Pressespiegel 31.08.2026
Institutionelle Kulturorte
Kulturinstitutionen zwischen Tradition, Öffnung und neuen Herausforderungen: Aktuelle Beiträge reichen von etablierten Veranstaltungsorten und erfolgreichen Publikumsformaten bis zur Frage, wie sich internationale Kulturarbeit unter wachsendem Spardruck neu ausrichtet.
Der Regentenbau in Bad Kissingen dient der Tanzsporttrainer-Vereinigung (TSTV e.V.) seit ihrer Gründung 1977 als jährlicher Veranstaltungsort für den Sommerkongress, einer Weiterbildungsmaßnahme für Top-Trainer, und blickt auf eine fast 100-jährige Tanzsporttradition zurück.
Der Kulturboden Hallstadt lädt am 13. September 2026 von 13 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür mit kostenlosem Live-Programm, Führungen und Ticket-Rabatten von bis zu 50 Prozent.
Gitte Zschoch, seit Juli 2026 neue Generalsekretärin des Goethe-Instituts, erläutert, wie die Organisation trotz wachsendem Spardruck ihre Arbeit zur Vermittlung deutscher Sprache und Kulturförderung in rund 100 Ländern neu ausrichten will.
Über 50.000 Besucher nahmen an der Langen Nacht der Museen in Berlin teil – mehr als im Vorjahr. 75 Museen öffneten unter dem Motto „Crime in Berlin" bis in die frühen Morgenstunden.
Zivilgesellschaft & Ehrenamt
Ehrenamtliche erhalten Anerkennung für ihr Engagement in verschiedensten Bereichen: Eine Auszeichnung würdigt das Einsatz für das jüdische Leben, während Freiwillige in den Alpen ein Berghaus vor dem Aus bewahrten.
Der Bundesantisemitismusbeauftragte Klein vergibt den Ehrenamtspreis für jüdisches Leben 2026 an das Kölner Musikfestival „Shalom-Musik.Koeln" und eine Berliner Initiative für jüdische Stadtrundgänge – je dotiert mit 5.000 Euro.
Ehrenamtliche retteten die Kahlrückenalpe im Allgäu, das höchstgelegene Gästehaus des Dekanats Neu-Ulm, das um 2017 wegen Brandschutzauflagen und finanzieller Probleme vor der Schließung stand, mit einem Förderverein und neuem Konzept.
Film & Fotografie
Film und Fotografie zwischen Festivalpolitik, Lebenswerk und Porträtkunst: Aktuelle Beiträge reichen von Debatten bei internationalen Filmfestspielen und ausgezeichneten Regisseuren über neue Kinoproduktionen bis zur fotografischen Dokumentation der elektronischen Musikszene.
Die Filmfestspiele Venedig streichen erstmals die traditionelle Jury-Pressekonferenz, offiziell wegen eines Terminkonflikts. Branchenexperten vermuten, die Absage solle politische Debatten wie jene über den Gaza-Krieg bei der Berlinale 2025 verhindern.
Volker Schlöndorff erhält beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen den Ehrenpreis für sein Lebenswerk; im Anschluss wurde seine Verfilmung „Rückkehr nach Montauk" gezeigt.
Im Thriller „Der Kinderflüsterer“ tötet jemand nach dem Muster eines längst gefassten Serienmörders. Das ist sehenswert, vor allem dank Robert De Niro und Adam Scott.
Das MOMEM in Frankfurt zeigt ab Oktober 2026 eine Ausstellung mit Porträtfotos von Katja Ruge, die seit den 1990er-Jahren Künstler der elektronischen Musikszene dokumentiert, ergänzt durch Planetarium-Events in Berlin, Bochum und Hamburg.
Musik
Barocke Meisterwerke und moderne Operninszenierungen treffen auf Fernsehgeschichte. Ein Überblick über aktuelle musikale Ereignisse und Wendepunkte.
Regisseur Andreas Wiedermann inszeniert Karol Szymanowskis Oper „König Roger" mit dem Ensemble Opera Incognita im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst als Parabel über kollektiven Wankelmut und den Verfall gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Max Emanuel Cenčić, Intendant von Bayreuth Baroque, spricht im Podcast über das am 4. September startende Festival, Händels Oper Floridante und die Aktualität des Barock als politisches und soziales Theater.
