Pressespiegel
Kuratierte Kulturberichterstattung aus Bayern und darüber hinaus.
Region: International
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Die Netflix-Serie „Adolescence" hat bei den britischen Bafta TV Awards 2025 einen Rekord aufgestellt und vier Preise gewonnen – mehr als je eine andere Sendung zuvor. Die Produktion wurde als beste Miniserie ausgezeichnet; Stephen Graham erhielt den Preis als bester Schauspieler für seine Rolle als Vater eines tatverdächtigen 13-Jährigen. Christine Tremarco wurde als beste Nebendarstellerin geehrt, während der 16-jährige Owen Cooper als bester Nebendarsteller ausgezeichnet wurde und damit der jüngste Bafta-Fernsehpreisträger der Geschichte ist. Cooper hatte zuvor bereits einen Emmy gewonnen und war auch dort der jüngste männliche Preisträger. Weitere Auszeichnungen gingen an die Shows „The Celebrity Traitors" und „Last One Laughing", die jeweils zweimal prämiert wurden.
Der Schweizer Kunsthändler Bruno Bischofberger ist im Alter von 86 Jahren gestorben, wie seine Züricher Galerie auf Instagram mitteilte. Bischofberger gilt als eine der prägenden Figuren des europäischen Kunstmarkts, der bedeutende amerikanische Künstler wie Andy Warhol und Jean-Michel Basquiat nach Europa brachte und beide Mitte der 1980er Jahre miteinander bekannt machte. Er vertrat zudem Künstler wie den Neoexpressionisten Julian Schnabel und den Schweizer Jean Tinguely. Neben seinem Engagement für Pop-Art und Neoexpressionismus sammelte Bischofberger Fotografie und Designmöbel; sein besonderes Interesse galt der Schweizer Volkskunst, insbesondere der Appenzeller Bauernmalerei, über die er an der Universität Zürich lehrte.
Der niederländische Kunstdetektiv Arthur Brand hat das Gemälde „Porträt eines jungen Mädchens" des Malers Toon Kelder als NS-Raubkunst identifiziert. Das Werk befand sich offenbar jahrzehntelang im Besitz von Nachkommen des SS-Kollaborateurs Hendrik Seyffardt und stammt aus der Sammlung des jüdischen Kunsthändlers Jacques Goudstikker. Auf das Bild aufmerksam wurde Brand durch einen Mann, der seine Verwandtschaft zu Seyffardt erst kürzlich entdeckt hatte und das Porträt bei einem Familienbesuch gezeigt bekam. Die Erben Goudstikkers bestätigten über ihre Anwälte den Raubkunst-Charakter des Werkes und fordern dessen Rückgabe. Eine rechtliche Durchsetzung gestaltet sich jedoch schwierig, da die niederländische Restitutionskommission Privatpersonen nicht zur Herausgabe verpflichten kann.
Die Red Hot Chili Peppers haben ihren gesamten aufgenommenen Musikkatalog an die Warner Music Group verkauft. Der Kaufpreis beträgt nach Berichten mehrerer US-Medien mehr als 300 Millionen Dollar. Das Paket umfasst alle 13 Studioalben der Band, darunter bekannte Werke wie „Californication" und „Blood Sugar Sex Magik". Solche Katalogverkäufe sind in der Musikbranche seit Jahren gängige Praxis – auch Bob Dylan und Bruce Springsteen veräußerten bereits ihre Rechte. Für Käufer sind etablierte Musikkataloge vor allem durch Einnahmen aus Streaming, Werbung und Filmlizenzen ein lukratives Geschäft.
