Pressespiegel 19.08.2026
Erinnerungskultur
Denkmalpflege und Denkmalverlust prägen den Erinnerungsdiskurs: Während das neue "Schwarzbuch der Denkmalpflege" alarmierende Bilanz zieht, werden historische Bauten zunehmend bedroht und verloren. Parallel dokumentiert die Erinnerungskultur zeithistorische Verantwortung und Vermächtnis.
In seinem neuen Schwarzbuch listet die Denkmalstiftung zahlreiche historische Bauten im Freistaat auf, die in den vergangenen zwei Jahren abgerissen oder zerstört worden sind.
Das Aschaffenburger Stadt- und Stiftsarchiv hat sein ältestes Buchexemplar, ein „Livre d'Heures" aus dem 15. Jahrhundert, erfolgreich restauriert. Herkunft und Entstehungsgeschichte des Stundenbuchs sind trotz zweijähriger Nachforschungen weiterhin ungeklärt.
Mirjam Zadoff, Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München, hält die Laudatio auf Philippe Sands, der am 11. Oktober in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält.
Film & Fotografie
Kinoerfolge, Preiswürdiges und seltene Aufnahmen: Die aktuelle Woche zeigt Bewegtbilder und Fotografie in ihrer ganzen Bandbreite.
BR-Journalistin und ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann übernimmt die Patenschaft für den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis 2026 und wird bei der Preisverleihung am 5. Dezember in der Nürnberger Tafelhalle auftreten.
Moderatorin Collien Monica Fernandes begleitet als Patin das Filmdrama „That's Why The Lady Is a Champ" auf einer Kinotour durch Hamburg, Berlin, Köln und Frankfurt, bei der sie nach Previews mit Fachleuten über häusliche Gewalt diskutiert.
Die Jury des PROFIFOTO NEW TALENT AWARD hat in Runde 26/2 aus 121 Einreichungen fünf Gewinner gekürt: Michael Rupp, Daniel Rose, Rudolf Sulgan, Giuseppe Cardoni und Chris Krey – im 20. Jahr des von Canon und ProfiFoto initiierten Förderpreises.
Die Fotogalerie GAF zeigt vom 27. August bis 4. Oktober 2026 die Ausstellung „The World Is Where You Stop" des polnischen Fotografen Tomasz Tomaszewski, kuratiert von Piotr Kowalski. Die Schau präsentiert einzelne, bewusst unbetitelte Augenblicksaufnahmen, die gesellschaftliche Gegensätze verdichten.
Die Pinault Collection zeigt ab 7. Oktober 2026 in der Pariser Bourse de Commerce die Ausstellung „Remember Me" mit mehreren hundert Fotografien von über 70 Künstlern, die von den Anfängen der Fotografie bis zur Gegenwart reichen.
Am 18. und 19. September 2026 öffnet die Vintage Paper Berlin in der Alten Münze Berlin-Mitte mit rund 45 internationalen Antiquariaten und Galerien, die historische Fotografien, Grafik und Papierarbeiten als Sammel- und Diskursraum präsentieren.
Literatur
Neuerscheinungen und Sachbücher über Schriftstellerei, Abenteuer und Geschichte. Isabel Allende teilt Schreibtipps, Gregor Sander erzählt vom Archäologen Heinrich Schliemann, und Philip Manow, Monika Maron und Jan Robert Weber schreiben gegen den Strom.
Isabel Allende verrät in „Unsere Geschichten“, was sie zur Weltbestsellerautorin gemacht hat, und gibt Ratschläge für alle, die es werden wollen. Nachahmung nur bedingt empfohlen.
Gregor Sanders Roman „Troja, später Nachmittag" zeichnet das Leben Heinrich Schliemanns nach – vom entbehrungsreichen Aufwachsen in Mecklenburg über seinen Aufstieg als Handelsmann bis zur Entdeckung Trojas als Hobbyarchäologe.
Liv Albert legt mit Illustrationen von Hazem Asif eine moderne, flüssige Nacherzählung von Homers Odyssee vor, die kindgerecht erklärt, aber auch Erwachsene anspricht und Homers Poesie bewahrt.
Belle Burden kommt aus der reichen Elite der USA. Ihr Memoir „Fremde“ wurde ein Bestseller, sie erzählt darin von einer Scheidung, die ihr Schmerzen macht wie jedem anderen – mit kleinen Unterschieden.