In Teuschnitz hat erstmals das „Teuschetzer Stoudtfest" stattgefunden, das die Vereinsgemeinschaft Teuschnitz mit Live-Musik, Kulinarik und Feuerwerk für alle Generationen ausgerichtet hat.
Stefan Mross kündigt in der vorletzten Ausgabe von „Immer wieder sonntags" an, das Format werde trotz der von der ARD beschlossenen Absetzung nach 30 Jahren irgendwie weitergehen – er hält sich dafür den Kalender von Juli bis September 2027 frei.
Theater & Darstellende Kunst
Schauplätze, Inszenierungen und Geschichtsvermittlung. Von Preisträger Samuel Koch über ungewöhnliche Spielorte bis zu Gedenktheater: Aktuelle Produktionen zeigen die Vielfalt gegenwärtiger Bühnenkunst.
Der Presseclub Dresden hat Schauspieler Samuel Koch mit dem Erich-Kästner-Preis (10.000 Euro) ausgezeichnet, um sein Engagement für gesellschaftliche Teilhabe und Barrierefreiheit von Menschen mit Handicap zu würdigen.
Erstmals zeigt Coburgs Kultursommer auf der Schlossplatz-Konzertbühne ein Schauspiel: Die „Jedermann"-Inszenierung bewegt sich zwischen konventionellem Volkstheater und Multimedia-Show, obwohl die Riesenbühne für Sprechtheater nur bedingt geeignet ist.
Judith Jungk inszeniert Virginia Woolfs „Orlando" am Theater Osnabrück als musikalisches Schauspiel mit Sascha Maria Icks, die Orlandos Reise durch vier Jahrhunderte und einen Geschlechterwechsel verkörpert – zugänglich, aber ohne tiefere Auseinandersetzung mit der Gegenwart.
Klaus Karl-Kraus begeisterte über 100 Zuschauer mit seinem Programm „KKK fasst zamm" in der Teufelshöhle Pottenstein – für den Erlanger Kabarettisten war es ein Premieren-Auftritt an diesem außergewöhnlichen Spielort.
Prodromos Tsinikoris zeigt beim Kunstfest Weimar mit seinem Dokumentartheaterstück „96 %" die Vernichtung der jüdischen Gemeinde Thessalonikis, deren Friedhof die Nazis zerstörten und deren 50.000 Bewohner zu 96 Prozent in Auschwitz-Birkenau ermordet wurden.
Sonstiges
Beim Rosstag in Rottach-Egern zogen geschmückte Pferde, historische Kutschen, Trachtengruppen und Blaskapellen vor zahlreichen Zuschauern durch den Ort; Mensch und Tier empfingen den kirchlichen Segen.
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Die Hochschule für Musik Detmold sucht eine Lehrkraft für besondere Aufgaben im Bereich „Körperarbeit und Intimitätskoordination" (50 %, unbefristet) mit Studienabschluss in Schauspiel, Gesang oder Regie sowie Erfahrung in der Intimitätskoordination.
Der Kronacher Kunstverein veranstaltete einen dreitägigen Kinder-Workshop zum Thema „Waldgeschichten", bei dem jeweils 17 Kinder unter Leitung der Bamberger Künstlerin und Montessori-Pädagogin Gudrun Wirsieg ihre Naturerlebnisse künstlerisch gestalteten.
Der Kreisjugendring Bayreuth veranstaltet am 2. September einen Graffiti-Workshop auf der Pumptrack-Anlage in Hollfeld, bei dem zwei Nürnberger Graffiti-Künstler 23 angemeldeten Jugendlichen zeigen, wie man legal mit Spraydosen arbeitet.
Rapper Dahabflex rief auf einer Wahlveranstaltung des Linken-Bezirksverbands Neukölln mit dem Song „Stop the Genocide" zu Gewalt gegen Israelis auf. Die Parteiführung verurteilte den Auftritt, will den Vorfall intern aufarbeiten.