Pressespiegel
Kuratierte Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus.
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Am Badischen Staatstheater Karlsruhe hat Regisseur Jan Bosse Joachim Meyerhoffs Roman „Man kann auch in die Höhe fallen" – Teil 6 der Reihe „Alle Toten fliegen hoch" – als Solo-Bühnenadaption inszeniert. Schauspielerin Anne Müller spielt darin sowohl den Sohn als auch die Mutter, deren Vitalität im Mittelpunkt des Werkes steht, das Meyerhoffs Genesungsaufenthalt bei seiner Mutter in Schleswig nach einem Schlaganfall schildert. Die Inszenierung setzt auf selbstironische Übertheatralik, Slapstick und aufwändige Bühneneffekte, ergänzt durch eigens komponierten Songs von Pianist Matthias Flake, der Erzählkomplexe des Romans in Lieder verwandelt. Der Kritiker Manfred Jahnke beschreibt das Ergebnis als eine Hommage, die nicht nur der Mutterfigur, sondern dem Theater selbst gilt.
Der ZDF-Verwaltungsrat hat Nadine Bilke in ihrem Amt als Programmdirektorin bestätigt. Bilke, die diese Position seit 2022 bekleidet, wird die Programmverantwortung beim Mainzer Sender nun bis mindestens 2032 tragen. ZDF-Intendant Norbert Himmler lobte sie als „ausgezeichnete Medien- und Programm-Managerin" und betonte die gemeinsame Ausrichtung auf eine lineare und nonlineare Zukunft des Senders. Bilke begann ihre ZDF-Karriere 2002 als Redakteurin und leitete von 2018 bis 2022 den Spartenkanal ZDFneo, bevor sie zur Programmdirektorin aufstieg.
Die Film- und Medienstiftung NRW hat in ihrer zweiten Förderrunde des Jahres insgesamt 11,8 Millionen Euro an 32 Projekte vergeben. Zu den geförderten Serienprojekten gehören die zweite Staffel der RTL-Coming-of-Age-Serie „Euphorie" (1,5 Millionen Euro, produziert von Zeitsprung Pictures) sowie der ARD/WDR-Zweiteiler „Eisige Nächte" (1,1 Millionen Euro). Die höchste Einzelförderung von 1,77 Millionen Euro erhielt der Kinofilm „Der Lappen" der Schwestern Yasemin und Nesrin Şamdereli, die erneut eine im Ruhrgebiet angesiedelte Komödie drehen. Weitere Mittel gingen unter anderem an eine WDR-Dokumentation über Schauspieler Oliver Masucci („Oliver Masucci – Acting Beyond Fear", Regie: Aljoscha Pause, 350.000 Euro) sowie an eine vierteilige Dokuserie über die deutsche Handball-Nationalmannschaft für ProSiebenSat.1 (150.000 Euro).
Die Oper Köln zeigt mit „Picture a day like this" des britischen Komponisten George Benjamin die deutsche Erstaufführung einer internationalen Koproduktion, die 2023 in Aix-en-Provence uraufgeführt wurde. Das Werk folgt einer trauernden Frau, die auf der Suche nach einem glücklichen Menschen scheitert und am Ende erkennt, dass es kein Glück gibt. Die Inszenierung von Daniel Jeanneteau und Marie-Christine Soma wirkt in Köln distanziert und emotionslos, da das Kreativteam bei der Premiere nicht anwesend war und die Sänger die Produktion lediglich einstudiert haben. Musikalisch überzeugt der Abend dennoch: Dirigent Christian Karlsen führt das Gürzenich-Orchester Köln präzise, und das Ensemble mit Adriana Bastidas-Gamboa, Emily Hindrichs und John Brancy singt auf hohem Niveau. Die szenische Kälte und fehlende Bühnenpräsenz der Darsteller verhinderten jedoch laut Kritiker Andreas Falentin, dass das Werk sein emotionales Potenzial entfalten konnte.
Der Eurovision Song Contest 2026 findet in Wien statt, mit Halbfinalen am Dienstag und Donnerstag sowie dem Finale am 16. Mai. Der ORF investiert 16 Millionen Euro in das Event, die Stadt Wien weitere 22,6 Millionen Euro; ein direkter Gewinn für den ORF ist laut Kaufmännischer Direktorin Eva Schindlauer „völlig unrealistisch", werde aber durch Umwegrentabilität und technologischen Wissenszuwachs kompensiert. Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner beziffert den erwarteten Nachfrageimpuls auf rund 57 Millionen Euro. ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz erklärte, man habe „alles gebrandet, was man branden kann", um Österreich als Tourismus-Destination zu vermarkten – von Künstlergarderoben über den Green Room bis hin zu eigenem Wasserbranding. Im Hintergrund belastet zudem der Führungsstreit um den gefeuerten ORF-Generaldirektor Roland Weißmann das Unternehmen, dessen Nachfolge ab 2027 noch ungeklärt ist.
