Pressespiegel
Tägliche Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus
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Stephan Lamby, neuer Juryvorsitzender des Deutschen Fernsehpreises, sieht die Branche trotz wirtschaftlichen Drucks inhaltlich stark, besonders im Dokumentationsbereich, während das Fernsehprogramm gesellschaftliche Veränderungen und politische Spannungen zunehmend widerspiegelt.
In Abensberg startet der Gillamoos, Deutschlands ältester Jahrmarkt, mit einem Holzsägewettbewerb und rund hundert angemeldeten Teams; es folgen Festzug mit Anstich und der politische Gillamoos am Montag.
Zur Verleihung des Deutschen Radiopreises am 10. September produzieren öffentlich-rechtliche und private Sender erstmals gemeinsam eine eigene Hörfunkshow, die auf über 20 Sendern ausgestrahlt wird.
Der Verband Deutscher Sprecher:innen (VDS) hat beim Bundeskartellamt Beschwerde gegen Netflix eingereicht, weil der Streamingdienst Synchronsprecher per Vertragsklausel zur KI-Trainings-Nutzung ihrer Stimmen verpflichtet, ohne Vergütung.
AXN Black bringt die BAFTA-prämierte britische Polizeiserie „Blue Lights" ab 15. November nach Deutschland: Alle sechs Folgen der ersten Staffel sind dann per Stream und als linearer Marathon verfügbar.
Paweł Pawlikowskis Film „Vaterland" zeigt Thomas Mann und seine Tochter Erika 1949 auf einer Deutschlandreise und wirft die Frage auf, ob Kultur im Umgang mit der NS-Schuld als Zeugnis oder als Entlastung dient.
Eine Analyse der MDR-Faktenchecks zur Talkrunde „Fakt ist" belegt schwere handwerkliche Mängel: Aussagen von AfD und BSW wurden fehlerhaft oder tendenziös geprüft, während Falschaussagen von Regierungsparteien ungeprüft blieben.
Tanja Keller, seit März Präsidentin der bayerischen Landessynode, will die evangelische Kirche durch Stellenabbau und Gebäudereduzierung modernisieren und setzt dabei auf mehr Frauen in Führungspositionen sowie klare Haltungen zu Demokratie und Klimaschutz.
Ein SWR-Dokumentarfilm begleitet Fans und Musikstars auf eine filmische Zeitreise durch 50 Jahre Rockgeschichte auf der Loreleybühne, mit Konzertausschnitten und Interviews mit Künstlern wie Wolfgang Niedecken, Al Di Meola und Andy Powell.
Helene Fischer veröffentlicht mit «An meiner Seite» die zweite Single aus ihrem kommenden Studioalbum; das Musikvideo entstand aus einem Konzertauftritt mit Partner Thomas in Wien.
Das Lübecker Trio Casafungo veröffentlicht mit „Killing Time Without Injuring Eternity" ein Album, das Sixties-Sounds wie Surf-Rock und Laurel-Canyon-Folk stilsicher reproduziert und von Vorbildern wie Crosby, Stills, Nash & Young geprägt ist.
Mine (Jasmin Stocker) veröffentlicht mit KILLER ein experimentelles Polit-Pop-Album, das Themen wie soziale Ungleichheit, Rechtsruck und Beziehungskrisen mit Soundexperimenten und Stimmverfremdung verbindet – ehrgeizig, aber zu kalkuliert für echte Aggression.
Das siebte Album KARAOKE BAR von Angus & Julia Stone bietet soliden, retrospektiven Indie-Pop mit vereinzelten Höhepunkten, bleibt aber insgesamt unauffällig und ohne prägende Momente.
Klara Lewis setzt auf ihrem Album OPENING ihren destruktiv-kreativen Noise-Ansatz fort: Sie sampelt und verzerrt wohlklingende Streicher-, Piano- und Vokalpassagen, lässt sie kontrolliert zerfallen und erzeugt dabei paradoxe Schönheit.
Kasabians neues Album ACT III klingt schmutziger und überzeugender als der Vorgänger HAPPENINGS, leidet jedoch unter überladenen Songs, die ihren Spannungsaufbau nicht vollständig entfalten können.
Mykki Blanco veröffentlicht mit CAFE PARADISO ein neues Album, das als hedonistischer Trip eines „Queer Flaneurs" durch New York HipHop, Neo-Soul, Psych-Hop und Dream-Pop verbindet und dabei Freiheit, Individualität und Verletzlichkeit thematisiert.
Bonns Finanzkrise mit 2,5 Milliarden Euro Schulden und einem Haushaltsdefizit von bis zu 170 Millionen Euro bringt die städtische Oper in existenzielle Bedrängnis: Der Stadtrat diskutiert neben dem 426-Millionen-Neubau nun auch eine mögliche Schließung.
Der BGH verhandelt den Urheberrechtsstreit zwischen Fotograf Robert Kneschke und dem KI-Datensatz-Anbieter LAION und erwägt, zentrale Fragen zur Text-und-Data-Mining-Ausnahme dem EuGH vorzulegen, was eine europaweit gültige Grundsatzentscheidung bedeuten könnte.
„Wild Horse Nine“ ist der vielleicht beste Film des durchweg famosen Martin McDonagh. Ein Treffen mit dem Meister der dunklen Komik in Venedig, wo der Film Premiere feiert.
Alphaville lehnen die Wiedereinladung zum „Glücksgefühle"-Festival ab, obwohl sich Veranstalter Markus Krampe für die Ausladung entschuldigt hatte. Die Band um Marian Gold begründet dies mit einer entstandenen Atmosphäre, die freie Meinungsäußerung einschränke, und spendet die Gage.
Das Glücksgefühle-Festival auf dem Hockenheimring lud Alphaville aus, weil die Band politische Aussagen gegen rechts nicht unterlassen wollte; nach öffentlicher Kritik ruderten die Veranstalter zurück und wollen die Band zurückholen.
Fink veröffentlicht „The LowSwing Sessions Vol. 2", ein analog aufgenommenes Live-Album mit neu interpretierten Songs aus Folk, Blues und Singer-Songwriter-Kunst, und geht im Herbst auf Tour.
Shida Bazyar beleuchtet in ihrem Roman „Die Lücken" ein Jahrhundert deutscher Geschichte anhand der Ereignisse in einem kleinen Ort im Hunsrück.
Sandra Hüller spielt in Paweł Pawlikowskis „Vaterland" die Schriftstellertochter Erika Mann an der Seite von Hanns Zischler als Thomas Mann. Der Film, der in Cannes den Regie-Preis gewann, startet am 3. September im Kino.