Kulturatlas

Pressespiegel

Kuratierte Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus.

Thema: Veranstaltungen

158 Artikel gefunden · Seite 1 von 7

Aktive Filter:Thema: Veranstaltungen×
Pasinger Fabrik
Kultursparten, Produktion & Praxisfelder
Veranstaltungen
Oberbayern

Die Pasinger Fabrik zeigt von April bis Juli 2026 die Ausstellung „United by Jazz", die Fotografie, Installationen und Klangstationen zur Verbindung von Jazz und bildender Kunst vereint, begleitet von einer Konzertreihe mit verschiedenen Ensembles.

BAYERN online
Artikel ansehen ↗

Die photo basel, die erste und einzige Fotokunstmesse der Schweiz, findet vom 16. bis 21. Juni 2026 zum elften Mal statt. Die Messe präsentiert über 450 Werke von knapp 170 Künstlerinnen und Künstlern aus internationalen Galerien, darunter Arbeiten von Vivian Maier, Man Ray, André Kertész und Marina Abramović. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf experimentellen Techniken, die klassische Fotografie um dreidimensionale Formen und unkonventionelle Druckverfahren erweitern – exemplarisch dafür steht der Künstler Ayo Banton, der Fotografie, Licht und florale Skulpturen kombiniert sowie Cyanotypien mit Spektrogrammen pflanzlicher Signaldaten verbindet. Begleitend zur Messe findet ein öffentliches Rahmenprogramm mit kostenlosen Führungen und moderierten Panel Talks statt.

Kultursparten, Produktion & Praxisfelder
Veranstaltungen
Niederbayern

In Freyung hat die bayerische Landesausstellung zum Thema Musik in Bayern eröffnet. Bis 8. November zeigt sie interaktive Stationen, historische Instrumente und tägliche Livekonzerte.

Antenne Bayern
Artikel ansehen ↗
Kultursparten, Produktion & Praxisfelder
Veranstaltungen
Bundesweit

Klassik Radio verlost jeweils 2 Tickets für die Konzertreihe „Klassik Radio live in Concert 2026", bei der ein Orchester Filmmusik-Soundtracks live aufführt. Interessierte können per Fragebogen teilnehmen.

Klassik Radio
Artikel ansehen ↗
Schauspiel Stuttgart
Theater – Formen & Rollen
Veranstaltungen
Bundesweit

Vor dem Düsseldorfer Schauspielhaus hatte das Fan-Spektakel „Glaube Liebe Fußball" von Peter Jordan und Leonard Koppelmann Premiere – als theatralische Einstimmung auf die Fußball-Europameisterschaft 2024. Rund 40 Laiendarsteller verkörperten dabei Fans verschiedener EM-Teilnehmernationen, ergänzt durch sechs Theaterstudierende und eine Live-Band. Herzstück der Inszenierung ist ein fiktives EM-Endspiel, das durch historische Filmausschnitte auf einer großen Leinwand mit dem imaginierten Spielgeschehen verknüpft wird. Aus dem Off kommentiert Radio-Legende Manni Breuckmann das Geschehen, während das Düsseldorfer Schauspielhaus-Ensemble Reporteraufgaben übernimmt. Der Aufführungsort dient anschließend als Fan-Zone für das Public Viewing der Europameisterschaft.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗
Theater – Formen & Rollen
Veranstaltungen
Bundesweit

Das Theater Magdeburg plant für Mai 2026 die Uraufführung des Stücks „Drei Minuten", in dem Regisseur Sebastian Nübling und Autor Kevin Rittberger den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt vom Dezember 2024 künstlerisch aufarbeiten wollen. Seit November 2025 formiert sich Widerstand: Am 9. November hielten rund 100 Demonstranten eine sechsstündige „Mahnwache" vor dem Theater ab, angemeldet von Denny Zenker, der dem rechten Protestbündnis „Gemeinsam für Deutschland" nahestehen soll. Zwei Petitionen – eine mit rechter Ausrichtung, eine von der Mutter eines Anschlagsopfers – fordern die Absage der Inszenierung und werfen dem Theater vor, auf Kosten der Opfer Profit zu machen. Schauspieldirektor Bastian Lomsché und Autor Rittberger betonen, das Stück solle kein Reenactment des Anschlags sein, sondern traumasensibel die Folgen für die Stadt bearbeiten. Das Theater hat ein Statement veröffentlicht, das Kritik akzeptiert, die dahinterstehende rechte Ideologie jedoch explizit benennt.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗
Theater – Formen & Rollen
Veranstaltungen
Bundesweit

