Pressespiegel 25.08.2026
Erinnerungskultur
Diebstähle von Stolpersteinen und Ausstellungen zu jüdischem Leben dokumentieren den Umgang mit Erinnerungskultur in der Gegenwart. Während materielle Denkmäler bedroht sind, werden durch Ausstellungen verdrängte Geschichten wieder sichtbar gemacht.
Das Jüdische Museum Augsburg Schwaben zeigt gemeinsam mit dem FC Augsburg und der Universität Augsburg eine Ausstellung über jüdisches Sportleben in Schwaben und die Ausgrenzung jüdischer Sportler durch die Nationalsozialisten ab 1933.
Im Süden Brandenburgs haben Unbekannte mehrere Stolpersteine gestohlen: zwei in Spremberg und einen in Forst, wo ein weiterer beschädigt wurde. Der Staatsschutz ermittelt.
Kulturelle Teilhabe
Kulturelle Angebote werden zugänglicher, inklusiver und stärker gemeinsam mit ihrem Publikum gestaltet: Aktuelle Beiträge zeigen neue Wege, wie Museen, Medien, Kommunen und Kulturinstitutionen unterschiedliche Menschen erreichen und zur Mitgestaltung einladen.
Der Stadtjugendring Bamberg hat eine Neuauflage des Kinderstadtplans veröffentlicht, der gemeinsam mit Grundschulkindern entwickelt wurde und Freizeitangebote, Sehenswürdigkeiten sowie kindliche Empfehlungen für Bamberg enthält.
Kunst von Grundschülern, ein Tag für Hunde: Der Kunstpalast in Düsseldorf und sein Direktor Felix Krämer zeigen, wie Museen sich dem Publikum heute öffnen können. Ist das nötig – oder schlicht banal?
Eine MDR-Dokumentation begleitet vier junge Menschen mit Behinderungen – Paul, Louisa, Sindy und Uwe – auf dem Weg zu einem inklusiven Konzert mit der Chemnitzer Philharmonie im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres.
Der WDR lädt am 30. September 100 Bürgerinnen und Bürger ins Kölner Funkhaus ein, um fünf neue Programmangebote vorzustellen und direktes Feedback einzuholen – als Teil des im Reform-Staatsvertrag geforderten Publikumsdialogs.
Bildende Kunst
Kunstmarkt zwischen Wiederentdeckung und Rekordpreisen: Werke von Ferdinand Hodler und Wassily Kandinsky erzielen bei Auktionen Millionenbeträge und übertreffen ihre Schätzungen deutlich.
Ferdinand Hodlers Gemälde „Sonnenuntergang am Genfersee von Caux aus" (1917) erzielte bei Koller in Zürich 6 Millionen Schweizer Franken – das Doppelte der Schätzung und der zweithöchste Auktionspreis für ein Werk des Schweizer Malers.
Kandinskys 1911 entstandenes Gemälde „Villa Seeburg am Staffelsee", kürzlich in einer Gelsenkirchener Privatsammlung entdeckt, erzielte bei Ketterer in München 4,4 Millionen Euro – mehr als das Doppelte der Schätzung.
Film & Fotografie
Film und Fotografie zwischen Festivalbühne und gesellschaftlicher Beobachtung: Aktuelle Beiträge reichen von neuen Impulsen im Kino über politisches Dokumentarfilmschaffen bis zu fotografischen Positionen, die Menschen und gesellschaftlichen Wandel in den Blick nehmen.
Festivalleiter Matthias Helwig erklärt im Interview, warum das Fünf Seen Filmfestival nach 20 Jahren auf 150 Filme gewachsen ist, welche Höhepunkte die Jubiläumsausgabe bietet und warum der deutsche Film mehr Mut zum Ungewöhnlichen braucht.
Die Oscar-Gewinner Yuval Abraham und Rachel Szor zeigen ihren neuen Dokumentarfilm „Naza" über das israelische Militärvorgehen in Gaza im Wettbewerb der Filmfestspiele Venedig; der Titel leitet sich vom hebräischen Militärjargon-Kürzel für Kollateralschaden ab.
Eurazeo schreibt 2026 den Eurazeo Photo Prize Grant aus, der professionelle Fotografen mit 20.000 Euro und künstlerischer Begleitung für Projekte in der Entwicklungsphase fördert. Das erste Thema lautet „Stories of Europe"; Bewerbungen sind bis 13. September 2026 möglich.
Die Deutsche Gesellschaft für Photographie verleiht Timm Rautert den DGPh Kulturpreis 2026 für sein Lebenswerk als Fotograf, Journalist und Professor, das dokumentarische, konzeptuelle und lehrende Dimensionen der Fotografie verbindet.
Die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) verleiht der französisch-amerikanischen Fotografin Jane Evelyn Atwood den Dr. Erich Salomon-Preis 2026 für ihr jahrzehntelanges dokumentarisches Werk über gesellschaftlich marginalisierte Menschen.
Das Kunstmuseum Moritzburg zeigt bis zum 20. September Fotografien von Helga Paris (1938–2024), die den Alltag und Wandel der Stadt Halle zwischen 1983 und 1985 dokumentieren.
