Kulturatlas

Pressespiegel

Kuratierte Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus.

Artikel: Die Deutsche Bühne

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Theater – Formen & Rollen
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Das ungarische Regieduo Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka hat am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken Wagners „Götterdämmerung" als Abschluss eines naturwissenschaftlich-technologisch gedeuteten „Ring"-Zyklus inszeniert, in dem KI und Gentechnik als dramaturgische Leitkonzepte fungieren. Dirigent Sébastien Rouland führt das Orchester durch einen Wagner, der zwischen feiner Kammermusik und überwältigenden Klangmassen wechselt, wobei die Blechbläser gelegentlich das Gleichgewicht stören. Sängerisch überzeugen vor allem Aile Asszonyi als Brünnhilde, Tilmann Unger als Siegfried und Markus Jaursch als Hagen. Die Inszenierung wird jedoch keine Fortsetzung als Gesamtzyklus erleben, da weder der scheidende Intendant Bodo Busse noch sein Nachfolger Michael Schulz die Produktion weiterführen wollen.

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Tanz – Stile & Formen
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Das Stuttgarter Ballett hat mit dem dreiteiligen Abend „Tribute to Tetley" den Choreografen Glen Tetley zu dessen 100. Geburtstag geehrt. Tetley hatte die Compagnie nach dem plötzlichen Tod von Ballettchef John Cranko von 1974 bis 1976 geleitet und prägte sie mit einer Verbindung aus klassischem Ballett und Modern Dance. Gezeigt wurden drei seiner Werke: „Voluntaries" (1973), ein Abschiedsgruß an Cranko mit Elisa Badenes und Martí Paixà in den Hauptrollen; der Pas de deux „Ricercare" (1966) mit Anna Osadcenko und Friedemann Vogel; sowie „Le Sacre du Printemps" (1974/1976) mit Henrik Erikson als auserwähltem Jüngling. Das Publikum im Stuttgarter Opernhaus quittierte den Abend mit viel Applaus und Bravi-Rufen.

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Theater – Formen & Rollen
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Das Theater Freiburg zeigt eine Theaterfassung von Lars von Triers Film „Europa" (1991) in der Inszenierung des niederländischen Regisseurs Mart van Berckel. Die spartenübergreifende Produktion erzählt von dem deutschstämmigen Amerikaner Leopold Kessler, der 1945 nach Deutschland kommt und schrittweise von nationalsozialistischen Widerstandsgruppen instrumentalisiert wird. Das Ensemble aus Schauspiel und Musiktheater – darunter Jakob Kunath, Anja Jung und Roberto Gionfriddo – trägt die lose strukturierte, rund zweistündige „musikdramatische Selbstbetrachtung" mit Musik von Wagner bis Ligeti, gespielt vom Philharmonischen Orchester Freiburg. Auf konkrete aktuelle Bezüge verzichtet van Berckel, lässt aber durch die Darstellung von Schuldverdrängung und Empathielosigkeit Gegenwartsbezüge implizit durchscheinen.

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Theater in der Josefstadt
Theater – Formen & Rollen
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International

Peter Turrinis neues Stück „Was für ein schönes Ende" hatte am Wiener Theater in der Josefstadt unter der Regie von Janusz Kica Uraufführung. Das Werk bildet den Abschluss der 20-jährigen Intendanz von Herbert Föttinger, der selbst die Hauptrolle des vergessenen Mozart-Librettisten Lorenzo da Ponte spielt. Das Stück ist eine überarbeitete Fassung von Turrinis früherer Tragikomödie „Da Ponte in Santa Fe" (2002) und thematisiert das Schattendasein von Librettisten sowie die Kommerzialisierung der Kunst. Laut Kritikerin Christina Kaindl-Hönig bleibt die Inszenierung jedoch zu brav, entfaltet weder ausreichend Tempo noch überzeugende Metaphern für Turrinis Gesellschaftskritik, und Föttingers Darstellung des Da Ponte erschöpft sich in dargestellter Altersschwäche statt existentiellem Ringen.

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Theater – Formen & Rollen
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„Gelbes Gold" von Fabienne Dür ist eine Uraufführung am Schauspiel Stuttgart im Foyer des Kammertheaters, inszeniert von Johanna Rödder-Mikow in ihrem Regiedebüt. Das Stück zeigt eine Plattenbausiedlung im Abriss, in die die Studentin Ana zurückkehrt und dabei die verborgenen Konflikte ihres Umfelds – Vater, Nachbarin Mimi und Freundin Juli – aufdeckt. Autorin Fabienne Dür verwendet das naturalistische Mittel der Rückkehrerfigur, um soziale Hoffnungslosigkeit und das Scheitern in einem strukturschwachen Milieu darzustellen. Rödder-Mikow erarbeitet mit dem Ensemble präzise Charakterzeichnungen, wobei die zentrale Figur Ana dramaturgisch wenig Handlungsspielraum erhält, was den Abend stellenweise gedehnt wirken lässt.