Bei der Uraufführung von „Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten" am Schauspielhaus Bochum am 14. Februar 2026 stürmten Teile des Publikums die Bühne und erzwangen den Abbruch der Vorstellung, nachdem Schauspieler Ole Lagerpusch einen rechtspopulistischen Schlussmonolog der Figur Romeu gesprochen hatte. Das Stück des portugiesischen Autors Tiago Rodrigues handelt von einer Anarchistenfamilie, die jährlich einen rechten Politiker entführt, um ihn zu töten, und thematisiert das Dilemma zwischen gerechtem Zorn und Selbstjustiz. Autor Martin Krumbholz analysiert den Vorfall zwei Wochen später und stellt strukturelle Fragen zur Rolle des Theaters als Kunstraum gegenüber einem offenen Diskursraum. Die stellvertretende Intendantin Angela Obst erklärte, der Monolog sei dramaturgisch zwingend und das Stück provoziere bewusst zur Reaktion; inzwischen wurde ein Sicherheitsdienst engagiert und nach den Vorstellungen werden Publikumsgespräche angeboten. Krumbholz wertet den Vorfall als Symptom einer zunehmenden gesellschaftlichen Verfeindlichung des Meinungsklimas und Unfähigkeit, gegenteilige Standpunkte auszuhalten.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗
Tanz – Stile & Formen
Veranstaltungen
Bundesweit

Im Rahmen der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 und des Festivals Tanz Moderne Tanz inszenierte Ballettdirektorin Sabrina Sadowska das Großprojekt „Odyssee in C" als mehrstündigen Outdoor-Tanzparcours durch die Stadt. Von 8 bis 23 Uhr bespielten internationale Kompanien 18 Stationen im Stadtraum Chemnitz, wobei jede Gruppe ein Kapitel aus James Joyces Roman „Ulysses" tänzerisch interpretierte. Die Aufführungsorte – darunter das Stadtschwimmbad, der Wirkbau, die Markthalle und das Karl-Marx-Monument – wurden bewusst gewählt, um auf industrielle Vergangenheit, urbane Brüche und lokale Identität Chemnitz' hinzuweisen. Beteiligte Ensembles wie Company Chameleon aus Manchester, Cie Ex Nihilo aus Frankreich und die Nuepiko Dance Company aus Litauen setzten die literarischen Vorlagen in Formen zwischen Tanztheater und Breakdance um. Das Finale übernahm das Ballett Chemnitz im Opernhaus mit Edith Piafs „Je ne regrette rien".

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗
Sparten (Oberbegriffe)
Veranstaltungen
Bundesweit

Der zeitgenössische Zirkus – eine aus der französischen Cirque-Nouveau-Bewegung der 1970er-Jahre hervorgegangene Kunstform – findet in Deutschland zunehmend Eingang in Theaterfestival-Programme, darunter die Ruhrfestspiele Recklinghausen und das Circus Dance Festival Köln. Autor Andreas Falentin beschreibt drei konkrete Produktionen: das Duo-Stück „Symbiosis" mit Jongleur Kolja Huneck und Artist Luuk Brantjes, Julian Vogels Solo „Ceramic Circus" sowie „Delusional – I Killed a Man" der brasilianischen Artistin Diana Salles. Kennzeichen der Kunstform sind artistisches Erzählen ohne Sprache oder Figurenspiel, mit Fokus auf Körper, Objekte, Rhythmus und Raum. In Deutschland fehlen spezialisierte Hochschulen; das Chamäleon Theater Berlin ist das einzige reine Spielhaus für diese Sparte, während Festivals die Lücke bei der Aufführungspraxis füllen. Den Boom der Kunstform führt der Autor auf ihre Niederschwelligkeit und unmittelbare Wirkung zurück, die kein Vorwissen voraussetze.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗
Deutscher Theaterpreis DER FAUST
Familie Flöz
Theaterhaus Stuttgart
Veranstaltungen
Bundesweit