Das 79. Filmfestival von Cannes (2026) findet ohne die großen Hollywood-Produktionen statt, da US-Blockbuster wie „Michael" und „Der Teufel trägt Prada 2" das Festival übergangen haben und auch Netflix aufgrund der Cannes-Regeln zu Streaming-Auswertungsfristen nicht vertreten ist. In diesem Vakuum rückt der deutsche Film in den Mittelpunkt: Volker Schlöndorff präsentiert mit „Heimsuchung" eine Verfilmung des Romans von Jenny Erpenbeck, Sandra Hüller spielt in Pawel Pawlikowskis „Vaterland" Erika Mann, und Valeska Griesebach konkurriert mit „Das geträumte Abenteuer" um die Goldene Palme. Lars Eidinger ist gleich in zwei Filmen vertreten, darunter dem Wettbewerbsfilm „Moulin", in dem er Gestapo-Chef Klaus Barbie verkörpert. Abseits des deutschen Films sind im Wettbewerb unter anderem die österreichische Regisseurin Marie Kreutzer mit „Gentle Monster" sowie US-Independent-Produktionen mit Rami Malek, Adam Driver und Scarlett Johansson vertreten. Festivaldirektor Thierry Frémaux führt das Fernbleiben Hollywoods auf strukturelle Faktoren wie Pandemie, Streiks und Studioübernahmen zurück; Branchenbeobachter werten das Festival als mögliche Atempause vor dem 80. Jubiläum 2027.
Die Sendung „Kulturzeit" vom 11. Mai 2026 bündelt mehrere kulturelle und politische Themen. In Ungarn trat am 9. Mai die neue Regierung unter Peter Magyar in Kraft; Magyar hat ein parteiübergreifendes Expertenkabinett gebildet, das unter anderem den öffentlich-rechtlichen Rundfunk reformieren, Korruption aufarbeiten und das Verhältnis zur EU wiederherstellen soll, während Amtsvorgänger Viktor Orbán seinen Parlamentssitz aufgegeben hat und in die USA zieht. Der australische Historiker Christopher Clark wurde in der Frankfurter Paulskirche mit dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet, gewürdigt für seine Vermittlung neuer Perspektiven auf den Ersten Weltkrieg und die europäischen Revolutionen. Der Schweizer Galerist Bruno Bischofberger, der maßgeblich Pop-Art-Werke aus den USA nach Europa brachte und 1984 die Zusammenarbeit zwischen Andy Warhol und Jean-Michel Basquiat initiierte, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Weitere Themen sind der Dokumentarfilm „Innere Emigranten" über eine Moskauer Krisenhotline, das Vermächtnis der verstorbenen Biennale-Kuratorin Koyo Kouoh sowie die Eröffnung des Lucerne Festival Pulse mit Vikingur Ólafsson und Olafur Eliasson.
Das Album verbindet Elina Dunis klare Stimme mit Rob Lufts feinsinnigem Gitarrenspiel zu poetischem Jazz, der Folk und Improvisation vereint.
Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg im Üechtland verleiht Mark S. Kinzer, emeritierten Präsidenten des Messianic Jewish Theological Institute, die Ehrendoktorwürde. Der Autor kritisiert diese Entscheidung, weil Kinzer als „messianisch-jüdischer Rabbiner" bezeichnet wird, obwohl das organisierte Judentum messianische Juden nicht als Teil seiner Gemeinschaft anerkennt. Damit maße sich eine katholische Institution an, zu definieren, wer dem Judentum zuzurechnen sei – ein Muster, das dem Geist von Nostra Aetate widerspreche. Die Fakultät hätte vorab den Dialog mit jüdischen Gemeinschaften suchen oder Kinzer als christlich-theologischen Grenzgänger statt als Vertreter jüdischer Theologie würdigen sollen.
FKA Twigs übernimmt die Hauptrolle in einem Biopic über Josephine Baker, die legendäre Jazz-Age-Entertainerin und Bürgerrechtsaktivistin. Regie führt die französische Filmemacherin Maïmouna Doucouré, bekannt durch „Cuties". Die Dreharbeiten sollen im Herbst beginnen. Das Projekt entsteht mit dem Segen von Bakers Söhnen und wurde kurz vor den Filmfestspielen in Cannes angekündigt.
Die britische Sängerin FKA Twigs (38) wird die legendäre Tänzerin, Aktivistin und französische Nationalheldin Josephine Baker (1906–1975) in einem offiziellen Biopic verkörpern. Regie führt die französische Filmemacherin Maïmouna Doucouré (41); das Projekt ist das erste Biopic über Baker, das von ihren Nachkommen autorisiert wurde – zwei Mitglieder ihrer Adoptivfamilie sind daran beteiligt. Josephine Baker wurde in den 1920er-Jahren als erste schwarze Frau zum Weltstar, kämpfte in der Résistance gegen die deutsche Besatzung Frankreichs und setzte sich in den USA gegen die Rassentrennung ein; 2021 wurde sie als erste schwarze Frau ins Pantheon in Paris aufgenommen. FKA Twigs erklärte in einem Statement, sie freue sich darauf, Bakers Kampf, Talent und Heldenmut auf die Leinwand zu bringen.
