Pressespiegel
Kuratierte Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus.
Thema: Finanzierung öffentlich
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Trotz eines Anstiegs des BKM-Haushalts auf 2,57 Milliarden Euro im Jahr 2026 bleiben wesentliche Strukturen der Freien Darstellenden Künste ungesichert – die Branche richtet einen gemeinsamen Appell an Staatsminister Wolfram Weimer.
Die Förderung der Freien Darstellenden Künste wird von 22 auf 8,5 Millionen Euro gekürzt. Fonds-Geschäftsführer Holger Bergmann warnt vor Folgen für kulturelle Freiheit und Innovationskraft und fordert die BKM zum Gegensteuern auf.
Der Fonds Darstellende Künste passt seine Förderprogrammatik für 2026 an, um trotz gestrichener bundesweiter Projekte und Strukturlücken die künstlerische Arbeit freier Ensembles und Künstler abzusichern.
Das Bayerische Kunstministerium fördert in diesem Jahr 114 musikalische Veranstaltungen und Veranstaltungsreihen in ganz Bayern mit insgesamt über 4,8 Millionen Euro. Kunstminister Markus Blume gab dies Anfang August in München bekannt. Die Förderung umfasst alle bayerischen Regierungsbezirke und reicht von Klassik über Jazz bis zu Barockmusik. Zu den geförderten Veranstaltungen zählen unter anderem die Bachwoche Ansbach, das Festival junger Künstler Bayreuth und die Weidener Max Reger Tage. Die administrative Abwicklung des Förderprogramms übernimmt der Bayerische Musikrat im Auftrag des Ministeriums.
Die bayerischen Stadttheater in Ingolstadt und Erlangen stehen unter massivem Spardruck, nachdem Steuereinbrüche die Kommunalhaushalte drastisch geschrumpft haben. In Ingolstadt wird der denkmalwürdige Hämer-Bau des Stadttheaters ab Sommer schrittweise geschlossen, ohne dass eine Sanierung geplant ist; das als Provisorium gedachte Theater am Glacis wird auf unbestimmte Zeit zur Hauptspielstätte. Das schauspiel erlangen erlebte kurz nach dem Amtsantritt von Intendant Jonas Knecht einen Einbruch der städtischen Einnahmen von 220 auf 71 Millionen Euro, was die ursprünglichen Ausbaupläne zunichtemachte. Beide neu ernannten Intendanten – Knecht in Erlangen und Oliver Brunner in Ingolstadt – berichten von Sparrunden, fehlender Planungssicherheit und der Sorge, dass kommunale Theater grundsätzlich zur Disposition gestellt werden könnten. Sie fordern von der Politik ein klares Bekenntnis zu Aufgabe und Finanzierung städtischer Theater.
Die Film- und Medienstiftung NRW hat in ihrer zweiten Förderrunde des Jahres insgesamt 11,8 Millionen Euro an 32 Projekte vergeben. Zu den geförderten Serienprojekten gehören die zweite Staffel der RTL-Coming-of-Age-Serie „Euphorie" (1,5 Millionen Euro, produziert von Zeitsprung Pictures) sowie der ARD/WDR-Zweiteiler „Eisige Nächte" (1,1 Millionen Euro). Die höchste Einzelförderung von 1,77 Millionen Euro erhielt der Kinofilm „Der Lappen" der Schwestern Yasemin und Nesrin Şamdereli, die erneut eine im Ruhrgebiet angesiedelte Komödie drehen. Weitere Mittel gingen unter anderem an eine WDR-Dokumentation über Schauspieler Oliver Masucci („Oliver Masucci – Acting Beyond Fear", Regie: Aljoscha Pause, 350.000 Euro) sowie an eine vierteilige Dokuserie über die deutsche Handball-Nationalmannschaft für ProSiebenSat.1 (150.000 Euro).
Der MDR pausiert im Zuge umfassender Sparmaßnahmen für drei Jahre die Produktion neuer Folgen der Krimireihen „Tatort" und „Polizeiruf 110". MDR-Intendant Ralf Ludwig präsentierte diese Entscheidung am Montag dem Rundfunkrat und begründete sie mit der ausgebliebenen Erhöhung des Rundfunkbeitrags zum 1. Januar 2025, die dem Sender eine erhebliche Finanzlücke beschert. Bereits fertiggestellte und vertraglich fixierte Produktionen beider Reihen werden noch ausgestrahlt. Darüber hinaus sollen die Social-Media-Aktivitäten um 30 Prozent reduziert, Podcasts mit weniger als 6.000 monatlichen Hörern eingestellt und das „Mittagsmagazin" an den NDR abgegeben werden. Der MDR muss in der aktuellen Beitragsperiode regulär 160 Millionen Euro einsparen; ohne eine Beitragserhöhung ab 2027 kämen weitere 60 Millionen Euro hinzu.