Kulturatlas

Pressespiegel

Kuratierte Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus.

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Der ZDF-Verwaltungsrat hat Nadine Bilke in ihrem Amt als Programmdirektorin bestätigt. Bilke, die diese Position seit 2022 bekleidet, wird die Programmverantwortung beim Mainzer Sender nun bis mindestens 2032 tragen. ZDF-Intendant Norbert Himmler lobte sie als „ausgezeichnete Medien- und Programm-Managerin" und betonte die gemeinsame Ausrichtung auf eine lineare und nonlineare Zukunft des Senders. Bilke begann ihre ZDF-Karriere 2002 als Redakteurin und leitete von 2018 bis 2022 den Spartenkanal ZDFneo, bevor sie zur Programmdirektorin aufstieg.

Förderstrukturen
Finanzierung öffentlich
Bundesweit

Die Film- und Medienstiftung NRW hat in ihrer zweiten Förderrunde des Jahres insgesamt 11,8 Millionen Euro an 32 Projekte vergeben. Zu den geförderten Serienprojekten gehören die zweite Staffel der RTL-Coming-of-Age-Serie „Euphorie" (1,5 Millionen Euro, produziert von Zeitsprung Pictures) sowie der ARD/WDR-Zweiteiler „Eisige Nächte" (1,1 Millionen Euro). Die höchste Einzelförderung von 1,77 Millionen Euro erhielt der Kinofilm „Der Lappen" der Schwestern Yasemin und Nesrin Şamdereli, die erneut eine im Ruhrgebiet angesiedelte Komödie drehen. Weitere Mittel gingen unter anderem an eine WDR-Dokumentation über Schauspieler Oliver Masucci („Oliver Masucci – Acting Beyond Fear", Regie: Aljoscha Pause, 350.000 Euro) sowie an eine vierteilige Dokuserie über die deutsche Handball-Nationalmannschaft für ProSiebenSat.1 (150.000 Euro).

Der Eurovision Song Contest 2026 findet in Wien statt, mit Halbfinalen am Dienstag und Donnerstag sowie dem Finale am 16. Mai. Der ORF investiert 16 Millionen Euro in das Event, die Stadt Wien weitere 22,6 Millionen Euro; ein direkter Gewinn für den ORF ist laut Kaufmännischer Direktorin Eva Schindlauer „völlig unrealistisch", werde aber durch Umwegrentabilität und technologischen Wissenszuwachs kompensiert. Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner beziffert den erwarteten Nachfrageimpuls auf rund 57 Millionen Euro. ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz erklärte, man habe „alles gebrandet, was man branden kann", um Österreich als Tourismus-Destination zu vermarkten – von Künstlergarderoben über den Green Room bis hin zu eigenem Wasserbranding. Im Hintergrund belastet zudem der Führungsstreit um den gefeuerten ORF-Generaldirektor Roland Weißmann das Unternehmen, dessen Nachfolge ab 2027 noch ungeklärt ist.

Beim 22. Deutschen FernsehKrimi-Festival in Wiesbaden wurden am Freitag die Preisträger des Jahrgangs gekürt. Den Deutschen FernsehKrimi-Preis gewann der ORF/ZDF-Landkrimi „Acht" von Regisseurin und Drehbuchautorin Marie Kreutzer; zusätzlich erhielten die Hauptdarstellenden Thomas Prenn und Regina Fritsch einen Sonderpreis für ihr Schauspiel. Ebenfalls doppelt ausgezeichnet wurde der Frankfurter „Tatort – Dunkelheit": Edin Hasanović und Melika Foroutan erhielten einen Sonderpreis für ihr Zusammenspiel, außerdem vergab die Publikumsjury des „Wiesbadener Kuriers" ihren Preis an diesen Film. Die Studierendenjury kürte die deutsch-österreichisch-tschechische Koproduktion „Sternstunde der Mörder" zur Krimiserie des Jahres, während ein weiterer Sonderpreis an den österreichischen „Eierkratzkomplott – Ein Stinatz-Krimi" ging. Den Preis im Drehbuchwettbewerb „Tatort rechtsaußen" für die vielversprechendste Stoffidee gewann Nachwuchsautor Aykut Kayacık für seine Miniserie „Wölfe".

