Kulturatlas

Pressespiegel

Kuratierte Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus.

Artikel: Filmdienst

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Film – Formate & Formen
International

Der amerikanische Animationsfilmregisseur Nathan Greno spricht anlässlich des Erscheinens seines neuen Films „Swapped – Vertauscht" bei Netflix über seine Arbeitsweise und künstlerischen Überzeugungen. Greno, bekannt für den Disney-Film „Rapunzel" (2010), arbeitete rund sieben Jahre an dem Skydance-Animation-Projekt, das eine von ihm erschaffene Tierwelt zeigt und Empathie als zentrales Thema behandelt. Im Interview betont er die kollaborative Natur der Animationsarbeit und seinen Ansatz, bewusst auf Dialog zu verzichten, um Geschichten stärker visuell zu erzählen. Die bewusste Entscheidung, eigene Tierarten zu erfinden und auf gemeinsame Sprache zwischen den Figuren zu verzichten, sei ein erzählerisches Mittel gewesen, um Fremdheit und Verständigungsbarrieren glaubwürdig darzustellen. Den gesellschaftlichen Kontext seiner Arbeit beschreibt Greno mit Verweis auf die politische Spaltung in den USA, der er mit dem Thema Empathie begegnen möchte.

Film – Formate & Formen
Veranstaltungen
Bundesweit

Bei den 72. Kurzfilmtagen in Oberhausen (28. April bis 3. Mai 2026) stand im Deutschen Wettbewerb die Auseinandersetzung mit der Echtheit von Bildern und Erinnerung im Mittelpunkt. Mehrere Beiträge nutzten Archivmaterial oder Familiengeschichten, um Bezüge zur Gegenwart herzustellen: Cana Bilir-Meiers „Ein neues Wort" beleuchtete anhand eines WDR-Preisausschreibens aus der Gastarbeiterära Ressentiments im Migrationsdiskurs, während Gregor Bartschs „Ein Meter Neunzig" den Streit um den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonskirche thematisierte. Shehab Fatoum erhielt für seinen Film „Catacombs", in dem er Flucht- und Rückkehrerfahrungen mit dem Mythos der Odyssee verknüpft, den 3sat-Nachwuchspreis. Ergänzt wurde das Programm durch Retrospektiven auf Werner Herzogs dokumentarische Kurzfilme sowie auf restaurierte Werke der Frankfurter Filmemacherin Ella Bergmann-Michel aus den frühen 1930er-Jahren.

Deutsche Kinemathek
Film – Formate & Formen
Veranstaltungen
Bundesweit

Die Deutsche Kinemathek eröffnet ihren neuen Standort im Berliner E-Werk mit der Ausstellung „Inventing Queer Cinema", die vom 7. Mai bis 13. September 2026 zu sehen ist. Kurator Björn Koll und sein Team präsentieren in der neun Meter hohen Maschinenhalle 246 ikonische Bilder sowie Zitate und Texte, die Persönlichkeiten des queeren Kinos von den Anfängen in der Weimarer Republik bis zur Gegenwart würdigen – darunter Marlene Dietrich, Billy Wilder, Ulrike Ottinger und Rosa von Praunheim. Ein eigener Ausstellungsstrang widmet sich der Darstellung queerer Themen im Fernsehen, ein weiterer dem Filmverleiher Manfred Salzgeber, der seit Mitte der 1980er-Jahre das queere Kino in Berlin maßgeblich geprägt hat. Ergänzt wird die Schau durch eine Medieninstallation mit Ausschnitten aus 96 Filmen sowie eine Filmreihe im Studiokino der Kinemathek.

Journalismus
Film – Formate & Formen
International

Der dänische Film „Nachbeben" (Originaltitel „Second Victims") von Regisseurin Zinnini Elkington thematisiert medizinische Fehler und deren psychische Folgen für alle Beteiligten – er begleitet eine Ärztin auf einer Notfallstation nach einem fatalen Fehler sowie die betroffene Mutter. Die dänische Schauspielerin Trine Dyrholm spielt darin Camilla, deren Sohn Oliver infolge eines ärztlichen Versagens ins Koma fällt und stirbt. Im Interview erläutert Dyrholm ihre Schauspielmethode: Sie verzichtet bewusst darauf, private Gefühle einzubringen, sondern versucht, sich offen auf den jeweiligen Moment einzulassen und Emotionen authentisch fließen zu lassen, ohne sie vorwegzunehmen. Gedreht wurde in einem echten Krankenhaus, was laut Dyrholm entscheidend zur Atmosphäre beitrug. Zudem spricht sie über ihre bisherigen Regieerfahrungen bei der Serie „Die Erbschaft" und ihre Bereitschaft, weiterhin als Schauspielerin aufstrebende Debütregisseure zu unterstützen.