Pressespiegel 30.08.2026
Kulturorte & Räume
Kulturelle Räume zwischen Neueröffnung und Umnutzung: Während in Eggenfelden ein neues Künstlerhaus niedrigschwellige Zugänge schafft, stellt sich für zahlreiche Kirchen in Bayern die Frage nach neuen Nutzungskonzepten.
In Eggenfelden hat Fotograf Alexander von Wiedenbeck ein saniertes Künstlerhaus eröffnet, das dauerhaft freien Eintritt bietet und ausstellenden Künstlern keine Miete berechnet. Zum Eröffnungswochenende kamen rund 750 Besucher.
Die evangelische Kirche in Bayern kategorisiert bis Jahresende ihre Gebäude, da künftig nur noch rund 50 Prozent kirchensteuermittelfinanziert werden können. Eine Tagung in Bad Alexandersbad diskutiert im September Umnutzungskonzepte für Oberfranken s 375 Kirchen und Kapellen.
Erinnerungskultur
Deutsche Geschichte trifft auf kulturelle Vergangenheitsbewältigung: Die Artikel befassen sich mit NS-Vergangenheit, Opfer von Extremismus und posthumer Ehrung. Von der Aufarbeitung der frühen Bundesrepublik über Gedenken an Terror-Opfer bis zur Benennung eines Flughafens nach einer verstorbenen Künstlerin.
In München haben rund 70 Menschen am Tatort in der Bad-Schachener-Straße an den Gemüsehändler Habil Kiliç erinnert, der vor 25 Jahren vom NSU erschossen wurde. Der Türkenrat München hatte zur Gedenkveranstaltung aufgerufen.
Veröffentlicht bei
Der Historiker Klaus-Dietmar Henke über die schwierigen Anfänge der BRD nach dem Nationalsozialismus, die vielen Lügen dieser Zeit – und darüber, wie der NS-Kollaborateur Hans Globke Kanzleramtschef bleiben konnte.
Zum 75. Jahrestag seiner Weihe wurde das Chiemgaukreuz auf der Kampenwand renoviert; Kardinal Reinhard Marx zelebriert die Gedenkmesse für die Gefallenen beider Weltkriege an der Gedächtniskapelle nahe der Steinlingalm.
Tennessee plant, den Nashville International Airport nach der verstorbenen Country-Legende Dolly Parton umzubenennen. Gouverneur Bill Lee und die Metro Nashville Airport Authority unterstützen den Vorschlag; ein Treffen dazu ist für den 17. September angesetzt.
Medienwandel & Kulturjournalismus
Medien zwischen politischem Druck und neuen Formen der Nachrichtenvermittlung: Aktuelle Beiträge beleuchten die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in polarisierten Debatten und den Aufstieg von Newsfluencern, die journalistische Inhalte und Informationswege verändern.
Der MDR warnt in Sachsen-Anhalt mit Schwarzbild-Einspielern vor seiner möglichen Abschaffung durch eine AfD-Regierung, stößt dabei jedoch auf dieselbe Taktik, mit der die AfD jede faktenbasierte Debatte unterbindet: indem sie deren Legitimität grundsätzlich verweigert.
Newsfluencer erklären auf TikTok, Instagram und YouTube Nachrichten in Kurzformaten und erreichen damit junges Publikum, das klassische Medien meidet. Ihr Erfolg durch Nähe und Schnelligkeit birgt jedoch Risiken wie fehlende redaktionelle Kontrolle und Anfälligkeit für Fehlinformationen.
Literatur
Literatur zwischen politischen Kontroversen und persönlichen Geschichten: Aktuelle Beiträge reichen von Debatten um Antisemitismus im Kulturbetrieb über den Weg zum eigenen Roman bis zu Neuerscheinungen, die sich mit Russland, Geschichte und gesellschaftlichem Wandel auseinandersetzen.
Der Kommentar sieht antisemitische Vorfälle im deutschen Kulturbetrieb, wie die Debatte um Jurymitglied Maha El Hissy beim Deutschen Buchpreis, als Teil einer gezielten geopolitischen Destabilisierungsstrategie durch postkolonialen Aktivismus, politischen Islam und autoritäre Staaten wie Russland.
Sonja Bauer aus Wallenfels nutzte eine chronische Erkrankung mit Fatigue-Syndrom als Anlass zum Schreiben und veröffentlichte unter dem Pseudonym Kathryn S. Evermore ihren Debütroman „Raven's Run".
