Pressespiegel 29.07.2026
Institutionelle Kulturorte
Kultureinrichtungen suchen neue Aufführungsorte, Welterbestätten öffnen ihre Türen für Besucher.
Die Lach- und Schießgesellschaft zieht ab Ende September 2026 ins TamS Theater in Schwabing und bespielt es dort in der Spielzeit 26/27 rund 15 Wochen lang, während beide Bühnen ihr Programm weiterhin eigenständig verantworten.
Das historische Wasserwerk am Hochablass in Augsburg, seit 2019 UNESCO-Welterbe, öffnet ab 2. August jeden ersten Sonntag im Monat von 12 bis 17 Uhr zur freien Besichtigung mit kostenlosen Führungen.
Die Unesco hat das Teatro Amazonas in Manaus und das Theatro da Paz in Belém als Welterbe anerkannt. Die beiden historischen Opernhäuser aus der Kautschukboom-Ära sind die ersten Kulturstätten Nordbrasilien auf der Welterbeliste.
Erinnerungskultur
Denkmäler bewahren historisches Gedächtnis: heute von künstlerischen Lebenswerken.
In Ulm erinnert eine neue Stele an die dort geborene Schauspielerin und Sängerin Hildegard Knef (1925–2002). Das Denkmal ist das zwölfte einer Reihe von Gedenksäulen für bedeutende Ulmer Frauen.
Kulturvermittlung
Literarische und partizipative Angebote schaffen Raum für Begegnung und Entdeckung. Von der Frauenlesenacht bis zum Kindererlebnistag.
Im Gemeindezentrum Breitbrunn fand die 32. Frauenlesenacht unter dem Motto „Papperlapapp" statt. Rund 100 Frauen erlebten dabei eine stimmungsvolle Lesenacht, musikalisch eröffnet von Petra Schlosser.
Am 6. August veranstaltet das Freilichtmuseum Finsterau einen Kindererlebnistag, bei dem junge Besucher von 10 bis 16 Uhr traditionelles Landleben mit Mitmachaktionen, Handwerk und einer Theatervorstellung hautnah erleben können. Kinder haben freien Eintritt.
KI & Kultur
Die bei den Bayreuther Festspielen gezeigte „Walküre" mit KI-generierter Bühnenoptik erhielt geteilte Kritiken. Diese Sektion bietet einen Überblick.
Ein Frust-Erlebnis für beide Seiten der Bühnenrampe: Das Bayreuther KI-„Rheingold“ ist szenisch eine große Enttäuschung. Dafür gibt es eine First-Class-Besetzung.
Zum 150. Geburtstag gibt es in Bayreuth einen neuen „Ring“, Regie führt erstmals eine künstliche Intelligenz. Nach dem Eröffnungsabend hat man einige Fragen.
Bei der Bayreuther Festspiele-Neuproduktion des „Rheingold" überzeugen Christian Thielemann, das Festspielorchester und die Solisten, während die KI-gestützte Bühnenbildgestaltung von Marcus Lobbes als enttäuschend bewertet wird.
Die KI-gestützten Bühnenbilder von Marcus Lobbes in der Bayreuther Rheingold-Produktion überwältigen das Publikum mit sinnlosen Bildern und beeinträchtigen laut Kritiker Axel Brüggemann auch Christian Thielemanns musikalische Konzentration und Formgebung.
Die KI-generierte Bühnenoptik der Bayreuther „Walküre"-Inszenierung stößt auf gemischte Reaktionen, da sie Regiearbeit vollständig ersetzt und für Verwirrung sorgt. Dirigent Christian Thielemann sowie die Sänger Camilla Nylund und Michael Volle werden gefeiert.
Zum 150-jährigen Jubiläum zeigen die Bayreuther Festspiele eine KI-generierte Bühnenbildproduktion des „Rheingold", die nach der Premiere mit lautstarken Buh-Rufen, aber auch Applaus aufgenommen wird.
Bei den Bayreuther Festspielen ersetzt eine KI-gestützte Bildprojektion auf leerer Bühne die klassische Inszenierung des „Rheingold". Musikalisch überzeugen Dirigent Christian Thielemann und das Ensemble, die szenische KI-Umsetzung erntet jedoch überwiegend Kritik als dramaturgieloses Bilderspektakel.