Im Theaterhaus Stuttgart wurde der 20. Deutsche Theaterpreis DER FAUST verliehen, moderiert von der Theatercompany Familie Flöz. Den Preis für das Lebenswerk erhielt die Regisseurin und Theaterleiterin Brigitte Dethier. Zu den weiteren Preisträgerinnen und Preisträgern zählen unter anderem Thomas Schmauser (Schauspiel, Münchner Kammerspiele), Bettina Ranch (Musiktheater, Aalto-Musiktheater Essen) und William Forsythe (Choreografie, Hamburg Ballett). Die Aufzeichnung der Verleihung ist ab dem 16. November 2025 in der 3sat-Mediathek verfügbar. Die nächste Preisverleihung findet am 14. November 2026 im Hessischen Staatstheater Wiesbaden statt.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗
Theater – Formen & Rollen
Veranstaltungen
Bundesweit

Das Festival Fast Forward, eine Werkschau junger europäischer Regisseurinnen und Regisseure am Dresdner Staatsschauspiel, fand vom 13. bis 16. November 2025 voraussichtlich zum letzten Mal statt. Aufgrund von Sparmaßnahmen des Landes Sachsen und damit verbundenen Kürzungen für das Staatsschauspiel wurde das Festival vorerst eingestellt. Intendant Joachim Klement hatte das 2011 in Braunschweig gegründete Festival 2017 nach Dresden gebracht; ob eine künftige Theaterleitung es wieder aufnimmt, ist offen. Das Festival, das verschiedene Dresdner Häuser sowie internationale Studierendengruppen anzog, galt laut Beteiligten als wichtige Plattform für junge Theaterschaffende und als Gegengewicht im kulturell eher konservativen Dresden. Gezeigt wurden unter anderem die Produktionen „Unruhe" von Nolwenn Peterschmitt und „Bidibibodibiboo" von Francesco Alberici.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗
Tanz – Stile & Formen
Veranstaltungen
Bundesweit

Am 28. Februar 2026 wurde im Aalto-Theater Essen der Deutsche Tanzpreis vergeben. Hauptpreisträger war Christian Spuck, Intendant des Staatsballetts Berlin, den die Jury für seinen „mutigen, klaren" Neustart der Kompanie auszeichnete; zusätzlich wurden die Tanzwissenschaftlerin Gabriele Brandstetter für Pionierarbeit und Tadashi Endo posthum für sein Lebenswerk geehrt. Das Staatsballett Berlin präsentierte drei Ausschnitte aus Spucks Choreografien, darunter „Nocturne", ein Pas-de-deux aus „Romeo und Julia" sowie „Beethoven". In seiner Dankesrede betonte Spuck die gesellschaftliche Rolle des Tanzes als Begegnung und verwies auf die 26 Nationen umfassende Belegschaft seines Ensembles als schützenswertes Modell. Der nächste Deutsche Tanzpreis soll am 13. März 2027 verliehen werden.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗
Veranstaltungen
Bundesweit

Beim 13. Sächsischen Theatertreffen in Görlitz und Zittau (21.–26. April 2026) stand neben dem künstlerischen Programm die Zukunft des Theaters im ländlichen Raum im Mittelpunkt. Gastgeber und scheidender Intendant Daniel Morgenroth lud Ministerpräsident Michael Kretschmer und FAZ-Theaterkritiker Simon Strauß zum Podiumsgespräch „Mehr als Geld – Kultur in der Fläche im Freistaat Sachsen", bei dem Kretschmer zwar strukturelle Reformen andeutete, aber keine zusätzlichen Finanzmittel in Aussicht stellte. Im Mittelpunkt standen die finanzielle Bedrängnis sächsischer Häuser – darunter das Schauspiel Chemnitz, dem die Stadt Fördermittel für einen Neubau verweigert, sowie das Theater Plauen-Zwickau, das trotz städteübergreifendem Modell vor drohender Insolvenz steht. Den Jurypreis des Treffens erhielt das Theater Plauen-Zwickau für seine Shakespeare-Inszenierung „Richard III." unter der Regie von Dirk Löschner, die mit rein weiblicher Besetzung überzeugte.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗

Beim 43. Heidelberger Stückemarkt, dem letzten unter Intendant Holger Schultze, war Kanada das Gastland. Am Abschlusswochenende des Festivals präsentierten freie Kollektive und Bühnenautorinnen und -autoren aus Kanada Stücke zu Themen wie Sklaverei, Abtreibung, Queerness und Inklusion. Den Internationalen Autor:innenpreis gewann die Kanadierin Erin Shields für ihr Stück „Zum Licht" über die Einbeziehung taubstummer Menschen ins Theater. Besonders hervorgehoben wurde das Gastspiel „Surveillée et punie" aus Montreal, in dem die queere Sängerin Safia Nolin Hunderte von Hass-Botschaften aus dem Internet zu einem Anti-Oratorium verdichtete und die Namen der Täter öffentlich machte.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗

Die Ruhrfestspiele 2026 eröffneten am 3. Mai ihr 80. Jubiläumsjahr unter dem Motto „Erschrecken und Erstaunen" – erstmals nicht im Großen Haus des Ruhrfestspielhauses, das sich wegen Sanierung der Bühnentechnik in der Renovierung befindet, sondern in einem eigens errichteten Festzelt im Recklinghäuser Stadtgarten. Prominente Gäste wie Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher und NRW-Kulturministerin Ina Brandes nahmen an der Eröffnung teil. Das prägnanteste Zeichen des Abends war die bewusst nicht gefüllte Lücke der iranischen Produktion „Das Kind" der Shieveh Theater Company aus Teheran, die wegen des Krieges im Iran nicht anreisen konnte; Intendant Olaf Kröck las aus einer Nachricht der iranischen Künstlerin Afsaneh Mahian vor. Georg-Büchner-Preisträgerin Ursula Krechel hielt die literarische Eröffnungsrede über Kafkas Amerika-Fragment, bevor die choreografische Produktion „Huang Yi & Kuka" – ein Duett zwischen dem taiwanesischen Choreografen Huang Yi und einem Industrieroboter – den Abend künstlerisch beschloss.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗

Das 13. Sächsische Theatertreffen fand vom 21. bis 26. April 2026 in Görlitz und Zittau statt, ausgerichtet vom Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau. Auf sechs Bühnen wurden 21 Inszenierungen aus sächsischen Theatern gezeigt, ergänzt durch Produktionen aus Polen und Tschechien im Rahmen des trinationalen J-O-Ś-Festivals. Den Festivalpreis erhielt das Theater Plauen-Zwickau für Dirk Löschners Inszenierung „Richard III." mit einem rein weiblichen Ensemble, die die Jury durch darstellerische Genauigkeit und ästhetische Geschlossenheit überzeugte. Besondere Aufmerksamkeit erlangten außerdem „Der Girschkarten" vom Schauspiel Leipzig und „Der Nazi & der Friseur" vom Staatsschauspiel Dresden. Neben der künstlerischen Präsentation wurde beim Treffen auch die kulturpolitische Frage diskutiert, wie Theatervielfalt in ressourcenschwächeren Regionen wie der Oberlausitz langfristig gesichert werden kann.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗
Theater – Formen & Rollen
Veranstaltungen
Regensburg

Die 40. Bayerischen Theatertage finden vom 8. bis 25. Mai 2026 in Regensburg statt und stehen unter dem Motto „Vielfalt leben". Eine siebenköpfige Jury wählte aus 92 gesichteten Bewerberstunden 26 Produktionen von bayerischen Bühnen aus; 64 Theater hatten sich beworben. Das Festival hat auch strukturelle Bedeutung: Zum Auftakt wurde das Theater Regensburg offiziell zum Staatstheater erhoben. Das Programm umfasst neben klassischen Bühnenabenden – darunter die Europäische Erstaufführung von Paul Moravecs Oper „The Shining" – auch hybride Formate wie eine VR-Inszenierung des Staatstheaters Augsburg sowie partizipative Veranstaltungen im öffentlichen Stadtraum.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗
Theater – Formen & Rollen
Veranstaltungen
Bundesweit

