Pressespiegel
Tägliche Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus
Thema: Erinnerungskultur
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Am Brandenburger Tor erinnert eine 30 Meter lange Kunst-Installation der Berliner Kulturprojekte GmbH an den Bau der Berliner Mauer vor 65 Jahren; eine begleitende Foto-Ausstellung dokumentiert den Alltag im geteilten Berlin.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer plant, Gedenkstätten zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur 2027 mit zehn Millionen Euro zusätzlich zu fördern – für Projektförderung, Personalkosten und Sicherheit, vorbehaltlich der Haushaltsverhandlungen.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer kündigt für 2026 zehn Millionen Euro zusätzlich für Gedenkstätten zur NS- und SED-Aufarbeitung an, darunter Dachau, Flossenbürg und Buchenwald – je zur Hälfte für Projektförderung und institutionelle Stärkung.
Kloster Oberzell bei Würzburg öffnet am Tag des offenen Denkmals (13. September) seine Türen: Schwester Margit Herold führt Interessierte durch die rund 900-jährige Geschichte der Anlage mit romanischer und barocker Architektur von Balthasar Neumann.
Eine Veranstaltung in Ainring beleuchtete die historische Verbindung zwischen Ainring und Salzburg anhand der mittelalterlichen Burggräfin Diemut vom Högl und der heutigen Festungsverwalterin Iris Hafner; dabei wurde an der Kugelmühle eine neue Informationsstele zu Diemut enthüllt.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und der Archäologie-Berufsverband CIfA warnen, dass geplante Reformen der Denkmalpflege in mehreren Bundesländern das kulturelle Erbe gefährden könnten, weil Personal und Fachexpertise fehlen.
Zum Hochfest Mariä Himmelfahrt am 15. August feiern über 100 Kirchen im Erzbistum München und Freising ihr Patrozinium mit Festgottesdiensten und Kräutersegnungen. Kardinal Reinhard Marx hält den Festgottesdienst zum 300-jährigen Jubiläum der Pfarrkirche in Schönau.
Schauspielerin Iris Berben erhält den Deutschen Kulturpolitikpreis 2026 des Deutschen Kulturrates für ihren jahrzehntelangen Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus. Die Verleihung findet am 24. September in der Staatsbibliothek zu Berlin statt, die Laudatio hält Pianist Igor Levit.
Der Singer-Songwriter D4vd (David Anthony Burke) ist des Mordes an der 14-jährigen Celeste Rivas Hernandez angeklagt, die er laut Staatsanwaltschaft erstach, zerstückelte und in seinem Tesla versteckte, um sexuellen Missbrauch zu vertuschen.
Der Deutsche Kulturrat zeichnet Schauspielerin Iris Berben mit dem Deutschen Kulturpolitikpreis 2026 aus, für ihr jahrzehntelanges Engagement gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus sowie für Erinnerungskultur und demokratische Bildung. Die Preisverleihung findet am 24. September 2026 in der Staatsbibliothek zu Berlin statt.
Am Rathausparkplatz in Erfurt haben archäologische Grabungen begonnen, um das mittelalterliche Zentrum der zweiten jüdischen Gemeinde mit Tanzhaus und Synagoge freizulegen. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für ein geplantes Besucherzentrum mit jüdischem Gemeindezentrum dienen.
Das NS-Dokumentationszentrum und das Lenbachhaus untersuchen in einem gemeinsamen Forschungsprojekt, wie völkische Ideologien im Münchner Kulturmilieu zwischen 1880 und 1913 den Nationalsozialismus vorbereiteten; ein Auftaktsymposium stellte das bis 2027 laufende Projekt vor.
Archäologen haben bei Ausgrabungen in Vilnius die Bima und den Originalfußboden der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Großen Synagoge vollständig freigelegt. Über die künftige Nutzung des Geländes ist in der jüdischen Gemeinschaft Litauens eine Kontroverse entstanden.
Nürnberger Kirchen feiern am 19. August den Gedenktag des Stadtpatrons Heiliger Sebald mit einer Ökumenischen Sebaldusvesper in der Sebalduskirche, gestaltet von Stadtdekan Jürgen Körnlein, Pfarrer Joachim Wild und einem eigens gegründeten Projektchor.
Nach einem antisemitischen Vorfall am Berliner Kulturschiff MS Goldberg ermittelt der polizeiliche Staatsschutz wegen Volksverhetzung. Ein Mann hatte am 25. Juli Passagiere vom Motorboot aus beschimpft und anschließend antisemitische Nachrichten per E-Mail und Facebook versendet.
Unbekannte haben die Bronzestatue des jüdischen Gelehrten Maimonides im jüdischen Viertel von Córdoba mit einem Hakenkreuz beschmiert. Die Behörden ermitteln wegen eines mutmaßlichen Hassverbrechens; Bürgermeister José María Bellido verurteilte den Vorfall scharf.
Tausende Fans erwiesen dem irischen Singer-Songwriter Glen Hansard bei einer öffentlichen Totenwache in Dublin die letzte Ehre. Der 56-Jährige starb am 29. Juli bei einem Motorradunfall; die Beerdigung findet in der St. Patricks Cathedral statt.
Der lettische Holocaust-Überlebende, Historiker und Museumsgründer Marģers Vestermanis ist im Alter von 100 Jahren in Riga gestorben. Er widmete sein Leben der Erforschung der jüdischen Geschichte Lettlands und gründete das Museum „Juden in Lettland".
Margarete Bihrle soll 1941 deportiert werden, doch ein Nachbar streicht ihren Namen heimlich von der Deportationsliste. Bis zum Ende des Kriegs verlässt sie ihre Münchner Wohnung nicht mehr – und überlebt als Unsichtbare.
Das Musée de Bretagne in Rennes eröffnet eine neue Dauerausstellung zur Dreyfus-Affäre und beleuchtet dabei zugleich die fragmentierte jüdische Geschichte der Bretagne vom Mittelalter bis zur kleinen Gegenwartsgemeinde.
Die erhaltene Apsis des 1844 eröffneten Israelitischen Tempels in Hamburg wird nach jahrzehntelangem Verfall durch den Landesbetrieb LIG saniert und soll als jüdisches Kulturdenkmal und öffentlicher Begegnungsort neu gestaltet werden.
Die Journalistin Iris Völlnagel und die Historikerin Margit Franz erforschen das wenig bekannte Schicksal jüdischer Geflüchteter, die vor dem Nationalsozialismus nach Indien flohen – darunter das Dresdner Ehepaar Lesser, das im Mumbai eine Pension für Geflüchtete betrieb.
Eine Terminübersicht bündelt jüdisch-kulturelle Veranstaltungen Anfang August, darunter die 3. Israelwoche in Bad Teinach, den Kultursommer der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Führungen in Halberstadt und Schwabach sowie Sendungen zu Hamas-Angriff und Emilie Schindler.
Beim Gäubodenvolksfest in Straubing leitete die Polizei Strafverfahren wegen gezeigter Hitlergrüße ein und nahm einen 22-Jährigen in Gewahrsam. Zudem gab es mehrere Körperverletzungen sowie einen Bargelddiebstahl.