Pressespiegel 27.07.2026
Erinnerungskultur
Mit dem Blick auf die NS-Vergangenheit und deren Nachwirkungen befassen sich Gedenkveranstaltungen und Diskurse in Deutschlands Kultureinrichtungen. Die Bayreuth Festspiele zum 150. Jubiläum stehen dabei exemplarisch für die Auseinandersetzung mit historischer Verantwortung und gegenwärtigen Bedrohungen der Demokratie.
Richard Wagner, der große Komponist und glühende Judenhasser – das gehört zur Identität Deutschlands. Welche Verantwortung ergibt sich daraus? Die Rede im Wortlaut.
Mehr als 300 Schüler des Gymnasiums Geretsried haben an einem Zeitzeugengespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Michael Bergmann teilgenommen.
Die Waldsiedlung Zehlendorf in Berlin wurde beim zweiten Anlauf als Erweiterung der UNESCO-Welterbestätte „Siedlungen der Berliner Moderne" anerkannt. Die sogenannte „Papageiensiedlung" entstand zwischen 1926 und 1932.
Die Unesco hat das palästinensische Dorf Sebastia im Westjordanland im Eilverfahren zum Weltkulturerbe und gleichzeitig zum bedrohten Welterbe erklärt, da israelische Behörden Enteignungen und eine Umgestaltung der archäologischen Stätte ankündigen.
Film & Fotografie
Kinofilme, Fotografie und Serien prägen das kulturelle Angebot der Woche. Neben neuen Produktionen und Besetzungen stehen auch Auszeichnungen und Open-Air-Veranstaltungen im Fokus.
Der Deutsche Preis für Audiostories wird 2024 nicht vergeben, weil die Film- und Medienstiftung NRW nach 30 Jahren ausgestiegen ist und der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband den Preis allein nicht finanzieren und organisieren kann.
Das ARD Sommerkino zeigt das Biopic über Lee Miller, das Model und Kriegsreporterin im Zweiten Weltkrieg, gespielt von Kate Winslet, die für die britische Vogue über NS-Bombenangriffe und die Befreiung Frankreichs berichtete.
Eva Karl Faltermeier wird neue Chefin bei „München Mord“. Alle Infos zur Christoph-Süß-Nachfolge und dem Abschied von Alexander Held.
Literatur
Frühe Frauenbewegung und zeitgenössische Lyrik: Rezensionen werfen einen Blick auf Geschichte und Gegenwart literarischer Auseinandersetzungen.
In „Die Vorkämpferinnen“ zeigt Bianca Walther, was sich gerade jüngere Leserinnen und Leser heute von den ganz frühen Feministinnen abgucken können.
Die tägliche Bücherschau bespricht unter anderem Maggie Nelsons Essay über Taylor Swift und Sylvia Plath, T.C. Boyles neuen Erzählband sowie Hillel Cohens Buch zur arabisch-palästinensischen Kooperation mit dem Zionismus.
Musik
Die Bayreuther Festspiele feiern ihr 150. Jubiläum im Zeichen der Versöhnung und neuer Perspektiven auf Wagner. Daneben blicken wir auf Ausfälle in der Tour-Szene und aktuelle Entwicklungen.
Die Bayreuther Festspiele führen Wagners „Rienzi" erstmals auf dem Grünen Hügel auf und erhalten dafür Ovationen: Regisseurinnen Szemerédy und Parditka inszenieren das Werk als Mahnmal gegen autoritäre Tendenzen und setzen es bewusst in Kontrast zu Hitlers Begeisterung für die Oper.
Die Internationalen Fredener Musiktage starten unter dem Motto „Lasst uns tanzen" mit Kammermusikkonzerten fast täglich bis zum 9. August in Freden und Umgebung; ergänzend gibt es Tanz-Workshops und eine Galerie.
Die französische Chansonsängerin Marie Paule Belle ist im Alter von 80 Jahren an Krebs gestorben. Sie wurde bekannt durch feministische, sozialkritische Chansons und ihren 1976er Hit „Parisienne".