Mathias Brodkorb stellt drei Bücher vor: Philip Manow analysiert die Krise der Demokratie durch EU-Bürokratisierung, Monika Marons Tagebücher beleuchten ihr unbeirrbares Schaffen, und Jan Robert Weber behandelt mittelalterliche Sklaverei.
Verlorenes Kindheitsglück: Anthony Passerons Roman „Jacky“ verbindet ein Familiendrama mit der Geschichte der Computergames.
Musik
Musik zwischen technologischem Wandel, Wiederentdeckungen und Abschied: Aktuelle Beiträge reichen von der Debatte um KI-generierte Musik über Festivals und späte Uraufführungen bis zum Tod einer prägenden Persönlichkeit der Rockmusik.
Die Konzertreihe Unreleased warnt vor den Folgen KI-generierter Musik: Täglich erscheinen 90.000 KI-Tracks allein auf Deezer, während 71 Prozent der Musiker:innen in Deutschland und Frankreich ihre wirtschaftliche Existenz gefährdet sehen.
In der Evangelischen Stadtkirche Bad Reichenhall verband eine Orgelnacht Musik von drei Gastorganisten mit Lichtinstallationen, Leinwandübertragung und Pizzaduft zu einem Gesamterlebnis; gleichzeitig diente die Veranstaltung als Benefizkonzert für die geplante Orgelreinigung.
Das Internationale Düsseldorfer Orgelfestival (IDO) findet vom 26. September bis 1. November 2026 in seiner 21. Ausgabe statt und bietet 42 Konzerte mit Künstlern aus acht Ländern, darunter Helge Schneider als Organist und zwei Uraufführungen.
Beim Musikfest Berlin 2026 bringen das WDR Sinfonieorchester und Kent Nagano am 5. September die 15-sätzige Kantate La Sainte Face von Yvonne Loriod zur Uraufführung – 80 Jahre nach ihrer Entstehung 1945.
Der Drummer der legendären Rockband starb im Kreis seiner Familie auf seiner Ranch in Texas. Er wurde 77 Jahre alt.
Tanz
Das Staatsballett Berlin wird von Tanzkritikerinnen und -kritikern erneut für seine herausragende Arbeit geehrt. Daneben prägt künstlerische Vielfalt — von Musikvideos bis zu experimentellen Choreographien — das aktuelle Tanzschaffen.
Das Fachmagazin «Tanz» kürt das Staatsballett Berlin in einer Kritikerumfrage zum dritten Mal in Folge zur besten Kompanie, unter anderem für die Aufführung des in Russland verbotenen Stücks «Nurejew».
Beim Tanz-im-August-Festival in Berlin zeigen vier Produktionen – darunter zwei Deutschlandpremieren – Performances zwischen Weltuntergangskritik, Körperphilosophie und clownesker Absurdität, die unterschiedlich stark überzeugen.
Sonstiges
Die USA richten ihre Demokratieförderung unter der neuen Regierung inhaltlich neu aus und könnten künftig rechtskonservative Kräfte in Europa unterstützen – darunter Projekte wie das geplante Netzwerk „Freedom Alliance of the West" der deutschen Aktivistin Naomi Seibt.
Der BR startet zwei neue Formate für jüngere Volksmusik- und Brass-Fans: „Das Duell ums Zelt" ab 13. September und „Senf & Sounds" ab 18. Oktober, beide auf YouTube BR Heimat und im BR Fernsehen.
Farbe und Form als Spiegel ästhetischer Erfahrung: Das Kallmann-Museum präsentiert Werke des Münchner Malers Friedrich G. Scheuer, der in jungen Jahren ein begnadeter Kletterer war. Anlass ist sein runder Geburtstag.
Das Buchcafé Lang in Freyung feiert sein 40-jähriges Bestehen. Gründer Heinz Lang baute die Buchhandlung trotz finanzieller Hürden auf, erhielt 2015 den Preis des Deutschen Buchhandels und engagierte sich zudem als Kommunalpolitiker, Kulturinitiator und Mitgründer des Lichtland-Verlags.
Der Kulturverein AUXwerk e.V. veranstaltet am 12. September 2026 auf dem Augsburger Gaswerksgelände das zweite AUXfest, ein DIY-Festival mit elf lokalen Acts aus Rock, Metal und EDM bei freiem Eintritt auf Spendenbasis.
Die katholische City-Seelsorge eröffnet in Augsburg den „moritzpunkt" – einen Safe Space in der Maximilianstraße, der jungen Menschen im Nachtleben freitags und samstags von 22 bis 2 Uhr Schutz, Ruhe und Unterstützung bietet.