Pressespiegel 07.08.2026
Kulturelle Teilhabe
Kulturelle Teilhabe zeigt sich von zwei Seiten: dort, wo sie gefeiert und ausgezeichnet wird, und dort, wo sie unter Druck gerät und Förderung wegbricht.
Rund um den 8. August bietet das Augsburger Hohe Friedensfest 2026 unter dem Motto „UN_SICHERHEIT" etwa 80 Veranstaltungen, darunter das kostenlose Kinderfriedensfest im Botanischen Garten sowie 13 Friedenstafeln in der ganzen Stadt.
Eine Führung im Jüdischen Museum Franken beleuchtet das Verhältnis von Judentum und Queerness: Referentin Michaela Regus zeigt, wie traditionelle Texte neu interpretiert werden, welche historischen Vorbilder existieren und warum die Öffnung jüdischer Gemeinden bis heute umstritten ist.
Der Deutsche Kulturrat zeichnet Schauspielerin Iris Berben mit dem Deutschen Kulturpolitikpreis 2026 aus und würdigt damit ihren jahrzehntelangen Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus. Die Verleihung findet am 24. September in der Staatsbibliothek zu Berlin statt.
Weniger als zwei Wochen nach dem Anschlag auf den Berliner CSD streicht das Familienministerium dem queeren Jugendnetzwerk Lambda die gesamte Bundesförderung, während auch der CSD Rathenow seine Fördermittel verliert.
Wirkung & gesellschaftlicher Nutzen
Kultur schafft Räume und verbindet Menschen über Generationen hinweg. Diese Artikel zeigen, wie künstlerisches Engagement und kulturelle Orte nachhaltig Gemeinschaften prägen und bereichern.
Ulrich Baldauf wohnt in der mittelalterlichen Nürnberger Stadtmauer. Wer bei ihm klingelt, muss Geduld haben. Es dauert, bis er öffnet.
Die Bregenzer Festspiele verzeichnen zur Halbzeit der Saison 2026 rund 133.000 Besucher und einen Tagesrekord von 15.000 Gästen am 1. August. „La traviata" auf der Seebühne ist mit 100 Prozent Auslastung ausverkauft.
Kulturvermittlung
Praktische Erfahrungen und aktives Gestalten stehen im Mittelpunkt dieser Angebote für unterschiedliche Altersgruppen – von Fotografie über Handwerk bis zu Hörspielen und Klangexperimenten.
Das Freilandmuseum Lehde bietet Kindern und Jugendlichen in den Sommerferien zwei Kreativworkshops: am 5. August Nassfilzen mit Schafwolle und am 8. August Papierherstellung aus Altpapier.
Die M94.5-Radiobühne veröffentlicht ihre letzte Folge vor der Sommerpause mit Hörstücken rund um das Thema „Summer Feelings", bevor die Kulturredaktion in die Sommerpause geht und im September zurückkehrt.
Institutionelle Kulturorte
Kulturelle Anlaufstellen und Ausflugsziele prägen das lokale Kulturleben. Diese Beiträge stellen aktuelle Veranstaltungen und kunstaffine Orte in der Region vor.
Die WABE Berlin bespielt im September 2026 wegen Schließung ihres Stammhauses eine Interimsspielstätte in der Schönfließer Straße 7 und bietet u. a. ein Sommerfest, Open-Mic-Abende, Chanson-Konzerte und DEFA-Liederabende.
MUCBOOK stellt zehn Kunstausflüge ins Münchner Umland vor, darunter das Franz Marc Museum am Kochelsee, das Münter-Haus in Murnau, das Kallmann-Museum Ismaning und die Artist Residency auf Gut Sonnenhausen – alle an einem Tag erreichbar.
Bildende Kunst
Von einer Einzelausstellung mit Lars Eidinger bis zu grundsätzlichen Fragen der künstlerischen Motivwahl: aktuelle Debatten und Präsentationen aus der Welt der bildenden Kunst.
Die Kunsthalle Tübingen zeigt von Oktober 2026 bis Februar 2027 über 200 Fotografien und Videos von Lars Eidinger im Dialog mit Werken aus der Haussammlung, darunter Positionen von Yves Klein, Joseph Beuys und Sigmar Polke.
Kunststudentin Marlene Wieder hat an der UdK Berlin eine Bildserie über Kühe entwickelt, inspiriert durch Aufenthalte auf einem dänischen Bauernhof, und setzt dabei Siebdruck ein, um den ihrer Meinung nach in der Kunst vernachlässigten Tieren Sichtbarkeit zu verschaffen.
Film & Fotografie
Die Sektion versammelt Beiträge aus Kino, Fernsehen und Fotografie: von Ausstellungen über Spielfilme bis zu Dokumentationen und Produktionen im Bewegtbildformat.
Eine Ausstellung in Murnau zeigt Selbstporträts aus der begehbaren Imago-Kamera und ehrt die Fotografin Susanna Kraus, die das Gerät wieder zugänglich machte.
