Pressespiegel 01.08.2026
Institutionelle Kulturorte
Museen, Ateliers und Veranstaltungshäuser werden renoviert, erhalten oder neu geplant. Die Artikel zeigen, wie Kulturinstitutionen mit Herausforderungen umgehen und sich dabei zukunftsfähig aufstellen.
Das Pacelli-Haus der Katholischen Hochschulgemeinde Erlangen wurde nach Jahren aufwendiger Sanierung wiedereröffnet. Der Umbau kostete rund 11,2 Millionen Euro und gilt als Beispielprojekt für nachhaltiges Bauen im Bestand.
Im Peschke-Haus in Flintsbach bewahrte Angelika Peschke das Atelier und den Nachlass ihres 2017 verstorbenen Mannes Christian Peschke nahezu unverändert. Ein Sommerfest mit Arbeiten der Künstlerin Bettina Nuschei nutzte den Ort, um Peschkes Werk wieder sichtbar zu machen.
Der Würzburger Stadtrat hat den Bau einer Multifunktionsarena für bis zu 7.000 Zuschauer beschlossen und zur Mitfinanzierung erstmals seit 35 Jahren die Gewerbesteuer erhöht. Die Gesamtkosten betragen rund 85 Millionen Euro.
Erinnerungskultur
Denkmäler, Gräber und Gedenkstätten bewahren Geschichte lebendig. Diese Beiträge zeigen, wie Orte und Personen unterschiedlichster Epochen in Erinnerung gehalten werden.
Bei der Generalsanierung des Regensburger Gesandtenfriedhofs haben Archäologen erstmals die barocken Grabkammern freigelegt und dabei historische Funde wie Keramiken, Tonpfeifen und eine Münze von 1793 entdeckt. Unter den 32 Grabplatten ruhen 110 Verstorbene, überwiegend Gesandte des Immerwährenden Reichstags.
Eine theatrale Schattenreise führt durch die Geschichte der Weltkulturerbestadt Bamberg und verbindet Licht- und Schattenelemente mit historischen Inhalten.
KI & Kultur
KI zwischen Urheberrecht und künstlerischer Praxis: Aktuelle Entwicklungen reichen von wegweisenden Gerichtsentscheidungen zum Training von KI-Modellen bis zum Einsatz Künstlicher Intelligenz auf der Opernbühne
Die Gema hat ihren Prozess gegen Suno gewonnen: Sie konnte nachweisen, dass die KI an geschützten Werken trainiert wurde. Eine interaktive Rekonstruktion der Beweisführung – mithilfe von Helene Fischer und „Daddy Cool“.
Im Bayreuther „Siegfried" überzeugt die KI-gestützte Bildflut von Kurator Marcus Lobbes kaum, doch Klaus Florian Vogt als Jung-Siegfried und Camilla Nylund als Brünnhilde liefern unter Christian Thielemanns Leitung eine vokale Sternstunde.
Bildende Kunst
Kunstinstallationen im öffentlichen Raum und Ausstellungsgeschichte: eine Sektion, die von ephemeren Kunstwerken und ihren Besucherzahlen berichtet. Im Fokus stehen Yayoi Kusamas Retrospektive in Köln und Ottmar Hörl's Mozartfiguren in Salzburg.
Die Yayoi-Kusama-Retrospektive im Museum Ludwig Köln endet mit über 450.000 Besuchern und übertrifft damit den bisherigen Rekord einer Edward-Hopper-Schau aus 2004/2005. Anschließend wandert die Ausstellung ins Stedelijk Museum Amsterdam.
Ottmar Hörl hat 320 goldene Mozart-Plastiken im Salzburger Mirabellgarten aufgestellt, davon wurden bereits 86 gestohlen. Hörl erstattet Anzeige – weniger aus moralischen Gründen als weil das Finanzamt sonst eine Veräußerung annehmen würde.
Film & Fotografie
Film und Fotografie zwischen künstlerischem Anspruch und gesellschaftlicher Debatte: Aktuelle Beiträge reichen von der kritischen Aufarbeitung filmhistorischer Werke bis hin zu fotografischen Positionen, die den Blick auf Menschen und Kultur in den Mittelpunkt stellen.
Er filmte sie als 13-jähriges Kind in einer Nacktszene, über die er lange nicht verhandeln wollte. Nun kündigt der 80-jährige Regisseur an, die strittige Szene in „Falsche Bewegung“ von 1974 herauszuschneiden.
Die Österreicherin Sandra Wollner ist ein Regietalent, ihre Filme werden von Jurys bejubelt. „Everytime“, über eine trauernde Mutter, ertrinkt allerdings im eigenen Kunstanspruch.
Produzent Simon Afram verklagt Netflix auf 105 Millionen Dollar, weil aus einem Büro des Streamingdienstes eine unverschlüsselte Master-Kopie des unveröffentlichten Nicolas-Cage-Films „Fortitude" gestohlen wurde und dadurch der Verkauf des Films gefährdet sei.
Redakteur Andre Foster begleitet den japanischen Fotografen Masanari Tsukamoto auf einer Reise durch die Präfektur Fukushima und porträtiert dessen Arbeitsweise: improvisiert, auf Menschen fokussiert und von japanischer Kultur sowie dem Hell-Dunkel-Prinzip „in-ei-raisan" geprägt.