Die tägliche Bücherschau bündelt Buchkritiken vom 29.08.2026, darunter Besprechungen zu Valeria Gordevs Roman über ein Russland ohne Putin, Ingo Schulzes Mecklenburg-Roman sowie Edgar Selges Buch über die Leningrader Blockade.
Musik
Von Kraftwerk-Konzerten über Trauermeldungen in der klassischen Musik bis zu Metal- und Jazz-Auftritten: Die aktuelle Musikwoche hält vielfältige Live-Ereignisse und Branchenmeldungen bereit.
Der italienische Dirigent und Belcanto-Spezialist Antonino Fogliani ist im Alter von 50 Jahren gestorben. Er war u. a. Musikdirektor des Festivals Rossini in Wildbad und langjähriger Gastdirigent der Bayerischen Staatsoper.
In Zeiten, in denen die große Designschule sich unter Beschuss der AfD befindet, treten „Kraftwerk“ am Bauhaus in Dessau auf. Die Gruppe begeistert die Menschen – und weicht am Ende minimal vom Protokoll ab.
Powerwolf spielte auf dem Coburger Schlossplatz ein Open-Air-Konzert und begeisterte die Fans mit lautem Metal-Sound.
Jodelweltmeisterin Andrea Wittmann leitet in Seebruck am Chiemsee eineinhalbstündige Jodelseminare für alle Altersgruppen ohne Vorkenntnisse; die nächsten Termine finden am 2., 9. und 16. September 2026 statt.
Die Kolumne bespricht vier Kulturereignisse: die Ruhrtriennale-Produktion „Vorhang!" zu Satie und Cage, eine arte-Dokumentation über Meredith Monk, das YouTube-Format von Toyah Willcox und Robert Fripp sowie Jeremy Eichlers Buch über Kriegsspuren in Meisterwerken des 20. Jahrhunderts.
Theater & Darstellende Kunst
Zwei Inszenierungen setzen etablierte Dramentexte in neuem Licht um: Michael Weber interpretiert Handkes „Selbstbezichtigung" am Theater Willy Praml, während Alexander Eisenach Shakespeares Figuren ins Rummelplatz-Milieu versetzt.
Michael Webers Inszenierung von Peter Handkes „Selbstbezichtigung" am Theater Willy Praml Frankfurt zeigt, dass das 60 Jahre alte Stück heute bühnenwirksam bleibt: Sechs Schauspieler machen Handkes Text-Tirade über gesellschaftliche Normen als unsichtbares Gefängnis erfahrbar.
Alexander Eisenach eröffnet die Spielzeit des Staatstheaters Kassel mit „Rummelnachtstraum", einer Freiluft-Adaption von Shakespeares „Sommernachtstraum" auf einem echten Jahrmarkt mit Autoscooter, Kettenkarussell und Riesenrad zwischen Schauspielhaus und Ottoneum.
Sonstiges
Florian André Unterburger, Projektmanager des Bayreuther Jubiläumsprogramms „Festival 150", berichtet im Interview, dass das Ziel von 150 Angeboten deutlich übertroffen wurde.
In Großbritannien läuft eine Boykottkampagne gegen Sacha Baron Cohens Kinofilm „Ali G: Who Iz I?" (Kinostart 22. Oktober): Die Plattform NewsCord verschickte allein an einem Tag über 36.000 E-Mails an Kinoketten, die den Film als rassistisch ablehnen sollen.
Das „heute-show Spezial: High Noon im Osten" mit Fabian Köster und Lutz van der Horst erzielte 2,07 Millionen Zuschauer und 17,5 Prozent Marktanteil bei 14- bis 49-Jährigen – die besten Sommerwerte der „heute-show"-Ableger im ZDF.
In Kulmbach findet erstmals ein Christopher Street Day unter dem Motto „Kulmbach braut Vielfalt" statt. Organisatorin Eva Drechsler und ihr Team wollen mit Demo und Feier ein Zeichen für Vielfalt und Zusammenhalt setzen – auch nach dem Berliner Anschlag.
Die interdisziplinäre Performance „POROUS MATTER" von Choreografin Anna Anderegg und dem Art x Science Office der Universität Zürich erkundet den menschlichen Körper als von Mikroorganismen durchsetzte, poröse Materie in einem immersiven Tanzstück am Zürcher Theater Spektakel.