Die Staatsoper Stuttgart hat mit „Station Paradiso" eine Uraufführung der kroatischen Komponistin Sara Glojnarić präsentiert, inszeniert von Anika Rutkofsky. Das als „Mixtape-Oper" konzipierte Dokumentationstheater basiert auf Interviews mit Kindern von Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern sowie einer im Stuttgarter StadtPalais aufgefundenen Audiokassette mit Familienaufnahmen. Im Mittelpunkt steht eine fiktive Busreise, auf der Arbeitsmigrantinnen und -migranten verschiedener Herkunft – darunter italienische, türkische und jugoslawische Figuren – mit Liedern ihrer Heimat bezahlen, gesungen von Goran Jurić, Matthias Klink und Diana Haller. Glojnaričs Kompositionsstil verbindet minimalistische Klangtableaus mit Popmusik-Elementen und wird vom Rezensenten als spannungsreich zum melancholisch-nostalgischen Grundton des Librettos der Theaterautorin Tanja Šljivar beschrieben.
Die Bayerische Staatsoper München hat Brett Deans neue Oper „Of One Blood" uraufgeführt, die das historische Machtverhältnis zwischen Maria Stuart und Königin Elisabeth I. thematisiert. Das Libretto von Heather Betts basiert auf Briefen und historischen Zeugnissen der beiden Königinnen und wurde von Regisseur Claus Guth als szenischer Thriller inszeniert. Vladimir Jurowski leitete das Bayerische Staatsorchester, die Hauptrollen sangen Vera-Lotte Boecker (Maria) und Johanni van Oostrum (Elizabeth). Bühnenbildner Étienne Pluss verankerte das Geschehen in einem futuristischen Labor, von dem aus die historischen Grabmale beider Königinnen aus der Westminster Abbey als Ausgangspunkt der Handlung dienen. Die Uraufführung wurde vom Publikum mit einhelligem Jubel aufgenommen.
Der SWR-Kultur/BR-Podcast „Werner Herzog – zu groß für Deutschland" (6 Folgen, 2026) beleuchtet Leben und Werk des deutschen Filmemachers Werner Herzog, der international als Legende gilt, in seiner Heimat jedoch kaum bekannt ist. Host Max Osenstätter folgt Herzogs Spuren von den turbulenten Dreharbeiten zu „Fitzcarraldo" im peruanischen Dschungel – mit Bränden, dem Schiff über den Berg und Hauptdarsteller Klaus Kinski – bis zu Herzogs Weggang nach Los Angeles in den frühen 1990er-Jahren. Die Serie beleuchtet auch Herzogs Biografie: seine Armut, den gestohlenen Ersten Kamera, Schmuggeleien mit seiner späteren Frau Martje und seine Zeit als Rodeo-Clown in Mexiko. Im Mittelpunkt steht zudem Herzogs Konzept der „Ekstatischen Wahrheit" sowie sein ambivalentes Verhältnis zur dokumentarischen Wahrhaftigkeit. Produziert wurde die Reihe von Plotprodukt für SWR Kultur und BR.
Der Berliner Musiker Peter Fox veranstaltete im Sommer 2024 eine Reihe kostenloser Open-Air-Konzerte – die sogenannte „Block Party" – in verschiedenen Berliner Stadtteilen, darunter Neukölln, Kreuzberg, Marzahn und Schöneberg. Ziel war es, Menschen aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Milieus zusammenzubringen und gesellschaftliche Trennlinien in der Stadt zu überwinden. Gleichzeitig nutzte Fox die Konzerte, um drei junge Nachwuchskünstler aus Berlin zu fördern: den Erzieher und Rapper Kevin (31) aus Neukölln, die 16-jährige Schülerin und Sängerin Cerin aus Gropiusstadt sowie den Rapper und Produzenten Nik (24) aus Marzahn. Eine Dokumentation des SWR in Zusammenarbeit mit RBB, ARD Kultur und HR begleitet das Projekt; Regie führte David Seeberg.
