Pressespiegel 03.08.2026
Erinnerungskultur
Erinnerungskultur zwischen Bewahren und Erzählen: Aktuelle Beiträge richten den Blick auf die Sicherung historischer Orte und auf bislang wenig bekannte Fluchtgeschichten jüdischer Menschen während des Nationalsozialismus.
Die erhaltene Apsis des 1844 eröffneten Israelitischen Tempels in Hamburg wird nach jahrzehntelangem Verfall durch den Landesbetrieb LIG saniert und soll als jüdisches Kulturdenkmal und öffentlicher Begegnungsort neu gestaltet werden.
Die Journalistin Iris Völlnagel und die Historikerin Margit Franz erforschen das wenig bekannte Schicksal jüdischer Geflüchteter, die vor dem Nationalsozialismus nach Indien flohen – darunter das Dresdner Ehepaar Lesser, das im Mumbai eine Pension für Geflüchtete betrieb.
Wirkung & gesellschaftlicher Nutzen
Kulturelle Angebote greifen gesellschaftliche Fragen auf und schaffen Räume für Reflexion und Teilhabe. Aktuelle Beiträge beleuchten ethische Fragen rund um Ausstellungspraxis und Menschenwürde sowie kulturelle Projekte, die Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.
Der Tod von Gunther von Hagens gibt Anlass, die ethische Debatte um seine „Körperwelten"-Ausstellungen neu zu betrachten: Wo endet individuelle Selbstbestimmung, wo beginnt der Schutz der Menschenwürde?
Schüler der fünften Klasse der Mittelschule Ebersdorf haben gemeinsam mit Graffiti-Künstler Norman „Anpy" Pfitzner zwei Wände mit Kunstwerken gegen Rassismus und Intoleranz gestaltet, gefördert durch das Programm „Demokratie leben!".
KI & Kultur
Künstliche Intelligenz verändert die Kulturbranche auf unterschiedlichen Ebenen: Aktuelle Beiträge beleuchten den Einsatz urheberrechtlich geschützter Werke beim Training von KI-Modellen sowie die Chancen und Grenzen KI-gestützter Gestaltung auf der Opernbühne.
Tech-Unternehmen kaufen tonnenweise alte Bücher, um die KI damit zu füttern. Gespräch mit einem deutschen Antiquar, für den das ein gutes Geschäft ist – der aber durchaus Anlass zu Skepsis sieht.
Die KI-gestützte Bildprojektion im Bayreuther „Ring"-Jubiläum scheitert laut Rezension an fehlender Dramaturgie und unverständlicher Struktur, während die musikalische Seite mit Christian Thielemann, Camilla Nylund und Klaus Florian Vogt überzeugt.
Der neue „Ring des Nibelungen“ bei den Bayreuther Festspielen polarisiert. Können die KI-generierten Welten die traditionelle Regie ersetzen?
Bildende Kunst
Bildende Kunst zwischen Museum und Stadtraum: Aktuelle Beiträge richten den Blick auf Ausstellungen in Augsburg und auf die Street-Art-Szene in Tel Aviv, die urbane Räume mit künstlerischen und gesellschaftlichen Themen prägt.
Augsburg gibt sich kraftvoll, kritisch, lustig – und mobil. Warum es sich lohnt, im Sommer einen Ausflug in die Fuggerstadt zu unternehmen.
Der israelische Street-Art-Experte Ettinger führt durch Tel Aviv und erklärt die lebendige, teils illegale Graffiti-Szene der Stadt, die politische Ereignisse, Alltagsgeschichten und Kunstkonflikte auf Hauswänden festhält.
Literatur
Literatur zwischen persönlicher Erfahrung und gesellschaftlicher Reflexion: Aktuelle Beiträge reichen von autobiografisch geprägten Romanen über den Nachruf auf eine Schriftstellerin bis hin zu Neuerscheinungen, die Familie, Einsamkeit und gesellschaftliche Verhältnisse aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.
