Pressespiegel 12.09.2026
Kulturpolitik & politische Debatten
Budgetdebatten prägen derzeit die kulturpolitische Agenda in Deutschland. Von Verhandlungen zum Bundeskulturhaushalt über Sparmaßnahmen in Berlin bis zu lokalen Debatten zeigen sich vielfältige Herausforderungen und Konflikte um die Finanzierung von Kultur.
Der Bundestag berät erstmals den Bundeskulturhaushalt 2027 mit einem Volumen von 2,1 Milliarden Euro; Redner stritten dabei über kulturelle Vielfalt, Förderkürzungen und den Umgang mit Antisemitismus im Kulturbetrieb.
Berlins Theater- und Kulturszene steht vor massivem Spardruck durch Rekordschulden des Landes, während gleichzeitig ein struktureller Pfadwechsel in den darstellenden Künsten neue kulturpolitische Gestaltungsaufgaben stellt, die weit über Finanzierungsfragen hinausgehen.
Der Verein Darstellende Künste und das Kölner Kulturnetz kritisieren die Entscheidung der Stadt Köln, das Mülheimer Depot ab 2027/28 vollständig an den Unternehmer Frank Blase zu vermieten, als „kulturpolitisch fatales Signal" und fordern strukturelle Ersatzlösungen für die freie Szene.
Erinnerungskultur
Zwei Beiträge zur Aufarbeitung jüdischer Geschichte: die Rückgabe geraubter Kunstwerke und eine Ausstellung über jüdisches Sportleben in Augsburg und Schwaben.
Die Erbin eines jüdischen Sammlers erhält ein von den Nazis gestohlenes Gemälde zurück. 80 Jahre lang war das „Porträt einer Dame“ verschollen. Dann tauchte es zufällig in einer Immobilienanzeige auf.
Im Maximilianmuseum Augsburg zeigt eine Ausstellung vom 11. September bis 15. November 2026 die Geschichte jüdischer Sportlerinnen und Sportler in Bayerisch-Schwaben und deren Ausschluss unter dem Nationalsozialismus, erarbeitet von Studierenden der Universität Augsburg, dem Jüdischen Museum und dem FC Augsburg.
Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege veröffentlicht am 14. September 2026 den Bildband „Bibliotheken in Bayern", der 33 denkmalgeschützte Bibliotheken aus allen Regierungsbezirken mit Architekturfotografien und erläuternden Texten vorstellt.
Kulturelle Teilhabe
Zwischen Begegnung und eigenem Gestalten: Aktuelle Beiträge zeigen, wie offene Kulturorte Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenbringen und praktische Workshops dazu einladen, künstlerische Techniken selbst zu entdecken.
mosaico italiano e. V. eröffnet am 19. September 2026 das Haus der Kulturen in der Gaustadter Hauptstraße 81 in Bamberg als gemeinsamen Treffpunkt für italienische, portugiesische und griechische Vereine mit Live-Musik, Kunstausstellung und freiem Eintritt.
Die Leica Welt in Wetzlar bietet am 24. Oktober 2026 einen ganztägigen Workshop zur Kollodium-Nassplattenfotografie an, bei dem Fotograf Luis Seybold die Teilnehmer durch den historischen Prozess vom Beschichten bis zum fertigen Positiv-Unikat führt.
Bildende Kunst
Von technologiekritischen Installationen über fotografische Arbeiten bis zu Ausstellungen von Künstlerinnenkollektiven: aktuelle Positionen der bildenden Kunst erkunden gegenwärtige Wirklichkeiten und ihre Bedingungen.
Das Kunstmuseum Basel Gegenwart zeigt nach seiner Sanierung eine umfangreiche Werkschau der chinesischen Digitalkünstlerin Cao Fei, die in sieben Themenblöcken Videoarbeiten, VR-Installationen und Rauminszenierungen zu digitalem Kapitalismus, Arbeitswelt und virtueller Identität vereint.
Das Kunstmuseum St. Gallen zeigt bis 8. November 2026 die Ausstellung „Arrow of Time" der litauischen Künstlerin Emilija Škarnulytė mit Filmen und Installationen über Atomkraft, Technologie und deren langfristige ökologische Folgen.
Die Städtische Galerie Traunstein zeigt bis 11. Oktober die Ausstellung „Zwischen Sphären" mit Werken von Theresia Hefele, Mollu Heino, Anna Kiiskinen und Anne Pincus, die Naturerscheinungen und Alltagsbeobachtungen durch Malerei, Installation und experimentelle Fotografie transformieren.
Die Fotografin Annette Kelm wird als neues Mitglied in die Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste Berlin aufgenommen und erhält im September 2026 den Pauli-Preis.
Film & Fotografie
Film und Fotografie zwischen Heimat, Konflikt und Identität: Aktuelle Beiträge reichen von internationalen Festivalerfolgen und dokumentarischen Perspektiven auf Krieg und Migration bis zu fotografischen Arbeiten über regionale Lebenswelten und digitale Selbstbilder.
Ein Rückblick auf die 83. Filmfestspiele von Venedig benennt die Favoriten für den Goldenen Löwen, darunter der neuseeländische Regisseur Taika Waititi mit seinem Film „Place To Be".
HFF-Student Mykyta Gibalenko zeigt sein Langfilmdebüt „Camouflage" bei den Filmfestspielen Venedig; der Film erzählt von einem jungen Ukrainer, der 2021 nach München flüchtet und zwischen Migration, Identitätsverlust und dem Ausbruch des Krieges seine Heimat neu definiert.
Die Dokumentation „NAZA" von Yuval Abraham und Rachel Szor über Israels Kriegsführung in Gaza feierte ihre Premiere bei den Filmfestspielen Venedig mit Standing Ovations und ist die einzige Doku im Wettbewerb.
