Kulturatlas

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Kuratierte Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus.

Aktuelle Artikel

483 Artikel gefunden · Seite 5 von 21

Teilhabe & Repräsentation
Theater – Formen & Rollen
Bundesweit

Die Burgtheater-Schauspielerin Safira Robens reflektiert in einem persönlichen Essay über ihre Erfahrungen mit Rassismus und struktureller Ausgrenzung im deutschsprachigen Theaterbetrieb. Anlass ist die aktuelle Blackfacing-Debatte am Schauspielhaus Hamburg, die sie an ein traumatisches Erlebnis beim Burgtheater erinnert: eine Inszenierung von Koltès' Stück mit dem N-Wort im Titel, nach der ein eskaliertes Publikumsgespräch sie körperlich krank werden ließ. Robens beschreibt zugleich bestärkende Momente ihrer Karriere, darunter Jelinek-Uraufführungen und die Produktion „Katharsis" über den Afrowienern Angelo Soliman und seine Tochter am Burgtheater, wo sich das Publikum und die Kantine sichtbar verändert hätten. Die 1994 geborene Schauspielerin, die vor Wien in Lissabon tätig war, wo ihre Hautfarbe keine Rolle gespielt habe, fordert ein Theater, das Europas koloniale Geschichte anerkennt und künstlerisch verarbeitet. Sie zeigt sich trotz aller Kritik optimistisch über einen spürbaren, wenn auch langsamen Wandel im Burgtheater und im Wiener Kulturbetrieb insgesamt.

Die Deutsche Bühne
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Deutsches Theater Göttingen
Kulturverwaltung
Institutionen
Bundesweit

Das Deutsche Theater Göttingen erhält ab der Spielzeit 2027/28 eine neue Doppelspitze: Die langjährige Geschäftsführerin Sandra Hinz und die seit 2024 amtierende künstlerische Co-Leiterin Schirin Khodadadian übernehmen gemeinsam die Intendanz. Der Wechsel folgt auf den vorzeitigen Abgang von Intendant Erich Sidler, der das Haus zwei Jahre vor Vertragsende verlässt, unter anderem wegen finanzieller Unsicherheiten durch ausbleibende Landesmittel und Kürzungen von über 600.000 Euro. Laut der Göttinger Oberbürgermeisterin hat das Land Niedersachsen nun signalisiert, einen langfristigen Fördervertrag in Aussicht zu stellen, womit der Fortbestand des Theaters gesichert scheint. Die neue Leitungsstruktur wird als interne Weiterentwicklung und Zeichen der Kontinuität gewertet, da beide Frauen dem Haus bereits gut bekannt sind. Der Vorgang gilt dem Autor als exemplarisch für einen Trend im Stadttheaterbetrieb weg von Einzelkünstlerpersönlichkeiten hin zu integrativen, stadtgesellschaftlich vernetzten Leitungsteams.

Die Deutsche Bühne
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schauspiel erlangen
Stadttheater Ingolstadt
Theater am Glacis Ingolstadt
Kulturpolitik, Governance & Förderung
Finanzierung öffentlich
Oberfranken

Die bayerischen Stadttheater in Ingolstadt und Erlangen stehen unter massivem Spardruck, nachdem Steuereinbrüche die Kommunalhaushalte drastisch geschrumpft haben. In Ingolstadt wird der denkmalwürdige Hämer-Bau des Stadttheaters ab Sommer schrittweise geschlossen, ohne dass eine Sanierung geplant ist; das als Provisorium gedachte Theater am Glacis wird auf unbestimmte Zeit zur Hauptspielstätte. Das schauspiel erlangen erlebte kurz nach dem Amtsantritt von Intendant Jonas Knecht einen Einbruch der städtischen Einnahmen von 220 auf 71 Millionen Euro, was die ursprünglichen Ausbaupläne zunichtemachte. Beide neu ernannten Intendanten – Knecht in Erlangen und Oliver Brunner in Ingolstadt – berichten von Sparrunden, fehlender Planungssicherheit und der Sorge, dass kommunale Theater grundsätzlich zur Disposition gestellt werden könnten. Sie fordern von der Politik ein klares Bekenntnis zu Aufgabe und Finanzierung städtischer Theater.

