Pressespiegel
Tägliche Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus
Thema: Wandel & Transformation
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Die KI-Debatte um Mario Voigt und Stephan-Andreas Casdorff offenbart laut Leeor Engländer vor allem Naivität: Da politische Texte und Journalismus schon immer durch Redenschreiber und Ghostwriter entstanden, rechtfertigt KI-Nutzung allein keine Empörung – entscheidend bleibe die inhaltliche Verantwortung des Absenders.
Dem Schreiben und Nachdenken über Kunst, also über das Menschsein an sich, hat eine künstliche Intelligenz nichts hinzuzufügen. Ein Plädoyer fürs eigenhändige Weiterschreiben.
Die Kolumne hinterfragt am Beispiel des viral gehenden Songs „Gut genug" von KitschKrieg, Shirin David und Blumengarten, wie viel Entscheidungsfreiheit Konsumenten bei der Kulturrezeption wirklich haben und ob Shitstorms gegen Beteiligte gezielt gesteuert werden.
Prime Video erreicht mit deutschen Originals ein gespaltenes Ergebnis: Serien wie „Maxton Hall" und das Format „LOL" erzielen Spitzenreichweiten, während andere Produktionen wie die „Yes or No Games" in AGF-Rankings völlig unsichtbar bleiben.
Laut einer IPSOS-Studie können 97 Prozent der Musikhörenden KI-generierte Songs nicht von menschgemachter Musik unterscheiden; als Gegenmaßnahmen empfehlen sich KI-Erkennungssoftwares oder Plattformen mit strengen KI-Richtlinien wie Deezer und Bandcamp.
Der CBK-Hype nach Ryan Murphys Serie „Love Story" treibt absurde Konsumreaktionen an – von ausverkauften Haarreife bis zu 5.000-Dollar-Parfüms – und illustriert laut Julia Friese, wie Reizüberflutung Menschen zu unreflektierten Konsummaschinen macht.
Die Jüdische Allgemeine depubliziert zwei Gastbeiträge von Tagesspiegel-Editor Stephan-Andreas Casdorff, nachdem der Tagesspiegel bekannt gab, dass Casdorff Meinungstexte mit KI verfasst hatte. Chefredakteur Philipp Peyman Engel kündigte strengere KI-Prüfregeln an.
Boy George und Culture Club haben „Karma Chameleon" mithilfe von KI neu eingespielt, um die Kontrolle über ihre Musik zurückzugewinnen und höhere Einnahmen zu erzielen, da sie die Master-Rechte am Original nie besaßen.
Der KI-Künstler Nimi veröffentlichte gemeinsam mit Manuellsen den ersten deutschen KI-Rap-Track „Wieso sagt ChatGPT?", der nach über 193.000 Spotify-Streams gesperrt wurde – die Gründe sind unklar, Urheberrechtsprobleme gelten als mögliche Ursache.
Die Branchenveranstaltung „Plot Next" in Köln zeigte, wie KI bereits in der Produktion der ARD-Daily „Rote Rosen" eingesetzt wird – etwa zur Strukturierung großer Datenmengen und Optimierung von Produktionsabläufen, nicht zum Schreiben von Drehbüchern.
Der ORF-Stiftungsrat wählt APA-Chef Clemens Pig zum neuen Generaldirektor, die ARD veröffentlicht ein Strategiepapier bis 2030, und YouTube überholt Netflix bei der täglichen Nutzungszeit – besonders auf dem Fernseher.
Der Tagesspiegel beendet die Zusammenarbeit mit Ex-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff, nachdem dieser Meinungstexte von einer KI verfassen ließ und damit gegen redaktionelle Richtlinien verstieß. Die betroffenen Texte wurden offline genommen.
Deepfakes mit ZDF-Moderator Christian Sievers verbreiten auf Tiktok eine erfundene Geschichte über einen ukrainischen Geflüchteten. Nach Hinweisen von CORRECTIV wurden einzelne Profile gelöscht, doch die Fakes kursieren weiterhin auf mindestens fünf anderen Profilen.
Beim KURIER SPEAK OUT Festival im Wiener MuseumsQuartier diskutierten über 30 Expertinnen und Experten zu Nachhaltigkeit, Energie-Souveränität und Mobilität; den ClimateLaunchpad-Wettbewerb gewann das Wiener Designstudio Joyh mit 3D-gedruckten Gebäudefassaden.
Sharon Osbourne weist Vorwürfe zurück, der geplante KI-Avatar von Ozzy Osbourne sei ein Abzockprojekt, und betont, das Vorhaben entspreche Ozzys eigenem Wunsch, nicht vergessen zu werden.
Sharon Osbourne weist Vorwürfe zurück, mit dem geplanten KI-Avatar ihres verstorbenen Mannes Ozzy Osbourne Geld verdienen zu wollen, und betont, das Projekt solle sein Andenken für künftige Generationen bewahren.
Jan Müller beschreibt in seiner Kolumne, wie die Hi-Fi-Kultur vergangener Jahrzehnte durch MP3, Streaming und Boomboxes verdrängt wurde und das gesellschaftliche Bedürfnis nach hochwertigem Klang verloren ging.
Gaumont-CEO Sidonie Dumas fordert bei Story Vision Europe in Köln, amerikanische Streamingdienste per Regulierung zu verpflichten, in europäische Produktionen zu investieren, und warnt klassische Medienhäuser vor zu engen Kooperationen mit Plattformen wie Netflix.
Microdramen – ultrakurze Seifenopern für das Smartphone – wachsen zum Milliardenmarkt: 2024 erzielte das aus China stammende Genre weltweit elf Milliarden Dollar Umsatz und erreichte allein in China knapp 700 Millionen Nutzer.
Martin Scorsese und Steven Soderbergh arbeiten mit KI-Unternehmen zusammen, um filmische Visionen umzusetzen – Scorsese nutzt den Bildgenerator des Freiburger Startups Black Forest für Storyboards, Soderbergh generierte per Prompt Füllsequenzen für seinen Lennon-Dokumentarfilm.
Die Deutsche Umwelthilfe hat die zehn größten deutschen Musikfestivals zu ihrem Abfallmanagement befragt und fordert mehr Mehrwegsysteme, bessere Mülltrennung und nachhaltigere Sanitärlösungen.
Studierende der Berklee Music University protestieren gegen einen KI-Pflichtkurs, während Suno-Chef Mike Shulman und Befürworter KI-generierte Musik als Demokratisierung feiern – Kritiker sehen darin den Verlust echten künstlerischen Ausdrucks.
Streaming-Algorithmen und Produktionsnormen machen Musik kürzer, glatter und austauschbarer, wodurch emotionale Tiefe verloren geht. Viele Hörer wenden sich deshalb wieder klassischen Werken und kuratierten Angeboten zu.
Das bayerische Kultusministerium lehnt den Einsatz von Störsendern in Schulen als rechtswidrig und gefährlich ab, obwohl der BLLV technische Maßnahmen gegen KI-gestützten Prüfungsbetrug fordert.