Pressespiegel
Kuratierte Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus.
Thema: Kulturverwaltung
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Vladimir Jurowski bleibt bis zum Ende der Spielzeit 2028/2029 Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München, nachdem der Freistaat Bayern seinen Vertrag erneut verlängert hat.
Ulrike Stöck bleibt bis 2032 Intendantin des Jungen Nationaltheaters Mannheim; ihre zweite Amtszeit soll Beteiligung, Inklusion und Vernetzung mit lokalen und bundesweiten Kinder- und Jugendtheatern in den Mittelpunkt stellen.
Zum Ende der Spielzeit 2024 haben mehrere langjährige Intendanten bedeutender deutschsprachiger Bühnen ihre Ämter niedergelegt. Betroffen sind unter anderem Matthias Schulz an der Berliner Staatsoper Unter den Linden, Peter Theiler an der Semperoper Dresden, John Neumeier beim Hamburg Ballett sowie Martin Kušej am Burgtheater Wien. Während einige Intendanzen regulär ausliefen, endete jene von Uwe Eric Laufenberg am Staatstheater Wiesbaden vorzeitig infolge eines Zerwürfnisses. Auch Nicolas Stemann und Benjamin von Blomberg beenden ihre gemeinsame Doppelspitze am Schauspielhaus Zürich, und Christian Firmbach verlässt das Staatstheater Oldenburg.
Die drei großen Schauspielhäuser in Nordrhein-Westfalen erhalten neue Intendanten: Der Schweizer Dramaturg Andreas Karlaganis übernimmt 2026 das Düsseldorfer Schauspielhaus von Wilfried Schulz, der Regisseur Nicolas Stemann 2027 das Schauspielhaus Bochum von Johan Simons, und Kay Voges wechselt bereits 2025 vom Wiener Volkstheater ans Schauspiel Köln. Alle drei Nachfolger stehen für eine weitgehende Kontinuität an ihren jeweiligen Häusern. Während Düsseldorf und Bochum künstlerisch gut aufgestellt sind, steht Köln vor besonderen Herausforderungen durch eine stockende und kostspielige Theatersanierung. Der Artikel vermerkt, dass bei allen drei Neubesetzungen ausschließlich mittelalte Männer berufen wurden und alternative Führungsmodelle offenbar nicht in Betracht gezogen wurden.
Das Deutsche Theater Göttingen erhält ab der Spielzeit 2027/28 eine neue Doppelspitze: Die langjährige Geschäftsführerin Sandra Hinz und die seit 2024 amtierende künstlerische Co-Leiterin Schirin Khodadadian übernehmen gemeinsam die Intendanz. Der Wechsel folgt auf den vorzeitigen Abgang von Intendant Erich Sidler, der das Haus zwei Jahre vor Vertragsende verlässt, unter anderem wegen finanzieller Unsicherheiten durch ausbleibende Landesmittel und Kürzungen von über 600.000 Euro. Laut der Göttinger Oberbürgermeisterin hat das Land Niedersachsen nun signalisiert, einen langfristigen Fördervertrag in Aussicht zu stellen, womit der Fortbestand des Theaters gesichert scheint. Die neue Leitungsstruktur wird als interne Weiterentwicklung und Zeichen der Kontinuität gewertet, da beide Frauen dem Haus bereits gut bekannt sind. Der Vorgang gilt dem Autor als exemplarisch für einen Trend im Stadttheaterbetrieb weg von Einzelkünstlerpersönlichkeiten hin zu integrativen, stadtgesellschaftlich vernetzten Leitungsteams.