Die Deutsche Bühne
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Theater – Formen & Rollen
Bundesweit

Bernd Schmidt, Geschäftsführer des Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs, erklärt im Interview mit der Zeitschrift „Die Deutsche Bühne", wie literarische Stoffe für die Bühne erschlossen werden: über enge Zusammenarbeit mit Buchverlagen, auf Initiative von Theatern oder durch eigene Lektüre. Seine Bühnenfassung von Karsten Dusses Kriminalkomödie „Achtsam morden" entstand während der Corona-Pandemie 2020, als der Theaterbetrieb stillstand. Schmidt betont, dass die Zustimmung der Autor:innen stets am Anfang jeder Bearbeitung stehen müsse und ein frühzeitiges Exposé spätere Konflikte vermeide. Zum Erfolg von „Achtsam morden" auf der Bühne trägt laut Schmidt bei, dass der Stoff ein neues Publikum ins Theater zieht, das die Romane bereits kannte. Generell plädiert er dafür, die Suche nach neuen Stoffen für das Theater offen zu halten und Adaptionen nicht grundsätzlich abzulehnen.

Die Deutsche Bühne
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Tanz – Stile & Formen
Veranstaltungen
Bundesweit

Im Rahmen der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 und des Festivals Tanz Moderne Tanz inszenierte Ballettdirektorin Sabrina Sadowska das Großprojekt „Odyssee in C" als mehrstündigen Outdoor-Tanzparcours durch die Stadt. Von 8 bis 23 Uhr bespielten internationale Kompanien 18 Stationen im Stadtraum Chemnitz, wobei jede Gruppe ein Kapitel aus James Joyces Roman „Ulysses" tänzerisch interpretierte. Die Aufführungsorte – darunter das Stadtschwimmbad, der Wirkbau, die Markthalle und das Karl-Marx-Monument – wurden bewusst gewählt, um auf industrielle Vergangenheit, urbane Brüche und lokale Identität Chemnitz' hinzuweisen. Beteiligte Ensembles wie Company Chameleon aus Manchester, Cie Ex Nihilo aus Frankreich und die Nuepiko Dance Company aus Litauen setzten die literarischen Vorlagen in Formen zwischen Tanztheater und Breakdance um. Das Finale übernahm das Ballett Chemnitz im Opernhaus mit Edith Piafs „Je ne regrette rien".

Die Deutsche Bühne
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Sparten (Oberbegriffe)
Veranstaltungen
Bundesweit

Der zeitgenössische Zirkus – eine aus der französischen Cirque-Nouveau-Bewegung der 1970er-Jahre hervorgegangene Kunstform – findet in Deutschland zunehmend Eingang in Theaterfestival-Programme, darunter die Ruhrfestspiele Recklinghausen und das Circus Dance Festival Köln. Autor Andreas Falentin beschreibt drei konkrete Produktionen: das Duo-Stück „Symbiosis" mit Jongleur Kolja Huneck und Artist Luuk Brantjes, Julian Vogels Solo „Ceramic Circus" sowie „Delusional – I Killed a Man" der brasilianischen Artistin Diana Salles. Kennzeichen der Kunstform sind artistisches Erzählen ohne Sprache oder Figurenspiel, mit Fokus auf Körper, Objekte, Rhythmus und Raum. In Deutschland fehlen spezialisierte Hochschulen; das Chamäleon Theater Berlin ist das einzige reine Spielhaus für diese Sparte, während Festivals die Lücke bei der Aufführungspraxis füllen. Den Boom der Kunstform führt der Autor auf ihre Niederschwelligkeit und unmittelbare Wirkung zurück, die kein Vorwissen voraussetze.

Die Deutsche Bühne
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Deutscher Theaterpreis DER FAUST
Internationales Theaterinstitut (ITI)
Theaterhaus Stuttgart
Zivilgesellschaft
Gesellschaft, Demokratie & Wirkung
Bundesweit

Beim Deutschen Theaterpreis DER FAUST diskutierten Gernot Wolfram, Malin Nagel und Viktor Schoner über Verführungsstrategien des Rechtspopulismus und die Rolle der Kultur als Gegenkraft – mit dem Appell zu mehr Mut und Selbstbewusstsein der Kulturschaffenden.

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Deutscher Theaterpreis DER FAUST
Familie Flöz
Theaterhaus Stuttgart
Veranstaltungen
Bundesweit

Im Theaterhaus Stuttgart wurde der 20. Deutsche Theaterpreis DER FAUST verliehen, moderiert von der Theatercompany Familie Flöz. Den Preis für das Lebenswerk erhielt die Regisseurin und Theaterleiterin Brigitte Dethier. Zu den weiteren Preisträgerinnen und Preisträgern zählen unter anderem Thomas Schmauser (Schauspiel, Münchner Kammerspiele), Bettina Ranch (Musiktheater, Aalto-Musiktheater Essen) und William Forsythe (Choreografie, Hamburg Ballett). Die Aufzeichnung der Verleihung ist ab dem 16. November 2025 in der 3sat-Mediathek verfügbar. Die nächste Preisverleihung findet am 14. November 2026 im Hessischen Staatstheater Wiesbaden statt.