Literatur
Literatur zwischen großen Ansprüchen und kritischer Betrachtung: Aktuelle Beiträge nehmen neue Romane unter die Lupe, die mit Fragen nach Identität, gesellschaftlichen Verhältnissen und dem Anspruch auf eine literarische Vermessung der Gegenwart antreten.
Eine Lyrikerin, die ihre Biografie erfunden hat, und eine Journalistin, die ihr auf der Spur ist: Die Plot-Idee von Özge İnans Roman „Die Dichterin“ ist fabelhaft. Doch die Figuren bleiben schematisch, die Sprache erstickt in Floskeln.
Mal wieder hat ein Autor den „großen Gegenwartsroman“ hingelegt – angeblich. Diesmal Philipp Oehmke mit dem Roman „Papenburg“. Man ahnt es schon: Bei dieser Flughöhe kann man nur scheitern.
Die Bücherschau fasst die Buchkritiken des Tages zusammen: Empfohlen werden unter anderem Leh Wei Liaos Roman „Glaszeit" (FR), Hannah Ritchies Klimabuch (FAZ) sowie eine Graphic Novel über das besetzte Brüssel von Fromental und Yslaire (taz).
Musik
Von den Salzburger Festspielen bis zu kleineren Operetten: Die deutschsprachigen Sommerfestivals und Musikveranstaltungen ziehen Publikum mit bewährten Klassikern und innovativen Neuinterpretationen an.
Die Salzburger Festspiele machen ihr Archiv lebendig – am schönsten mit Menschen, die sich an das Wichtigste erinnern: Wie Oper, Konzert und Theater sie verändert haben.
Die Bregenzer Festspiele beenden ihre 80. Saison mit einem Besucherrekord von rund 275.000 Gästen. Verdis „La traviata" auf der Seebühne war mit 28 ausverkauften Vorstellungen und 193.474 Besuchern der Hauptpublimsmagnet.
Das Moritzburg Festival schloss seine 34. Ausgabe mit 97 Prozent Auslastung und rund 7.300 Besuchern ab. Über 40 junge Künstler aus 19 Ländern der Moritzburg Akademie gestalteten das Abschlusskonzert im Dresdner Kulturpalast unter dem Motto „Alles im Fluss".
Die Sommeroperette Heldritt widmet sich Friedrich Hollaender: Eine Matinee auf der Waldbühne zeigt sein Leben zwischen Erfolg und Exil und präsentiert seine bekanntesten Lieder aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Ina Deter spricht im Interview über ein erschienenes Boxset, das ihr feministisches Lebenswerk in der Rockmusik dokumentiert, und äußert sich kritisch zur heutigen Rolle von Frauen in sozialen Medien.
Die in New Orleans lebende Klarinettistin und Saxofonistin Susanne Ortner tritt am 7. Oktober 2026 gemeinsam mit dem New-Orleans-Pianisten Tom McDermott in der Augsburger Puppenkiste auf.
Volkskultur & Brauchtum
Bayern feiert seine traditionellen Feste und Feiern mit großem Eifer. Von etablierten Ritualen wie Freischießen bis hin zu besonderen Wahlen zeigt sich die regionale Festkultur in ihrer ganzen Vielfalt.
Der Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk sucht gemeinsam mit ANTENNE BAYERN vom 24. August bis 20. September 2026 Bewerbungen für das Amt der Bayerischen Breznkönigin oder des Bayerischen Breznkönigs; die Krönung findet im Oktober in Ingolstadt statt.
Das 437. Kronacher Freischießen endete nach elf Festtagen mit positiver Bilanz: Zehntausende Besucher kamen zur Hofwiese, das Fest verlief friedlich und bot laut Beteiligten mehrere Neuerungen, darunter Sterneküche.
Sonstiges
Künstliche Intelligenz verbieten oder erlauben? Das ist die falsche Frage. Wichtiger wäre es, endlich ernsthaft darüber zu diskutieren, was die Studierenden lernen sollen. Ein Erfahrungsbericht aus dem extrem ernüchternden Uni-Alltag.
Ottering im Kreis Dingolfing-Landau kämpft um seinen Boaznkäfer. Das Wirtshaus als Kulturprojekt steht auf der Kippe – bekommt aber prominente Unterstützung. Dicht & Ergreifend plant ein großes Benefizkonzert in Landau. Mitte Oktober soll das steigen – die Einnahmen gehen an den Boaznkäfer. Tickets gibt´s schon jetzt online zu kaufen.
Das Designstudio Just Your Type betreibt bis zum 29. August den Pop-Up-Store „Take Your Type" im Münchner Ruffinihaus, wo Mona Franz und Sebastian Berbig Typografie durch Workshops und dreidimensionale Buchstaben erlebbar machen.
Hozo spricht selbst in Äthiopien kaum mehr jemand. Doch das will Küspert ändern – mit einem Wörterbuch und einer App.
MDANCE Classes startet am 16. September 2026 im CON Bamberg neue Jazztanz- und Musicalтанzkurse für Teilnehmende ab 10 Jahren, mittwochs und donnerstags. Die erste Stunde ist kostenlos.
In der Leopoldstraße hat im Juli der Club XOLO eröffnet, der mit elektronischer Musik abseits des Mainstreams, einem offenen DJ-Pult und einer Terrasse mit Vinyl-Sets eine eigene Clubidentität in Schwabing etablieren will.