Im Film »Lebensansichten eines Huhns« sucht eine Henne ihren Platz in der Welt. Um diese Suche für Ihre Hühner abzukürzen, verlosen wir einen extragemütlichen Hühnerstall.
Zieglerfilm hat für BR und ORF den Politthriller „Duell" gedreht, in dem Ursina Lardi eine Gesundheitsministerin spielt, die ihr KI-Überwachungsprojekt in einer eskalierenden Livesendung gegen Journalist Godehard Giese verteidigt. Die Ausstrahlung ist für 2026 im Ersten geplant.
Das Freilandmuseum Lehde zeigt im August 2025 an vier Abenden Filmklassiker der 1980er- und 1990er-Jahre unter freiem Himmel, darunter „Dirty Dancing", „Good Bye, Lenin!" und „Manta, Manta". Einlass ist jeweils ab 20 Uhr, der Eintritt kostet 8 Euro.
Literatur
Gefeiert, ausgezeichnet, weitergegeben: Literatur zwischen Klassiker und Neuerscheinung, Preis und Abschied.
Vor 100 Jahren veröffentlichte Thomas Mann mit „Der Zauberberg" einen Roman über einen jungen Mann, der sieben Jahre in einem Schweizer Sanatorium verbringt und dort philosophische, politische und existenzielle Debatten erlebt – ein Werk, das Literaturwissenschaftler heute als erschreckend aktuell einordnen.
25 Autorinnen und Autoren erkunden in dem Lesebuch „Berge" der edition lichtung in Gedichten, Kurzgeschichten und Prosatexten verschiedene Aspekte des Berglebens – von den Höhenzügen des Bayerischen Waldes bis zu den Dolomiten.
Journalist und Autor Stefan Aust erhält den Ehrenpreis des Bayerischen Buchpreises 2026 für sein publizistisches Gesamtwerk, darunter das RAF-Standardwerk „Der Baader-Meinhof-Komplex". Die Verleihung findet am 29. Oktober in München statt.
Nicht nur Liebeserklärungen an die Poesie, sondern auch sinnliche Leseförderung: Vier neue Bücher, die Kindern den Weg in die Lyrik weisen.
Hannah Häffners „Die Riesinnen“ und Miriam Carbes „Unerwünschte Töchter“ erzählen von mehreren Generationen von Frauen. Was alle miteinander und mit der Gegenwart verbindet: Sie können nie ganz die sein, die sie gern wären.
Wissenschaftliche Publikationen waren seine Passion, sein bekanntester Verlag trug auch seinen Namen. Zum Tod des großen Buchmenschen und Netzwerkers Klaus G. Saur.
Musik
Von Pop bis Neue Musik, von der Debatte bis zum Porträt: Musik in ihrer ganzen Bandbreite.
Wann braucht ein Frauenkörper einen Warnhinweis? Die Diskussion um Ariana Grande zeigt, dass die Öffentlichkeit lernen muss, wann es Zeit ist, einen Schritt zurückzutreten.
BR Klassik veröffentlicht eine zehnteilige Hörbiografie über die Geschwister Fanny und Felix Mendelssohn, gesprochen von Martina Gedeck, Sabin Tambrea und Udo Wachtveitl, die ihr Leben und Werk im frühen 19. Jahrhundert beleuchtet.
Für den Deutschen Radiopreis 2026 sind 15 Newcomer nominiert; die Verleihung findet am 10. September in Hamburg statt. Als Sommerhit des Jahres gilt „Dai Dai" von Shakira und Burna Boy, der fünf Wochen die deutschen Single-Charts anführt.
Die Rathenower Tage für Neue Musik finden vom 28. bis 30. August 2026 zum dritten Mal statt und umfassen Konzerte, Workshops, Opernuraufführungen und Klanginstallationen an verschiedenen Orten der Stadt bei freiem Eintritt.
Ihre Stimme ist so goldschön und wahnsinnig traurig, dass man sich an Sommer erinnert, die man gar nicht erlebt hat. Ein Treffen mit Sängerin Lotte.
Der bayerische Countertenor Klaus Nomi wird in den 1970ern in New York mit grotesken Auftritten zwischen Kunstlied und New Wave zum Kultstar und stirbt 1983 als eines der ersten prominenten AIDS-Opfer.
Tanz
Zwei Tanzfestivals starten in die Saison: zwischen Klassiker und Experiment und einem Auftakt, der die Erwartung nicht ganz einlöst.
Die Tanzwerkstatt Europa (TWE) in München eröffnet mit zwei Gastspielen: Anne Teresa de Keersmaekers Klassiker „Rosas danst Rosas" und Jan Rozmans experimentellem Solo „Wetware", wobei fünf weitere Performances bis zum 14. August folgen.
