Pressespiegel
Tägliche Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus
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Das Staatstheater Augsburg bringt Jules Vernes „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" als Mixed-Reality-Produktion auf die Bühne, bei der das Publikum mit MR-Brillen virtuelle Welten erlebt, während Schauspieler und Sänger live agieren.
Am Thalia Theater diskutierte ein Podium über den Umgang des Theaters mit Rechtspopulismus, nachdem Milo Raus „Prozess gegen Deutschland" für heftige Kritik gesorgt hatte. Offen blieb, was Dialog statt Abgrenzung konkret für die Theaterprogrammgestaltung bedeutet.
Leo Lorena Wyss, Hausautor:in am Nationaltheater Mannheim, spricht über queere und feministische Themen im Theater, den Umgang mit klassischen Stoffen sowie strukturelle Herausforderungen für queere Autor:innen an deutschsprachigen Bühnen.
Der Aufsichtsrat der Hamburgischen Staatsoper hat den Vertrag mit Ballettintendant Demis Volpi nach weniger als einer Spielzeit aufgelöst, nachdem Ensemblemitglieder ein toxisches Arbeitsklima beklagt hatten. Ein Leitungstrio soll das Hamburg Ballett interimistisch führen.
Das Nationaltheater Mannheim betreibt seit 2022 wegen der Generalsanierung seines Haupthauses mehrere Interimsspielstätten, darunter die OPAL, eine abbaubare Leichtbauhalle am Luisenpark mit knapp 800 Plätzen, die im Oktober 2024 eröffnet wurde.
Die Chemnitzer Stadtverwaltung hat nach jahrelanger Ungewissheit zwei Optionen für die Zukunft des seit 2021 geschlossenen Schauspielhauses vorgestellt: eine Sanierung des Altbaus für rund 34 Millionen Euro oder ein Neubau am Interimsstandort Spinnbau für etwa 33 Millionen Euro.
Der griechische Choreograf Andonis Foniadakis prägt mit energiegeladenen, körperlich anspruchsvollen Balletten die deutsche Tanzszene und hat zuletzt mit „Troja", „Ikarus" und „Der Tod und das Mädchen" mehrere Uraufführungen an deutschen Theatern vorgelegt.
Hasti Molavian, iranische Mezzosopranistin und Schauspielerin am Schauspiel Köln, beklagt in einem persönlichen Statement eine zunehmende Mutlosigkeit und kollektive Sprachlosigkeit an deutschen Theater- und Opernhäusern angesichts globaler politischer Krisen.
Schauspieldramaturg Boris C. Motzki analysiert in einem Essay, wie Theater unterschiedliche Zeitdimensionen verhandelt – von der nötigen Reifungszeit künstlerischer Werke über inszenierte Zeitdehnung als Provokation bis hin zur Forderung nach mehr utopischen Räumen statt Dystopien.
Burgtheater-Schauspielerin Safira Robens reflektiert anlässlich der Blackfacing-Debatte in Hamburg über eigene Erfahrungen mit Rassismus im deutschsprachigen Theater und beschreibt gleichzeitig einen spürbaren, wenn auch langsamen Wandel.
Sandra Hinz und Schirin Khodadadian übernehmen ab der Spielzeit 2027/28 gemeinsam die Leitung des Deutschen Theaters Göttingen und sichern damit Kontinuität nach dem vorzeitigen Abgang von Intendant Erich Sidler.
Die Stadttheater Ingolstadt und Erlangen kämpfen unter ihren neuen Intendanten Oliver Brunner und Jonas Knecht mit drastischen Sparmaßnahmen: In Ingolstadt schließt der Hämer-Bau ohne Sanierungsperspektive, in Erlangen gefährden Kürzungen den laufenden Betrieb.
Bernd Schmidt, Geschäftsführer des Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs, erklärt im Interview, wie belletristische Stoffe für die Bühne ausgewählt werden, und schildert die Entstehung seiner erfolgreichen Bühnenfassung von Karsten Dusses „Achtsam morden".
Zeitgenössischer Zirkus ohne Tiere und Clowns gewinnt in Deutschland zunehmend Publikum und taucht verstärkt in Theaterfestivalen wie den Ruhrfestspielen auf, wo Artistik, Tanz und Objekttheater ohne Sprache persönliche und politische Themen verhandeln.
Im Theaterhaus Stuttgart wurde der 20. Deutsche Theaterpreis DER FAUST verliehen, moderiert von der Theatercompany Familie Flöz. Den Lebenswerk-Preis erhielt Regisseurin Brigitte Dethier; Thomas Schmauser und Bettina Ranch wurden als beste Darsteller in Schauspiel und Musiktheater ausgezeichnet.
Das Festival Fast Forward in Dresden, eine Werkschau junger europäischer Theaterregisseur:innen, wird wegen Sparmaßnahmen des Landes Sachsen eingestellt, obwohl es trotz internationaler Strahlkraft und treuer Zuschauer erfolgreich war.
Die Dramaturgische Gesellschaft tagte zu ihrem 70. Jubiläum auf Kampnagel in Hamburg mit rund 400 Teilnehmenden zum Thema Inklusion und Empowerment im Theater und forderte, Care und Barrierefreiheit als strukturellen Standard statt als Zusatz zu begreifen.
Christian Spuck, Intendant des Staatsballetts Berlin, erhielt am 28. Februar 2026 im Aalto-Theater Essen den Deutschen Tanzpreis. Ebenfalls ausgezeichnet wurden Tanzwissenschaftlerin Gabriele Brandstetter und posthum Tadashi Endo.
Beim 13. Sächsischen Theatertreffen in Görlitz und Zittau diskutierten Ministerpräsident Michael Kretschmer und Journalist Simon Strauß über die finanzielle und strukturelle Krise der Theater im ländlichen Raum Sachsens; den Jury-Preis erhielt „Richard III." des Theaters Plauen-Zwickau.
Beim 43. Heidelberger Stückemarkt präsentierte Gastland Kanada freie Theaterproduktionen zu Kolonialismus, queerer Identität und Netzhasskampagnen; den Internationalen Autor:innenpreis gewann Erin Shields, den stärksten Eindruck hinterließ Safia Nolins Anti-Oratorium über Hasskriminalität.
Die Ruhrfestspiele 2026 haben ihr 80. Jubiläumsjahr im Festzelt in Recklinghausen eröffnet; das stärkste Zeichen des Abends war die thematisierte Absage der iranischen Produktion „Das Kind" wegen des Krieges im Iran.
Das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau richtete vom 21. bis 26. April 2026 das 13. Sächsische Theatertreffen aus, bei dem 21 Inszenierungen auf sechs Bühnen zu sehen waren. Den Festivalpreis erhielt das Theater Plauen-Zwickau für „Richard III." in der Regie von Dirk Löschner.
Die 40. Bayerischen Theatertage finden vom 8. bis 25. Mai in Regensburg statt, das gleichzeitig zum Staatstheater erhoben wird. 26 ausgewählte Produktionen aus ganz Bayern präsentieren klassische und hybride Formate unter dem Motto „Vielfalt leben".
Das Theater Koblenz zeigt die deutsche Erstaufführung von John Adams' Oper „Antony and Cleopatra" unter der Regie von Intendant Markus Dietze, die mit überzeugendem Ensemble und dem Staatsorchester der Rheinischen Philharmonie als packend bewertet wird.