Es war ein bis dato wohl nicht gekanntes Ausmaß: Taylor Swift spielte zwei Konzerte im Münchner Olympiastadion – Tausende hörten vom Olympiaberg aus zu.
Das Strandbad in Obing tobte: Knapp 1800 Besucher feierten das Konzert von DJ Ötzi am Samstagabend (25. Juli) ausgiebig.
Roxette hat alle Nordamerika-Konzerte der „40th Anniversary Tour" abgesagt. Veranstalter Live Nation begründet dies mit gestiegenen Tourneekosten; Per Gessle deutet an, dass zu wenige Tickets verkauft wurden.
Florian Silbereisens Shows gelten als feste Größe im Schlager-TV, doch nicht jeder Act wird eingeladen. Francine Jordi fehlt seit Jahren und auch eine andere Sängerin steht vor einem Rätsel.
Beim 39. Countryfestival in Ratscher versammeln sich Tausende Besucher am Bergsee, um mit Cowboyhüten, Line Dance und Country-Musik eine Atmosphäre des amerikanischen Südens zu erleben.
Theater & Darstellende Kunst
Die Salzburger Festspiele rücken Goethes „Faust" ins Zentrum mit einer radikalen Inszenierung von Ulrich Rasche. Daneben Wiederaufführungen und Theaterprojekte.
Ulrich Rasche inszeniert Goethes „Faust I" bei den Salzburger Festspielen als radikale Psycho-Studie: Fünf Darstellende verkörpern verschiedene Facetten ein und derselben Persönlichkeit auf einer Drehbühne mit charakteristischen Lichtwänden.
Das Jubiläumsfestival zu 30 Jahre cie. Toula Limnaios endet mit der Wiederaufführung von „if i was real" (2013), einem Tanzstück, das mit Videoleinwand, Kleidertausch und live übertragener GoPro-Kamera Identität und Körperlichkeit thematisiert.
Das Theaterprojekt „Licht und Schatten in Bamberg" nimmt Zuschauer auf eine Schattenreise durch die Geschichte der Weltkulturerbestadt Bamberg.
Sonstiges
In Tutzing haben Tausende Gäste am Wochenende die traditionelle Fischerhochzeit gefeiert. Rockstar Peter Maffay war dabei – und gestand, dass er zum ersten Mal seit 1982 bei dem Fest ist.
Einen Tag nach dem Angriff beim Berliner CSD findet der CSD in Mühldorf wie geplant statt. Die Veranstalter sehen die Veranstaltung als klares Zeichen gegen Einschüchterung; mehrere Hundert Menschen nahmen teil.
Karl Wiedemann aus Miesbach ist für seine Verdienste um die bayerische Trachtenkultur mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet worden.
Das Eberner Altstadtfest startete bei gutem Wetter in seinen Festbetrieb; Bürgermeisterin Isabell Zimmer eröffnete das als „Nordbayerns größtes Klassentreffen" bekannte Fest erstmals, ein weiterer Festtag folgt am Montag.
Die Band Heavysaurus begeistert beim Kultursommer in Rödental Jung und Alt mit einer Mischung aus Heavy Metal und Dino-Kostümen bei einem Freiluftkonzert.
Die tägliche Kulturrundschau bündelt Pressekritiken zu Kino, Kunst, Design, Theater, Literatur und Musik, darunter zum Exodus iranischer Filmschaffender, der Euroschein-Designabstimmung und den Verkaufsstrategien von Autorin Caroline Wahl.
Beim Origen Tanzfestival in Riom feiern acht Uraufführungen in drei Wochen Premiere, darunter Lucas Valentes präzises Tanzstück „Panem et Circenses" und Sébastien Bertauds „Dido und Aeneas" mit Tänzern der Pariser Oper; zudem begeistert Giovanni Netzers „Hannibal" auf 2300 Metern Höhe.
Bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen feiert Jean-Christophe Maillots „Ma Bayadère" deutsche Erstaufführung: Der Choreograf verlegt den Ballettklassiker hinter die Kulissen eines Theaters und verknüpft das Original mit einer Geschichte über Rivalität und Emotionen im Probenprozess.