Pressespiegel
Tägliche Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus
Thema: Erinnerungskultur
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Yad Vashem eröffnet innerhalb der nächsten drei Jahre sein erstes Bildungszentrum außerhalb Israels am Münchner Karolinenplatz, eine weitere Außenstelle entsteht in Leipzig.
Die Unterlimpurger Synagogenvertäfelung von 1738/39, bemalt vom Wanderkünstler Elieser Sussmann mit Tieren, Ranken und Hebräischtext, gilt als bedeutendes Zeugnis jüdischer Volkskunst und ist im Hällisch-Fränkischen Museum Schwäbisch Hall zu sehen.
Kabarettist Dieter Nuhr erhält den Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden und kritisiert im Interview den wachsenden Antisemitismus, den er auch in Teilen der politischen Linken verortet.
Pfarrer Karl Alt begleitete Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst am 22. Februar 1943 in Stadelheim seelsorgerlich bis zu ihrer Hinrichtung durch die Guillotine und beerdigte sie zwei Tage später auf dem Friedhof am Perlacher Forst.
Initiativen aus Südniedersachsen planen Proteste gegen einen AfD-Parteitag des Kreisverbands Northeim, der am 19. Juni in der Moringer Stadthalle – zehn Meter vom ehemaligen KZ-Gelände entfernt – stattfinden soll.
Die evangelische Kirchengemeinde Nähermemmingen feiert das 600. Weihejubiläum der Marienkirche mit einem ökumenischen Gottesdienst, an dem Landesbischof Christian Kopp und Bischof Bertram Meier teilnehmen, sowie einem Festwochenende mit Konzerten und Führungen.
Der Lernort Obersalzberg zeigt ab 12. Juni die Wanderausstellung „Rechtsterrorismus. Verschwörung und Selbstermächtigung 1945 bis heute" des Memorium Nürnberger Prozesse, die historische und aktuelle Formen rechtsterroristischer Gewalt beleuchtet und Opferperspektiven in den Mittelpunkt stellt.
Der belarusische Schriftsteller Alhierd Bacharevič warnt vor einem Dritten Weltkrieg und kritisiert, dass der Westen Russlands imperiale Expansionspolitik zu lange ignoriert habe.
Mexikos Kulturministerium fordert einen Stopp der Versteigerung von 80 mexikanischen Artefakten in Colorado, da diese nach mexikanischem Recht Staatseigentum sind und deren Ausfuhr seit 1827 verboten ist.
Im Alten Gasteig München feiert das Jugend-Kunstprojekt „Und dennoch morgen" Premiere: Es verbindet NS-zeitliche Zeugnisse, ein neues Werk von Komponist Mathias Rehfeldt und Jugendliche der Janusz Korczak Akademie zu einer Inszenierung gegen Antisemitismus.
Das Georg Kolbe Museum restituierte den „Tänzerinnen-Brunnen" (1922) an die Erben des jüdischen Unternehmers Heinrich Stahl, der das Werk in der NS-Zeit unter Zwang verkaufen musste. Bei der anschließenden Auktion bei Grisebach Berlin erzielte die Skulptur einen Weltrekordpreis von 4,98 Millionen Euro.
Regensburg richtet den bundesweiten Welterbetag aus und feiert das 20-jährige Jubiläum seiner Altstadt als Unesco-Welterbestätte. Bayern besitzt insgesamt zehn Welterbestätten, darunter seit 2025 die Königsschlösser Ludwigs II.
Regensburg richtet den bundesweiten Welterbetag aus und feiert gleichzeitig das 20-jährige Jubiläum seiner UNESCO-Altstadt mit Führungen und Präsentationen aller bayerischen Welterbestätten.
Das vor einem Jahr eröffnete Museum auf dem Gelände von Oskar Schindlers ehemaliger Fabrik im tschechischen Brnenec erhält künftig Unterstützung regionaler Politiker, die finanzielle Hilfe und ein gemeinsames Informationszentrum in Aussicht stellen.
Unbekannte stahlen bei einem Einbruch in eine Flensburger Geigenbau-Werkstatt rund 60 Geigen und zwei Celli im Wert von etwa 100.000 Euro. Die Polizei sucht Zeugen.
Der Berliner Senat hat beschlossen, einen Abschnitt der Dorotheenstraße in Mitte in Yad-Vashem-Straße umzubenennen. Die Umbenennung ist zum 20. Januar 2027, dem 85. Jahrestag der Wannseekonferenz, geplant.
Ein fünfteiliger MDR-Podcast erzählt den Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar vom 2. September 2004 aus der Perspektive von Zeitzeugen, die über 50.000 Bücher verloren und viele weitere durch gemeinsamen Einsatz retteten.
Der MDR-Podcast „Stolpertexte" erzählt in sieben Folgen die individuellen Schicksale jüdischer Menschen, die in der NS-Zeit verfolgt, deportiert oder zur Flucht gezwungen wurden, basierend auf Dokumenten des Leo Baeck Instituts.
Der KZ-Überlebende Tomi Reichental ist im Alter von 90 Jahren in Irland gestorben. Der gebürtige Slowake war als Kind in Bergen-Belsen inhaftiert und wurde später zu einem der bekanntesten Holocaust-Zeitzeugen Irlands.
Yad-Vashem-Chef Dayan erklärt, warum München als Standort für das erste Bildungszentrum der Holocaust-Gedenkstätte außerhalb Israels ausgewählt wurde: geografische Lage, Bildungsinfrastruktur und Bayerns politische Unterstützung waren entscheidend, eine Außenstelle in Leipzig ist geplant.
Antisemitismusbeauftragter Felix Klein warnt vor sozialen Medien als Verstärker von Judenhass und fordert, dass für Internetplattformen dieselbe Verantwortung wie im Presserecht gelten müsse. Zudem mahnt er vor linkem Antisemitismus, der bis in Kulturbereich und Universitäten reiche.
Jugendliche aus verschiedenen Ländern besuchen das Anne Frank Haus in Amsterdam und identifizieren sich mit der gleichaltrigen Anne Frank, während beide Museen in Amsterdam und Berlin trotz hoher Besucherzahlen mit antisemitischen Kommentaren auf Social Media kämpfen.
Zum 140. Todestag von König Ludwig II. gedenken Wittelsbacher und König-Ludwig-Vereine an der Votivkapelle in Berg am Starnberger See; der „Märchenkönig" gilt bis heute als zentrale Identitätsfigur Bayerns.
Trotz Mitgliederschwund und Reformdebatten feiert die katholische Kirche Fronleichnam am 4. Juni mit aufwendigen Prozessionen in ganz Bayern; in Nürnberg findet der Gottesdienst ungewöhnlicherweise in der evangelischen Kirche St. Sebald statt.