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Theater – Formen & Rollen
Veranstaltungen
Bundesweit

Das Festival Fast Forward, eine Werkschau junger europäischer Regisseurinnen und Regisseure am Dresdner Staatsschauspiel, fand vom 13. bis 16. November 2025 voraussichtlich zum letzten Mal statt. Aufgrund von Sparmaßnahmen des Landes Sachsen und damit verbundenen Kürzungen für das Staatsschauspiel wurde das Festival vorerst eingestellt. Intendant Joachim Klement hatte das 2011 in Braunschweig gegründete Festival 2017 nach Dresden gebracht; ob eine künftige Theaterleitung es wieder aufnimmt, ist offen. Das Festival, das verschiedene Dresdner Häuser sowie internationale Studierendengruppen anzog, galt laut Beteiligten als wichtige Plattform für junge Theaterschaffende und als Gegengewicht im kulturell eher konservativen Dresden. Gezeigt wurden unter anderem die Produktionen „Unruhe" von Nolwenn Peterschmitt und „Bidibibodibiboo" von Francesco Alberici.

Die Deutsche Bühne
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Theater – Formen & Rollen
Bundesweit

Die Dramaturgische Gesellschaft (dg) hielt ihre Jahreskonferenz mit rund 400 Teilnehmenden auf Kampnagel in Hamburg ab und feierte dabei ihr 70-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „Time to Care – Strategien von Inklusion und Empowerment gegen Politiken der Härte" diskutierten Speaker:innen aus dem Theaterbereich über barrierefreien Zugang, Inklusion in der Kunstproduktion sowie die Unterrepräsentation von Menschen mit Behinderungen auf und hinter der Bühne. Die Konferenz war selbst inklusiv gestaltet: Access friends, Gebärdensprachdolmetschen, Leichte Sprache und Rückzugsorte prägten das Tagungsformat. Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen, verwies auf rund 13 Millionen betroffene Menschen in Deutschland, die ein Recht auf kulturelle Teilhabe haben. Autorin Karolin Berg konstatiert eine Diskrepanz zwischen dem diversen Podium und dem weitgehend homogenen Publikum und appelliert an Theaterschaffende in Leitungspositionen, die Konferenzimpulse in ihre Institutionen zu tragen.

Die Deutsche Bühne
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Tanz – Stile & Formen
Veranstaltungen
Bundesweit

Am 28. Februar 2026 wurde im Aalto-Theater Essen der Deutsche Tanzpreis vergeben. Hauptpreisträger war Christian Spuck, Intendant des Staatsballetts Berlin, den die Jury für seinen „mutigen, klaren" Neustart der Kompanie auszeichnete; zusätzlich wurden die Tanzwissenschaftlerin Gabriele Brandstetter für Pionierarbeit und Tadashi Endo posthum für sein Lebenswerk geehrt. Das Staatsballett Berlin präsentierte drei Ausschnitte aus Spucks Choreografien, darunter „Nocturne", ein Pas-de-deux aus „Romeo und Julia" sowie „Beethoven". In seiner Dankesrede betonte Spuck die gesellschaftliche Rolle des Tanzes als Begegnung und verwies auf die 26 Nationen umfassende Belegschaft seines Ensembles als schützenswertes Modell. Der nächste Deutsche Tanzpreis soll am 13. März 2027 verliehen werden.

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Veranstaltungen
Bundesweit

Beim 13. Sächsischen Theatertreffen in Görlitz und Zittau (21.–26. April 2026) stand neben dem künstlerischen Programm die Zukunft des Theaters im ländlichen Raum im Mittelpunkt. Gastgeber und scheidender Intendant Daniel Morgenroth lud Ministerpräsident Michael Kretschmer und FAZ-Theaterkritiker Simon Strauß zum Podiumsgespräch „Mehr als Geld – Kultur in der Fläche im Freistaat Sachsen", bei dem Kretschmer zwar strukturelle Reformen andeutete, aber keine zusätzlichen Finanzmittel in Aussicht stellte. Im Mittelpunkt standen die finanzielle Bedrängnis sächsischer Häuser – darunter das Schauspiel Chemnitz, dem die Stadt Fördermittel für einen Neubau verweigert, sowie das Theater Plauen-Zwickau, das trotz städteübergreifendem Modell vor drohender Insolvenz steht. Den Jurypreis des Treffens erhielt das Theater Plauen-Zwickau für seine Shakespeare-Inszenierung „Richard III." unter der Regie von Dirk Löschner, die mit rein weiblicher Besetzung überzeugte.

