Pressespiegel
Tägliche Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus
Thema: Theater & Darstellende Kunst
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Das Festival «Theater der Welt» findet vom 18. Juni bis 5. Juli in Chemnitz statt und zeigt über 30 internationale Produktionen – von indigenem Musiktheater über Pop-Oper bis zu virtuellen Welten.
Roland Schimmelpfennigs neues Stück „Sommersonnenwende" wurde am Schauspiel Stuttgart von Daniela Löffner uraufgeführt; die Inszenierung überzeugt zunächst mit einem starken Quartett, verliert aber in der zweiten Hälfte die Balance zwischen Familiendrama und Gesellschaftsporträt.
Stephan Kimmig inszeniert am Staatstheater Nürnberg Robert Ickes Neubearbeitung der „Orestie" von Aischylos als kammerspielartiges Familiendrama, das die Gewaltspirale des Atriden-Mythos in eine psychologisch verdichtete Gerichtsgeschichte überführt.
Claudia Bauers Inszenierung von Werner Schwabs „Die Präsidentinnen" am Residenztheater macht das einstige Skandalstück zugänglich, wirft dabei aber die Frage auf, ob es seinen Provokationsanspruch verloren hat.
Leonie Böhm bringt Lucas Rijnevelds Roman „Mein kleines Prachttier" über einen pädophilen Tierarzt an den Münchner Kammerspielen auf die Bühne – als einstündige, verdichtete Fassung mit Annette Paulmann und Maren Solty, die den Täter verkörpern.
Das Lübbenauer Spreewaldmuseum veranstaltet am 22. und 23. Juni 2026 mit dem Wandertheater Schwalbe die abendliche Theater-Krimiführung „Mord in der Spreewaldbahn", bei der Besucher einem fiktiven Mordfall durch das Museum folgen.
Am Landestheater Tübingen inszeniert Maike Bouschen Joseph Roths „Hiob" in der Bühnenfassung von Koen Tachelet mit Fokus auf die Vater-Sohn-Beziehung zwischen Mendel Singer und Menuchim, getragen von einem starken Ensemble.
Sina Ahlers' Textcollage „Milch und Schuld" über Mutterschaft und Leihmutterschaft feiert am Theater Lübeck Premiere; Regisseurin Lara Jung inszeniert das Stück als bunte Fantasie, verliert dabei jedoch den thematischen Fokus.
Claudia Bauer inszeniert Werner Schwabs Stück „Die Präsidentinnen" am Residenztheater München mit Katja Jung, Myriam Schröder und Lisa Wagner als drei Frauen aus dem Prekariat, die in Schwabs Kunstsprache gesellschaftliche Tabus rund um Fäkalien und Religion verhandeln.
Jochen Busse muss sich einer Hüftoperation unterziehen und fällt deshalb für die geplante Wiederaufnahme des Stücks „Weiße Turnschuhe" ab dem 16. Juli in der Komödie im Bayerischen Hof aus.
Katharina Grochs Stück „I wanna contact the living" nach Oscar Wilde hat zwar starke Momente, leidet aber an zu gedehnter Dramaturgie, die Spannung verhindert.
Klexs Theater und Augsburg München Schauspiel zeigen am 12. Juli 2026 in Nordendorf die Inszenierung „Die blaue Blume" – eine Verbindung aus Tanz, Live-Musik und Gesang, inspiriert vom Romantik-Symbol des Novalis.
Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin plant für die kommende Spielzeit 32 Premieren unter dem Motto „Was auf dem Spiel steht", mit Joanna Lewicka als neuer Schauspieldirektorin und einem Jubiläumsprogramm zum 100. Geburtstag der Fritz-Reuter-Bühne.
Der Bayreuther Kinder- und Spatzenchor bringt am 20. Juni 2026 das Musical „Fritzi war dabei" zur Uraufführung, das rund 60 Kinder und Jugendliche gemeinsam mit Profis über die Wendezeit von 1989 entwickelt und teilweise selbst komponiert haben.
Angélica Liddell zeigt mit „Seppuku" bei den Wiener Festwochen eine Performance-Hommage an den japanischen Schriftsteller Yukio Mishima, in der sie ihre eigene Faszination für den rituellen Suizid in Tableaus, Monologen und Körperkunst verarbeitet.
Regisseurin Claudia Bauer inszeniert Werner Schwabs Stück „Die Präsidentinnen" am Residenztheater München und spricht über ihre Herangehensweise an das als Fäkaliendrama bekannte Werk.
Kritiker Janis El-Bira verriss Nicoleta Esinencus Inszenierung „Memory Distortion. M I X T A P E" am HAU Berlin als gedanklich fahrlässig und ästhetisch gescheitert, unter anderem wegen der Gleichsetzung des Madagaskarplans der Nazis mit israelischer Politik gegenüber Palästinensern.
Qween Jean hat als Kostümdesignerin des Broadway-Musicals „Cats: The Jellicle Ball" einen Tony Award für bestes Kostümdesign gewonnen und ist damit die erste offen trans Person in der 79-jährigen Geschichte der Preisverleihung, die diese Auszeichnung erhält.
Matthias Lilienthal plant ein Freibad vor der Volksbühne Berlin als künstlerische Aktion und Protest gegen marode Infrastruktur. Die Kolumnistin reflektiert dabei das Verhältnis zwischen Schwimmbädern als gesellschaftlichem Ort und dem Theater als Bühne für Wassermotive.
Roland Schimmelpfennigs „Sommersonnenwende" wird am Schauspiel Stuttgart uraufgeführt: Kritiker diskutieren, wie das repetitive Familienstück mit Zeitsprüngen und dem Kinderlied „Aramsamsam" als Motor grundlegende Fragen über die Funktionsweise von Theater aufwirft.
Kim de l'Horizon gewinnt den Mülheimer Dramatikpreis 2026 mit „Die kleinen Meerjungraun" und erhält zudem den Publikumspreis – die Entscheidung fiel mit 3:2 Stimmen gegen Anna Behringers „Aufzeichnungen aus einem weißen Zimmer".
Regisseurin Ulrike Günther hat in der Münchner Schauburg das Stück „Mehrfachleben" mit Jugendlichen erarbeitet und damit einen emotional berührenden Theaterabend geschaffen.
Die Kreuzgangspiele Feuchtwangen zeigen F. Scott Fitzgeralds „Der große Gatsby" als Musical-Freilichtspektakel unter der Regie von Johannes Kaetzler, das die Roaring Twenties zwischen Glanz und moralischem Zerfall porträtiert.
Das KULTURmobil des Bezirks Niederbayern tourt im Sommer 2026 mit 30 Gastspielen durch die Region und zeigt zwei Stücke – „Lahme Ente, blindes Huhn" und „Faust 1 + 2 + 3" – bei freiem Eintritt.