Bildende Kunst
Von Kunstfestivals und Ausstellungen – die bildende Kunst zeigt sich in vielfältigen Formaten und Kontexten.
Das Museum Brandhorst zeigt mit „Carrying" eine Gruppenausstellung von sieben Künstlerinnen, die anhand lokaler Orte wie der Türkenkaserne und dem Türkentor die deutschtürkische sowie militärische Geschichte des Museumsumfelds kritisch befragen.
Beim OpenArt-Festival am Kronacher Jugend- und Kulturtreff Struwwelpeter verwandelte sich das Gelände zwei Tage lang in eine begehbare Galerie mit Kunst, Performances und Workshops – rund 750 Besucherinnen und Besucher nahmen teil.
Film & Fotografie
Von dem Einsatz künstlicher Intelligenz über neue Angebote von Streaming-Diensten bis hin zu preisgekrönten Ausstellungskonzepten zeigt sich die Vielfalt der aktuellen Themen.
Krimi trifft Kunst: Der ungewöhnliche Sechsteiler über eine Mordserie unter berühmten surrealistischen Künstlern wie Magritte und Dalí entpuppt sich selbst als surrealistisches Kunstwerk mit Charme, Witz und Anspruch.
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In China werden längst ganze Serien mit KI erstellt – und in der Filmbranche grassiert nicht Angst, sondern bereits Arbeitslosigkeit. Manch Schauspieler verkauft schon Gemüse.
Disney+ startet ab Herbst drei deutsche Eigenproduktionen und benennt den Disney Channel in Disney TV um, um neue Werbekunden zu gewinnen und alle Verwertungsfenster künftig selbst zu vermarkten.
Dakota Johnson verkörpert in Regisseurin Maggie Gylenhaals Film "Flesh Impact" Marilyn Monroe, Ellen Burstyn spielt eine alternative Version der Ikone. Die Weltpremiere ist 2026 bei den Filmfestspielen in Venedig geplant.
Whoopi Goldberg übernimmt eine Hauptrolle in der Netflix-Komödie "Women Like Us", produziert von Higher Ground, der Medienfirma von Barack und Michelle Obama, sowie Macro Film Studios. Die Dreharbeiten beginnen im Herbst in New York.
Der Berliner Senat vergibt anlässlich des 200. Geburtstags der Fotografie einmalig den EMOP Gallery Concept Award 2026/27: Zehn Berliner Galerien erhalten insgesamt 100.000 Euro für innovative Ausstellungskonzepte zur zeitgenössischen Fotografie beim European Month of Photography 2027.
Literatur
Autoren und Verlage im Fokus: Von neuen Romanen über essayistische Anthologien bis zu regionalen Verlagsprojekten – eine Auswahl aktueller literarischer Erscheinungen.
Annika Büsing wurde mit ihrem Debüt „Nordstadt“ bekannt. Ihr neuer Roman „Magisch“ sollte eine Liebesgeschichte werden – und bog dann doch dorthin ab, wo es weh tut.
Der lichtung verlag veröffentlicht 2025 mit „Mei Sprouch" eine Werkschau der Oberpfälzer Mundartlyrikerin Margret Hölle (1927–2023), ergänzt durch Hörbeispiele des Bayerischen Rundfunks und Illustrationen ihres Mannes Erich Hölle.
Denis Scheck witzelte über die „Schnatterzone der Damentoilette“, und schon ist er da: Der Sammelband, in dem Schriftstellerinnen wie Dana Vowinckel und Katja Eichinger berichten, was an diesem mystischen Ort wirklich passiert.
Roberto Saviano schildert in seinem Tatsachenroman „Meine Liebe stirbt nicht" das Schicksal der Studentin Rossella Casini, die sich in den späten 1970er-Jahren in einen 'Ndrangheta-Sohn verliebte und 1981 nach Aussagen vor der Staatsanwaltschaft spurlos verschwand.
Die tägliche Bücherschau bespricht unter anderem Alexandre Labruffes Roman „Cold Case" über koreanische Familiengeschichte, Gabriela Adamesteanus „Stimmen auf Abstand" sowie John Hendrix' Doppelbiografie über C.S. Lewis und J.R.R. Tolkien.
Musik
Ein musikalischer Weltrekordversuch, eine Karriererekonstruktion Karajans und neue Musikproduktionen prägen die aktuelle Musiklandschaft.
