Pressespiegel
Tägliche Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus
Thema: Tanz
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Das Lugano Dance Project fand zum dritten und letzten Mal statt und widmete sich Tanz als kulturellem Erbe, mit Aufführungen von Meryl Tankard, Omar Rajeh und der Weltpremiere „White Space" von Kyle Abraham.
Das Hamburg Ballett zeigt mit der Uraufführung „Wunderland" von Alexei Ratmansky an der Staatsoper Hamburg einen fantasiereichen, humorvollen Bilderbogen nach Lewis Carroll, dem jedoch eine tiefergehende psychologische Deutung fehlt.
Den Krieg gegen seine ukrainische Heimat hat Alexei Ratmansky schon in spektakulären Tanzbildern verarbeitet. Seine „Wunderland“-Choreografie am Hamburg Ballett gerät aber altväterlich.
Sharon Eyal Dance zeigt beim DanceFirst Festival im Veranstaltungsforum Fürstenfeld mit „Delay the Sadness" eine technisch hochpräzise, neoklassische Choreografie über Trauerbewältigung, in der emotionale Erstarrung und mechanische Perfektion als Allegorie auf unterdrückte Trauer wirken.
Die Tanztriennale 2026 eröffnet in Hamburg mit einer Parade von 550 Teilnehmenden aus 28 Gruppen durch die Stadt sowie einem kulturpolitischen Panel auf Kampnagel, das institutionelle Tanzförderung und gesellschaftliche Dimensionen des Tanzes diskutierte.
Anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens zeigt die cie. toula limnaios beim gleichnamigen Festival frühe Werke neu aufgeführt, darunter die Choreografie „les possédés" von 2009 in der HALLE Tanzbühne Berlin.
Die französische Choreografin Leïla Ka zeigt in „Maldonne" bei der Sommerszene Salzburg mit fünf Tänzerinnen, wie gesellschaftliche Erwartungen an Weiblichkeit und patriarchale Unterdrückung durch Kostüme und Bewegungswiederholungen sichtbar gemacht werden.
Christian Spucks Choreografie „Fearful Symmetries" setzt John Adams' Komposition tänzerisch um und ist bis 6. Juli in Berlin zu sehen.
In den Hügeln des Monferrato östlich von Turin befindet sich Europas wohl schönstes Probenzentrum für Tanz. Das Stuttgarter Ensemble von Gauthier Dance arbeitet dort an seinem neuen Stück. Ein Besuch.
Jan Martens' Choreografie „The dog days are over 2.0" feierte bei der Sommerszene Salzburg Österreichpremiere: Acht Tänzer*innen verausgabten sich eine Stunde lang in hypnotisch-repetitiven Bewegungsformationen und rissen das Publikum rhythmisch mit. Am Ende verlas ein Tänzer eine antiisraelische Solidaritätsadresse.
Beim Festival Lugano Dance Project zeigten acht ehemalige Tänzerinnen und Tänzer der Pina-Bausch-Uraufführung von „Kontakthof" (1978) mit „Echoes '78" ihre letzten Aufführungen – darunter Jo Ann Endicott und Meryl Tankard, heute alle zwischen 70 und 80 Jahren.
Germaine Acogny, Begründerin der École des Sables im Senegal, verbindet westafrikanische Tanztraditionen mit zeitgenössischem Tanz zu einer eigenständigen Technik. Eine Dokumentation und essayistische Betrachtung würdigen ihr feministisch und postkolonial geprägtes Lebenswerk.
Die Tanztriennale 2026 in Hamburg hat mit einer Parade von rund 550 Teilnehmenden aus 28 Gruppen begonnen, die vom Elbtunnel durch Barmbek bis in den Stadtpark tanzten.
Sascha Paar erkundet in seinem Choreografie-Debüt „Heimatkörper" im HochX München gemeinsam mit seinem ehemaligen Ballettlehrer Karl Reinisch den Körper als Erinnerungsarchiv und setzt dabei zwei Tänzergenerationen mit einem Altersunterschied von 50 Jahren in Beziehung.
Das Ballett am Rhein zeigt im Tanzabend „Signaturen" am Theater Duisburg drei Choreografien von Hans van Manen, David Dawson und Bridget Breiner in ungleichen Qualitäten – van Manens „Four Schumann Pieces" ragt als Meisterstück heraus.
BBC Studios Germany übernimmt die Produktion von „Let's Dance" ab 2028 selbst und beendet damit die fast 20-jährige Zusammenarbeit mit Seapoint Productions und Produzentin Nina Klink nach der Jubiläumsstaffel 2027.
Das NRW Juniorballett und die Gauthier Juniors brillieren unter erstklassigen Choreograf*innen. Juniorballette sind in Deutschland im Trend.
Die erste Tanztriennale Hamburg startet am 14. Juni unter dem Motto „Brave Moves. Courageous Joy." mit Parade, Uraufführungen, Residenzprogramm und Diskursformat und verbindet acht Tage lang professionellen und partizipativen Tanz aus regionalen und internationalen Szenen.
Anette Stings hat ein Erinnerungsbuch über Monika-Maria Krauß-Saez verfasst, die als Erste Solistin an den Bühnen Nürnberg-Fürth und langjährige Tanzdozentin in Cannes wirkte und 2021 verstarb.
Sasha Waltz' Tanzstück „Travelogue I - Twenty to eight" von 1993 eröffnet die SOMMERSZENE 2026 in Salzburg und thematisiert in einer WG-Küche Interkulturalität, Solidarität und Identitätsfragen der deutschen Nachwendezeit.
Vincent Wodrich und Leander Veizi erarbeiteten erstmals gemeinsam die Choreografie „Gestures of Forgetting – Forgetting of Gestures" für das „Dance Lab 4.0" am Theater Regensburg – ein vielschichtiger Tanzabend über Erinnern und Vergessen, der beim Publikum großen Anklang fand.
Edvin Revazovs Choreografie „5 Seasons" feierte mit dem Hamburger Kammerballett und Gastsolist*innen zu Live-Musik von Leon Gurvitch in der Elbphilharmonie Premiere und füllte beide ausverkauften Vorstellungen mit je 2.100 Zuschauern.
Choreograf Fran Díaz verlegt seine Uraufführung „Eurydike" mit dem Leipziger Ballett in einen Flughafen-Terminal und erzählt den Mythos neu – mit Penderecki-Musik, martialischer Formsprache und einem Laufband als zentralem Bühnenelement.
Die Performance „Heartland" von Nayana Keshava Bhat und Sankar Venkateswaran im Salzburger Toihaus verbindet südindische Theaterpraktiken wie Bharatanatyam mit interkulturellem Dialog über Heimat, Erinnerung und die Spuren, die Orte auf Menschen hinterlassen.