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Bamberger Symphoniker
ETA Hoffmann Theater Bamberg
Theater – Formen & Rollen
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Oberfranken

Das ETA Hoffmann Theater Bamberg hat Robert Seethalers erstes abendfüllendes Theaterstück „Vernissage" uraufgeführt – ein Werk, das der österreichische Romanautor nach Jahren als Schauspieler und langer Bühnendistanz erstmals für das Theater verfasste. Das Stück schildert über drei Tage die zwischenmenschlichen Konflikte rund um eine erfolglose Vernissage in einer heruntergekommenen Kunstgalerie, wobei acht gleichberechtigte Figuren das Ensemble-Stück tragen. Regisseurin Jana Vetten inszenierte das Stück, das mit seiner melancholischen Atmosphäre und dem morbiden Kunstmilieu an Tschechow erinnert; die Bühne von Genia Leis wird dabei besonders hervorgehoben. Seethaler selbst war bei der Premiere nicht anwesend – teils aus seiner bekannten Scheu vor Zuschauerräumen, teils wegen der gleichzeitigen Veröffentlichung seines neuen Romans „Die Straße". Die Aufführung habe laut Kritik Anlaufzeit gebraucht, hinterlasse aber bleibende Bilder und Momente.

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Oper & Musiktheater – Formen
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Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann bringt das Theater Aachen in Koproduktion mit den Schwetzinger SWR Festspielen eine neue Oper nach Bachmanns einzigem vollendeten Roman „Malina" auf die Bühne. Die Musik stammt von Karola Obermüller und Peter Gilbert, die Regie führt Franziska Angerer; das Libretto besorgte Tina Hartmann nach Bachmanns Roman von 1971. Im Mittelpunkt steht die namenlose Protagonistin „Ich", gespielt von Sopranistin Larisa Akbari, die zwischen ihrem Geliebten Ivan (Micah Schroeder) und dem Alter Ego Malina (Countertenor Valer Sabadus) ihre Identität als Frau und Künstlerin sucht und scheitert. Ausstatterin Pia Dederichs entwarf eine „Gedankenbühne" aus Spiegeln und Projektionsflächen, die das innere Erleben der Figur räumlich umsetzt. Der Kritiker bezeichnet die Produktion als beeindruckende Aufführung mit sorgfältiger Komposition und lobt das gesamte Ensemble.

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Tanz – Stile & Formen
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Mittelfranken

Das Staatstheater Nürnberg präsentiert mit „Les Ballets Actuels" einen Tanzabend in drei Teilen, der die erste Spielzeit der neu aufgestellten Sparte Tanz unter Leiter Richard Siegal abschließt. Siegal, der seit dieser Saison das Staatstheater Nürnberg Ballet of Difference führt, hat erstmals zwei externe Choreografen eingeladen: Justin Peck, Hauschoreograf des New York City Ballet, und die kanadische Choreografin Kirsten Wicklund. Pecks energiegeladenes Sneaker-Ballett „Hurry Up, We're Dreaming" eröffnet den Abend, gefolgt von Wicklunds introvertierten, licht- und schattenbasierten „Overcast", das für Nürnberg um zwei zusätzliche Paare erweitert wurde. Den Abschluss bildet Siegals eigenes Stück „My Generation", ursprünglich 2015 für das Cedar Lake Contemporary Ballet entstanden, das in neuer Ausstattung von Flora Miranda als rebellisch-explosiver Schlusspunkt dient.

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Tanz – Stile & Formen
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Bundesweit

Mit „Huang Yi & Kuka" eröffnen die Ruhrfestspiele 2026 in Recklinghausen ihr Jubiläumsjahr: Der taiwanesische Choreograf und Tänzer Huang Yi teilt sich dabei die Bühne mit einem Industrieroboterarm des Typs Kuka. Das Stück entstand aus Huang Yis persönlicher Erfahrung, als Kind nach dem finanziellen Zusammenbruch seiner Familie emotional zu funktionieren wie eine Maschine – woraus der Wunsch erwuchs, mit einem Roboter zu tanzen. Die Produktion verbindet Tanz, Musik von Bach und Pärt sowie Licht- und Videoprojektionen; für eine Minute Bewegung des Roboterarms sind rund zehn Stunden Programmierung nötig. Kritisch angemerkt wird, dass die Vielzahl dramaturgischer Ebenen – Laser, weitere Tänzer, Projektionen – dem Kernverhältnis zwischen Mensch und Maschine Konzentration nimmt. Der Abend wurde von Autor Miguel Schneider für das Kulturportal rezensiert.

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Schauspiel Stuttgart
Theater – Formen & Rollen
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Am Schauspiel Stuttgart hat Regisseur Viktor Bodó Bertolt Brechts „Dreigroschenoper" mit der Musik von Kurt Weill inszeniert, inspiriert vom „Dreigroschenroman" und ausgestattet mit einem multifunktionalen Bühnenbild von Zita Schnábel. Im Zentrum der Inszenierung stehen Korruption und kapitalistische Strukturen, die Bodó auf allen gesellschaftlichen Ebenen verortet und durch einen Gerichtsrahmen sowie Szenen im Publikumsraum unterstreicht. Marcel Heuperman gastiert als Mackie Messer, flankiert von einem starken Ensemble mit Josephine Köhler, Klaus Rodewald, Marietta Meguid und anderen. Musikalischer Leiter Klaus von Heydenaber dirigiert eine siebenköpfige Kombo und sorgt dafür, dass Weills Songs schwungvoll zur Geltung kommen. Laut Kritiker Manfred Jahnke überlagert die mitreißende Musik und die spürbare Spielfreude des Ensembles die gesellschaftskritische Intention der Inszenierung – ein Widerspruch, der bereits der Uraufführung von 1928 eigen war.

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