Quentin Tarantino hat in einem Interview erklärt, dass der Gimp aus „Pulp Fiction" nach einem K.o.-Schlag durch Butch in der Ohnmacht ums Leben kam. Zum 30-jährigen Jubiläum des Films fand in Los Angeles eine Reunion mit Uma Thurman, John Travolta, Samuel L. Jackson und Harvey Keitel statt. Bruce Willis fehlte bei der Veranstaltung, da er seit seiner Diagnose mit frontotemporaler Demenz im Jahr 2022 aus der Öffentlichkeit zurückgezogen lebt. Er wurde durch seine Ehefrau Hemin Willis und Tochter Tallulah vertreten, die zu seinen Ehren eine Kappe mit seinem Namen trug.
No Doubt haben ihre Sphere-Residency in Las Vegas mit einem nostalgiereichen Set eröffnet, das seltene Songs wie den Titeltrack von „Tragic Kingdom" (zuletzt 2009 gespielt) und „The Climb" (seit 1997 nicht mehr) enthielt. Die Show markierte zugleich den Bühnenrückkehr von Gitarrist Tom Dumont, der kürzlich seine Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht hatte. Insgesamt umfasst die Residency nun 18 Shows bis zum 13. Juni.
Beim Eagles-Konzert am 31. Juli 1980 in Long Beach eskalierte ein Streit zwischen Sänger Glenn Frey und Gitarrist Don Felder während der laufenden Show bis hin zu einer handfesten Auseinandersetzung hinter der Bühne. Felder schwingt dabei eine Gitarre über Freys Kopf, bevor er wütend im Taxi davonfährt. Der Vorfall markierte das vorläufige Ende der Band; für das nächste Album arbeiteten Frey und Felder an getrennten Küsten. Nach einer Reunion 1994 verließ Felder die Eagles 2001 endgültig nach einem erneuten Streit um Tantiemen.
George Michaels Jugendfreund Andros Georgiou behauptet, der Sänger würde noch leben, wäre seine erste große Liebe Anselmo Feleppa 1993 nicht an Aids gestorben. Feleppa, ein Modedesigner, hatte Michael Anfang der 90er Jahre kennengelernt. Laut Georgiou fand Michael nach Feleppas Tod nie wieder eine vergleichbare Liebesbeziehung und war seither „ziemlich verloren". George Michael starb am 25. Dezember 2016 im Alter von 53 Jahren.
Die Filme „Aliens" (1986), „The Abyss" (1989) und „True Lies" (1994) von James Cameron erscheinen nun in 4K-Remaster. Der Artikel bespricht alle drei Werke und ordnet sie in Camerons Gesamtwerk ein: „Aliens" gilt als bester Film der Reihe, „The Abyss" als Unterwasser-Übung für Camerons späteren Marianengraben-Tauchgang, „True Lies" als sein unterhaltsamster Film. Besonders „Aliens" wird als zeitlos einflussreich hervorgehoben – sein Pulse Rifle sorgte 2024 beim neuen Teil „Romulus" für kollektive Begeisterung.
Vinnie Vincent, ehemaliger Kiss-Gitarrist, lässt offen, ob er sich als Frau oder Mann identifiziert, und erklärt, das Geheimnis solle bleiben.
Pearl Jam haben zum National Gun Violence Awareness Day die unzensierte Version ihres Musikvideos „Jeremy" von 1992 veröffentlicht. Das Video basiert auf der wahren Geschichte von Jeremy Wade Delle, der sich 1991 vor seinen Klassenkameraden im Unterricht erschoss. In der neuen Fassung ist nun zu sehen, was zuvor aus TV-Zensurgründen verborgen blieb. Die Band setzt damit ein Zeichen gegen Waffengewalt und spendet Einnahmen aus dem Verkauf eines „Choices"-T-Shirts an entsprechende Organisationen.