Susanne Pawlik verarbeitet in ihrem Romandebüt «Weiterschwimmen» den Krebstod ihrer Tochter und schildert, wie tägliches Schwimmen ihr als Ritual half, Trauer zu überstehen und Lebensmut zurückzufinden.
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Mit ihren Romanen über die Schicksale in ihrer Familie im Vorarlberg hat sie eine enorme Leserschaft für sich gewonnen: Jetzt ist die Schriftstellerin Monika Helfer nach einem Sturz gestorben.
Die tägliche Buchkritik-Übersicht bespricht u. a. Patrick Ryans Familienroman „Buckeye", Dave Eggers' „Contrapposto", Stella Gaitanos „Eddos goldenes Lächeln" sowie Maike Luhmanns Sachbuch „Einsamkeit" aus verschiedenen deutschen Medien.
Musik
Musik zwischen Festspielbühnen, Blasmusik und Rock: Aktuelle Beiträge reichen von den Salzburger und Bayreuther Festspielen über bayerische Blasmusiktraditionen bis hin zu großen Open-Air-Konzerten und zeigen die Vielfalt musikalischer Ausdrucksformen.
Frank Castorf inszeniert Klaus Manns „Mephisto" am Berliner Ensemble und betont dessen radikale Selbstbefragung. Der Bayreuther KI-Ring erhält gemischte Kritiken, wobei Dirigent Christian Thielemann und Tenor Klaus Florian Vogt gelobt werden.
Ein nackter Jedermann, ein geschasster Intendant und eine Frau, die den Laden am Laufen hält: ein Report von den Salzburger Festspielen. Erstmals äußert sich auch der abservierte Markus Hinterhäuser.
Rund 1.800 Bläserinnen und Bläser aus mehr als 140 bayerischen Posaunenchören haben in Nürnbergs Jakobskirche 72 Stunden ununterbrochen Blechblasinstrumente gespielt und damit einen Weltrekordversuch gestartet, dessen offizielle Bestätigung noch aussteht.
Zum Finale in Eching lassen die Stars der Landjugend wie die Kapelle Josef Menzl oder der Oimara das Blech noch einmal mächtig scheppern. Für den Veranstalter gibt es nun kein Zurück mehr.
In Extremo begeistert 2.800 Fans beim Konzert im Schlosshof Eyrichshof mit einer zweistündigen Show aus Mittelalter-Metal, Feuerfontänen und ungeprobten Bühnenaktionen.
Sonstiges
Zum 150. Jubiläum der Bayreuther Festspiele trat DJ Alle Farben erstmals im Festspielhaus auf und feierte mit 1.700 Gästen eine Elektro-Party – ein bewusster Stilbruch der Festivalleiterin Katharina Wagner, um neues Publikum anzusprechen.
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Bund und Land erhöhen ihre Zuwendungen für die Bayreuther Festspiele auf je über 5,2 Millionen Euro jährlich und stärken damit ihren Einfluss als größte Anteilseigner, während Beobachter die Festspiele faktisch bereits als Staatstheater bezeichnen und die Familie Wagner als entmachtet sehen.
Zum Tod von Mary de Rachewiltz, die ihren weltberühmten Vater, den Dichter Ezra Pound, als „drückende Last“ empfand und doch seine unermüdliche Nachlassverwalterin wurde.
Die tägliche Feuilleton-Rundschau bündelt Debatten zu Islamismus und dem CSD-Anschlag, zur Massenmigration nach Ceuta, zur KI-gestützten Buchvernichtung durch Tech-Konzerne sowie zur Umdeutung des Gulag-Museums in Moskau als Ort einer neuen russischen Opfer-Geschichtserzählung.
Das Musée de Bretagne in Rennes eröffnet eine neue Dauerausstellung zur Dreyfus-Affäre und beleuchtet dabei zugleich die fragmentierte jüdische Geschichte der Bretagne vom Mittelalter bis zur kleinen Gegenwartsgemeinde.