„Battle of the Nerds" ist ein Popkultur-Quiz-Podcast von ARD Kultur, in dem die Hosts Eva Schulz und Ralph Caspers ihr Wissen über verschiedene Franchise-Universen gegeneinander messen. In der aktuellen Staffel 2 treten sie zu Themen wie „Der Herr der Ringe", „Sex and the City", dem Marvel Cinematic Universe, „Alien" und „Star Trek" an. Dabei werden beide Hosts jeweils von ausgewiesenen Super-Fans und Experten gecoacht, bevor sie im Finale gegeneinander antreten. In Staffel 1 waren bereits „Game of Thrones" und James Bond Gegenstand der Quiz-Duelle. Der Podcast wird von Pool Artists im Auftrag von ARD Kultur produziert und ist in ARD Sounds verfügbar.
Die ARD-Dokumentation „Der Star-Anwalt: Christian Schertz und die Medien" (2024, 60 Min., Regie: Nora Binder) porträtiert den Berliner Medienanwalt Christian Schertz und seine Kanzlei „Schertz Bergmann" am Kurfürstendamm. Schertz vertritt prominente Mandanten aus Musik, Politik und Unterhaltung, darunter Till Lindemann, Jan Böhmermann und Herbert Grönemeyer. Bekannt wurde er unter anderem durch die erfolgreiche Verteidigung Böhmermanns gegen eine Klage des türkischen Präsidenten Erdoğan sowie durch die Übernahme des Lindemann-Mandats im Zusammenhang mit Vorwürfen eines „Casting-Systems", gegen die die Kanzlei gerichtlich vorging und die Ermittlungen eingestellt wurden. Zu Wort kommen in der Dokumentation sowohl Gegner als auch Wegbegleiter wie Günther Jauch, Giovanni di Lorenzo und Benjamin von Stuckrad-Barre. Die Gemeinschaftsproduktion von hr, rbb und MDR beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Recht, Moral, Medien und prominenten Persönlichkeiten.
Journalistin Mona Ameziane tourt mit ihrem Literatur-Podcast Buch-Lounge durch Deutschlands Literaturhäuser und spricht mit Autoren und Autorinnen. Zu Besuch in der aktuellen Folge: Verena Keßler und Franziska Gänsler.[mehr] ]]>
Die dreiteilige ARD-Kulturdokumentation „Die VICE-Story" zeichnet Aufstieg und Fall des Medienunternehmens VICE nach, das 1994 von drei Arbeitslosen in Montreal gegründet wurde. Das Magazin etablierte mit Gonzo-Journalismus, expliziten Inhalten und einem exzessiven Lebensstil einen neuen, ungeschönten Stil und wuchs zu einem globalen Medienimperium mit Redaktionen weltweit, darunter Berlin. Interne Machtstrukturen, individuelle Hybris und eine veränderte Medienlandschaft führten schließlich im März 2024 zur weltweiten Insolvenz. Die Dokumentation von Regisseurin Peta Jenkin und Christopher Kaufmann zeigt Interviews mit ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wie Thilo Mischke, Martina Kix und VICE-Mitgründer Gavin McInnes sowie bisher unveröffentlichtes Archivmaterial.
Hans-Joachim Bohlmann zerstörte in den 1970er- und 1980er-Jahren Gemälde von Dürer, Cranach, Rembrandt und Klee mit Schwefelsäure – der Gesamtschaden wird auf rund 300 Millionen DM geschätzt. Der Deutsche litt seit früher Jugend an Angststörungen und Zwängen, unterzog sich 1974 einer umstrittenen Hirnoperation und verbrachte mehrfach Zeit in Gefängnissen und psychiatrischen Kliniken. Seine Motive blieben lange rätselhaft und lagen offenbar zwischen psychischer Erkrankung, Geltungssucht und dem Wunsch, sich an der Gesellschaft zu rächen. Der vierteilige True-Crime-Podcast „Säuresommer" von Radio Bremen und ARD Kultur rekonstruiert sein Leben anhand von Originalaufnahmen, die die Spiegel-Journalistin Beate Lakotta 2005 bei Gesprächen mit Bohlmann und seinem Arzt anfertigte. Host Klaus Uhrig und sein Team versuchen darin, Bohlmanns Werdegang zum möglicherweise größten Kunstzerstörer der Geschichte zu ergründen.
Die dreiteilige ARD-Kulturdokumentation „Max & Joy – Komm näher" (2025) porträtiert das deutsche Musikerpaar Max Herre und Joy Denalane anlässlich ihres ersten gemeinsamen Albums „Alles Liebe". Regie führte ihr langjähriger Freund und früheres „Freundeskreis"-Mitglied Sékou Neblett, der das Paar über 25 Jahre hinweg mit bislang unveröffentlichten Videoaufnahmen begleitet hat. Die Doku zeigt in drei Folgen sowohl den Rückblick auf gemeinsame Höhen und Tiefen – darunter eine Trennung und den Neuanfang – als auch den aktuellen Entstehungsprozess des Albums nach ihrem jeweils 50. Geburtstag. Im Mittelpunkt stehen die kreative Reibung zweier starker Persönlichkeiten im Studio sowie die Frage, wie Liebes- und Arbeitsbeziehung nach einem Vierteljahrhundert miteinander vereinbar sind. Jede Folge umfasst rund 36 Minuten und ist eine Produktion der EMENES GmbH für ARD Kultur.