Wagners Frühwerk „Rienzi" wurde erstmals bei den Bayreuther Festspielen aufgeführt und erhielt geteilte Kritiken: Während SZ und Welt die Inszenierung von Szemerédy und Parditka feiern, zeigen sich FAZ und FR skeptisch.
Mehr als 2.000 Bläserinnen und Bläser aus ganz Deutschland wollen vom 30. Juli bis 2. August in der Nürnberger Kirche St. Jakob 72 Stunden nonstop musizieren und damit einen Weltrekord für Posaunenchöre aufstellen.
Geiger Ingolf Turban hat in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Grassau das erste Konzert eines Bach-Zyklus gegeben, in dem er alle Partiten und Solo-Sonaten von Johann Sebastian Bach aufführt – veranstaltet von der Wolfgang-Sawallisch-Stiftung.
Musikwissenschaftler Wolfgang Rathert fordert in seiner Karajan-Biografie „Macht, Ohnmacht, Vermächtnis" eine sachliche Aufarbeitung von Herbert von Karajans NS-Vergangenheit und weist nach, dass der Dirigent die Verfolgung jüdischer Kollegen gezielt für seinen Karriereaufstieg nutzte.
Die Bairisch-Folk-Gruppe Anheizholz aus Schnaitsee im Chiemgau stellt sich vor und veröffentlicht am 2. Oktober 2026 ihr Debütalbum „Funkenflug"; die Band tritt regelmäßig in Konzerthäusern der Region auf und ist im Radio zu hören.
Tom Morello kündigt sein neues Album „Everyone Gets Everything They Want" für den 25. September an und veröffentlicht die Single „Date Night", die von niederländischen Widerstandskämpferinnen gegen die Nazis im Zweiten Weltkrieg handelt.
Theater & Darstellende Kunst
Peter Handkes kontemplatives Monolog-Stück dominiert die Salzburger Festspiele mit Aufführungen, die konzentriert auf Sprache und innere Haltung setzen. Darüber hinaus blicken wir auf Besuchszahlen in Mecklenburg-Vorpommern.
Bei den Salzburger Festspielen wurde Peter Handkes „Schnee von gestern, Schnee von morgen“ mit Jens Harzer und Marina Galic uraufgeführt.
Die Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz verzeichnet mit rund 108.000 Besuchern einPlus von zwei Prozent, während das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin sanierungsbedingt von 136.000 auf 98.000 Besucher zurückfällt.
Volkskultur & Brauchtum
Traditionelle Volksmusik, Gesang und Tanz prägen die bayerische Kulturlandschaft. Institutionen wie die Volksmusikakademie in Freyung und Verbände wie der Oberlandler Gauverband bewahren und vermitteln dieses kulturelle Erbe.
Die Volksmusikakademie in Bayern in Freyung bietet als deutschlandweit einmalige Einrichtung ganzjährige Seminare, Kurse und Veranstaltungen rund um traditionelle Volksmusik für alle Altersgruppen und Leistungsstufen an.
Der Oberlandler Gauverband hat im Festzelt in Willing einen Heimatabend mit traditioneller Musik, Gesang und Tanz verschiedener Gruppen veranstaltet.
Sonstiges
Am 11. und 12. Dezember verwandelt sich der Pollinger Kirchplatz in eine leuchtende Freilichtbühne. Alle Gewinne werden für die 20 Millionen Euro teure Hospizerweiterung gespendet.
Gitarrenbaumeister Thomas Ochs aus Kemmern erhält erneut die Auszeichnung zum Umwelt- und Klimapakt Bayern für sein freiwilliges nachhaltiges Engagement im Handwerksbetrieb. Landrat Johannes Maciejonczyk überreichte die Urkunde persönlich.
Choreograf Shahar Binyamini zeigt mit der House of Dance Company und der Ballett-Akademie der HMTM zwei Stücke: „New Earth" erforscht den Körper als wandelbare Materie, „Bolero X" entfaltet anhand Ravels Musik die Kraft kollektiver Bewegung.
Die Akademie für Gesang NRW sucht unbefristet eine Gesangslehrkraft für Einzelunterricht, Konzertprojekte und Talentförderung im Ruhrgebiet, Bewerbungsschluss ist der 31. August 2026.