespräch mit der Didaktik-Professorin und Lehrerausbilderin Sabine Anselm.
Eine Hochschule sucht eine Lehrperson für Pädagogische Praxis im Bereich Elementare Musikpädagogik mit bis zu 8 Semesterwochenstunden; vorausgesetzt werden ein einschlägiges Hochschulstudium und Erfahrung in der Elementaren Musikpraxis. Bewerbungen sind bis 5. August 2026 möglich.
Zum 100. Geburtstag von Heinz Bienefeld rückt der bislang als Geheimtipp geltende Architekt ins Rampenlicht: Er studierte in Köln, baute zunächst Kirchen und entwickelte dann einen von der Antike inspirierten Baustil.