Pressespiegel
Kuratierte Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus.
Artikel: Deutschlandfunk Kultur
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Das Theater Regensburg wurde offiziell zum sechsten Staatstheater in Bayern ernannt. Die Ernennung wurde durch einen Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Regensburg und dem Freistaat Bayern besiegelt. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bezeichnete den Schritt als Bekenntnis zur Kunstfreiheit in einer demokratischen Gesellschaft und betonte, dass Spitzenkunst nicht nur in München möglich sei. Das Haus bleibt Kommunalunternehmen unter der Trägerschaft der Stadt Regensburg, wird künftig jedoch zu gleichen Teilen von Stadt und Freistaat finanziell gefördert.
Das Landgericht Hamburg hat den Antrag von Schauspieler Christian Ulmen auf eine einstweilige Verfügung gegen den "Spiegel" weitgehend abgewiesen. Das Gericht befand, dass das Nachrichtenmagazin die Voraussetzungen einer zulässigen Verdachtsberichterstattung eingehalten habe. Hintergrund sind Gewaltvorwürfe, die Ulmens Ex-Frau, die Schauspielerin Collien Fernandez, gegen ihn erhoben hatte. Ulmens Anwälte kündigten unmittelbar nach der Entscheidung Beschwerde an und nannten das Urteil "evident rechtsfehlerhaft". Für Ulmen gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
Kurz vor Beginn der Internationalen Filmfestspiele in Cannes am Dienstag sorgt das offizielle Festivalplakat für Kritik. Es zeigt die Heldinnen des Roadmovies „Thelma & Louise" von Ridley Scott. Das feministische Kollektiv 50/50 wirft dem Festival vor, die Darstellung der weiblichen Filmfiguren sei ein Feigenblatt, da im diesjährigen Wettbewerb nur fünf der 22 Filme von Regisseurinnen stammen. Das Kollektiv verweist zudem darauf, dass seit der Festivalgründung 1946 lediglich sechs Prozent aller Wettbewerbsfilme von Frauen inszeniert wurden.
Beim Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin wurde der Ehrenpreis „Goldener Ochse" an den Schauspieler Armin Mueller-Stahl verliehen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig würdigte den 95-Jährigen für eine vielseitige Karriere, die Schauspielerei in der DDR, der Bundesrepublik und Hollywood umfasst sowie Tätigkeiten als Schriftsteller, Maler und Musiker einschließt. Den Hauptpreis des Festivals, den „Fliegenden Ochsen", gewann der Film „Our Girls" des niederländischen Regisseurs Mike van Diem, der zugleich den Publikumspreis erhielt.
Die Netflix-Serie „Adolescence" hat bei den britischen Bafta TV Awards 2025 einen Rekord aufgestellt und vier Preise gewonnen – mehr als je eine andere Sendung zuvor. Die Produktion wurde als beste Miniserie ausgezeichnet; Stephen Graham erhielt den Preis als bester Schauspieler für seine Rolle als Vater eines tatverdächtigen 13-Jährigen. Christine Tremarco wurde als beste Nebendarstellerin geehrt, während der 16-jährige Owen Cooper als bester Nebendarsteller ausgezeichnet wurde und damit der jüngste Bafta-Fernsehpreisträger der Geschichte ist. Cooper hatte zuvor bereits einen Emmy gewonnen und war auch dort der jüngste männliche Preisträger. Weitere Auszeichnungen gingen an die Shows „The Celebrity Traitors" und „Last One Laughing", die jeweils zweimal prämiert wurden.
Der Schweizer Kunsthändler Bruno Bischofberger ist im Alter von 86 Jahren gestorben, wie seine Züricher Galerie auf Instagram mitteilte. Bischofberger gilt als eine der prägenden Figuren des europäischen Kunstmarkts, der bedeutende amerikanische Künstler wie Andy Warhol und Jean-Michel Basquiat nach Europa brachte und beide Mitte der 1980er Jahre miteinander bekannt machte. Er vertrat zudem Künstler wie den Neoexpressionisten Julian Schnabel und den Schweizer Jean Tinguely. Neben seinem Engagement für Pop-Art und Neoexpressionismus sammelte Bischofberger Fotografie und Designmöbel; sein besonderes Interesse galt der Schweizer Volkskunst, insbesondere der Appenzeller Bauernmalerei, über die er an der Universität Zürich lehrte.
Der MDR setzt die Produktion von „Tatort" und „Polizeiruf 110" mit den Ermittlerteams aus Leipzig, Dresden und Magdeburg für drei Jahre aus. MDR-Intendant Ludwig stellte das umfangreiche Sparpaket heute vor dem Rundfunkrat vor. Neben den Krimireihen sind weitere Formate betroffen, darunter das Mittagsmagazin, mehrere Podcasts mit weniger als 6.000 monatlichen Hörern sowie Social-Media-Angebote, die um rund 30 Prozent gekürzt werden sollen. Beim „Tatort" erfolgt der Rückzug schrittweise: Sechs bereits beauftragte Produktionen sowie ein neuer „Tatort Dresden" sollen noch realisiert werden. Insgesamt sollen beim MDR mehr als 200 Stellen wegfallen.
Der niederländische Kunstdetektiv Arthur Brand hat das Gemälde „Porträt eines jungen Mädchens" des Malers Toon Kelder als NS-Raubkunst identifiziert. Das Werk befand sich offenbar jahrzehntelang im Besitz von Nachkommen des SS-Kollaborateurs Hendrik Seyffardt und stammt aus der Sammlung des jüdischen Kunsthändlers Jacques Goudstikker. Auf das Bild aufmerksam wurde Brand durch einen Mann, der seine Verwandtschaft zu Seyffardt erst kürzlich entdeckt hatte und das Porträt bei einem Familienbesuch gezeigt bekam. Die Erben Goudstikkers bestätigten über ihre Anwälte den Raubkunst-Charakter des Werkes und fordern dessen Rückgabe. Eine rechtliche Durchsetzung gestaltet sich jedoch schwierig, da die niederländische Restitutionskommission Privatpersonen nicht zur Herausgabe verpflichten kann.
Die Red Hot Chili Peppers haben ihren gesamten aufgenommenen Musikkatalog an die Warner Music Group verkauft. Der Kaufpreis beträgt nach Berichten mehrerer US-Medien mehr als 300 Millionen Dollar. Das Paket umfasst alle 13 Studioalben der Band, darunter bekannte Werke wie „Californication" und „Blood Sugar Sex Magik". Solche Katalogverkäufe sind in der Musikbranche seit Jahren gängige Praxis – auch Bob Dylan und Bruce Springsteen veräußerten bereits ihre Rechte. Für Käufer sind etablierte Musikkataloge vor allem durch Einnahmen aus Streaming, Werbung und Filmlizenzen ein lukratives Geschäft.
Der Deutsche Musikrat hat gemeinsam mit Konzertveranstaltern und Künstlern einen offenen Brief an die Bundesregierung gerichtet, in dem strengere Regulierungen für den Ticket-Zweitmarkt gefordert werden. Hintergrund ist die verbreitete Praxis, wonach Tickets kurz nach Verkaufsstart zu überhöhten Preisen im Internet weiterverkauft werden. Konkret verlangen die Unterzeichner eine Preisobergrenze für gewerbliche Weiterverkäufe sowie ein Verbot automatisierter Ticketkäufe durch sogenannte Bots. Darüber hinaus soll stärker gegen Ticketfälschungen und falsche Verkäuferprofile vorgegangen werden, und Online-Plattformen sollen verdächtige Angebote schneller melden und entfernen müssen.