Befinden wir uns hier in 'The Matrix'? Nein, sondern im neuen Film des passionierten Kino-Quatschmachers Quentin Dupieux.
Die französische Komödie „Nur ein kleines bisschen Glück" von Pascal Elbé spielt im besetzten Frankreich 1940: Ein Deserteur gibt sich mit seiner Familie als jüdisch aus, um ein besseres Leben zu erlangen, mit Benoît Poelvoorde in der Hauptrolle.
Ein Mann, eine Frau, ein Boot: Nur sehr rudimentär ist Fabrice Aragnos fast dialogfreier 'Le Lac' an einer herkömmlichen Handlung interessiert.
Das Leben hat den Menschen in diesem kargen Landstrich Ostbayerns viel abverlangt. Martin Waldbauer zeigt es in seinem neuen Bildband.
Lauren Greenfield zeigt in „Social Studies" bei Fotografiska Berlin (26. September 2026 bis 12. Januar 2027) auf 5.000 Quadratmetern, wie 30 Jugendliche aus Los Angeles ihre Identität in sozialen Medien konstruieren – basierend auf Smartphone-Daten und über 2.000 Stunden Screen-Recordings.
Musik
Farin Urlaub stürmt die Charts, Oasis kündet Tourdaten an und die deutsche Musikszene präsentiert neue Acts. Daneben sorgt ein Kammerkonzert für Aufsehen.
Farin Urlaub erreicht mit seinem Soloalbum "Ein Lächeln im Gesicht" Platz eins der Offiziellen Deutschen Album-Charts – sein erster Nummer-eins-Erfolg unter eigenem Namen seit 2005.
Oasis kündigt am Montag voraussichtlich neue Tourdaten an, nachdem eine Drohnen-Lichtershow in Manchester Spekulationen ausgelöst hat. Auch Deutschland – konkret München – gilt als möglicher Konzertort.
Die Münchner Indie-Rock-Band Versacer veröffentlicht im September ihr zweites selbstbetiteltes Album, das Synthies, Wave-Gitarren und zweisprachige Texte vereint und klanglich eher an New York oder Manchester als an München erinnert.
Die Rammstein-Tributeband STAHLZEIT gastiert am 5. Januar 2027 in der BROSE ARENA Bamberg im Rahmen ihrer europaweiten „WAS ICH LIEBE"-Tour mit Pyroshow und Lichtinszenierung.
Das Musik Forum Sachrang veranstaltet im September und Oktober 2026 Meisterkurse in Horn, Gesang und Oboe sowie begleitende Konzerte in Sachrang, geleitet von Professoren Johannes Hinterholzer, Juliane Banse und Hansjörg Schellenberger.
Theater & Darstellende Kunst
Kabarett und Schauspiel stehen im Mittelpunkt dieser Woche: Bully Herbig füllt die Münchner Olympiahalle, die legendäre Kabarettistin Lisa Fitz feiert ihren 75. Geburtstag, und auf den Bühnen wird neben Comedy auch Goethes Faust und Rilke-Poesie inszeniert.
Behandelt in 2 Quellen
Die bayerische Kabarettistin Lisa Fitz feiert ihren 75. Geburtstag. Trotz des runden Jubiläums plant sie keinen Rückzug von der Bühne, sondern lediglich eine Reduzierung ihres Auftrittsrhythmus.
- «Die Bühne hält jung» - Kabarettistin Lisa Fitz wird 75ansehen ↗Antenne Bayern12.09.2026
Lisa Fitz wird am 15. September 75 Jahre alt und denkt nicht ans Aufhören: Die bayerische Kabarettistin tritt weiterhin auf und zeigt mit ihrem aktuellen Programm „Heimleuchten" bissig-humorige Gesellschaftskritik.
- Bayerisches Kabarett-Urgestein Lisa Fitz wird 75 – fühlt sich biologisch 66ansehen ↗DieBayern.de12.09.2026
Die bayerische Kabarettistin Lisa Fitz wird 75 Jahre alt und plant trotzdem keinen Ruhestand, da sie die Bühne als Jungbrunnen betrachtet und ihr aktuelles Programm „Heimleuchten" weiterführt.
„Leider live“ heißt der Abend, mit dem Bully Herbig die Münchner Olympiahalle ausverkauft. Offiziell ganz ohne Programm. Aber ein bisschen was vorbereitet hat er dann doch.
Intendantin Sarah Kohrs inszeniert Goethes „Faust" für das Landestheater Schwaben, mit Premiere am 25. September im Großen Haus Memmingen. Josephine Bönsch spielt Mephistopheles, die Titelrolle teilen sich Harald Schröpfer und Joscha Schönhaus.
Das Musiktheater „Zwischen den Sternen" von Theaterpoetin Gabriele Beier gastiert am 17. Oktober 2026 auf Schloss Elmischwang in Fischach und verbindet Rilkes Poesie mit Tanz, Gesang und Live-Musik.
Sonstiges
Die Generalstaatsanwaltschaft München ermittelt nach einer Morddrohung gegen Charlotte Knobloch, Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, die im Englischen Garten entdeckt wurde und im Zusammenhang mit dem AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt stand.
Veröffentlicht bei
Der CORRECTIV.Verlag startet die Werkzeug-Buchreihe, die journalistisches Praxiswissen zu Populismus, Humor und Medienkompetenz allgemeinverständlich vermittelt; die ersten zwei Bände erscheinen, ein dritter zu Desinformation folgt.
Neuer Audioguide führt per App durch die Altstadt – individuelles Entdecken mit Hörstationen