Pressespiegel
Kuratierte Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus.
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Die Münchner Schriftstellerin Christine Wunnicke hat Mitte Juli 2025 im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth den Jean-Paul-Preis des Freistaates Bayern für ihr literarisches Lebenswerk erhalten. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre verliehen und gilt als Bayerns wichtigste Literaturauszeichnung; es war die 22. Vergabe. Bayerns Kunstminister Markus Blume überreichte den Preis und würdigte Wunnicke als „Ausnahmeschriftstellerin" mit einem unverwechselbaren Ton. Die 1966 geborene Autorin ist bekannt für präzise Kurzromane über historische Figuren, darunter „Der Fuchs und Dr. Shimamura" und „Die Dame mit der bemalten Hand"; die Jury hob ihre elegante Textökonomie und die Verbindung von Tragik und Komik hervor. Die Laudatio hielt Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Barbara Vinken, ergänzt durch eine Lesung und ein Gespräch mit Dr. Katrin Schumacher.
Die UNESCO hat im Juli 2025 bei ihrer 47. Sitzung in Paris die vier Königsschlösser Ludwigs II. von Bayern – Neuschwanstein, Linderhof, das Königshaus am Schachen und das Neue Schloss Herrenchiemsee – in die Welterbeliste aufgenommen. Das Nominierungsdossier war Anfang 2024 vom Freistaat Bayern eingereicht worden; erste Überlegungen für eine Bewerbung reichen bis ins Jahr 1997 zurück. Die Schlösser gelten als untrennbar mit König Ludwig II. verbunden, der als Bauherr und Ideengeber künstliche Inszenierungen vergangener Epochen und ferner Orte schuf. Mit der Aufnahme wächst die Zahl der bayerischen UNESCO-Welterbestätten auf elf. Der Freistaat Bayern kündigte an, weiterhin in Erhalt und Restaurierung der Schlösser zu investieren.
Vladimir Jurowski bleibt bis zum Ende der Spielzeit 2028/2029 Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München, nachdem der Freistaat Bayern seinen Vertrag erneut verlängert hat.
Das Bayerische Kunstministerium fördert in diesem Jahr 114 musikalische Veranstaltungen und Veranstaltungsreihen in ganz Bayern mit insgesamt über 4,8 Millionen Euro. Kunstminister Markus Blume gab dies Anfang August in München bekannt. Die Förderung umfasst alle bayerischen Regierungsbezirke und reicht von Klassik über Jazz bis zu Barockmusik. Zu den geförderten Veranstaltungen zählen unter anderem die Bachwoche Ansbach, das Festival junger Künstler Bayreuth und die Weidener Max Reger Tage. Die administrative Abwicklung des Förderprogramms übernimmt der Bayerische Musikrat im Auftrag des Ministeriums.
Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst hat Ende September 2025 die Empfehlungsliste „Bayerns beste Independent Bücher 2025" veröffentlicht, die zehn Neuerscheinungen unabhängiger Verlage aus verschiedenen bayerischen Regionen auszeichnet. Kunstminister Markus Blume gab die Liste bekannt; eine siebenköpfige Jury wählte die Titel in Kategorien wie Belletristik, Lyrik, Kinder- und Jugendliteratur sowie Kunst- und Sachbuch aus. Begleitend erscheint ein Podcast, in dem Literaturkritikerin Christine Knödler in zehn Folgen die prämierten Verlegerinnen und Verleger vorstellt. Die ausgezeichneten Verlage präsentieren sich unter anderem auf der Frankfurter Buchmesse (15.–19. Oktober) und bei der Münchener Bücherschau (20. November – 7. Dezember), wo Staatsminister Blume am 28. November die Auszeichnungen offiziell überreicht.
Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst verleiht seit dem Jahr 2000 die Auszeichnung PRO MERITIS SCIENTIAE ET LITTERARUM an herausragende Persönlichkeiten für Verdienste um Wissenschaft und Kunst, seit 2008 in Form eines Bronze-Reliefs. Pro Jahr werden grundsätzlich bis zu acht Auszeichnungen vergeben. Die Seite dokumentiert alle bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger, darunter Wissenschaftler, Künstler, Kulturmanager und Mäzene aus verschiedenen Bereichen des bayerischen öffentlichen Lebens. Zuletzt wurden im Oktober 2025 der langjährige Generaldirektor des Deutschen Museums Prof. Dr. Wolfgang M. Heckl, der Quantenforscher Prof. Dr. Rudolf Gross und UnternehmerTUM-Gründer Prof. Dr. Helmut Schönenberger geehrt. Kunstminister Markus Blume überreicht die Auszeichnungen regelmäßig im Rahmen festlicher Veranstaltungen wie der jährlichen Kultur-Sommer-Lounge im Haus der Kunst in München.
Bayerns Kunstminister Markus Blume hat Anfang November 2025 im Wissenschafts- und Kunstausschuss des Bayerischen Landtags seinen Abschlussbericht zu den Vorwürfen gegen die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen (BStGS) vorgestellt. Eine externe Kommission unter Leitung von Prof. Dr. Meike Hopp, Vorständin des Deutschen Zentrums für Kulturgutverluste, bescheinigte der Provenienzforschung der BStGS eine „solide Recherchepraxis und methodische Tiefe" und fand keine Belege für vorsätzliches Zurückhalten von Informationen zu Raubkunst. Auch ein grundsätzliches System- oder Organisationsversagen wurde weder in der Provenienzforschung noch in anderen Bereichen der Institution festgestellt. Dennoch wurden Verbesserungsmaßnahmen eingeleitet, darunter fünf neue Stellen an einer neu gegründeten Museumsagentur, Sondermittel von einer Million Euro sowie ein geplanter Erstcheck von rund 3.000 nach 1945 erworbenen Werken. Der bereits im April vorgestellte fünfteilige Maßnahmenplan, zu dem unter anderem eine externe Reformkommission und ein Runder Tisch zur historischen Verantwortung gehören, befindet sich laut Blume bereits in der Umsetzung.
Bayern hat Mitte November 2025 erstmals den Bayerischen Kunstpreis vergeben. Bei einer Gala im Bergson Kunstkraftwerk München zeichneten Ministerpräsident Markus Söder und Kunstminister Markus Blume acht Preisträgerinnen und Preisträger in verschiedenen Kategorien aus. Den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten erhielt der Kabarettist Gerhard Polt. Der spartenübergreifende Preis ist mit jeweils 10.000 Euro pro Kategorie dotiert und wird auf Empfehlung einer Fachjury vergeben; die Preisfigur ist die Zerbinetta aus Nymphenburger Porzellan. Rund 450 Gäste aus Kultur, Medien und Politik nahmen an der Veranstaltung teil, die vom Bayerischen Rundfunk live übertragen wurde.
Die US-amerikanische Schlagzeugerin, Komponistin und Produzentin Terri Lyne Carrington wurde Ende Januar 2026 zur Bayerischen Spitzenprofessorin an der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) berufen. Die vierfache Grammy-Preisträgerin und NEA Jazz Master ist bislang vor allem als Lehrende am Berklee College of Music sowie als Gründerin des dortigen Institute of Jazz and Gender Justice bekannt und hat mit Größen wie Herbie Hancock, Wayne Shorter und Stan Getz zusammengearbeitet. Bayerischer Kunstminister Markus Blume bezeichnete sie als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des modernen Jazz. Die Professur wird über das Spitzenprofessurenprogramm der Hightech Agenda Bayern finanziert, das insgesamt rund 43 Millionen Euro für Spitzenprofessuren vorsieht. Carrington wird bis Ende 2028 an der HMTM lehren und dort sowohl in der Ensemblearbeit als auch in interdisziplinären Projekten tätig sein.