Die Deutsche Bühne
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Beim 43. Heidelberger Stückemarkt, dem letzten unter Intendant Holger Schultze, war Kanada das Gastland. Am Abschlusswochenende des Festivals präsentierten freie Kollektive und Bühnenautorinnen und -autoren aus Kanada Stücke zu Themen wie Sklaverei, Abtreibung, Queerness und Inklusion. Den Internationalen Autor:innenpreis gewann die Kanadierin Erin Shields für ihr Stück „Zum Licht" über die Einbeziehung taubstummer Menschen ins Theater. Besonders hervorgehoben wurde das Gastspiel „Surveillée et punie" aus Montreal, in dem die queere Sängerin Safia Nolin Hunderte von Hass-Botschaften aus dem Internet zu einem Anti-Oratorium verdichtete und die Namen der Täter öffentlich machte.

Die Deutsche Bühne
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Die Ruhrfestspiele 2026 eröffneten am 3. Mai ihr 80. Jubiläumsjahr unter dem Motto „Erschrecken und Erstaunen" – erstmals nicht im Großen Haus des Ruhrfestspielhauses, das sich wegen Sanierung der Bühnentechnik in der Renovierung befindet, sondern in einem eigens errichteten Festzelt im Recklinghäuser Stadtgarten. Prominente Gäste wie Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher und NRW-Kulturministerin Ina Brandes nahmen an der Eröffnung teil. Das prägnanteste Zeichen des Abends war die bewusst nicht gefüllte Lücke der iranischen Produktion „Das Kind" der Shieveh Theater Company aus Teheran, die wegen des Krieges im Iran nicht anreisen konnte; Intendant Olaf Kröck las aus einer Nachricht der iranischen Künstlerin Afsaneh Mahian vor. Georg-Büchner-Preisträgerin Ursula Krechel hielt die literarische Eröffnungsrede über Kafkas Amerika-Fragment, bevor die choreografische Produktion „Huang Yi & Kuka" – ein Duett zwischen dem taiwanesischen Choreografen Huang Yi und einem Industrieroboter – den Abend künstlerisch beschloss.

Die Deutsche Bühne
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Das 13. Sächsische Theatertreffen fand vom 21. bis 26. April 2026 in Görlitz und Zittau statt, ausgerichtet vom Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau. Auf sechs Bühnen wurden 21 Inszenierungen aus sächsischen Theatern gezeigt, ergänzt durch Produktionen aus Polen und Tschechien im Rahmen des trinationalen J-O-Ś-Festivals. Den Festivalpreis erhielt das Theater Plauen-Zwickau für Dirk Löschners Inszenierung „Richard III." mit einem rein weiblichen Ensemble, die die Jury durch darstellerische Genauigkeit und ästhetische Geschlossenheit überzeugte. Besondere Aufmerksamkeit erlangten außerdem „Der Girschkarten" vom Schauspiel Leipzig und „Der Nazi & der Friseur" vom Staatsschauspiel Dresden. Neben der künstlerischen Präsentation wurde beim Treffen auch die kulturpolitische Frage diskutiert, wie Theatervielfalt in ressourcenschwächeren Regionen wie der Oberlausitz langfristig gesichert werden kann.

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Theater – Formen & Rollen
Veranstaltungen
Regensburg

Die 40. Bayerischen Theatertage finden vom 8. bis 25. Mai 2026 in Regensburg statt und stehen unter dem Motto „Vielfalt leben". Eine siebenköpfige Jury wählte aus 92 gesichteten Bewerberstunden 26 Produktionen von bayerischen Bühnen aus; 64 Theater hatten sich beworben. Das Festival hat auch strukturelle Bedeutung: Zum Auftakt wurde das Theater Regensburg offiziell zum Staatstheater erhoben. Das Programm umfasst neben klassischen Bühnenabenden – darunter die Europäische Erstaufführung von Paul Moravecs Oper „The Shining" – auch hybride Formate wie eine VR-Inszenierung des Staatstheaters Augsburg sowie partizipative Veranstaltungen im öffentlichen Stadtraum.

