Die Deutsche Bühne
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Bochum zwischen Fiktion und Non-Fiktion
– · gecrawlt 13.05.2026, 07:23
Bei der Uraufführung von „Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten" am Schauspielhaus Bochum am 14. Februar 2026 stürmten Teile des Publikums die Bühne und erzwangen den Abbruch der Vorstellung, nachdem Schauspieler Ole Lagerpusch einen rechtspopulistischen Schlussmonolog der Figur Romeu gesprochen hatte. Das Stück des portugiesischen Autors Tiago Rodrigues handelt von einer Anarchistenfamilie, die jährlich einen rechten Politiker entführt, um ihn zu töten, und thematisiert das Dilemma zwischen gerechtem Zorn und Selbstjustiz. Autor Martin Krumbholz analysiert den Vorfall zwei Wochen später und stellt strukturelle Fragen zur Rolle des Theaters als Kunstraum gegenüber einem offenen Diskursraum. Die stellvertretende Intendantin Angela Obst erklärte, der Monolog sei dramaturgisch zwingend und das Stück provoziere bewusst zur Reaktion; inzwischen wurde ein Sicherheitsdienst engagiert und nach den Vorstellungen werden Publikumsgespräche angeboten. Krumbholz wertet den Vorfall als Symptom einer zunehmenden gesellschaftlichen Verfeindlichung des Meinungsklimas und Unfähigkeit, gegenteilige Standpunkte auszuhalten.
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