Die Regisseurin Ruth Mensah inszeniert am Essener Grillo-Theater die Uraufführung von „Maus, Geld, Gespenst" der Berliner Autorin Sunan Gu, eine Koproduktion der Ruhrfestspiele Recklinghausen und des Schauspiel Essen. Das 2025 mit dem Volksbühnenpreis für Theaterliteratur ausgezeichnete Stück folgt fünf miteinander verwobenen Figuren, die zwischen Berlin und Beijing mit Einsamkeit, Rassismus, kultureller Identität und sozialen Zwängen kämpfen. Mensahs Inszenierung arbeitet mit einer markanten Bildsprache: Die Darstellenden tragen übergroße Masken, agieren in rosaroten Kostümen auf einer sterilen Bühne und spielen mit Requisiten wie einem Fleischberg und giftgrünem Wackelpudding. Besonders hervorgehoben wird die körperliche Ausdrucksstärke des Ensembles, das trotz unbewegter Maskengesichter intensive emotionale Wirkung erzielt. Die Inszenierung stellt Themen wie strukturellen Rassismus, Wohlstand und kulturelle Aneignung ohne didaktische Führung offen in den Raum.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗
Oper & Musiktheater – Formen
Veranstaltungen
Muenchen

Die Münchener Biennale wurde mit der Uraufführung von „Codeborn" der Komponistin Zara Ali in der Muffathalle eröffnet. Das Stück verbindet wilden Electro-Pop mit klassischen Elementen und thematisiert Quantenmechanik sowie Künstliche Intelligenz in Form eines inszenierten „Experiments" an einem Paar. Die Sopranistin Lucy Altus und Bariton Julien Horbatuk verkörpern das Paar, während Countertenor Thomas Lichtenecker als „Doll" auftritt; Regie führten Florentine Klepper und Deva Schubert. Das postmoderne Zeichensystem aus Musik, Spiel und Bühne – ausgestattet von Wolfgang Menardi – bleibt bewusst ohne moralische Wertung und lässt das Publikum teils ratlos zurück. Ergänzt wurde der Eröffnungsabend durch die Videoinstallation „Arche", bei der die Bildebene die musikalische Begleitung von Eugene Birman überwog.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗
Theater Baden-Baden
Theater – Formen & Rollen
Veranstaltungen

Mit Arthur Schnitzlers Tragikomödie „Das weite Land" verabschiedet sich Nicola May nach 22 Jahren als Intendantin vom Theater Baden-Baden. Die Inszenierung zeigt das verlogene Treiben des Wiener Bürgertums vor dem Ersten Weltkrieg, in dem der Unternehmer Friedrich Hofreiter (Sebastian Mirow) seine Frau Genia (Constanze Weinig) betrügt und schließlich ein Duell mit dem jungen Marineoffizier Otto provoziert. May setzt auf konventionelles Schauspielertheater mit heiterem Freizeitflair – Kostüme im Tennislook, ein idyllisches Bühnenbild – und bleibt damit nach Einschätzung der Kritikerin an der Oberfläche des Stücks. Die psychologischen Abgründe, die Schnitzler in seinem Text anlegt, werden in dieser Produktion nicht ausgelotet; die Inszenierung verharrt im gesellschaftlichen Konversationston.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗
Bühnen Halle
Theater – Formen & Rollen
Veranstaltungen
Bundesweit

