Pressespiegel 13.07.2026
Erinnerungskultur
Geschichte und Persönlichkeiten stehen im Fokus: eine Universität verhandelt ihre koloniale Vergangenheit neu, eine vergessene Königin erhält ihre historische Würdigung, und das Andenken an einen verstorbenen Priester prägt das Gemeinschaftsleben.
Die Universität Freiburg gibt sechs aus der Kolonialzeit stammende Ahnen der kamerunischen Volksgruppe Maka in einem Gottesdienst am 16. Juli zurück; anschließend bringt eine Delegation die Verstorbenen nach Kamerun.
Karoline von Baden war evangelisch und ist es auch nach der Hochzeit mit Kurfürst Max Joseph von Bayern geblieben. Großkarolinenfeld bei Rosenheim erinnert schon im Ortsnamen an sie.
Erzbischof Herwig Gössl rief beim Bamberger Heinrichsfest dazu auf, der gesellschaftlichen Hektik mit Glaubensverankerung zu begegnen. Das Bistumsfest stand im Zeichen des 50. Todestages von Missionsmärtyrer Pater Rudolf Lunkenbein aus Döringstadt, der 1976 in Brasilien ermordet wurde.
Literatur
Die polnische Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk prägt das kulturelle Leben ihrer Heimat nachhaltig – nicht nur durch ihre Bücher, sondern auch als Gastgeberin eines jährlichen Festivals in Schlesien. Ein Besuch offenbart, wie eng Literatur und Zivilgesellschaft dort miteinander verflochten sind.
Jeden Sommer lädt die polnische Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk zum Festival nach Schlesien ein. Aber geht es da wirklich nur um Bücher? Ein Besuch.
Diese endlosen Sommer: Hans-Ulrich Treichel hat in seinem Roman „Das Karussell“ ein raffiniertes kleines Lebenszeitmodell gezimmert.
Musik
Von Klassik-Festivals über Indie-Elektronik bis zu Schlager-Gigs: Die Musikwelt zeigt sich in dieser Woche vielfältig und abwechslungsreich. Prominente Künstler und Musiker berichten von ihren aktuellen Projekten und Auftritten.
Kirill Gerstein und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks spielen beim Klassik am Odeonsplatz ein Programm mit Werken von Gershwin – vor der sanierungsbedingt verhüllten Feldherrnhalle.
Sopranistin Jeanine De Bique singt bei den Opernfestspielen im Prinzregententheater die Titelpartie in Händels „Alcina" und erläutert ihre Interpretation der Figur als vielschichtigen Charakter jenseits des Zauberin-Klischees.
Das 56. Bezirksmusikfest des Bezirks Chiem- und Rupertigau fand in Reit im Winkl statt, verbunden mit dem 200-jährigen Jubiläum der Musikkapelle Reit im Winkl. Über 40 Musikkapellen zogen im historischen Festzug durch den Ort.
Josef E. Köpplingers Inszenierung von Wagners „Der fliegende Holländer" beim Tiroler Festspiel Erl im Passionsspielhaus überzeugt, besonders mit Sopranistin Nina Bezu in der Rolle der Senta.
Riesen-Party im Bruckmühler Festzelt: Erst heizte Ballermann-Star Almklausi ein, dann sorgte Schlagerlegende Heino (85) für echte Gänsehaut-Momente.
KALIPO ist ein Berliner Elektronik-Produzent mit über 30 Millionen Streams, der mit fünf Soloalben einen Sound zwischen Dark Disco, Techno und Indie-Ästhetik etabliert hat und als Gründungsmitglied von Frittenbude bekannt ist.
Das Elektromusik-Festival Airbeat One in Neustadt-Glewe verzeichnete mit 210.000 Besuchern aus über 20 Ländern einen neuen Rekord bei seiner 23. Auflage, die thematisch den Niederlanden gewidmet war.
Das jüdische Kulturfestival Yiddish Summer Weimar hat seine 26. Ausgabe gestartet und steht unter dem Motto „Yiddish Women – Another Story of Modernity". Bis Mitte August umfasst das Programm 97 Veranstaltungen, darunter drei Uraufführungen zu jiddischsprachigen Frauenbiografien.
Die Pet Shop Boys spielten am 11. Juli erstmals in der Berliner Waldbühne und verwandelten das Freilichttheater mit Hits wie „Go West", „It's a Sin" und „West End Girls" vor rund 22.000 Zuschauern in einen Dancefloor.
Theater & Darstellende Kunst
Drei Theaterproduktionen erforschen die Abgründe der Gegenwart: von inneren Zweifeln über existenzielle Fragen bis zu brennenden Debatten der Zeit. Jeder Abend sucht dabei nach Ehrlichkeit zwischen Performance und Pop.
Das Young Pathos Kollektiv zeigt im Münchner Pathos mit „Creep" eine musikalische Performance über Minderwertigkeitsgefühle und soziale Ängste, in der sieben junge Künstlerinnen und Künstler mit Gesang, Tanz und Selbstironie ihren Selbstzweifeln begegnen.
Der Wal, jetzt auch auf der Bühne: Im Hamburg hat das Theaterstück „Timmy – die Hope stirbt zuletzt“ von Alexander Klessinger Premiere. Ein wilder, lustiger und nur stellenweise moralischer Ritt durch eine hitzige Debatte.
Sonstiges
Zu seinem Abschied spricht der 66-Jährige über seine persönliche Zerreißprobe, die Klugheit von Frauen und seine andauernde Expedition zu sich selbst.
Deutschland wird zum Hotspot und braucht gegen zunehmende Hitzewellen viel mehr Klimaanlagen. Stimmt das? Nein. Es braucht klügere Häuser und bessere Städte.
Der MDR kündigt juristische Schritte an, falls Sachsen-Anhalt nach der Landtagswahl unter einer AfD-Regierung den MDR-Staatsvertrag kündigt. Eine Kündigung wäre frühestens 2029 wirksam; der Rundfunkbeitrag bliebe unabhängig davon bestehen.
Die Auferstehungskirche München verwandelt sich einmal monatlich mit dem Projekt „Das Westend kocht & Mehr" in einen Begegnungsort für das Viertel, wo Menschen gemeinsam kochen und essen und zusätzlich Sozialberatung sowie eine Kleiderkammer genutzt werden können.
Beim Tänzelfest-Lagerleben in Kaufbeuren feierten rund 22.000 Besucher an Freitag und Samstag friedlich in der Altstadt; die Polizei verzeichnete lediglich vereinzelte Kleinstvorfälle ohne größere Sicherheitsstörungen.