Anlässlich des 70. Geburtstags von Roland Emmerich zeigt ARD/SWR eine 64-minütige Dokumentation über den deutschen Hollywood-Regisseur, bekannt für Blockbuster wie „Independence Day", „2012" und „The Day After Tomorrow". Regisseur Jo Müller begleitete Emmerich über knapp vier Jahrzehnte bei Dreharbeiten, öffentlichen Auftritten und in seinem Privatleben. Die Dokumentation gewährt Einblicke in Emmerichs Villen in Los Angeles und London sowie in familiäre Begegnungen, darunter ein Besuch mit Bruder Andreas in seinem Elternhaus in Sindelfingen. Emmerich spricht darin über seinen Werdegang von der schwäbischen Heimat nach Hollywood, über seine Ehe mit Omar seit 2017 sowie über politische Entwicklungen in den USA.
Das ARD-KULTUR-Projekt „Einklang: Wenn Gesang Bilder malt" verbindet choralen Gesang mit digitaler Kunst: Der Kölner Laienchor d'aCHORd singt die Friedenshymne „No!" der Band Bukahara, während der Audiokünstler Max Schweder den Gesang in Echtzeit in ein visuelles Kunstwerk auf einer LED-Leinwand umwandelt. Chorleiter Niklas Genschel hat den Song eigens für das Ensemble arrangiert; die Performance soll Musik zugleich für gehörlose Menschen erfahrbar machen. Die entstandenen digitalen Kunstwerke werden als NFTs vermarktet, deren Erlös Kriegsopfern in der Ukraine zugutekommen soll. Eine 30-minütige Dokumentation, produziert von Load Studios im Essener Zollverein in Kooperation mit der Akademie für Theater und Digitalität Dortmund, begleitet die Entstehung des Projekts und erklärt die eingesetzten Techniken.
„Letzte Beute" ist ein sechsteiliges Live-Rollenspiel-Thriller-Format von ARD Kultur aus dem Jahr 2022, produziert von Rocket Beans Entertainment. Sieben Schauspielerinnen und Schauspieler – darunter Daniel Donskoy, Nina Kronjäger und Rauand Taleb – verkörpern Diebe, die den Auftrag erhalten, ein Kunstmuseum auszurauben. Der Würfel bestimmt die Handlungsmöglichkeiten der einzelnen Figuren, während Thriller-Autorin Judith Merchant gemeinsam mit Spielleiter Uke Bosse die Geschichte im Writers Room entwickelt. Im Verlauf der sechs Folgen eskaliert der Kunstraub zum Überlebenskampf, als ein mysteriöser Auftraggeber die Gruppe gegeneinander ausspielt und es zu blutigen Vorfällen kommt.
Das ARD-Kultur-Format „Ich sehe was, was du nicht siehst" ist ein Kunst-Talk, in dem der Kunst-Comedian und Kunsthistoriker Jakob Schwerdtfeger Fachfremde durch renommierte Museen führt. In drei Folgen besuchen die Sexualpädagogin Gianna Bacio die Hamburger Kunsthalle, die Ärztin Dr. Florence Randrianarisoa (Dr. Flojo) das Museum Folkwang in Essen und der Bestatter Eric Wrede das Frankfurter Städel. Die Gäste betrachten klassische Gemälde jeweils aus ihrer beruflichen Perspektive – etwa hinsichtlich sexueller Symbolik, medizinischer Diagnosen oder Beerdigungsritualen. Das Format entstand als Gewinnerprojekt des ARD-Kultur-Ideenwettbewerbs „Creators" und ist eine Koproduktion von Hessischem Rundfunk und ARD Kultur aus dem Jahr 2022.
