Pressespiegel 18.08.2026
Bildende Kunst
Porträts von Künstlerpersönlichkeiten, Blicke in aktuelle Ausstellungen und die Sicherstellung gestohlener Werke.
Die Londoner Tate Modern rekonstruiert, wie aus der lokalen mexikanischen Malerin Frida Kahlo eine globale Ikone wurde. Und kann nicht anders, als die Ikonisierung weiter zu befördern.
Die Ausstellung „Stellprobe" im Belvedere 21 in Wien zeigt bis 4. Oktober über 150 Kunstwerke aus den Sammlungszugängen der letzten zehn Jahre und gibt einen Ausblick auf das Museum der Zukunft.
Die Kunsthalle Tübingen zeigt bis 13. September die Ausstellung „Alex Katz. Dancing with Reality" mit 40 großformatigen Gemälden und Grafiken des 97-jährigen New Yorker Künstlers, der das elegante, coole Amerika ins Bild setzt.
Das Museum der Moderne Salzburg zeigt mit „Baselitz jetzt" Spätwerke von Georg Baselitz, der im April 2025 verstarb: fragile, zarte Figuren auf Goldgrund, ergänzt durch Nylonstrümpfe als Material, zeugen von einer stillen Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit und Abschied.
Der Kunstkreis Grassau zeigt unter dem Motto „Moment mal" vom 19. bis 23. August Werke von 13 Künstlerinnen und Künstlern in der Alten Wache in Traunstein, täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet.
Die brasilianische Polizei hat acht im Dezember aus einer Bibliothek in São Paulo gestohlene Illustrationen aus Henri Matisses Kunstbuch „Jazz" sichergestellt und einen Verdächtigen festgenommen. Fünf Werke von Cândido Portinari bleiben verschwunden.
Film & Fotografie
Persönliche Schicksale und aktuelle Filmproduktionen prägen die Welt von Kino und Fernsehen. Von Biografien über Spielfilm-Tipps bis zu internationalen Produktionen und Oscar-Anwärtern.
Eine Fachjury wählt aus elf deutschen Filmen den Kandidaten für den Oscar in der Kategorie „Bester internationaler Film" aus, darunter Simon Verhoevens Kinohit „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" mit Senta Berger. German Films gibt die Entscheidung voraussichtlich am 25. August bekannt.
Charly Hübner spricht im Interview über seine Rolle als DDR-Bürger Paul im Kinofilm „Spaziergang nach Syrakus", der auf wahren Begebenheiten basiert und einen Mann zeigt, der heimlich aus der DDR nach Sizilien flieht.
MagentaTV startet am 8. Oktober die Thrillerserie "Droneland" mit Oliver Masucci, Sophie Mousel und Sibel Kekilli, basierend auf Tom Hillenbrands Roman "Drohnenland". Die Drehbücher mussten wegen rasanter Entwicklungen in KI und Drohnentechnologie laufend angepasst werden.
Die DGPh-Sektion Kunst, Markt & Recht feiert ihr 25-jähriges Bestehen; Fotografieexpertin Simone Klein spricht im Jubiläumsgespräch über die Etablierung von Fotografie im Kunstmarkt und den neuen Gruber Award für Marktakteure.
Das französische Unternehmen Eurazeo schreibt den Fotopreis 2026 aus: Fotografen aller Nationalitäten können ein Projekt zu einem Europa im Wandel einreichen und erhalten bei Auszeichnung 20.000 Euro sowie Unterstützung durch Branchenkontakte. Bewerbungsschluss ist der 13. September 2026.
Literatur
Ein Debüt über stille Opfer der NS-Zeit, aktuelle Buchempfehlungen und eine Lesung zum Thema Deutschsein: Die Literatursektion verbindet Zeitgeschichte, Rezensionen und Live-Lesungen.
In „Frieda“ sucht Geraldine Oetken nach ihrer Urgroßtante, die während der NS-Zeit in einem Heim für Menschen mit Behinderungen starb. Ein verdienstvolles Debüt, vor allem in dieser Zeit.
Madame Nielsen liest am 7. September 2026 in der Schönen Felder Villa Augsburg aus ihrem Roman „Das Zeitgeisterhaus. Eine deutsche Geschichte", spielt Klavier und diskutiert die Frage, was Deutschsein bedeutet.
Die tägliche Bücherschau bündelt Kritiken zu Neuerscheinungen, darunter Heinz Strunks Roman über das Scheitern einer Ehe in Heidelberg, Jan Gorkows Buch über AfD-Wähler in Vorpommern und Hans-Jürgen Papiers Werk über das Bundesverfassungsgericht.
Denis Schecks monatliche ARD-Literatursendung „Druckfrisch" stellt aktuelle Romane und Sachbücher vor, empfiehlt unter anderem Werke von Leonie Swann, Ursula Poznanski und Sophie Elmhirst und kommentiert die Spiegel-Bestsellerlisten.
Musik
Musik zwischen Nachwuchsförderung, Festivals und gesellschaftlicher Debatte: Aktuelle Beiträge reichen von neuen Impulsen in Klassik und Jazz über erfolgreiche Jugend- und Country-Festivals bis zu erfolgreichen Nachhaltigkeitskonzepten.