Die Bühnen Halle zeigen am Neuen Theater die Uraufführung von „Die Lungenschwimmprobe", einer Bühnenfassung des gleichnamigen Romans des norwegischen Autors Tore Renberg. Der historisch verankerte Stoff schildert das Schicksal der 15-jährigen Anna Voigt, die im späten 17. Jahrhundert des Kindsmordes beschuldigt wird und trotz medizinischer Entlastungsgutachten einen jahrelangen Prozess durchleidet. Regisseurin und künstlerische Leiterin Mille Maria Dalsgaard konzentriert sich in ihrer Inszenierung auf das persönliche Martyrium der Protagonistin, während die rechtshistorische Dimension – darunter das Wirken des Juristen Christian Thomasius und die Bedeutung der Lungenschwimmprobe für die Rechtsmedizin – in den Hintergrund tritt. Die Produktion arbeitet mit minimalistischem Bühnenbild, symbolischen Bildmitteln und einer überwiegend erzählenden Spielweise; Aline Bucher trägt die Titelrolle. Tobias Prüwer bespricht die Inszenierung im Rahmen einer Kritik vom 10. Mai 2026.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗
Theater – Formen & Rollen
Veranstaltungen

Sebastian Hartmann inszenierte am Staatsschauspiel Dresden die Uraufführung von „Träume in Europa" des Theaterautors Wolfram Lotz. Die Textvorlage ist ein rund hundertseitiges Prosaband, das knapp hundert anonyme Traumberichte aus europäischen Internetforen versammelt. Zehn Darsteller:innen und eine Pianistin präsentieren diese Traummonologe auf einer schlichten, von rollbaren Wandelementen gerahmten Bühne, zunächst nüchtern-distanziert, zunehmend körperlich-expressiv. Hartmann übernimmt den Text weitgehend unverändert und verzichtet auf psychologische Deutung zugunsten eines rituell-performativen Spiels mit Licht, Kostüm und Raumwirkung. Der Abend dauert knapp vier Stunden und fragt nach den Möglichkeiten kollektiver Erfahrung radikal individueller, nächtlicher Innenwelten.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗
Theater – Formen & Rollen
Veranstaltungen
Bundesweit

Das Schauspiel Wuppertal zeigt in einer Inszenierung von Anne Mulleners „Das Tagebuch der Anne Frank" in Kooperation mit dem Figurentheaterfestival FIDENA. Die Produktion verbindet klassisches Schauspiel mit Elementen des Figurentheaters: Puppen- und Objektspielerin Sara Hasenbrink gestaltete ein Pop-up-Buch, aus dem Annes imaginäre Briefpartnerin Kitty als sichtbare Figur hervortritt, während Schattenbilder die Albträume der Versteckten darstellen. Auf einer weißen, bewusst spartanisch gehaltenen Bühne pendelt das Ensemble um Julia Meier als Anne Frank zwischen komödiantischer Leichtigkeit und emotionaler Eindringlichkeit. Die Premiere fiel bewusst in die Woche der Gedenktage rund um das Ende des Zweiten Weltkriegs, und in der Produktion wirkt auch ein Mitglied des inklusiven Schauspielstudios STUDIYOU mit.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗
Theater Regensburg
Oper & Musiktheater – Formen
Veranstaltungen
Oberpfalz

Das Staatstheater Regensburg zeigte im Rahmen der Eröffnung der 40. Bayerischen Theatertage die europäische Erstaufführung der Oper „The Shining" des amerikanischen Komponisten Paul Moravec, zehn Jahre nach der Uraufführung in Minnesota. Intendant Sebastian Ritschel inszenierte das Werk mit Fokus auf den psychologischen Kern der Romanvorlage von Stephen King, weniger auf Schockmomente à la Kubrick; das Grauen entfaltet sich stattdessen als kontinuierliches Zeitkontinuum. Das aufwendige Bühnenbild von Sam Madwar mit Videoprojektionen, Drehscheibe und Hebebühne sowie die Darsteller Carl Rumstadt (Jack), Theodora Varga (Wendy) und Vitus Heumüller (Danny) prägten die Produktion. GMD Stefan Veselka leitete das Philharmonische Orchester Regensburg durch Moravecs flächig-opulente Partitur, die die Sängerstimmen vor allem durch Lautstärke fordert. Ab 29. Mai übernimmt das Theater Vorpommern die Produktion.

Die Deutsche Bühne
Artikel ansehen ↗