Die Deutsche Bühne
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Theater – Formen & Rollen
Veranstaltungen
Bundesweit

Die Regisseurin Ruth Mensah inszeniert am Essener Grillo-Theater die Uraufführung von „Maus, Geld, Gespenst" der Berliner Autorin Sunan Gu, eine Koproduktion der Ruhrfestspiele Recklinghausen und des Schauspiel Essen. Das 2025 mit dem Volksbühnenpreis für Theaterliteratur ausgezeichnete Stück folgt fünf miteinander verwobenen Figuren, die zwischen Berlin und Beijing mit Einsamkeit, Rassismus, kultureller Identität und sozialen Zwängen kämpfen. Mensahs Inszenierung arbeitet mit einer markanten Bildsprache: Die Darstellenden tragen übergroße Masken, agieren in rosaroten Kostümen auf einer sterilen Bühne und spielen mit Requisiten wie einem Fleischberg und giftgrünem Wackelpudding. Besonders hervorgehoben wird die körperliche Ausdrucksstärke des Ensembles, das trotz unbewegter Maskengesichter intensive emotionale Wirkung erzielt. Die Inszenierung stellt Themen wie strukturellen Rassismus, Wohlstand und kulturelle Aneignung ohne didaktische Führung offen in den Raum.

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Oper & Musiktheater – Formen
Veranstaltungen
Muenchen

Die Münchener Biennale wurde mit der Uraufführung von „Codeborn" der Komponistin Zara Ali in der Muffathalle eröffnet. Das Stück verbindet wilden Electro-Pop mit klassischen Elementen und thematisiert Quantenmechanik sowie Künstliche Intelligenz in Form eines inszenierten „Experiments" an einem Paar. Die Sopranistin Lucy Altus und Bariton Julien Horbatuk verkörpern das Paar, während Countertenor Thomas Lichtenecker als „Doll" auftritt; Regie führten Florentine Klepper und Deva Schubert. Das postmoderne Zeichensystem aus Musik, Spiel und Bühne – ausgestattet von Wolfgang Menardi – bleibt bewusst ohne moralische Wertung und lässt das Publikum teils ratlos zurück. Ergänzt wurde der Eröffnungsabend durch die Videoinstallation „Arche", bei der die Bildebene die musikalische Begleitung von Eugene Birman überwog.

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Theater Baden-Baden
Theater – Formen & Rollen
Veranstaltungen

Mit Arthur Schnitzlers Tragikomödie „Das weite Land" verabschiedet sich Nicola May nach 22 Jahren als Intendantin vom Theater Baden-Baden. Die Inszenierung zeigt das verlogene Treiben des Wiener Bürgertums vor dem Ersten Weltkrieg, in dem der Unternehmer Friedrich Hofreiter (Sebastian Mirow) seine Frau Genia (Constanze Weinig) betrügt und schließlich ein Duell mit dem jungen Marineoffizier Otto provoziert. May setzt auf konventionelles Schauspielertheater mit heiterem Freizeitflair – Kostüme im Tennislook, ein idyllisches Bühnenbild – und bleibt damit nach Einschätzung der Kritikerin an der Oberfläche des Stücks. Die psychologischen Abgründe, die Schnitzler in seinem Text anlegt, werden in dieser Produktion nicht ausgelotet; die Inszenierung verharrt im gesellschaftlichen Konversationston.

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Bühnen Halle
Theater – Formen & Rollen
Veranstaltungen
Bundesweit

Die Bühnen Halle zeigen am Neuen Theater die Uraufführung von „Die Lungenschwimmprobe", einer Bühnenfassung des gleichnamigen Romans des norwegischen Autors Tore Renberg. Der historisch verankerte Stoff schildert das Schicksal der 15-jährigen Anna Voigt, die im späten 17. Jahrhundert des Kindsmordes beschuldigt wird und trotz medizinischer Entlastungsgutachten einen jahrelangen Prozess durchleidet. Regisseurin und künstlerische Leiterin Mille Maria Dalsgaard konzentriert sich in ihrer Inszenierung auf das persönliche Martyrium der Protagonistin, während die rechtshistorische Dimension – darunter das Wirken des Juristen Christian Thomasius und die Bedeutung der Lungenschwimmprobe für die Rechtsmedizin – in den Hintergrund tritt. Die Produktion arbeitet mit minimalistischem Bühnenbild, symbolischen Bildmitteln und einer überwiegend erzählenden Spielweise; Aline Bucher trägt die Titelrolle. Tobias Prüwer bespricht die Inszenierung im Rahmen einer Kritik vom 10. Mai 2026.