David Bowies 1995 erschienenes Album „Outside", produziert mit Brian Eno, vereint 19 Art-Rock-Stücke um ein postapokalyptisches Detektivkonzept, das Fans damals überforderte, obwohl Songs wie „The Hearts Filthy Lesson" in Filmklassikern von Fincher und Lynch Verwendung fanden.
Pavements letztes Studioalbum „Terror Twilight" (1999) gilt als das am meisten unterschätzte Werk der Band. Produziert von Nigel Godrich, bewegte sich die Band erstmals in Richtung Pop, ohne dabei kommerziellen Erfolg zu erzielen. In Kritiker-Rankings des Pavement-Werks landet die Platte regelmäßig auf den hinteren Plätzen, obwohl sie einen deutlichen künstlerischen Reifeprozess zeigt. Seit der Live-Reunion 2010 spielen die Bandmitglieder die Songs daraus kaum noch live.
Der Eurovision Song Contest feiert 2026 sein 70. Jubiläum, das Finale findet am 16. Mai in Wien statt. Irland und Schweden führen mit je sieben Siegen die Rangliste der erfolgreichsten Teilnehmerländer an, gefolgt von Großbritannien, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden mit je fünf Siegen. Deutschland konnte bislang zwei Siege verbuchen: 1982 durch Nicole mit „Ein bisschen Frieden" und 2010 durch Lena Meyer-Landrut mit „Satellite". Großbritannien war mit neun Austragungen bislang am häufigsten Gastgeberland, darunter 2023 als Vertreter der Ukraine, die wegen des Krieges nicht selbst ausrichten konnte. Deutschland zählt mit 68 Teilnahmen zu den aktivsten Ländern, hat aber auch sechsmal null Punkte erhalten.
Im SNL-Weekend-Update parodiert Jeremy Culhane Tucker Carlson, der über die Met Gala schimpft und Verschwörungstheorien erfindet. Er mokiert sich über teure Kostüme, deutet Heidi Klums verschleierte Statue als linke Agenda und erfindet spontan eine Verschwörungstheorie über den stummen Buchstaben „E" in „Maine".
Andrew Sandoval und Doug Hinman haben ein umfassendes Tagesbuch-Format-Buch über die Kinks veröffentlicht, das die Bandgeschichte von 1940 bis 1971 minutiös dokumentiert. Sandoval, der einst als Gitarrist und Musical Director für Dave Davies auf Tournee war, stützte sich dabei auf Primärquellen, Archivzeitungen und neue De-Mixing-Technologie. Ray Davies ist über das Buch verärgert, weil er befürchtet, es könnte den Markt für seinen eigenen geplanten Kinks-Bildband beschädigen – den er laut Sandoval noch nicht einmal begonnen hat zu schreiben. Sandoval akzeptiert das Zerwürfnis mit seinem Lieblingssongwriter als Kompromiss seiner Arbeit als Musikhistoriker.
Beim Netflix Is a Joke Fest 2026 traten die Late-Night-Hosts Jimmy Kimmel, Conan O'Brien und Jon Stewart gemeinsam als Coverband Very White Stripes auf und spielten „Seven Nation Army" von The White Stripes im Hollywood Bowl. Kimmel übernahm dabei die Bassklarinette – ein Instrument, zu dem er als Kind durch einen Irrtum gelangte, weil er es mit einer Posaune verwechselt hatte. Begleitet wurden die drei von Abbey Romeo, bekannt aus der Netflix-Serie „Love on the Spectrum". Das Festival läuft vom 4. bis 10. Mai und umfasst mehr als 475 Shows an über 45 Spielorten.
Die Red Hot Chili Peppers haben ihren Aufnahmekatalog – 13 Studioalben – für mehr als 300 Millionen Dollar an Warner Music Group verkauft. Der Deal erfolgte im Rahmen eines Joint Ventures zwischen WMG und Bain Capital, das insgesamt Musik- und Verlagsrechte im Wert von 650 Millionen Dollar erworben hat. WMG ist seit „Blood Sugar Sex Magik" (1991) das Label der Band und war damit ein naheliegender Käufer. Die Verlagsrechte der Band hatte Hipgnosis bereits 2015 für rund 150 Millionen Dollar erworben und könnte diese nun im Zuge einer Sony-Übernahme erneut veräußern. Weder die Band noch WMG haben sich bislang öffentlich zum Verkauf geäußert.