Pressespiegel
Kuratierte Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus.
Thema: Tanz – Stile & Formen
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Das Stuttgarter Ballett verneigt sich zu dessen 100. Geburtstag vor Glen Tetley. Als Tänzer und Choreograf verband Glen Tetley das Klassische Ballett mit dem Modern Dance.
Das Stuttgarter Ballett hat mit dem dreiteiligen Abend „Tribute to Tetley" den Choreografen Glen Tetley zu dessen 100. Geburtstag geehrt. Tetley hatte die Compagnie nach dem plötzlichen Tod von Ballettchef John Cranko von 1974 bis 1976 geleitet und prägte sie mit einer Verbindung aus klassischem Ballett und Modern Dance. Gezeigt wurden drei seiner Werke: „Voluntaries" (1973), ein Abschiedsgruß an Cranko mit Elisa Badenes und Martí Paixà in den Hauptrollen; der Pas de deux „Ricercare" (1966) mit Anna Osadcenko und Friedemann Vogel; sowie „Le Sacre du Printemps" (1974/1976) mit Henrik Erikson als auserwähltem Jüngling. Das Publikum im Stuttgarter Opernhaus quittierte den Abend mit viel Applaus und Bravi-Rufen.
Das Staatstheater Nürnberg präsentiert mit „Les Ballets Actuels" einen Tanzabend in drei Teilen, der die erste Spielzeit der neu aufgestellten Sparte Tanz unter Leiter Richard Siegal abschließt. Siegal, der seit dieser Saison das Staatstheater Nürnberg Ballet of Difference führt, hat erstmals zwei externe Choreografen eingeladen: Justin Peck, Hauschoreograf des New York City Ballet, und die kanadische Choreografin Kirsten Wicklund. Pecks energiegeladenes Sneaker-Ballett „Hurry Up, We're Dreaming" eröffnet den Abend, gefolgt von Wicklunds introvertierten, licht- und schattenbasierten „Overcast", das für Nürnberg um zwei zusätzliche Paare erweitert wurde. Den Abschluss bildet Siegals eigenes Stück „My Generation", ursprünglich 2015 für das Cedar Lake Contemporary Ballet entstanden, das in neuer Ausstattung von Flora Miranda als rebellisch-explosiver Schlusspunkt dient.
Mit „Huang Yi & Kuka" eröffnen die Ruhrfestspiele 2026 in Recklinghausen ihr Jubiläumsjahr: Der taiwanesische Choreograf und Tänzer Huang Yi teilt sich dabei die Bühne mit einem Industrieroboterarm des Typs Kuka. Das Stück entstand aus Huang Yis persönlicher Erfahrung, als Kind nach dem finanziellen Zusammenbruch seiner Familie emotional zu funktionieren wie eine Maschine – woraus der Wunsch erwuchs, mit einem Roboter zu tanzen. Die Produktion verbindet Tanz, Musik von Bach und Pärt sowie Licht- und Videoprojektionen; für eine Minute Bewegung des Roboterarms sind rund zehn Stunden Programmierung nötig. Kritisch angemerkt wird, dass die Vielzahl dramaturgischer Ebenen – Laser, weitere Tänzer, Projektionen – dem Kernverhältnis zwischen Mensch und Maschine Konzentration nimmt. Der Abend wurde von Autor Miguel Schneider für das Kulturportal rezensiert.