Pressespiegel
Tägliche Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus
Thema: Diversität & Repräsentation
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Michel Friedman sollte zum Auftakt der 150. Bayreuther Festspiele über Antisemitismus sprechen. Die Veranstaltung wurde wegen „Sicherheitsbedenken“ abgesagt.
Der Umgang der einst vom Judenhass verseuchten Wagner-Festspiele mit dem Juden Michel Friedman lässt tief blicken in die Seele dieses Landes.
Ein iranisches Gericht verurteilt die Sängerin Parastoo Ahmadi zu 74 Peitschenhieben sowie einem zweijährigen Berufs- und Ausreiseverbot, weil sie ohne Kopftuch und Ärmel aufgetreten war.
Charlotte Knobloch bezeichnet die Absage des geplanten Auftritts von Michel Friedman zur Eröffnung der 150. Bayreuther Festspiele als „Bankrotterklärung" und wirft der Festspielleitung vor, eine Chance zur Aufarbeitung ihrer NS-Vergangenheit verspielt zu haben.
Das Kulturjahr „Tacheles 2026" zu jüdischer Kultur in Sachsen verzeichnet mit bereits 620 Veranstaltungen in 85 Städten weit mehr Beteiligung als erwartet – ursprünglich waren 365 geplant, nun gelten 1.000 als realistisches Jahresziel.
Das Landgericht Regensburg hat im Prozess um Schmerzensgeld für ein ehemaliges Mitglied der Regensburger Domspatzen ein Urteil gefällt, dessen Inhalt vorerst geheim bleibt. Laut Bistum Regensburg wurde die Klage wegen Verjährung abgewiesen.
Die jüdische Autorin Mirna Funk wurde kurzfristig vom Comedia Theater Köln ausgeladen, wo sie über Macht und Schönheit diskutieren sollte. Im Interview schildert sie, wie sie von der Absage erfuhr und bewertet den Vorfall als Cancel Culture im Kulturbetrieb.
Alevit:innen begehen im Monat Muharrem ein zwölftägiges Fasten zum Gedenken an das Martyrium von Imam Hüseyin in Kerbela (680 n. Chr.), verbunden mit Enthaltsamkeit, ethischen Regeln und dem anschließenden Aşure-Fest am 13. Tag.
Ein US-Bundesrichter hat alle 18 Klagepunkte von Dawn Richard gegen Sean „Diddy" Combs wegen sexuellen Missbrauchs abgewiesen, da die meisten Ansprüche verjährt sind. Richards Anwalt kündigte an, den Hauptanspruch vor einem New Yorker Staatsgericht neu einzureichen.
Hana Yael Tebelmann von Keshet Deutschland berichtet im Interview über den Pride Month, zunehmenden Antisemitismus in queeren Räumen und den Ausschluss jüdischer LGBTQ-Gruppen, die sich nicht von Israel distanzieren wollen.
Während Trump auf dem South Lawn des Weißen Hauses ein kostspieliges UFC-Event als Geburtstagsfeier ausrichtet, veranstalten Künstler um Jane Fonda am 14. Juni in New York das Benefizkonzert „Rise Up Sing Out" zugunsten des Committee for the First Amendment.
Jüdinnen und Juden in Norwegen stehen vor der Herausforderung, Schabbatzeiten an extreme Lichtverhältnisse anzupassen: Im Sommer gibt es kaum Sonnenuntergang, im Winter beginnt der Ruhetag bereits um 15 Uhr.
Augsburger Kirchen veranstalten ab 13. Juni unter dem Motto „Unübersehbar – Facetten der Sichtbarkeit" eine Reihe mit Ausstellungen, Lesungen und Gottesdiensten zu queeren Lebenswirklichkeiten, um Glauben und queere Identität als vereinbar darzustellen.
Model Jennifer An erhebt im BBC-Interview Vorwürfe gegen Kanye West: Er soll sie 2010 beim Dreh eines Musikvideos gewürgt und sexuelle Handlungen simuliert haben. Eine 2024 eingereichte Zivilklage läuft; Wests Anwälte bestreiten die Vorwürfe und berufen sich auf Kunstfreiheit.
Kabarettist Dieter Nuhr kritisiert die „Brandmauer"-Strategie gegen die AfD als kontraproduktiv, da sie der Partei eher nütze als schade. Gleichzeitig distanziert er sich von deren Inhalten und erklärt, er würde Deutschland verlassen, sollte Alice Weidel Bundeskanzlerin werden.
Der Zentralrat der Juden hat Kabarettist Dieter Nuhr in Berlin mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet, weil er sich angesichts zunehmenden Antisemitismus öffentlich an die Seite der jüdischen Gemeinschaft stellt.
Kabarettist Dieter Nuhr hält anlässlich der Verleihung des Leo-Baeck-Preises eine Rede, in der er Antisemitismus in Kultur und Linkskreisen scharf kritisiert und Solidarität mit Israel bekundet.
Das Münchner Projekt „DreiMahl" bringt ab Juli 2026 Menschen bei einem interreligiösen Running Dinner an muslimischen, jüdischen und christlichen Orten zusammen, um Vorurteile abzubauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.
In der israelischen Botschaft in Berlin werden vier Personen für ihre Projekte zur deutsch-israelischen Verständigung ausgezeichnet und als „kleine Botschafter" gewürdigt, die durch Delegationsreisen nach Israel persönliche Brücken zwischen beiden Ländern bauen.
Ein Hotel im Bayerischen Wald verweigerte einem israelischen Gast per Booking.com die Unterkunft mit der Begründung, keine Juden zu beherbergen – der Fall lenkt den Blick auf antisemitische Ressentiments im ländlichen Bayern, die bislang kaum wissenschaftlich untersucht sind.
Floridas Senator Rick Scott fordert die Tampa Sports Authority auf, Kanye Wests geplante Konzerte im Raymond James Stadium abzusagen, da öffentliche Steuergelder keinen Künstler mit antisemitischer Vorgeschichte finanzieren sollten.
Der Münchner CSD wächst dieses Jahr: Straßenfest und Hauptbühne ziehen vom Marienplatz in den Bereich zwischen Odeonsplatz und Siegestor um, und über 200 Gruppen nehmen an der Politparade teil.
Das Künstlerpaar Lohmeyer veranstaltet im rechtsextremen Dorf Jamel das Festival „Jamel rockt den Förster", das Bands wie Die Ärzte, Fantastische Vier und Kraftklub als Zeichen der Solidarität gegen Neonazis und für eine offene Gesellschaft nutzen.
Journalist Nicholas Potter stellte sein Buch *Die neue autoritäre Linke* im Jüdischen Gemeindezentrum München vor und analysierte, wie linke Machtkritik als Bindeglied zwischen solidarischem Selbstverständnis und Antisemitismus fungiert.