Noch nie gab es so viele Bilder aus dem Urlaub – doch etwas fehlt vielen Instagram-Aufnahmen. Helfen könnte eine schöne Ausstellung in der Wiener Albertina, die sich den Anfängen der Reisefotografie widmet.
Literatur
Neue Romane, Festivals und Lesungen prägen das aktuelle Literaturgeschehen. Von Dave Eggers' Hinwendung zur analogen Kunst bis zum Erlanger Poetenfest – Autorinnen und Autoren erkunden gegenwärtig Fragen nach gutem Leben, Handwerk und kulturellem Zusammenhalt.
Dave Eggers wurde mit dystopischen Romanen über eine digitalisierte Zukunft berühmt. In „Contrapposto“ widmet er sich ganz der analogen Kunst und der Liebe. Kann er das genauso gut?
Das 46. Erlanger Poetenfest findet vom 28. bis 30. August unter dem Motto „Das gute Leben" statt und vereint mehr als 80 Autorinnen, Publizisten und Forschende zu Lesungen, Diskussionen und Veranstaltungen über Zuversicht in Krisenzeiten.
Asli Tohumcu liest bei einer Lesung und einem Gespräch aus ihrem Werk, wobei Dr. Marta Famula die deutsche Übersetzung aus dem Türkischen von Sabine Adatepe vorträgt.
Die tägliche Bücherschau bündelt Buchkritiken vom 31. Juli 2026 aus mehreren Medien, darunter Empfehlungen zu Heinrich Steinfests Novelle „Die Linkshänderinnen", Judith Pietrecks Kulturgeschichte des Applauses sowie Werken über Bob Dylan und den weiblichen Körper.
Musik
Musik zwischen Wettbewerb, Konzertbühne und gelebter Tradition: Aktuelle Beiträge reichen von internationalen Gesangswettbewerben und gefeierten Opernaufführungen bis hin zu bayerischen Musikinitiativen, die das vielfältige musikalische Leben im Freistaat sichtbar machen.
Wer wird der Tristan der Zukunft, steht irgendwo eine zweite Birgit Nilsson in den Startlöchern? In Bayreuth findet das Finale im Internationalen Gesangswettbewerbs für Wagner-Stimmen statt. Vor Publikum.
Tenor Benjamin Bernheim feiert bei den Salzburger Festspielen mit Jules Massenets konzertanter Oper „Werther" einen umjubelten Erfolg; das Publikum forderte nach seiner Arie „Pourquoi me réveiller" eine Wiederholung und applaudierte mit Standing Ovations.
Der ehemalige Intendant der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser, bleibt nach seiner Ablösung öffentlich präsent und befeuert so einen Transparenzstreit um die Kosten und Gründe seiner Vertragsauflösung, der die laufende Festspielsaison überschattet.
Mit einem 72-stündigen Weltrekordversuch in der Nürnberger St.-Jakobskirche rückt der Verband evangelischer Posaunenchöre in Bayern (VEP) seine rund 850 Chöre mit 15.000 Bläserinnen und Bläsern ins öffentliche Bewusstsein.
Das Liveprogramm „So klingt Bayern" zur Bayerischen Landesausstellung „Musik in Bayern" in Freyung zieht zur Halbzeit eine positive Bilanz: Rund 17.000 Besucherinnen und Besucher haben die täglichen Konzerte mit Genres von Volksmusik bis Jazz bereits besucht.
Nena eröffnet die Konzertwoche beim Rösler Open Air auf Schloss Eyrichshof, das seit fast 700 Jahren im Besitz der Familie von Rotenhan ist. Weitere Auftritte folgen bis zum 4. August, darunter In Extremo, Nino de Angelo und Gerhard Polt.
Theater & Darstellende Kunst
Theater zwischen Strukturwandel und Spielfreude: Aktuelle Entwicklungen reichen von Herausforderungen bei Intendanzen und Spielstätten bis hin zu innovativen Formaten, die Geschichte und Schauspiel im öffentlichen Raum verbinden.
Die Besetzung der Intendanz am Theater Brandenburg an der Havel verzögert sich weiter, weil die Stadt zunächst Finanzierungszusagen des Landes abwartet. Zudem steht nach einem Wasserschaden eine Sanierung von rund 1,4 Millionen Euro bevor.
Die Bamberger Gassenspiele präsentieren die Schauspielführung „Wie der Henker zu seinem Weib kam", eine szenische Stadtführung durch Bambergs historische Gassen.
Sonstiges
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert zwei Projekte im Steigerwald: die Dachsanierung der Filialkirche Heilig Kreuz in Scheinfeld-Erlabronn mit 17.000 Euro und die Restaurierung der Seuffert-Bittner-Orgel in der Pfarrkirche St. Marien in Markt Bibart mit 30.000 Euro.
Der WDR hat nach zehnstündigen Verhandlungen einen Tarifabschluss mit DJV, ver.di und Unisono erzielt: Gehälter steigen in drei Stufen um bis zu 5,73 Prozent bis 2028, Freie erhalten eine Einmalzahlung von 600 Euro.