Pressespiegel
Tägliche Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus
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Cristian Mungiu gewinnt mit seinem Drama „Fjord" bei den 79. Filmfestspielen in Cannes zum zweiten Mal die Goldene Palme; die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach erhält den Jurypreis für „Das geträumte Abenteuer".
Der Karneval der Kulturen in Berlin hat mit einem Straßenfest in Kreuzberg begonnen; Höhepunkt ist der Pfingstsonntags-Umzug durch Friedrichshain, bei dem über 60 internationale Gruppen auftreten und Zehntausende Besucher erwartet werden.
Simone Saftig erhält den mit 15.000 Euro dotierten Kinderstücke-Preis der 51. Mülheimer Theatertage für ihr Stück „herzkopfüber", das eine Krebserkrankung einer Mutter aus Kinderperspektive behandelt.
US-Rapper Rob Base, bekannt durch den 1988er Hit „It Takes Two" mit DJ EZ Rock, ist im Alter von 59 Jahren an Krebs gestorben.
Internationale Stars wie Javier Bardem und Ken Loach unterzeichnen die Petition „Zapper Bolloré", die sich gegen den Medieneinfluss des erzkonservativen Unternehmers Vincent Bolloré richtet. Canal+ drohte daraufhin, mit unterzeichnenden Künstlern nicht mehr zusammenzuarbeiten.
Nürnberg erhält über 127 Millionen Euro vom bayerischen Kultus- und Kunstministerium, um das Zeppelinfeld, die Zeppelintribüne und die Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände zu sanieren und zu Gedenk- sowie Lernorten weiterzuentwickeln.
Mülheim an der Ruhr verleiht Helge Schneider die Ehrenbürgerschaft für seine Kreativität und seine Verbundenheit mit der Stadt. Der genaue Termin der Verleihung steht noch nicht fest.
Die evangelische Kirche in Bayern reagiert auf sinkende Mitgliederzahlen, Pfarrermangel und Finanzengpässe mit dem Konzept der Regionalgemeinde und neuen Gemeindeformaten, stößt dabei aber auf Widerstand von Ortsgemeinden, die lokale Identität und Ehrenamt gefährdet sehen.
Die ARD-Mediathek zeigt „Stardust Hotel", eine SciFi-Serienkomödie über ein marodes Weltraumhotel, die trotz schwankender Schauspielleistungen durch aufwendige Retrofuturismus-Ausstattung, skurrile Kostüme und dezente Sozialkritik überzeugt.
„Anthems“ von Gauthier Dance im Theaterhaus Stuttgart: Zwei Stücke des amerikanisch-israelischen Choreografen Barak Marshall werden vorgestellt.
Sandra Hüller spielt an den Bühnen Halle Nassim Soleimanpours Stück „Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen" prima vista – ohne Vorbereitung und mit unbekanntem Text. Die unerwartete Anwesenheit des Autors schwächt dabei die zentrale Idee seiner symbolischen Abwesenheit.
Cristian Mungius „Fjord" gewann die Goldene Palme des 79. Filmfestivals in Cannes; deutsche Produktionen wurden gleich mehrfach ausgezeichnet, darunter Valeska Grisebacks „Das geträumte Abenteuer" und Sandra Wollners „Everytime".
Bob Dylan wird 85 Jahre alt: Der Musiker aus Minnesota prägte mit Folk, Rock, Country und Gospel die Musikgeschichte und erhielt 2016 den Literaturnobelpreis – obwohl er die Ikonen-Rolle stets ablehnte.
Die Dresdner Musikfestspiele präsentieren zu Pfingsten zum dritten Mal die „Cellomania" mit rund 30 Cellisten aus aller Welt, darunter Sheku Kanneh-Mason, Mischa Maisky und Jan Vogler.
Trotz gestiegener Ticketpreise boomt die Festivallandschaft in Deutschland mit über 1.800 Veranstaltungen, rund 20 Prozent mehr als vor der Pandemie. Für Künstler machen Live-Events etwa die Hälfte ihrer Einnahmen aus, da Streaming nur rund fünf Prozent beisteuert.
Julia Roberts übernimmt die Hauptrolle in der Verfilmung des noch unveröffentlichten Romans „Home Economics" von Katy Hays und produziert das Projekt über ihre Firma Red Om Films selbst.
Rund 1.300 Deutsche und Tschechen gedachten beim Versöhnungsmarsch von Pohorelice nach Brünn den Opfern des „Brünner Todesmarsches" von 1945. Bundesinnenminister Dobrindt sprach am Massengrab; der erstmals in Tschechien stattfindende Sudetendeutsche Tag verlief begleitet von Gegenprotesten.
Tilmann Haberer verarbeitet in seinem Buch „Die Kraft des Trotzdem" eine eigene Krebsdiagnose und verbindet persönliche Krisenerfahrung mit theologischen, psychologischen und philosophischen Reflexionen über Resilienz und Hoffnung.
Adrian Figueroa inszeniert Maria Lazars „Der blinde Passagier" im Münchner Volkstheater und erzählt darin von einem Flüchtling, der das Gefüge einer Schiffsfamilie erschüttert – die Inszenierung sorgt für gespaltene Kritikermeinungen.
Das Staatstheater am Gärtnerplatz zeigt Verdis „La Traviata" in einer Inszenierung mit feministischem Ansatz, die stilistische Mittel wie phantastischen Realismus und Symbolik einsetzt, diese jedoch laut Kritik nicht konsequent genug ausschöpft.
Roy Chens Stück „Zirkus Kafka", uraufgeführt am Schauspiel Frankfurt unter der Regie von Dor Aloni, lässt Kafkas Figuren ihre eigene Verbrennung fordern und dreht sich in einer meta-theatralen Wendung vom Kafka-Deutungszirkus hin zur Kritik an der Interpretationssucht des Kulturbetriebs.
Dick Parry, Saxophonist auf Pink-Floyd-Klassikern wie „Money" und „Shine On You Crazy Diamond", ist im Alter von 83 Jahren gestorben. David Gilmour bestätigte den Tod seines langjährigen Freundes und Musikers in den sozialen Medien.
Paul McCartneys neues Soloalbum „The Boys of Dungeon Lane" ist ein nostalgisches Spätwerk, auf dem der 83-Jährige fast alle Instrumente selbst einspielt und musikalisch auf seine Liverpooler Jugend und ein gelebtes Leben zurückblickt.
Bayerns Freilichtbühnen bieten im Sommer 2026 ein breites Programm: Die Luisenburg Wunsiedel zeigt u.a. „Der Da Vinci Code", die Kreuzgangspiele Feuchtwangen sechs Stücke, Altusried das Musical „Das zauberhafte Land von Oz" und Bad Kötzting „Don Quijote" auf Bairisch.