Die argentinische Choreografin Ayelen Parolin eröffnete das Internationale Sommerfestival auf Kampnagel mit der Deutschland-Premiere von „Irresistible Revolution", in der zwölf Tänzer*innen knapp eine Stunde lang zu lateinamerikanischen Rhythmen schütteln und zappeln – ein harmloser, karnevalesker Auftakt ohne revolutionären Anspruch.
Theater & Darstellende Kunst
Zwischen experimenteller Bühnenkunst, regionaler Geschichte und satirischem Vermächtnis: aktuelle Arbeiten von Theatermachern zwischen Provokation, Partizipation und Abschied.
Intendant Matthias Lilienthal macht die angekündigte Welle und eröffnet vor der Berliner Volksbühne ein Planschbecken. Gefüllt ist es vor allem mit der Behauptung, dass hier die Avantgarde schwimmt.
Thomas Perles Stück „WEGENER vergangen vergessen vorüber" thematisiert die verdrängte NS-Vergangenheit eines fiktiven Gasthauses in der steirischen Provinz; Martin Kreidt inszenierte die Uraufführung im Griessner Stadl in Stadl an der Mur mit grotesk überzeichnetem Spiel.
Gerhard Polt und die Well-Brüder begeistern im ausverkauften Nürnberger Serenadenhof mit einer Mischung aus politischer Satire, Musik und bayerischem Lokalkolorit. Der Abend wirkt wie ein möglicher Abschied der langjährigen Bühnenpartnerschaft.
Sonstiges
BR Fernsehen zeigt am 9. und 16. August 2026 jeweils um 20:15 Uhr die zwei meistgewählten Folgen der Volkssänger-Revue „Brettl-Spitzen" aus dem Hofbräuhaus, die Zuschauer im Juli per Abstimmung bestimmt haben.
Kurator Marcus Lobbes passt das KI-gesteuerte Bühnenbild des Bayreuther „Ring des Nibelungen" laufend an: Parameter wurden geändert, um ruhigere Bilder zu erzeugen und Sänger nicht mehr zu verdecken, nachdem die Premiere ein Buh-Konzert ausgelöst hatte.
Das KI-gesteuerte Bühnenbild des Bayreuther „Ring des Nibelungen" wurde nach heftiger Premierenkritik technisch und dramaturgisch angepasst: Kurator Marcus Lobbes ließ Parameter der Bildreaktionen mildern und die Durchlässigkeit der Frontprojektion verbessern.
Der TASCHEN-Verlag veröffentlicht die ersten 23 Marvel-„Star Wars"-Comics von 1977–1979 als großformatigen Sammelband, der experimentelle Figuren und Handlungsstränge vor dem heutigen Disney-Kanon dokumentiert.
Die Sparkasse Bamberg hat mit ihrer Spenden-Verdoppelungsaktion auf der Plattform WirWunder insgesamt 62.500 Euro für gemeinnützige Regionalprojekte gesammelt, davon 47.500 Euro von privaten Spendern und 15.000 Euro aus dem Aktionsbudget der Sparkasse.
Das Onlineportal „Würzburg erleben" blickt nach einem Jahr auf die Highlights seines Liveblogs zurück, der täglich aktuelle Infos, Fotos und Veranstaltungsberichte aus Würzburg liefert.
Maxi Pongratz tritt am 10. Oktober 2026 mit seinem Programm „rum&num" im Bauernmuseum Bamberger Land auf und verbindet dabei Volksmusik, Avantgarde und Poesie mit Akkordeon und Gesang.
Das Gäubodenvolksfest in Straubing startet mit einem Trachtenumzug und erwartet rund 1,3 Millionen Besucher über elf Tage. Im Vergleich zum Oktoberfest gilt es als regionaler und familienfreundlicher, verzeichnet jedoch leicht rückläufige Besucherzahlen.
ARTE überträgt Bizets „Carmen" in einer Neuinszenierung von Gabriela Carrizo live aus den Salzburger Festspielen, mit Asmik Grigorian in der Titelrolle und Teodor Currentzis am Pult, am 8. August um 21:45 Uhr.
Der Objektmöbel-Spezialist Casala eröffnet in der Design Werkschau München einen neuen Showroom, der Architekten, Fachhändlern und Objekteinrichtern die gesamte Kollektion erlebbar macht und Beratung vor Ort bietet.
Das Rösler Open Air auf Schloss Eyrichshof endete nach sechs Veranstaltungstagen mit einem positiven Fazit der Veranstalter, trotz ausbleibendem Besucherrekord. Eine Neuauflage im nächsten Jahr ist bereits bestätigt.
Vier Teenager verfolgen an der Mainzer Schauspielschule „Kolibri Entertainment" ihren Traum vom Schauspiel – mit Erfolgen wie einer Musical-Rolle am Staatstheater oder einem ZDF-Auftritt als junger Peter Maffay.
Die österreichische Performance-Künstlerin Holzinger zeigt auf der Biennale eine Installation, bei der Besucher Urin spenden, der aufbereitet in einen Glaskubus geleitet wird, in dem Stuntfrauen stundenlang verweilen.