Pressespiegel
Tägliche Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus
Thema: Erinnerungskultur
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Im 800. Todesjahr des heiligen Franziskus erlebt Assisi einen Pilgerboom mit erwarteten Rekordzahlen über die jährlich fünf Millionen Besucher. Am 6. August besucht Papst Leo XIV. den Ort zum Abschluss des Jugendfestivals „Go!".
Die Markgrafenkirche St. Johannes in Trebgast begeht ihr 275-jähriges Jubiläum mit Musik, Theater und Kabarett, darunter ein neu wiederentdecktes Theaterstück. Die Barockkirche ist die dritte an diesem Standort und wurde nach neunjähriger Bauzeit eingeweiht.
Die Gedenkstätten Ravensbrück und Sachsenhausen erinnern mit historischen Führungen am Europäischen Gedenktag für die Opfer des NS-Völkermordes an Sinti und Roma, der an die Ermordung von über 500.000 Angehörigen dieser Minderheit erinnert.
Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, hat von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold erhalten – eine der höchsten Auszeichnungen der Bundeswehr, die Zivilisten nur selten erhalten.
Der Sammelband „Umkämpfte Geschichte" analysiert, wie nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 die Empathie mit den Opfern rasch einer Anklage gegen Israel wich, und untersucht Antisemitismusstrukturen, den Genozidvorwurf sowie historische Parallelen zum Antijudaismus.
Ein breites Bündnis aus jüdischen Organisationen und Parteien ruft für den 30. August 2026 zu einer Großdemonstration gegen Antisemitismus auf dem Frankfurter Römerberg auf, als Reaktion auf eine israelfeindliche Kundgebung und zunehmende Gewalt gegen Juden.
1885 erkundete Maximilian II. Bayern auf abenteuerliche Weise von Lindau bis nach Berchtesgaden. Nicht überall wurde er erkannt.
Bei der Generalsanierung des Regensburger Gesandtenfriedhofs haben Archäologen erstmals die barocken Grabkammern freigelegt und dabei historische Funde wie Keramiken, Tonpfeifen und eine Münze von 1793 entdeckt. Unter den 32 Grabplatten ruhen 110 Verstorbene, überwiegend Gesandte des Immerwährenden Reichstags.
Seit „The Zone of Interest“ kennt die Welt die Villa des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß. Eine NGO aus New York hat das Haus nun gekauft. Was sie nicht interessiert: Rudolf Höß. Ein Besuch.
Ein Mann hat im Juli am Berliner Wannsee Mitarbeiter und Gäste des jüdischen Kulturschiffs MS Goldberg vom Motorboot aus antisemitisch beschimpft und danach gleichlautende Nachrichten per E-Mail und Facebook verschickt. Die Crew erstattete Meldung bei RIAS.
Pavel Lyubarsky, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte, wurde auf dem Weg zum Schabbatgottesdienst antisemitisch bedroht; ein Tatverdächtiger zeigte den Hitlergruß und wurde von der Polizei festgenommen.
Straßennamen wie „Judenplan", „Judenhof" und „Judenbühlweg" in Würzburg-Heidingsfeld verweisen auf die jahrhundertelange Geschichte einer großen jüdischen Gemeinde, die dort ab 1431 unter königlichem Schutz stand und zeitweise 16–18 Prozent der Bevölkerung ausmachte.
Siegfried Wagner schreibt im Dezember 1923, man halte „treu zu ihm, wenn wir auch dabei ins Zuchthaus kommen sollten". Hitler sitzt zu diesem Zeitpunkt nach seinem gescheiterten Putsch bereits in der Festung Landsberg.
In Hitlers Geburtshaus in Braunau hat eine Polizeiwache eröffnet, was die Frage aufwirft, wie NS-belastete Orte genutzt werden sollen. Der Autor plädiert für demokratische Nutzung mit historischem Bewusstsein statt pauschaler Umwandlung in Gedenkstätten.
Das Internationale Auschwitz Komitee weist die Entschuldigung eines Gastwirts aus Leinefelde zurück, der unter einem Instagram-Beitrag zum Berliner CSD-Anschlag „Ab nach Auschwitz" geschrieben hatte. Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen leitet ein Ermittlungsverfahren ein.
In Ulm erinnert eine neue Stele an die dort geborene Schauspielerin und Sängerin Hildegard Knef (1925–2002). Das Denkmal ist das zwölfte einer Reihe von Gedenksäulen für bedeutende Ulmer Frauen.
Tu beAw, der 15. Tag des hebräischen Monats Aw, ist ein altes jüdisches Fest der Liebe und Hoffnung, das nach Jahrhunderten des Vergessens in Israel wiederbelebt wurde und zur Überwindung von Hass durch „grundlose Liebe" einlädt.
In sieben Wochen ist Rosch Haschana; der Vorabend (Erew) fällt in diesem Jahr auf Freitag, den 11. September.
Das Bistum Würzburg hat mit zwei Gedenkgottesdiensten in Würzburg und Hausen an den 50. Todestag von Julius Kardinal Döpfner erinnert. Bischof Franz Jung würdigte seinen Vor-Vor-Vor-Vorgänger als prägenden Kirchenführer, der das Zweite Vatikanische Konzil und die Würzburger Synode maßgeblich mitgestaltete.
Der ARD-Spielfilm „Blutspur Antwerpen" transportiert laut Analyse antisemitische Stereotype, indem er einen jüdischen Diamantenhändler als Sinnbild für Israel und Netanjahu konstruiert und damit israelbezogenen sowie postkolonialen Antisemitismus reproduziert.
Bei der Veranstaltung „Verstummte Stimmen" zu den 150-Jahr-Feiern der Bayreuther Festspiele erinnerte Michel Friedman im voll besetzten Festspielhaus an von den Nazis ermordete jüdische Künstler und mahnte zum demokratischen Widerstand, begleitet von Musik jüdischer Komponisten.
Das dritte „Fest der Demokratie" am Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg zog über 11.000 Besucher an; besonderer Publikumsmagnet war die Ausstellung „Brennpunkt Bayern: Hitler und der Kampf um die Demokratie".
Die Waldsiedlung Zehlendorf in Berlin wurde beim zweiten Anlauf als Erweiterung der UNESCO-Welterbestätte „Siedlungen der Berliner Moderne" anerkannt. Die sogenannte „Papageiensiedlung" entstand zwischen 1926 und 1932.
Die Unesco hat das palästinensische Dorf Sebastia im Westjordanland im Eilverfahren zum Weltkulturerbe und gleichzeitig zum bedrohten Welterbe erklärt, da israelische Behörden Enteignungen und eine Umgestaltung der archäologischen Stätte ankündigen.