Journalismus
Medien & Öffentlichkeit
Bundesweit

Die ARD hat an diesem Wochenende unter dem Titel „Was Deutschland verbindet" 84 Personen aus unterschiedlichen Lebenswelten an zwei Standorten in Baden-Baden und Leipzig zu moderierten Gesprächsrunden über Themen wie Migration, Demokratie und Gleichberechtigung zusammengebracht. Das Projekt wird federführend vom Hessischen Rundfunk verantwortet, unter Beteiligung von SWR, MDR, NDR und WDR, und knüpft an ein ähnliches, kleineres Experiment des HR aus dem Jahr 2023 an. Bewusst verzichtet die ARD auf journalistische Moderation; stattdessen begleiten sogenannte Gesprächsbegleitende die Runden, um lediglich die Einhaltung von Gesprächsregeln sicherzustellen. Die Ergebnisse sollen umfangreich auf zahlreichen Ausspielwegen veröffentlicht werden, darunter eine Dokumentation am 30. Mai in der ARD-Mediathek sowie eine Ausstrahlung im Ersten am 1. Juni. HR-Intendant und ARD-Vorsitzender Florian Hager begründet die Aktion mit dem gesellschaftlichen Programmauftrag, Verständigung zu fördern und demokratische Werte erlebbar zu machen.

Rundfunk
Medien & Öffentlichkeit
Bundesweit

Die ARD benennt ihre seit 2017 bestehende "Quiz-App" in "ARD Interaktiv" um und weitet deren Funktion aus. Die App soll künftig als zentrale Plattform zum Mitmachen, Abstimmen und Kommentieren dienen und wird zunächst für die ARD-Dialogaktion "Was Deutschland verbindet" genutzt. NDR-Programmdirektor Frank Beckmann, der für den Relaunch verantwortlich ist, verweist auf über 3,5 Millionen registrierte Nutzer seit dem Start, davon die Hälfte im Alter von 14 bis 49 Jahren. Quiz-Inhalte sollen laut Beckmann weiterhin die "Kern-DNA der App" bleiben, etwa wenn am 18. Mai "Gefragt – Gejagt" mit der interaktiven "Elitefrage" zurückkehrt.

Medienwandel
Film – Formate & Formen
Bundesweit

Eine Wiederholung des „Tatort: Man stirbt nur zweimal" dominierte am Sonntagabend das deutsche Fernsehen mit 6,36 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 28,3 Prozent beim Gesamtpublikum. Die ARD führte damit das Primetime-Geschehen an, obwohl sie wegen der bislang längsten Sommerpause des Krimi-Sendeslotzes nur Archivmaterial zeigte. Stärkster Verfolger war das ZDF mit dem Staffelfinale von „Neuer Wind im Alten Land", das 3,52 Millionen Zuschauer und 15,6 Prozent Marktanteil erreichte – leicht rückläufig gegenüber der Vorwoche. Die linearen Reichweiten der zweiten Staffel lagen insgesamt deutlich unter jenen der ersten Staffel aus dem Vorjahr, was laut Auswertung einem allgemeinen Rückgang der linearen TV-Nutzung entspricht. Mittags meldete sich zudem der „ZDF-Fernsehgarten" mit 1,28 Millionen Zuschauern und 17,7 Prozent Marktanteil aus der Winterpause zurück.

Rundfunk
Medien & Öffentlichkeit
Bundesweit

Alexander Stock, seit Oktober 2002 Leiter der ZDF-Hauptabteilung Kommunikation, geht zum 31. Mai 2026 nach 24 Jahren in dieser Funktion und insgesamt 40 Jahren beim ZDF in den Ruhestand. Als seine Nachfolgerin übernimmt Anna-Maria Schuck zum 1. Juni 2026 die Leitung der Hauptabteilung sowie die Funktion der Unternehmenssprecherin. Schuck kommt aus den eigenen Reihen des Senders: Zuletzt leitete sie das ZDF-Landesstudio Baden-Württemberg und war zuvor Programmreferentin der Intendanten Norbert Himmler und Thomas Bellut. Ihre journalistischen Stationen umfassen unter anderem das „heute journal", die CBC in Toronto und NBC News in San Diego. Die Hauptabteilung Kommunikation verantwortet die interne und externe Kommunikation des ZDF sowie das Corporate Design.

Der MDR pausiert im Zuge umfassender Sparmaßnahmen für drei Jahre die Produktion neuer Folgen der Krimireihen „Tatort" und „Polizeiruf 110". MDR-Intendant Ralf Ludwig präsentierte diese Entscheidung am Montag dem Rundfunkrat und begründete sie mit der ausgebliebenen Erhöhung des Rundfunkbeitrags zum 1. Januar 2025, die dem Sender eine erhebliche Finanzlücke beschert. Bereits fertiggestellte und vertraglich fixierte Produktionen beider Reihen werden noch ausgestrahlt. Darüber hinaus sollen die Social-Media-Aktivitäten um 30 Prozent reduziert, Podcasts mit weniger als 6.000 monatlichen Hörern eingestellt und das „Mittagsmagazin" an den NDR abgegeben werden. Der MDR muss in der aktuellen Beitragsperiode regulär 160 Millionen Euro einsparen; ohne eine Beitragserhöhung ab 2027 kämen weitere 60 Millionen Euro hinzu.