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Theater – Formen & Rollen
Veranstaltungen

Sebastian Hartmann inszenierte am Staatsschauspiel Dresden die Uraufführung von „Träume in Europa" des Theaterautors Wolfram Lotz. Die Textvorlage ist ein rund hundertseitiges Prosaband, das knapp hundert anonyme Traumberichte aus europäischen Internetforen versammelt. Zehn Darsteller:innen und eine Pianistin präsentieren diese Traummonologe auf einer schlichten, von rollbaren Wandelementen gerahmten Bühne, zunächst nüchtern-distanziert, zunehmend körperlich-expressiv. Hartmann übernimmt den Text weitgehend unverändert und verzichtet auf psychologische Deutung zugunsten eines rituell-performativen Spiels mit Licht, Kostüm und Raumwirkung. Der Abend dauert knapp vier Stunden und fragt nach den Möglichkeiten kollektiver Erfahrung radikal individueller, nächtlicher Innenwelten.

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Theater – Formen & Rollen
Veranstaltungen
Bundesweit

Das Schauspiel Wuppertal zeigt in einer Inszenierung von Anne Mulleners „Das Tagebuch der Anne Frank" in Kooperation mit dem Figurentheaterfestival FIDENA. Die Produktion verbindet klassisches Schauspiel mit Elementen des Figurentheaters: Puppen- und Objektspielerin Sara Hasenbrink gestaltete ein Pop-up-Buch, aus dem Annes imaginäre Briefpartnerin Kitty als sichtbare Figur hervortritt, während Schattenbilder die Albträume der Versteckten darstellen. Auf einer weißen, bewusst spartanisch gehaltenen Bühne pendelt das Ensemble um Julia Meier als Anne Frank zwischen komödiantischer Leichtigkeit und emotionaler Eindringlichkeit. Die Premiere fiel bewusst in die Woche der Gedenktage rund um das Ende des Zweiten Weltkriegs, und in der Produktion wirkt auch ein Mitglied des inklusiven Schauspielstudios STUDIYOU mit.

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Theater Regensburg
Oper & Musiktheater – Formen
Veranstaltungen
Oberpfalz

Das Staatstheater Regensburg zeigte im Rahmen der Eröffnung der 40. Bayerischen Theatertage die europäische Erstaufführung der Oper „The Shining" des amerikanischen Komponisten Paul Moravec, zehn Jahre nach der Uraufführung in Minnesota. Intendant Sebastian Ritschel inszenierte das Werk mit Fokus auf den psychologischen Kern der Romanvorlage von Stephen King, weniger auf Schockmomente à la Kubrick; das Grauen entfaltet sich stattdessen als kontinuierliches Zeitkontinuum. Das aufwendige Bühnenbild von Sam Madwar mit Videoprojektionen, Drehscheibe und Hebebühne sowie die Darsteller Carl Rumstadt (Jack), Theodora Varga (Wendy) und Vitus Heumüller (Danny) prägten die Produktion. GMD Stefan Veselka leitete das Philharmonische Orchester Regensburg durch Moravecs flächig-opulente Partitur, die die Sängerstimmen vor allem durch Lautstärke fordert. Ab 29. Mai übernimmt das Theater Vorpommern die Produktion.

Die Deutsche Bühne
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Oper & Musiktheater – Formen
Veranstaltungen
Bundesweit

Das Theater Koblenz präsentiert unter der Regie von Intendant Markus Dietze die deutsche Erstaufführung der Oper „Antony and Cleopatra" des amerikanischen Komponisten John Adams – als zweites Haus in Europa. Das Werk, das Liebes- und Machtdrama um Antonius, Cleopatra und Caesar basiert auf Texten von Shakespeare, Plutarch und Vergil und dauert inklusive Pause drei Stunden. Die Hauptrollen sind mit Danielle Rohr (Cleopatra), Andrew Finden (Antony) und Tobias Haaks (Caesar) besetzt; das Staatsorchester der Rheinischen Philharmonie spielt unter der Leitung von Enrico Delamboye. Das reduzierte Bühnenbild von Bodo Demelius wird durch Videos und Live-Bilder ergänzt, während Adams' Musik für ihre enge Verzahnung mit der dramatischen Spannungskurve des Librettos beschrieben wird.

Die Deutsche Bühne
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