Aurel Dawidiuk, mit 25 Jahren mutmaßlich jüngster Generalmusikdirektor Deutschlands, übernimmt die künstlerische Leitung und Intendanz der Bochumer Symphoniker und plant unter anderem einen Beethoven-Zyklus sowie eine Dirigier-Akademie für Nachwuchstalente.
Musikkritiker und Jazzautor Wolfgang Sandner erhält den mit 10.000 Euro dotierten Hessischen Jazzpreis 2026 für seine jahrzehntelangen Verdienste um den Jazz. Die Verleihung findet am 26. September 2026 beim Hessischen Jazzpodium in Darmstadt statt.
Das Jugendfestival Young Euro Classic schloss seine 27. Ausgabe mit 90 % Auslastung und 22.800 Besuchern ab; den Europäischen Kompositionspreis erhielt der Portugiese César Rafael für sein Werk „Saudades, só portugueses".
Das Immling Festival 2026 hat sein 30. Jubiläumsjahr mit rund 21.000 Besuchern aus über 40 Nationen erfolgreich abgeschlossen; auf dem Programm standen vier Opernproduktionen, drei Orchesterkonzerte und das Musical „Cats".
Das Summer Breeze Open Air 2026 in Dinkelsbühl verzeichnete mit rund 50.000 Besuchern Rekord-Sauberkeit auf dem Festivalgelände. Der Vorverkauf für das 30. Jubiläum vom 18. bis 21. August 2027 hat bereits begonnen.
Das Country-Festival der Mountain Lions in Neustadt bei Coburg verzeichnete bei seiner 22. Auflage trotz Hitze täglich volles Haus. 2027 soll die 23. Ausgabe erneut Western-Fans anlocken.
Das STRAMU findet vom 11. bis 13. September 2026 in der Würzburger Innenstadt statt, mit über 150 Acts aus verschiedenen Nationen, darunter BrassGazz, Jon Kenzie und das Orchestra Fanfares Feyeriya; der Eintritt ist kostenlos.
Tanz
Die Tanzszene zeigt sich von unterschiedlichen Seiten: Das Berliner Festival „Tanz im August" erkundet melancholische und lebensfreudige Momente, während die 15-jährige Lina Wolf bei der Tanz-WM in Slowenien zur internationalen Spitze aufsteigt.
Der Auftakt des Berliner Festivals „Tanz im August“ wird zur Feier der Melancholie, der stärkste Auftritt aber ruft dem Publikum zu: Freut euch des Lebens!
Die 15-jährige Lina Wolf aus Marktredwitz erreicht bei der Tanz-WM in Slowenien mit nur 0,3 Punkten Rückstand auf Bronze eine Platzierung in der internationalen Spitze.
Theater & Darstellende Kunst
Zwischen Salzburger Festspielen und Berliner Theaterhäusern wird um Inszenierungen, Programmgestaltung und gesellschaftliche Verantwortung des Theaters gestritten. Vom Dramatischen bis zum Komischen: Ein Überblick über aktuelle Produktionen und Debatten der deutschsprachigen Theaterszene.
Matthias Lilienthal, neuer Intendant der Berliner Volksbühne, spricht über sein umstrittenes „Volksbad"-Projekt und seine Vision, das Theater mit internationalem Programm als politischen Gegenpol zur AfD zu positionieren.
Bei den Salzburger Festspielen inszeniert Nicolas Stemann Elfriede Jelineks Stück «Unter Tieren», in dem Tiere über Geld, Banken und Wirtschaftsskandale sprechen. Am Ende übernimmt live Künstliche Intelligenz die Bühne und ersetzt die Schauspieler.
Das Marionettentheater Kleines Spiel München gilt als ältestes Privattheater der Stadt und arbeitet mit Puppen aus dem Jahr 1949 – ab Herbst ist dort unter anderem „Macbeth" zu sehen.
Der Bernauer Theaterverein feiert am 20. August Premiere mit dem Schwank „Oaner spinnt immer"; weitere Aufführungen folgen bis 6. September, Karten kosten 11,50 Euro und sind in der Tourist-Info Bernau sowie online erhältlich.
Sonstiges
Thomas Bauer-Friedrich, Direktor des Museums Moritzburg in Halle, warnt vor den Kulturplänen der AfD in Sachsen-Anhalt: Die Partei wolle Förderung an ein patriotisches Bekenntnis knüpfen und gefährde damit kritische Kunst und Provenienzforschung zu Raubkunst.
Das MAK Frankfurt zeigt vom 1. bis 13. September 2026 die Ausstellung „Ambiente: 25 Jahre Talents – Lokale Perspektiven" mit Arbeiten von zehn ehemaligen Talents aus der Rhein-Main-Region im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026.
Hayden Panettière, die kürzlich verstorben ist, verkörperte in der Serie „Nashville" die Figur Juliette Barnes, die sexuelle Belästigung im Country-Radio-Betrieb thematisierte und damit Debatten über Missstände in der Musikbranche anstieß.