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Abendzeitung München
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Robert Ickes "Ödipus" am Residenztheater

26.04.2026, 12:48 · gecrawlt 08.05.2026, 14:07

Der britische Autor und Regisseur Robert Icke hat seine Neufassung des Sophokles-Dramas „Ödipus" am Münchner Residenztheater inszeniert – als deutschsprachige Erstaufführung nach Stationen am Londoner Westend und am New Yorker Broadway. Icke verlegt die antike Tragödie in die Gegenwart: Ödipus ist ein aufstrebender Politiker, der Transparenz verspricht und Licht ins Dunkel bringen will, ohne zu ahnen, dass er einst seinen Vater Laios bei einem vertuschten Autounfall getötet hat und nun mit seiner leiblichen Mutter Iokaste verheiratet ist. Florian von Manteuffel spielt die Titelrolle, Barbara Horvath die Iokaste; besonders die Zweierszene, in der Iokaste von jahrzehntelangem verdrängtem Missbrauch durch Laios erzählt, wird von der Rezensentin als stärkster Moment des Abends hervorgehoben. Die sterile weiße Bühne von Hildegard Bechtler und ein Countdown bis zur Wahlnacht rahmen das Geschehen als modernen Polit-Thriller. Weitere Aufführungen sind für Mai und Juni 2026 geplant.

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