Die dreiteilige Dokumentarreihe „Exzess Berlin – Hauptstadt der Clubs" (rbb/ARD Kultur, 2023) beleuchtet fünf Jahrzehnte Berliner Clubkultur von der Zeit der deutschen Teilung bis in die Gegenwart nach der Corona-Pandemie. Die Filme von Tim Evers und Lutz Pehnert porträtieren Protagonisten wie das Tanzkollektiv ArtEmiss, den non-binären DJ und Produzenten ASA 808 sowie das junge DJ-Kollektiv Pfandidos, das mit illegalen Partys begann und heute Clubs wie das Suicide bespielt. Daneben kommen Zeitzeugen und Wegbereiter der Szene zu Wort, darunter Westbam, KitKat-Club-Mitbegründerin Britt Kanja und Fotograf Ali Kepenek. Die Reihe zeichnet nach, wie Orte wie Berghain, Tresor und KitKat-Club weltweiten Ruf erlangten und Berlin zur international bekannten Hochburg exzessiven, freien Nachtlebens wurde. Jede Generation, so die dokumentarische These, entdeckt und erfindet die Berliner Clubkultur für sich neu.
Die Klassik Stiftung Weimar widmet ihr Themenjahr 2023 dem Thema Wohnen und begeht zugleich den 100. Jahrestag des Hauses Am Horn – dem einzigen in Weimar realisierten Bauhausgebäude. Der zehnteilige Podcast „klassisch modern" von ARD Kultur, MDR Thüringen und der Klassik Stiftung Weimar beleuchtet Entstehung, Geschichte und heutige Nutzung des Gebäudes als Ausstellungsort und Museum. Moderatorin Sophie Hartmann erkundet gemeinsam mit Stephanie Hock von der Klassik Stiftung die Räume des Hauses und spricht mit Expertinnen wie Ute Ackermann und Baureferentin Ulrike Glaser sowie ehemaligen Bewohnern. Themen der einzelnen Folgen sind unter anderem das innovative Raumkonzept der Einbauküche, die getrennte Schlafzimmer für Mann und Frau, die pädagogischen Ideen der Bauhäusler sowie die Architektenrolle von Georg Muche, der eigentlich als Maler ans Bauhaus gekommen war.
Das Kunst-Experiment „Co:Creation" ist ein Gewinnerprojekt des ARD Kultur Creators Ideenwettbewerbs, das in Zusammenarbeit mit dem WDR realisiert wurde. Fünf Kunstschaffende – Anna Ehrenstein, Danielle Brathwaite-Shirley, Kianí del Valle, Harriet Davey und Tara Habibzadeh – schufen inspiriert von Hieronymus Boschs „Garten der Lüste" eine moderne, kollaborative Version des Werks. Dabei arbeiteten sie an verschiedenen Orten, mit unterschiedlichen digitalen Werkzeugen und in verschiedenen Sprachen, indem sie ihre Ideen und Umsetzungen nach dem Staffellauf-Prinzip weitergaben. Das Ergebnis ist eine collageartige Arbeit, die ihre Premiere in der Julia Stoschek Collection in Berlin feierte, einer der weltgrößten Privatsammlungen für Medienkunst. Eine Dokumentation über das Projekt und seinen Entstehungsprozess ist in der ARD Mediathek abrufbar.
"Longreads" ist ein dokumentarisches Literaturformat der ARD (RBB/SWR/MDR), das seit 2024 in zwei Staffeln produziert wird. Moderatorin und Autorin Helene Hegemann trifft dabei verschiedene Gäste – darunter Politikerin Heidi Reichinnek, Schauspielerin Lena Klenke, Boxer Zeina Nassar und Journalist Thilo Mischke – an bedeutungsträchtigen Orten, um über lebensverändernde Bücher zu sprechen. Jede Folge verbindet ein von den Gästen mitgebrachtes Buch mit einem Gegenvorschlag Hegemanns und führt zu Gesprächen über gesellschaftliche Themen wie Antisemitismus, politische Ästhetik, Körper und Identität. Das Format orientiert sich am journalistischen "Longread"-Prinzip des vertieften Erzählens und ist in der ARD-Mediathek abrufbar.
Der sechsteilige Podcast „Akte: Raubkunst?" von ARD Kultur untersucht die Herkunft von Kulturgegenständen in deutschen Museen, die im Kontext der Kolonialzeit aus ihren Herkunftsländern entfernt wurden. Hostin ist die Journalistin Helen Fares, die den Erwerbsgeschichten von sechs konkreten Objekten nachgeht – darunter die Nofretete-Büste, Benin-Bronzen, eine afghanische Wandtafel sowie Objekte aus Kamerun und Papua-Neuguinea. Die Recherchen führen in Archive, Auktionshäuser und Ausgrabungsstätten; zu Wort kommen Provenienzforscher sowie Vertreter der Herkunftsgesellschaften, die Rückgaben fordern. Die Reihe ist eine Produktion von Good Point Podcasts im Auftrag von ARD Kultur und startete am 11. August 2022.